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30.8.2017

Alternative für Deutschland

AfD

Gründungsjahr Bundesverband
2013*
Mitgliederzahl in Deutschland
28.000*
Bundesvorsitz
Dr. Frauke Petry, Prof. Dr. Jörg Meuthen*
Wahlergebnis 2013
4,7 Prozent
*nach Angaben der Partei

Die "Alternative für Deutschland" (AfD) wurde 2013 gegründet und erreichte bei der Bundestagswahl im gleichen Jahr 4,7 Prozent der Zweitstimmen. Seit 2014 ist sie bei allen Landtagswahlen in die Parlamente eingezogen. Ihre Gründung erfolgte in direkter Reaktion auf die Entscheidungen zum Euro-Rettungsschirm. So wandte sich die AfD programmatisch vorrangig zunächst gegen die damalige Europa- und Währungspolitik. Nicht zuletzt im Zuge eines Führungswechsels sind seit 2015 jedoch die Themen Zuwanderung, Asyl und Migration verstärkt in den Fokus der AfD gerückt. Auch gesellschaftspolitische Fragen spielen eine zunehmende Rolle. In der Politikwissenschaft wird die AfD als rechtspopulistische Partei eingestuft. In Teilen der Partei sind inzwischen auch völkisch-nationalistische und rechtsextreme Tendenzen erkennbar.

In ihrem 2016 verabschiedeten Grundsatzprogramm bezeichnet sich die AfD als "eine echte politische Alternative [zur] politische[n] Klasse", deren "Berufspolitikertum" die "unübersehbare Kluft [zum] Volk" vergrößern würde. Sie tritt für direkte Demokratie, die besondere Stellung der Familie und die "gelebte Tradition der deutschen Kultur“ ein.

Die AfD tritt in allen Ländern zur Wahl an.
PDF-Icon Eine Übersicht über alle zugelassenen Landeslisten finden Sie hier. (© TUBS/bpb)

In ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl positioniert sich die AfD als Verteidigerin von Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Sie plädiert für die Rückführung der Europäischen Union auf eine Wirtschaftsgemeinschaft "auf der Basis völkerrechtlicher Verträge." Die AfD spricht sich für einen Austritt Deutschlands aus dem Euro-Raum aus. Die Zuwanderung möchte die Partei auf beruflich qualifizierte Personen begrenzen und plädiert für eine klare Begrenzung des Asylrechts und eine Schließung der Grenzen. Gesellschaftspolitisch befürwortet die AfD "Deutsche Leitkultur statt Multilateralismus" und spricht sich gegen eine vermutete "Gender-Ideologie" aus. Den Islam, der nicht zu Deutschland gehöre, sieht die Partei im grundsätzlichen Konflikt mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und fordert die deutsche Sprache für die Predigten in Moscheen. Die Existenz eines von Menschen gemachten Klimawandels bezweifelt die Partei und plädiert für einen Austritt aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.

Zur Bundestagswahl tritt die Partei mit dem Spitzen-Duo Alexander Gauland und Alice Weidel an.

Martin Florack

Martin Florack

Dr. Martin Florack ist Akademischer Oberrat am Institut für Politikwissenschaft/NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören das politische System Deutschlands und Landespolitik.


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