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30.8.2017

Partei der Vernunft

PDV

Gründungsjahr Bundesverband
2009*
Mitgliederzahl in Deutschland
345*
Bundesvorsitz
Friedrich Dominicus*
Wahlergebnis 2013
0,1 Prozent
*nach Angaben der Partei

Die "Partei der Vernunft" (PDV) wurde 2009 vom Wirtschaftsjournalisten Oliver Janich gegründet. Ihr Programm ist wirtschaftsfreundlich und libertär ausgerichtet. Die PDV fordert unter anderem einen Minimalstaat bei gleichzeitiger "Stärkung von Freiheit und Verantwortung des Einzelnen". Staatliche Aktivitäten sollten sich daher auf den "Schutz des Lebens, der Freiheit und des Eigentums" beschränken. Darüber hinaus seien Zusammenschlüsse zu sozialen Zwecken zwar Recht einzelner Bürger, dürften aber keine Pflicht sein. Die PDV orientiert sich stark an der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und betont die "naturgemäß gegebene" Freiheit der Bürger. Seit ihrer Gründung hat die PDV bereits an der Bundestagwahl 2013 sowie der Europawahl 2014 teilgenommen, darüber hinaus vereinzelt an Wahlen auf kommunaler und Landesebene.

Die PDV tritt in einem Land zur Wahl an und ist für etwa 1 Prozent der Wahlberechtigten wählbar.
PDF-Icon Eine Übersicht über alle zugelassenen Landeslisten finden Sie hier. (© TUBS/bpb)

Eine Kernforderung der PDV ist die Neuordnung des Geld- und Finanzsystems. Sie setzt sich für eine freie Wahl der Währung ein und fordert alternative Zahlungsmittel sowie eine Abschaffung der Zentralbanken. Darüber hinaus möchte die PDV eine Vereinfachung des Steuersystems durchsetzen, die auf generelle Steuersenkungen, die Einführung eines einheitlichen Steuersatzes und das Verbot direkter Steuern setzt. Politisches Handeln möchte die Partei weitestgehend auf die kommunale Ebene und in die Tätigkeit ehrenamtlicher Politiker zurückdrängen. Die PDV kritisiert zudem den "staatlichen Einfluss" in Bildung, Erziehung und Wissenschaft. Sie möchte daher das staatliche Schulsystem abschaffen und durch ein Angebot an privaten Schulen ersetzen.

Auch wenn die PDV die Errungenschaften Europas ausdrücklich befürwortet, sieht sie die Europäische Union als überflüssig an. Sie fordert daher eine Rückübertragung von Kompetenzen an die Nationalstaaten und lehnt Zahlungen in Rettungsprogramme für überschuldete Staaten genauso wie Zahlungen an die EU ab. Zudem bezweifelt die Partei der Vernunft, dass der CO2-Ausstoß eine negative Auswirkung auf die Umwelt hat. Deshalb fordert sie eine Einstellung der Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels, wie etwa eine CO2-Verringerung.

Jan Dinter

Jan Dinter

Jan Dinter M.A. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind politische Kommunikations-, Öffentlichkeits- sowie politische Kulturforschung.


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