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20.8.2014

Arzneimittelausgaben

Die Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind in den letzten Jahren stärker gestiegen als die GKV-Leistungsausgaben insgesamt. Im Jahr 2009 beliefen sie sich auf insgesamt 30,7 Milliarden Euro (= 438 Euro je Versicherte/je Versicherten). Dies entsprach einem Anteil von 19,1 Prozent an allen GKV-Leistungsausgaben. Damit sind die Arzneimittelausgaben nach den Ausgaben für Krankenhausversorgung der zweitgrößte Kostenfaktor in der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Jahr 2000 hatte dieser Anteil noch 16,0 Prozent betragen. Aus diesen Gründen richten sich die Kostendämpfungsbemühungen auch verstärkt auf die Arzneimittelversorgung. Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz bewirkte einen leichten Rückgang der Ausgaben in den Jahren 2011 und 2012 bei zunehmenden Arzneimittelverbrauch. 2013 bewegten sich die Aufwendungen für Arzneimittel wieder bei 30,3 Milliarden Euro, was etwa 16,5 Prozent der GKV-Gesamtausgaben entspricht.

Die Gründe für den starken Ausgabenanstieg liegen vor allem in der Möglichkeit der Arzneimittelhersteller, die Preise für Originalpräparate selbst festzulegen. Diese Praxis findet sich in Europa außer in Deutschland nur noch in Dänemark und Malta. Daher sind die Arzneimittelpreise in Deutschland im internationalen Vergleich auch sehr hoch. Es sind vor allem sehr hohe Preise für neu auf den Markt gebrachte Arzneimittel, die derart starke Ausgabensteigerungen verursachen. Die Zahl der Verordnungen ist hingegen rückläufig. Auch die Preisentwicklung bei bereits auf dem Markt befindlichen Medikamenten kann den Ausgabenanstieg nicht erklären. Der Anteil der Nachahmerpräparate (Generika) am generikafähigen Markt ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Auch dieser liegt im internationalen Vergleich in Deutschland sehr hoch. Dies bietet eigentlich günstige Möglichkeiten für eine effektivere Ausgabenkontrolle, weil Generika in der Regel deutlich preiswerter sind als Originalpräparate. Allerdings sind auch bei Generika die deutschen Preise im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch.
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