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30.8.2017

Die Urbane. Eine HipHop Partei

du.

Gründungsjahr Bundesverband
2017*
Mitgliederzahl in Deutschland
221*
Bundesvorsitz
Raphael Hillebrand, Niki Drakos*
Wahlergebnis 2013
nicht angetreten
*nach Angaben der Partei

"Die Urbane. Eine HipHop Partei" (du.) wurde im Mai 2017 von einer Gruppe von Hip-Hop-Aktivisten in Berlin gegründet. In ihrem Selbstverständnis beruft sich die Partei auf die Kultur der Musikrichtung Hip-Hop. In der Bundessatzung beschreibt sich du. als eine "urbane, globale, emanzipatorische Bewegung", die durch die Merkmale Repräsentanz, Identifikation, Teilhabe, individuelle Selbstentfaltung, kreativen Wettstreit sowie eine machtkritische Perspektive gekennzeichnet sei. Diese Ideale möchte die Partei in politisches Handeln umsetzen. In ihren Grundsätzen spricht sich die Partei "für individuelle Freiheit und Raum für kreative Selbstverwirklichung in einer emanzipatorischen, säkularen, solidarischen und partizipativen Gesellschaft" aus. Sie ist gegen jede Form der Diskriminierung und für "soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung und Selbstbestimmung aller Bürger". Die du. tritt bei der Bundestagswahl 2017 zum ersten Mal zu einer Wahl an.

Die du. tritt in einem Land zur Wahl an und ist für etwa 4 Prozent der Wahlberechtigten wählbar.
PDF-Icon Eine Übersicht über alle zugelassenen Landeslisten finden Sie hier. (© TUBS/bpb)

Anders als ihr Name es vermuten lässt, möchte die du. nicht nur Wähler in städtischen Regionen ansprechen. Folglich positioniert sich du. auch zu politischen Fragen, die über den urbanen Raum hinausreichen. Ihr Programm macht den Wählern Angebote in den Bereichen der Europa-, Kultur-, Migrations-, Umwelt-, Medien-, Bildungs-, Familien-, Außen- und Sicherheits-, Wohnungs-, Verkehrs- und Wirtschafts- sowie in der Drogenpolitik. Die Stoßrichtung ihrer Forderungen ist dabei als insgesamt progressiv zu beschreiben. Einige ihrer Positionen bezieht du. dabei direkt aus dem Hip-Hop.

So seien etwa ihre Forderungen deutsche Waffenexporte zu stoppen und bewaffnete Auslandseinsätze der Bundeswehr sowie die deutsche Nato-Mitgliedschaft zu beenden vor dem Hintergrund der Gewalterfahrungen der Hip-Hop-Community in den 1970er-Jahren zu verstehen. Ein direkter Bezug auf den Hip-Hop findet sich auch im Bereich der Bildungspolitik. Die du. setzt sich in den Fächern Musik, Kunst, Sport und Geschichte sowie bei der Erlernung von Sprachen "für HipHop in der Schule" ein.

Robin Wilharm

Robin Wilharm

Robin Wilharm M.A. ist Promotionsstipendiat an der NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Regierungsforschung und der politischen Psychologie.


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