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Gleichstellung im Berufsleben

Frauen sind im Berufsleben nach wie vor benachteiligt. Das geht aus dem "Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern - 2006" hervor, den die EU-Kommission Ende vergangener Woche in Brüssel veröffentlicht hat. Die Benachteiligung von Frauen zeige sich vor allem bei der Beschäftigungsquote, dem Verdienst und dem Frauenanteil im Management.

Frauen verdienen im Durchschnitt 15 Prozent weniger als Männer. Foto: Boromir Aragorn

Trotz eines leichten Anstiegs ist die Beschäftigungsquote der Frauen mit 55,7 Prozent noch immer 15 Prozent niedriger als die der Männer. Als "unannehmbar hoch" bezeichnet der Bericht auch die Unterschiede beim Arbeitsentgelt. Pro Arbeitsstunde verdienen Frauen 15 Prozent weniger als Männer. Der Balanceakt zwischen Beruf und Familie bleibt für viele Frauen ein Karrierehemmnis. Nur 32 Prozent der Frauen arbeiten im Management von Unternehmen, gerade zehn Prozent sind Vorstandsmitglieder und nur drei Prozent zählen zu den Geschäftsführenden größerer Unternehmen in der EU. Mütter sind weit seltener in Führungspositionen zu finden als Frauen insgesamt.

Der Zugang zu bestimmten Teilen des Arbeitsmarkts und zu Aus- und Weiterbildung ist für Frauen mitunter schwer. Solche strukturellen Ungleichheiten führen dazu, dass Frauen häufiger als Männer in geringer bezahlten Berufen im Bereich der öffentlichen Verwaltung, dem Bildungswesen oder im Gesundheits- und Sozialbereich tätig sind. 32,6 Prozent der erwerbstätigen Frauen sind in Teilzeit beschäftigt, bei den Männern sind es nur 7,4 Prozent. Ein Grund dafür seien die von Frauen übernommenen Pflege- und Erziehungsaufgaben.

Der Bericht wird den europäischen Staats- und Regierungschefs bei ihrer Frühjahrstagung im März vorgelegt. Die Europäische Kommission hat zudem einen "Fahrplan zur Gleichstellung von Frauen und Männern" erarbeitet, der in Kürze vorgestellt wird. Er enthält konkrete Aktionen zum Abbau geschlechterspezifischer Unterschiede.

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