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14.6.2012

Glossar

Das Glossar erklärt die zentralen Begriffen des Dossiers - von A wie Anti-Terror-Gesetz bis Z wie Zoll.

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Terrorismus

Terrorismus (T.) ist eine besonders radikale Ausprägung des politischen Extremismus, die durch die gezielte und systematische Anwendung von Gewalt charakterisiert ist. Die Gewalt richtet sich dabei gegen das zu bekämpfende bestehende "System" und soll insbesondere dessen Repräsentanten, Institutionen und Symbole treffen. Ziel des T. ist der gewaltsame Umsturz der herrschenden Staats- und Gesellschaftsordnung. T. kann aus den verschiedenen Formen des Extremismus heraus entstehen. T. ist in der Bundesrepublik eng mit der Roten Armee Fraktion (RAF) verbunden. Die RAF versuchte, durch Terroranschläge auf führende Vertreter des Staates und der Wirtschaft den Staat zu verunsichern und zu einer Überreaktion zu provozieren, um die Bevölkerung (aus Sicht der RAF die "unterdrückte Klasse") gegen den Staat zu mobilisieren. Dies gelang nicht; die Bevölkerung solidarisierte sich entgegen den Erwartungen der RAF mit dem demokratischen Verfassungsstaat. In der Entwicklung der RAF über mehrere "Generationen" von Mitgliedern gewannen Terrorakte und die eigene Organisation (Geiselnahmen mit dem Ziel, bereits inhaftierte RAF-Terroristen freizupressen) zunehmend an Bedeutung, während politische Ziele in den Hintergrund rückten. Der internationale islamistische T. hat die Dimensionen des T. von einer nationalen oder regionalen auf eine globale Ebene verschoben. Das bekämpfte "System" ist allgemein das westliche Wertesystem, das heute in einem großen Teil der Welt zumindest in Teilen anzutreffen ist. Im Rahmen des internationalen islamistischen T. wird auch die Bevölkerung als Vertreterin des zu bekämpfenden "Systems" zum Ziel von Terroranschlägen.



Tobias John

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