Politik

Hintergrund aktuell



Wahlen in Palästinenser-Gebieten

Die radikal-islamische Hamas hat bei der ersten Parlamentswahl in den Palästinenser-Gebieten seit zehn Jahren mit 76 von 132 Sitzen deutlich die absolute Mehrheit erreicht. In Israel, Europa und den USA wächst die Sorge um die Fortsetzung des Friedensprozesses. Westliche Regierungen forderten die Hamas zum Gewaltverzicht auf.

Etwa 1,3 Millionen Palästinenser im Gaza-Streifen, im Westjordanland und im arabischen Teil Jerusalems waren dazu aufgerufen, über 132 Parlamentssitze abzustimmen. Noch vor Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses verkündeten Hamas-Vertreter, sie hätten die absolute Mehrheit erreicht. Die regierende Fatah-Partei räumte ihre Niederlage ein. Ministerpräsident Ahmed Kurei kündigte den Rücktritt seines Kabinetts an und forderte, die Entscheidung der palästinensischen Wähler zu respektieren.

Die Hamas trat zum ersten Mal zur Wahl an. 1996 hatte die Gruppe die Wahl boykottiert, weil sie die palästinensische Autonomiebehörde nicht anerkannt hatte. Mindestens 60 Selbstmordattentate in Israel gehen auf das Konto der militanten Hamas, die für eine Zerstörung Israels kämpft. Eine Zwei-Staaten-Lösung, wie sie von der Fatah-Partei angestrebt wird, lehnt die Hamas ab.

Mehr zum Thema


In den folgenden Texten erläutert Elmar Krautkrämer, Professor für Neuere Geschichte, die Entstehung und Entwicklung des israelisch-palästinensischen Konflikts. Yoav Gelb, Professor für Jüdische Geschichte an der Universität von Haifa, sucht nach Wegen zum Frieden und die Autorin Muriel Asseburg beleuchtet Streitfragen wie die Zwei-Staaten-Lösung, die jüdischen Siedlungen oder auch den Konflikt um den Zugang zu Wasser in der Region.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln