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30.8.2017

Ökologisch-Demokratische Partei

ÖDP

Gründungsjahr Bundesverband
1981*
Mitgliederzahl in Deutschland
6.163*
Bundesvorsitz
Gabriela Schimmer-Göresz*
Wahlergebnis 2013
0,3 Prozent
*nach Angaben der Partei

Die "Ökologisch-Demokratische Partei" (ÖDP) entstand 1982 im Zuge der Ökologiebewegung. Als zentrale Gründungsfigur der Partei gilt der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Herbert Gruhl. Dieser war zuvor bereits an der Gründung der GRÜNEN beteiligt. Im ersten Jahrzehnt ihrer Geschichte kam jedoch Kritik an der ÖDP durch die Nähe Gruhls zu rechtsextremen Positionen auf, sodass er schließlich 1990 aus der Partei austrat.

Anschließend richtete sich die Partei neu aus. Ihr Grundsatzprogramm kann heute im Kern als ökologisch und wertkonservativ eingeordnet werden. Bei Bundestagswahlen erreichte die Partei nie mehr als 0,4 Prozent der Stimmen. 2014 gelang ihr jedoch mit 0,6 Prozent und einem Abgeordneten der Einzug ins Europäische Parlament.


Die ÖDP tritt in 13 Ländern zur Wahl an und ist für etwa 95 Prozent der Wahlberechtigten wählbar.
PDF-Icon Eine Übersicht über alle zugelassenen Landeslisten finden Sie hier. (© TUBS/bpb)

Von der Überzeugung getragen, dass "jede Entscheidung für alle Menschen und auch vor künftigen Generationen, sowie der gesamten Schöpfung verantwortbar sein muss", positioniert sich die ÖDP gegen einen radikalen Individualismus und für die "Achtung vor dem Leben in all seinen Ausprägungen". Nach Ansicht der ÖDP liegt der Fokus des bisherigen Wachstumsbegriffs der Wirtschaft auf dem wirtschaftlichen Profit, worunter die Umwelt, der Lebensraum und die Existenz der Tiere und Menschen zu leiden habe.

Die ÖDP setzt sich daher in ihrem Wahlprogramm für die Begrenzung und Neudefinierung des Wachstumsbegriffs ein und verfolgt einen nachhaltigen Ansatz. Dazu gehört das Beenden klimaschädlichen Wirtschaftens, der Fortschritt der Energiewende durch einen Ausstieg aus der Braunkohle und der Kernenergie. Sie spricht sich zudem für eine strikte Trennung von Politik und Wirtschaft aus und setzt sich daher für ein Verbot von Konzern- und Verbandsspenden an politische Parteien ein. Die Familie stellt für die ÖDP das Zukunftsmodell dar: So müsse die familiäre Betreuung von Kindern und die Pflege von hilfebedürftigen Menschen künftig stärker ins Zentrum der Politik rücken und durch das Auszahlen sozialversicherungspflichtiger Erziehungs- und Pflegegehälter honoriert werden. Die ÖDP setzt sich für den Schutz ungeborenen Lebens ein und fordert in ihrem Programm den Ausbau sozialer, seelischer und finanzieller Hilfe für Schwangere. In der Gesundheitspolitik verfolgt die Partei die Weiterentwicklung der Grundlagenforschung. Volksbegehren und -entscheide sollen ausgeweitet und direktdemokratische Elemente gefördert werden.

Stephanie Streich

Stephanie Streich

Stephanie Streich B.A. ist studentische Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen und Masterstudentin in "Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung" an der NRW School of Governance. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind das politische System der Bundesrepublik Deutschland sowie Ethik in Politik und Gesellschaft.


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