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4.4.2017

Familien-Partei Deutschlands (FAMILIE)

Gründungsjahr Landesverband
2003
Mitgliederzahl im Schleswig-Holstein
118*
Landesvorsitz
Dr. Kirsten Bollongino*

*nach Angaben der Partei

Die "Familien-Partei Deutschlands" (FAMILIE) wurde 1981 als "Deutsche Familien-Partei" gegründet und erhielt Mitte der 1990er-Jahre ihren heutigen Namen. Sie versteht sich als Interessenvertretung der Familien und Menschen mit Kindern, die aus Sicht der Partei in unserer Gesellschaft wirtschaftlich und sozial benachteiligt sind. Bei Wahlen verfehlte die Partei bislang den Einzug in die Parlamente von Bund und Ländern. 2014 wurde ein Abgeordneter der Partei ins Europäische Parlament gewählt. Sie ist in mehreren Gemeinderäten vertreten. In Schleswig-Holstein erreichte die FAMILIE 2009 bei der Landtagswahl 0,8 und 2012 knapp 1,0 Prozent der Stimmen.

Die FAMILIE bezeichnet sich als eine "Partei der politischen Mitte", welche die Sicherung eines nachhaltigen Generationenvertrages zwischen Heranwachsenden, Erwerbstätigen und Ruheständlern in den Mittelpunkt stellt. Als Familie wird eine "Lebensgemeinschaft von Eltern mit Kindern" verstanden, der Begriff bezieht Getrennterziehende und nichteheliche Lebensformen ein. Eine familienfreundliche Politik sei nötig, um die Geburtenzahlen zu erhöhen und so die Finanzierung der Sozialsysteme zu sichern. Menschen sollen sich für Kinder entscheiden können, ohne dadurch ökonomische, politische oder soziale Nachteile im Vergleich zu Kinderlosen in Kauf nehmen zu müssen.

Die FAMILIE fordert einen Lastenausgleich, der ein Erziehungsgehalt für alle Eltern, ein kostendeckendes Kindergeld und eine Rentenreform, bei der die tatsächlichen Erziehungszeiten berücksichtigt werden, umfasst. Das Ehegattensplitting im Steuerrecht soll zu einem Familiensplitting erweitert werden. Der Lastenausgleich soll durch den Aufbau einer Familienkasse erfolgen, in die alle Menschen 3,5 Prozent ihres Einkommens einzahlen. Die FAMILIE verlangt zuverlässige Betreuungseinrichtungen, kostenfreie Kindergartenplätze und besser ausgestattete Schulen. Die Partei spricht sich gegen einen Ausbau von Zeitarbeit und befristeten Arbeitsverhältnissen aus. Auch Minderjährige sollen ein Wahlrecht erhalten, das stellvertretend von den Eltern ausgeübt wird. Asyl soll allen politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen gewährt werden, denen ein sicheres Asylland "in ihrem Kulturkreis" nicht zur Verfügung stehe.

Dr. Wilhelm Knelangen

Dr. Wilhelm Knelangen

Dr. Wilhelm Knelangen

Dr. Wilhelm Knelangen, Akademischer Oberrat für Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Forschungsschwerpunkte: Europäische Integration, Politisches System Deutschlands, Geschichte der Politikwissenschaft


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