zurück 
counter 24.4.2017

Deutsche Zentrumspartei - Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870 (ZENTRUM)

Gründungsjahr Landesverband
1945*
Mitgliederzahl in NRW
650*
Landesvorsitz
Christian Otte*

Wahlergebnis 2012
nicht angetreten

*nach Angaben der Partei

Die "Deutsche Zentrumspartei - Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870" (ZENTRUM) wurde bereits im deutschen Kaiserreich gegründet und gehört damit zu den ältesten Parteien Deutschlands. Bis in die Weimarer Republik hinein war die Partei die politische Vertretung des Katholizismus. Wertepolitisch vertrat sie konservative Positionen, wirtschaftlich orientierte sie sich an der katholischen Soziallehre. Sie war an allen Regierungskoalitionen der Weimarer Republik beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie der Konkurrenz durch die überkonfessionellen Unionsparteien nicht gewachsen, die einen Großteil der katholischen Wähler binden konnte. Nordrhein-Westfalen gehört zu den historischen Hochburgen der Partei, in denen sie bis in die 1950er-Jahre im Landtag vertreten war. Heutzutage verfügt sie im Rheinland über einige Mandate auf kommunaler Ebene. Bei der letzten Landtagswahlteilnahme 2010 verpasste sie den Einzug in das Landesparlament mit 0,1 Prozent der Stimmen deutlich.

Das heutige politische Programm des ZENTRUMS zeichnet sich weiterhin durch einen starken christlich-konservativen Bezug aus. Dies wird vor allem in der Sozial- und Familienpolitik deutlich und in der Hervorhebung von Sicherheitsthemen. Dabei bezieht sie sich auf ihre christlichen Wurzeln, definiert sich allerdings nicht mehr als vornehmlich katholische, sondern überkonfessionelle Partei. Das ZENTRUM verortet sich selbst zwischen CDU und AfD. Explizit nennt sie die bayerische CSU als programmatisches Vorbild und möchte ähnliche Positionen außerhalb Bayerns vertreten. Das erklärte Ziel des ZENTRUMS ist es, 2017 nach 59 Jahren wieder in den nordrhein-westfälischen Landtag einzuziehen. Für Nordrhein-Westfalen fordert sie stärkere Beschränkungen bei der Zuwanderung und mehr Polizeikontrollen zum Schutz gegen Einbrüche. In der Schulpolitik setzt sie sich für die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren (G9) ein. Die wachsende Zuwanderung, insbesondere von Muslimen, sieht sie kritisch.

Philipp Thomeczek

Philipp Thomeczek

Jan Philipp Thomeczek M.A. ist Promotionsstipendiat an der NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Populismus, Wahlen und Parteien.


Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln