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20.9.2018

Liberal-Konservative Reformer – Die EURO-Kritiker

LKR

Gründungsjahr Landesverband
2015*
Mitgliederzahl in Bayern
147*
Landesvorsitz
Ulrike Schütt*
Wahlergebnis 2013
nicht angetreten
*nach Angaben der Partei

Die Partei "Liberal-Konservative Reformer - Die EURO-Kritiker" (LKR) ging 2015 aus einer Abspaltung von der AfD hervor. Von der Gründung bis 2017 war Bernd Lucke, zuvor prägender Kopf und Mitgründer der AfD, Vorsitzender der Partei, die Ende 2016 wegen eines Namensrechtsstreites ihren ursprünglichen Namen ALFA in LKR änderte. Durch Übertritte von AfD-Mandatsträgern ist die LKR aktuell mit fünf Abgeordneten im Europäischen Parlament vertreten. Sie ist bisher bei sieben Landtagswahlen angetreten und erzielte ihr bestes Ergebnis in Baden-Württemberg 2016 mit 1,0 Prozent der Stimmen.

Wie die Zusatzbezeichnung "Die Eurokritiker" nahelegt, liegt der Fokus der Partei auf der Kritik der Europapolitik der Bundesregierung und der Europäischen Kommission. Die LKR plädiert für ein "Europa der Vaterländer" und für mehr Subsidiarität. Europaweite Krisenhilfen und eine gemeinsame Einlagensicherung lehnt sie ab. Die EU solle sich auf "Kernkompetenzen" beschränken.

Die LKR tritt in Oberbayern und Schwaben zur Wahl an. PDF-Icon Eine Übersicht über alle zugelassenen Landeslisten finden Sie hier (bpb, TUBS) Lizenz: cc by-sa/3.0/de

Die LKR hat zur Landtagswahl in Bayern kein eigenes Wahlprogramm veröffentlicht, tritt aber mit Forderungen im Wahlkampf auf. So fordert sie die Einführung einer bayerischen Parallelwährung zur Auszahlung von Löhnen Bezüge, Pensionen und Renten sowie zur Begleichung der Steuerschuld. Zum Erhalt der Arbeitsplätze in der bayerischen Automobilindustrie spricht sich die Partei gegen Subventionen für Elektrofahrzeuge und ein Verbot von Verbrennungsmotoren aus. Die LKR setzt sich für eine Verbesserung der Kinderbetreuung ein, wobei sie die elterliche Betreuung jedoch als vorrangig ansieht.

In der Migrations- und Asylpolitik will die LKR "Einwanderung in die Sozialsysteme" unterbinden. In ihrem Bundesprogramm fordert sie außerdem eine "atmende Obergrenze" und "Schutzzonen" für Flüchtlinge in ihren Heimatländern. Das "Asylkonzept" der LKR setzt aber auf integrierende Elemente wie Sprachförderung, Toleranz gegenüber Zuwanderern und eine effektivere Ausrichtung des Asylverfahrens auf die Integration in den Arbeitsmarkt.

Prof. Dr. Franz Kohout

Prof. Dr. Franz Kohout

Franz Kohout ist Professor für Politikwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Innenpolitik und der Vergleichenden Regierungslehre an der Universität der Bundeswehr München.


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