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20.9.2018

Bayernpartei

BP

Gründungsjahr Landesverband
1946*
Mitgliederzahl in Bayern
6.300*
Landesvorsitz
Florian Weber*
Wahlergebnis 2013
2,1 Prozent
*nach Angaben der Partei

Die "Bayernpartei“ (BP) war in der Nachkriegszeit eine erfolgreiche Regionalpartei. Gegründet 1946, konnte sie in den 1950er-Jahren drittstärkste Partei in Bayern werden: von 1949 bis 1953 war sie im Bundestag vertreten und zwischen 1954 und 1966 an zwei Landesregierungen beteiligt. Ihr höchstes Wahlergebnis erreichte BP bei der Landtagswahl 1950 mit 17,9 Prozent der Wählerstimmen. Seit 1966 ist die BP nicht mehr im Landtag vertreten und blieb bei Wahlen bis 2013 immer unter zwei Prozent der Stimmen.

Ihrem Selbstverständnis nach ist die BP die "politische Organisation der fränkischen, schwäbischen und altbayerischen Bürger im Freistaat.“ Die BP strebt einen Austritt Bayerns aus der Bundesrepublik an. Trotz dieses gesamtbayerischen Anspruchs hat die BP ihre Wählerschaft in Ober- und Niederbayern sowie der Oberpfalz. Sie vertritt neben der stark regionalistisch-separatistischen Ausrichtung wertkonservative, mittelständische, bäuerliche Positionen und steht damit in Konkurrenz zur CSU.

Die BP tritt in ganz Bayern zur Wahl an. PDF-Icon Eine Übersicht über alle zugelassenen Landeslisten finden Sie hier (bpb, TUBS) Lizenz: cc by-sa/3.0/de

Im "Weiß-Blauen Manifest“, dem Programm der BP zur Landtagswahl, fordert die Partei die Abschaffung des Länderfinanzausgleiches und lehnt einen "schleichenden Bildungszentralismus“ ab. Die BP fordert mehr Lehrstühle für bayerische Geschichte, bayerische Literatur und bayerische Geographie an den bayerischen Universitäten, die Förderung der Mundart in Kindergarten und Schule und die Pflege des bayerischen Brauchtums. Die Partei spricht sich für eine personelle Aufstockung der bayerischen Polizei und Justiz sowie die bessere Bezahlung von Polizisten aus. Im Rahmen einer "Flüchtlingspolitik mit Augenmaß“ sollen Grenzkontrollen die Einreise ohne Ausweispapiere verhindern und illegale und kriminelle Flüchtlinge keinerlei Anspruch auf Geldleistungen haben. Außerdem spricht sich die BP für "faire“ Erzeugerpreise in der Landwirtschaft und gentechnikfreies Futtermittel aus.

Prof. Dr. Franz Kohout

Prof. Dr. Franz Kohout

Franz Kohout ist Professor für Politikwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Innenpolitik und der Vergleichenden Regierungslehre an der Universität der Bundeswehr München.


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