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24.4.2017

Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands (JED)

Die JED wurde 2017 von jungen Menschen gegründet und will vor allem deren Interessen vertreten. Sie fordert u.a. den Ausbau der digitalen Infrastruktur, eine liberalisierte Drogenpolitik, eine Reform der Europäischen Union und die Senkung des Wahlalters. Obergrenzen für Flüchtlinge lehnt die Partei ab.

Gründungsjahr Landesverband
2017*
Mitgliederzahl in NRW
35*
Landesvorsitz
Daniel Stroot*
Wahlergebnis 2012
nicht angetreten

*nach Angaben der Partei

Die "Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands“"(JED) ist eine sehr junge Partei, die im Februar 2017 in Rheine von Jugendlichen gegründet wurde und derzeit vor allem jugendliche Mitglieder hat. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen ist der bisher einzige Landesverband der Partei, die sich selbst als "linksliberal" versteht und die Interessen insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen vertritt. Die Partei stellt sich klar gegen Extremismus und Rassismus jedweder Couleur, bekennt sich explizit zur EU, spricht sich in der Flüchtlingspolitik für die Aufnahme und Integration von Hilfesuchenden aus und legt einen besonderen Stellenwert auf Bildung.

Die JED fordert u.a. die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren (G9) sowie den Ausbau staatlicher Mittel für Bildung. Sie plädiert für Reform und Ausbau des Arbeitslosengelds II, eine Stärkung der Erwachsenenbildung und die "Ehe für alle". Der Ausbau der digitalen Infrastruktur, eine Liberalisierung der Drogenpolitik (u.a. Legalisierung des Erwerbs von Cannabis in zertifizierten Geschäften), die Ablehnung der verdachtsunabhängigen Vorratsdatenspeicherung und das aktive Wahlrecht ab 16 Jahren sind Kernpunkte im Bereich Inneres. Die Partei spricht sich gegen die PKW-Maut, für die EU und den Euro aus. Gleichzeitig möchte die JED die Europäische Union reformieren und dabei insbesondere das Europäische Parlament stärken. Umweltpolitisch wird die Energiewende begrüßt und die Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke gefordert. Die Grenzen für Hilfesuchende sind offen zu halten, eine Obergrenze abzulehnen und Geflüchteten sollen umfassende Integrationsangebote unterbreitet werden. Wirtschaftspolitisch werden u.a. ein Mindestlohn ab 16 Jahren und angesichts des demografischen Wandels eine umfassende Reform des deutschen Rentensystems, so zum Beispiel die Auflösung der Rentenversicherung, sowie eine Mindestrente von 1.500 Euro pro Monat gefordert.

Dr. Ray Hebestreit

Dr. Ray Hebestreit

Dr. Ray Hebestreit ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der NRW School of Governance und dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen. Seine Forschungsschwerpunkte sind politische Beteiligung und Demokratieforschung.


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