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1.3.2012

Familienmitversicherung

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind nicht erwerbstätige Ehegattinnen und Ehegatten beziehungsweise eingetragene Lebenspartnerinnen und Lebenspartner sowie Kinder beitragsfrei mitversichert.

Kinder können nur bis zu bestimmten Altersgrenzen beitragsfrei mitversichert sein:
  1. Grundsätzlich sind Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mitversichert.
  2. Die beitragsfreie Mitversicherung verlängert sich bis zum vollendeten 23. Lebensjahr, wenn das Kind bis dahin nicht erwerbstätig ist.
  3. Die Familienversicherung reicht bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, wenn sich das Kind in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet oder ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolviert. Wenn die Schul- oder Berufsausbildung durch eine gesetzliche Dienstpflicht (Wehrdienst, Zivildienst) unterbrochen oder verzögert wird, verlängert sich die Familienversicherung um den Dienstzeitraum über das 25. Lebensjahr hinaus.
  4. Kinder sind ohne Altersgrenze familienversichert, wenn sie behindert oder nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.
Wenn eine oder einer der Eheleute Mitglied in der privaten Krankenversicherung ist, sind die Kinder nur unter bestimmten Voraussetzungen über die Familienmitversicherung abgesichert. Im Jahr 2014 war eine solche Versicherung nicht möglich, wenn die gesamten Einkünfte der privat versicherten Ehegattin/des privat versicherten Ehegatten regelmäßig über der Versicherungspflichtgrenze (2014: 4.462,50 Euro im Monat) lagen und zugleich die Gesamteinkünfte der gesetzlich versicherten Ehegattin/des gesetzlich versicherten Ehegatten überstiegen. Gesundheitspolitisch umstritten ist insbesondere die beitragsfreie Mitversicherung nicht erwerbstätiger Eheleute. Sie führt teilweise zu nicht nachvollziehbaren Ungleichbehandlungen. So zahlen zwei erwerbstätige Eheleute mit einem Bruttoeinkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von jeweils 3.750 Euro (2010) doppelt so hohe Beiträge wie ein Ehepaar mit nur einem Erwerbstätigen, der 7.500 Euro verdient, obwohl beide Ehepaare über dasselbe Bruttoeinkommen verfügen.

Auf diese Gerechtigkeitsdefizite gibt es unter den politischen Parteien unterschiedliche Antworten:


Details zur Mitversicherung - Bundesgesundheitsministerium
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