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Die Pflegeversicherung – Überblick

Die Pflegeversicherung wurde 1995 als sogenannte fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Ihre Einführung ist eine Antwort auf ein soziales Lebensrisiko, das mit der gesellschaftlichen Alterung schon erheblich an Bedeutung gewonnen hat und weiter gewinnen wird. Die zukünftige Entwicklung der Pflegeversicherung, insbesondere ihre Finanzierung, ist zwischen den politischen Parteien umstritten.

Die Pflegeversicherung stellt eine Antwort auf ein soziales Lebensrisiko dar, das mit der Zunahme des Anteils und der Anzahl alter Menschen in der Gesellschaft erheblich an Bedeutung gewinnen wird. (© picture-alliance/dpa)


Das vorliegende Modul geht zunächst auf die Bedeutung der Pflegebedürftigkeit als soziales Risiko ein (1.). Sodann stellt es die Ziele und Wirkungen der Pflegeversicherung vor (2.). Anschließend (3.) erläutert es deren Leistungen und die Entwicklung der Leistungsinanspruchnahme. Abschnitt 4 beschreibt die Organisation und Finanzierung der Pflegeversicherung. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zur Krankenversicherung. Die Abschnitte 5 und 6 gehen auf die Merkmale der Leistungserbringer ein und befassen sich mit den Vertragsbeziehungen zwischen ihnen und den Kostenträgern (Pflegekassen). Hier stehen die Vergütung von Pflegeleistungen und Fragen der Qualitätssicherung im Mittelpunkt. Zukünftige Finanzierungsmodelle für die Pflegeversicherung werden in Abschnitt 7 erläutert. Sodann folgt eine Darstellung wichtiger Kritikpunkte an der Pflegeversicherung und daraus abgeleiteter Reformvorschläge. Besondere Beachtung bei der Darstellung der Pflegebedürftigkeit wie auch bei der Erläuterung von Fehlsteuerungen der Pflegeversicherung gilt dem Problem der Versorgung Demenzkranker. Im Folgenden stellt das Modul das im Juni 2012 verabschiedete Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz, vor (9.). Abschließend wird auf die geplante Reform eingegangen, an der die Bundesregierung im Jahr 2014 arbeitet.

Tipp

Testen Sie Ihr Vorwissen zum Thema dieser Lerntour!

Bevor Sie weiterlesen, können Sie anhand eines Lückentextes ausprobieren, was Sie bereits über
das Thema "Pflegeversicherung" wissen.
Nutzen Sie später das ausgefüllte Arbeitsblatt als Zusammenfassung wesentlicher Lerninhalte.

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Das Programm dieser Lerntour

Die Titel der einzelnen Lernobjekte können Sie der folgenden Übersicht entnehmen.

  • Pflegebedürftigkeit als soziales Risiko
  • Die Ziele und Wirkungen der Pflegeversicherung
  • Die Leistungen der Pflegeversicherung
  • Die Organisation und Finanzierung der Pflegeversicherung
  • Leistungserbringer – Leistungserbringung
  • Vertragspolitik und Vergütung
  • Zukünftige Finanzierungsmodelle für die Pflegeversicherung

  • Lernziele



    Dieses Modul verfolgt folgende Lernziele:

    Zusammenfassung



    Die Pflegeversicherung stellt eine Antwort auf ein soziales Lebensrisiko dar, das mit der Zunahme des Anteils und der Anzahl alter Menschen in der Gesellschaft erheblich an Bedeutung gewinnen wird. Sie hat seit ihrer Einführung die Abhängigkeit der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen von der Sozialhilfe spürbar verringert. Außerdem hat sie zum Aufbau einer deutlich besser an den Bedarf angepassten Pflegeinfrastruktur (ambulante Pflegedienste, Pflegeheime) beigetragen.

    Allerdings stellt die Pflegeversicherung lediglich eine Grundsicherung für dieses Lebensrisiko dar. Die finanziellen Belastungen für die Betroffenen können bei Inanspruchnahme von Pflegeleistungen erheblich sein. Zugleich weist das Leistungsspektrum erhebliche Lücken auf (zum Beispiel bei der Versorgung von Demenzkranken), und die Geldleistungen haben seit ihrer Einführung spürbar an Kaufkraft verloren.

    Die Pflegeversicherung steht heute vor erheblichen Entwicklungsproblemen. Sie betreffen insbesondere die zukünftige Finanzierung und Fragen der Qualitätssicherung. Auch nach der aktuellen Reform der Pflegeversicherung wird es weiteren Reformbedarf geben.


    Thomas Gerlinger, Michaela Röber

    Thomas Gerlinger

    Prof. Dr. Dr. Thomas Gerlinger ist Professor an der AG 1: Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik und Gesundheitssoziologie an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Universität Bielefeld


    Michaela Röber

    Prof. Dr. Michaela Röber, Institut für Medizinische Soziologie am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main


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