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9.10.2017

Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)

Gründungsjahr Landesverband
1982
Mitgliederzahl in Niedersachsen
k. A.
Landesvorsitz
Martin F. Dreß
Wahlergebnis 2013
k. A.

Die "Ökologisch-Demokratische Partei" (ÖDP) wurde im Jahr 1982 von dem ehemaligen CDU-Abgeordneten Herbert Gruhl gegründet. Die Partei gilt seit ihrer Gründung als konservativer Arm der Ökologiebewegung. Lebens-, Umwelt- und Tierschutz stellen Kernanliegen der Partei dar, weshalb ihre Programmatik als postmaterialistisch und wertkonservativ beschrieben werden kann. Generell plädiert die ÖDP für einen nachhaltigen Wachstumsbegriff, der nicht nur ökonomisch begründet ist, sondern Rücksicht auf Mensch, Natur und Tier nimmt. Die ÖDP setzt sich zudem für die Einführung von mehr direkt-demokratischen Instrumenten ein und hat – wie im Jahr 2010 in Bayern – das Volksbegehren "Für echten Nichtraucherschutz" initiiert.

Bundesweit liegen die Hochburgen der ÖDP in Bayern, vor allem in den katholisch geprägten Regionen Ober- und Niederbayerns. In den protestantischen norddeutschen Regionen schneidet die Partei traditionell schwächer ab. Bei der Wahl zum Europäischen Parlament im Jahr 2014 erreichte die ÖDP 0,6 Prozent der Stimmen und konnte damit einen Abgeordneten entsenden.

Der Landesverband Niedersachsen wurde im Jahr 1982 gegründet. Programmatisch positioniert sich die Partei gegen Kernenergie und warnt vor den Risiken des Atommülllagers Asse II südlich von Braunschweig und dem Zwischenlager Gorleben. Massentierhaltung lehnt die Partei nicht nur aufgrund ethischer Aspekte, sondern auch aufgrund umweltpolitischer Wirkungen auf die Trinkwasserqualität ab. Die Partei warnt ebenfalls vor den Folgen des Fracking in Niedersachsen. Die ÖDP hat in ihrer Satzung festgeschrieben, keine Spenden von Firmen anzunehmen. Diese Forderung soll gesetzlich für alle Parteien gelten, um Wirtschaftslobbyismus zu verhindern. In der Förderung direkt-demokratischer Beteiligungsformen erkennt die ÖDP zudem ein Mittel zur Überwindung von Politikverdrossenheit.

Jens Gmeiner

Jens Gmeiner

Jens Gmeiner (M.A.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Göttinger Institut für Demokratieforschung. Er beschäftigt sich vor allem mit dem Themengebiet der Parteien- und Organisationsforschung und den politischen Systemen Skandinaviens. 


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