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1.3.2012

Sachleistungsprinzip

Das Sachleistungsprinzip ist ein Vergütungsverfahren für Gesundheitsleistungen, bei dem der Leistungserbringer sein Honorar nicht direkt von der Patientin/vom Patienten, sondern über den Kostenträger – in der gesetzlichen Krankenversicherung die Krankenkassen – erhält. Der überwiegende Teil der Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung wird nach dem Sachleistungsprinzip erbracht. Zwischen den Leistungsanbietern (niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, medizinische Versorgungszentren, Krankenhäuser, Pflegepersonal, Apothekerinnen und Apotheker, Heil- und Hilfsmittelhersteller etc.) und den Leistungsempfängerinnen und -empfängern (Patientinnen und Patienten) existieren keine unmittelbaren finanziellen Beziehungen. Die Patientinnen und Patienten legen ihre Krankenversicherungskarte vor und weisen damit nach, dass sie über eine Krankenversicherung verfügen und damit zur (weitgehend) unentgeltlichen Behandlung berechtigt sind. Die Behandlungskosten werden den Leistungserbringern von den Kostenträgern, den Krankenkassen, erstattet – entweder direkt (zum Beispiel bei den Krankenhäusern) oder indirekt (zumeist über die Kassenärztlichen Vereinigungen in der vertragsärztlichen Versorgung). Zwischen Patientin/Patient und Ärztin/Arzt besteht also kein individuelles Vertragsverhältnis. Das Sachleistungsprinzip ist Bestandteil und Ausdruck des Solidarprinzips der GKV, denn es befreit die Patientinnen und Patienten von der Notwendigkeit, für die – bisweilen sehr hohen – Behandlungskosten in Vorlage zu treten.

Das Gegenmodell zum Sachleistungsprinzip ist das Kostenerstattungsprinzip. Es spielt in der gesetzlichen Krankenversicherung bisher nur eine geringe Rolle, hat aber in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.

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