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16.11.2016

Kindererziehungszeiten, -leistungen und Ausgaben

Da die Kindererziehungsleistungen auf die Geburtsjahrgänge der Mütter vor 1921 beschränkt sind, reduziert sich deren Zahl laufend. Am Jahresende 2010 gab es noch etwa 315 Tausend Empfängerinnen. Nahezu die Hälfte dieses Personenkreises hat keine eigenen Versicherungsrenten, d.h. die Kindererziehungsleistungen stocken Witwenrenten auf oder sind die einzigen Leistungen der Rentenversicherung.

Für Kindererziehungszeiten zahlt der Bund Beiträge an die Rentenversicherung nach Maßgabe der Zahl der Erziehenden. (© ddp/AP)



Da die Kindererziehungsleistungen auf die Geburtsjahrgänge der Mütter vor 1921 beschränkt sind, reduziert sich deren Zahl laufend. Am Jahresende 2013 gab es noch etwa 152 Tausend Empfängerinnen (vgl. Tabelle). Etwa ein Fünftel dieses Personenkreises hat keine eigenen Versicherungsrenten, d.h. die Kindererziehungsleistungen stocken Witwenrenten auf oder sind die einzigen Leistungen der Rentenversicherung.

Sehr viel größer fällt die Zahl der Renten mit Kindererziehungszeiten aus. Im Rentenbestand finden sich Ende 2013 mehr als 9,4 Millionen Renten mit Kindererziehungszeiten. Der weit überwiegende Teil (92,9 %) fällt mit Versichertenrenten zusammen.

Dieses Ungleichgewicht zwischen Kindererziehungsleistungen und Kindererziehungszeiten spiegelt sich auch bei den Ausgaben wider: 2013 wurden für Kindererziehungsleistungen nur noch 114 Mio. € ausgegeben, für die Kindererziehungszeiten hingegen rund 6,29 Mrd. €. Die Kindererziehungsleistungen werden direkt aus dem Bundeshaushalt gegenfinanziert. Für die Kindererziehungszeiten zahlt der Bund Beiträge an die Rentenversicherung nach Maßgabe der Zahl der Erziehenden.

Anzahl der Kindererziehungszeiten/-leistungen in der Gesetzlichen Rentenversicherung und ihre durchschnittliche Höhe

2013, Jahresende

KindererziehungsleistungenKindererziehungszeiten
Anzahl Ø Höhe in €/MonatAnzahlØ Höhe in €/Monat
zu Versichertenrenten 107.423 60,29 8.650.343 57,52
zu Renten wegen Todes16.554 69,52 653.193 32,32
davon:
Erziehungsrenten8.410120,32
Witwen-/Witwerrenten16.55469,52549.58334,53
Waisenrenten95.20011,60
ohne gleichzeitigen Rentenbezug 22.718 70,12
Leistungen insgesamt 146.695 62,85 9.303.536 55,75

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2015.

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Autoren: Gerhard Bäcker, Ernst Kistler für bpb.de
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Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Gerhard Bäcker

Gerhard Bäcker, Prof. Dr., geboren 1947 in Wülfrath ist Senior Professor im Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Bis zur Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls "Soziologie des Sozialstaates" in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Forschungsschwerpunkte: Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates in Deutschland und im internationalen Vergleich, Ökonomische Grundlagen und Finanzierung des Sozialstaates, Systeme der sozialen Sicherung, insbesondere Alterssicherung, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Lebenslagen- und Armutsforschung.


Ernst Kistler

Ernst Kistler, Prof. Dr., geboren 1952 in Windach/Ammersee ist Direktor des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie, INIFES gGmbH in Stadtbergen bei Augsburg. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Arbeitsmarktberichterstattung, Demografie, Sozialpolitik, Armutsforschung.


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