zurück 
3.5.2019

Häufig gestellte Fragen

Welche Parteien dürfen am Wahl-O-Mat teilnehmen? Wie wurde der Wahl-O-Mat entwickelt? Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Wahl-O-Mat finden Sie hier.

Nach welchen Kriterien werden die Parteien für den Wahl-O-Mat ausgesucht?

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb hat alle Parteien und politischen Vereinigungen zur Teilnahme am Wahl-O-Mat eingeladen, die vom Bundeswahlausschuss zur Wahl zum Europäischen Parlament 2019 mit einer Landes- oder Bundesliste zugelassen wurden. Eine informative Übersicht aller zugelassenen Parteien finden Sie auf www.wer-steht-zur-wahl.de.

Alle haben die Thesen bis zum Redaktionsschluss am 25. März 2019 beantwortet. Grundsätzlich gilt als Kriterium, dass alle Parteien und politischen Vereinigungen am Wahl-O-Mat teilnehmen dürfen, die vom Bundeswahlausschuss mit einer Landes- oder Bundesliste zugelassen werden. Somit können aber auch Parteien im Wahl-O-Mat auftauchen, die vom Verfassungsschutz des Bundes oder der Länder beobachtet und als "extremistisch" eingestuft werden. Welche Parteien als extremistisch eingestuft werden, können Sie auf den Seiten des Verfassungsschutzes nachlesen.

Zusätzlich kommt die bpb dem Informationsbedürfnis über alle zur Wahl zugelassenen Parteien und Wählervereinigungen auch weiterhin durch das Online-Angebot "Wer steht zur Wahl?" (www.wer-steht-zur-wahl.de) nach.

Wie ist der Wahl-O-Mat entwickelt worden? Sind die Parteien und Wählervereinigungen daran beteiligt gewesen?

Der Wahl-O-Mat wurde in Deutschland erstmals zur Bundestagswahl 2002 eingesetzt. Er wurde von einer unabhängigen Redaktion, die aus jungen Erwachsenen besteht, in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und mit Unterstützung ihrer Partner und ProDemos in den Niederlanden entwickelt. Dabei ging der Wahl-O-Mat aus dem StemWijzer hervor. Das ist ein von ProDemos entwickelter Test, mit dem Sie feststellen können, wie Sie persönlich zu den Zielen und Positionen von Parteien stehen. Dieser Test gehört in den Niederlanden seit langem fest zum Vorwahlgeschehen.

Bei der Bundestagswahl 2002 wurde der Wahl-O-Mat mehr als 3,6 Millionen Mal gespielt. Seitdem wurde er von der bpb bei zahlreichen Landtagswahlen, sowie den Europa- und Bundestagswahlen eingesetzt. Zur Europawahl 2014 wurde der Wahl-O-Mat 3,9 Millionen Mal genutzt, bei der Bundestagswahl 2017 über 15,7 Millionen Mal gespielt. Insgesamt wurde der Wahl-O-Mat seit 2002 im Vorfeld von Wahlen bereits mehr als 71 Millionen Mal genutzt.

Die Redaktion des Wahl-O-Mat für die Wahl zum Europäischen Parlament 2019 bestand aus 24 jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren. Sie wurden unterstützt von einem Team aus Experten und Expertinnen und der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Redaktion hat die Thesen des Wahl-O-Mat entwickelt und formuliert. Den Parteien und sonstigen politischen Vereinigungen wurde eine Liste mit insgesamt 81 Thesen zugeschickt. Sie wurden gebeten, die Thesen entsprechend der Parteihaltung mit "stimme zu", "stimme nicht zu" oder "neutral" zu beantworten. Aus den ausgefüllten Listen wurden diejenigen Thesen rechnerisch ermittelt und entfernt, die keine ausreichende Unterscheidung der Parteien möglich machten. Die Redaktion hat aus den verbleibenden Thesen eine endgültige Auswahl von 38 Thesen getroffen, die in den Wahl-O-Mat eingebunden wurden. Die Parteien waren an der Endauswahl der Thesen nicht beteiligt.

Wieso kommen manche wichtige Themen im Wahl-O-Mat nicht zur Sprache?

Das ist eine schwierige Frage. Wer entscheidet, welche Themen wichtig sind und welche nicht? Die Regierung, die Parteien, die Medien und die Bürger haben dazu sehr unterschiedliche Meinungen. Bei der Auswahl der Thesen für unseren Wahl-O-Mat bezogen wir uns vor allem auf jene Themen, zu denen die Parteien unterschiedliche Meinungen haben und die besonders auch für junge Menschen von Interesse sind. Leider sind während des Entstehungsprozesses auch "gute" Thesen aus dem Wahl-O-Mat gefallen. Dies kam vor, weil Thesen von einzelnen Parteien nicht eindeutig mit "stimme zu", "stimme nicht zu" oder "neutral" beantwortet wurden oder weil die Parteipositionen in dieser These keine Unterscheidung zwischen den Parteien ermöglichten. Wir haben Interesse an Ihrer Meinung. Schicken Sie uns Ihre Überlegungen zu, am besten unter: info@wahl-o-mat.de.

Was kann ich antworten, wenn ich einer Aussage nur unter bestimmten Bedingungen zustimme?

In solchen Fällen antworten Sie mit "neutral".

Was mache ich, wenn ich zu einem Thema nichts angeben möchte?

Dann enthalten Sie sich Ihrer Stimme und klicken auf "These überspringen". Diese Aussage wird dann beim Ergebnis nicht berücksichtigt. Letzteres sollten Sie aber nicht zu oft machen, denn wenn zu oft "überspringen" geklickt wird, kann auch kein zuverlässiges Ergebnis errechnet werden. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, jederzeit wieder zu einer These zurückzukehren, um sie doch noch zu beantworten.

Wie ist es möglich, dass ich als Ergebnis eine Partei erhalte, die ich überhaupt nicht erwartet habe?

Aus unseren Nutzerbefragungen zum Wahl-O-Mat wissen wir, dass bei etwa 90 Prozent der Nutzer das Wahl-O-Mat-Ergebnis mit ihrer politischen Position genau oder ungefähr übereinstimmt. Nur bei 10 Prozent der Nutzer stimmt das Wahl-O-Mat-Ergebnis nicht mit der politischen Position überein. Woran das im Einzelfall liegt, können wir nicht generell beantworten. Allerdings geben die 38 Thesen im Wahl-O-Mat nur einen Ausschnitt der politischen Themen wieder. Zudem gibt es zahlreiche weitere Gründe, warum Sie sich für eine Partei entscheiden können: Zum Beispiel weil Ihnen eine Politikerin oder ein Politiker dieser Partei besonders gut gefällt, eine Partei ein für Sie besonders wichtiges Thema vertritt oder eine Partei eine Ihnen wichtige Grundanschauung teilt.

Manchmal stimmen aber auch die eigenen Vorurteile gegenüber einer Partei mit den tatsächlichen Positionen dieser Partei einfach nicht überein. Nutzen Sie Ihr überraschendes Wahl-O-Mat-Ergebnis, um sich genauer mit den Positionen der Parteien und Wählervereinigungen auseinanderzusetzen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Warum kann es vorkommen, dass bei mir Übereinstimmungen mit einer vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Partei angezeigt werden?

Es werden nur die Parteien in die Berechnung des Ergebnisses aufgenommen, die Sie zuvor ausgewählt haben. Übereinstimmungen hängen damit zusammen, dass die Mehrzahl der Thesen sachpolitische Themen zur Wahl anspricht. Bei diesen Thesen können extremistische Parteien Positionen vertreten, die mit denen anderer Parteien identisch sind. Bei einigen weiteren Thesen werden die Unterschiede zwischen diesen Parteien deutlich. Bitte schauen Sie sich entsprechend in der Darstellung auf der Ergebnisseite an, wie die als extremistisch eingestuften Parteien speziell bei diesen Thesen geantwortet haben. Welche Parteien als extremistisch eingestuft werden, können Sie auf den Seiten des Verfassungsschutzes nachlesen.

Einen informativen Überblick über alle zur Wahl zugelassenen Parteien finden Sie unter dem bpb-Angebot "Wer steht zur Wahl?": www.wer-steht-zur-wahl.de.

Ich möchte mehr erfahren als nur das Endergebnis. Wie kann ich die Einstellungen der verschiedenen Parteien zu einzelnen Thesen erfahren und vergleichen?

Auf der Seite, die Sie von Ihrem Wahl-O-Mat Ergebnis durch einen Klick auf "weiter" oder "Wie begründen die Parteien ihre Antworten" erreichen, können Sie sich noch einmal durch alle Thesen des Wahl-O-Mat durchklicken. Neben Ihrem Votum sehen Sie auch die Antworten der Parteien bzw. Wählervereinigungen ("stimme zu" = Häkchen, "stimme nicht zu" = Kreuz, "neutral" = Minuszeichen). Mit einem kurzen Klick auf den Namen der jeweiligen Partei zeigt Ihnen der Wahl-O-Mat die Begründung der Partei für ihr Antwortverhalten zu der entsprechenden These an.

Warum kann ich maximal acht Parteien gleichzeitig in die Auswahl nehmen?

Der Wahl-O-Mat ist ein Angebot zur politischen Bildung und Information, keine Wahlempfehlung. Er möchte zum einen wichtige Fragen der Wahl vorstellen und zum anderen die Auseinandersetzung des Users mit den zur Wahl zugelassenen Parteien unterstützen. Daher liegt in der Handhabung der Fokus auf der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den einzelnen Thesen sowie mit den Parteien und deren Positionen.

Dazu gehört auch, dass die User zunächst eigenverantwortlich eine Entscheidung darüber treffen, welche Parteien für sie von Interesse sind und sie zur Berechnung des Vergleichs auswählen wollen.

Sie können bis zu acht Parteien gleichzeitig auswählen, mit denen Sie Ihre eigenen Positionen vergleichen möchten. Die Reihenfolge der Parteien auf dieser Wahl-O-Mat-Seite richtet sich nach der Reihenfolge auf dem Stimmzettel. Keine der Parteien wurde im Wahl-O-Mat vorab ausgewählt. Die Auswahl obliegt allein dem User und kann jederzeit über den Button "zurück" neu ausgewählt werden.

Der Wahl-O-Mat richtet sich zudem insbesondere an Politik-Neulinge und Erst- und Jungwähler. Hier ist es besonders wichtig, zum einen die eigenständige und bewusste Auseinandersetzung zu fördern, zum anderen aber auch die Ergebnisse möglichst übersichtlich, klar strukturiert und leicht verständlich darzustellen. Dieses Ziel lässt sich mit einer selbst gewählten und immer wieder neu auszuwählenden begrenzten Anzeige der Parteien besser erreichen.

Damit Sie sich einen Überblick über alle im Wahl-O-Mat aufgeführten Parteien verschaffen können, hat die bpb zusätzlich auf der Parteien-Auswahl-Seite im Wahl-O-Mat hinter jeder Partei ein Parteienprofil des bpb-Angebots "Wer steht zur Wahl?" (www.wer-steht-zur-wahl.de) verlinkt. So können Sie sich kurze Informationen über alle zur Wahl zugelassenen Parteien einholen und besonders über viele der kleineren Parteien mehr erfahren.

Dennoch können Sie Ihre Position mit allen Parteien im Wahl-O-Mat vergleichen:

Was passiert im VoteMatch Europe?

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb hat sich mit über 20 weiteren europäischen Institutionen vernetzt, die in ihren Ländern mit Wahl-O-Mat ähnlichen Tools bei Wahlen arbeiten. So entstand erstmals im Vorfeld der Wahl zum Europäischen Parlament 2004 die Idee des VoteMatch: Ein zusätzliches Informationsangebot für Nutzer und Nutzerinnen, durch das sie die Parteienlandschaft anderer EU-Länder kennen lernen und ihre Position mit der Position der Parteien anderer EU-Mitgliedsstaaten vergleichen können. Dafür werden mit den Partnerorganisationen im Vorfeld, neben den nationalen Thesen, gemeinsame EU-Thesen entwickelt, die in die verschiedenen nationalen Tools integriert werden.

Zur Wahl des Europäischen Parlaments am 26. Mai 2019 können die Nutzer und Nutzerinnen des Wahl-O-Mat in Deutschland neben dem üblichen Vergleich der eigenen politischen Position mit den Positionen deutscher Parteien zudem 16 der 38 Wahl-O-Mat Thesen mit den Positionen der Parteien in anderen EU-Mitgliedstaaten vergleichen.

Dafür spielen die User und Userinnen wie gewohnt den deutschen Wahl-O-Mat mit 38 Thesen. Am Ende können sie zunächst abgleichen, welche in Deutschland zur Wahl stehenden Parteien ihren Positionen am nächsten stehen.

Mit einem weiteren Klick auf der Wahl-O-Mat Ergebnisseite können die User und Userinnen des Wahl-O-Mat ihre Positionen zu 16 gemeinsame EU-Thesen mit den Parteien aus Europa vergleichen: sie erhalten ein europaweites Ranking mit immer jener Partei pro EU-Mitgliedsstaat, mit der sie die größte Übereinstimmung haben.
Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln