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24.6.2013

Hintergrundinformation

Alle Hintergrundinformation rund um die Ausstellung "Was glaubst du denn?! Muslime in Deutschland".

Eine Wanderausstellung für Schulen der Sekundarstufe/ Start in der Otto-Hahn-Schule Berlin am 03.06.2013

Was bewegt muslimische Jugendliche? Wie denken sie über ihre Zukunft nach? Was bedeutet ihnen ihre Herkunft? Wie blicken sie auf Deutschland? Wie gehen sie mit Zuschreibungen um, wie entsteht Heimat, was prägt Identitäten? Die Bundeszentrale schickt ab sofort für zwei Jahre eine Ausstellung auf Tour, die Schülerinnen und Schüler, aber auch alle anderen einlädt, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen. Fünf Jahrzehnte nach den Anwerbeabkommen mit der Türkei, Marokko und Tunesien, fragt erstmals ein großes Ausstellungsprojekt nach den muslimischen Jugendlichen, die heute hier leben. Die aufwendige Schau verfolgt vor allem ein Ziel. Sie will dazu einladen, ins Gespräch zu kommen, und Reflexionen auslösen: Über Zuschreibungsprozesse, über individuelle und kollektive Identitäten, oder, einfacher gesagt: über die Frage, wer "wir" sind, wer "wir" sein wollen, wer dazu gehören soll und wie eine inklusive Gesellschaft aussehen könnte. Das sind Fragen, die sich nicht nur an Muslime richten, sondern an alle. Entsprechend wendet sich die Ausstellung an Muslime und Nichtmuslime gleichermaßen.

Neue Wege der Ausstellungspräsentation

Die Ausstellung sucht bewusst neue Wege der Vermittlung. Wichtigstes Zielpublikum sind Schüler und Schülerinnen aller Schulformen ab der fünften Klasse. An ihren Sehgewohnheiten orientiert sich die Präsentation, die mit Videoporträts, Comics und Animationsfilmen arbeitet. An interaktiven Stationen können sie selbst Filme produzieren, Fragen stellen und Kommentare hinterlassen. Die Ausstellung wird so zu einem stetig wachsenden Projekt ihrer Besucher und Besucherinnen. Deren Stellungnahmen zu den Ausstellungsthemen werden Teil der Präsentation und des begleitenden Internet-Auftritts www.wasglaubstdudenn.de. Wichtiger Baustein der Vermittlung ist ein Peer Education Programm, in dem Schüler und Schülerinnen Gruppen durch die Ausstellung führen werden.

Die Beteiligten

Die bpb realisierte die Ausstellung in Zusammenarbeit mit Petra Lutz, Kuratorin u.a. der viel beachteten Ausstellung "Kraftwerk Religion. Über Gott und die Menschen" (Deutsches Hygiene-Museum Dresden, 2010) und der zentralen Ausstellung zum Wissenschaftsjahr 2013 "Zukunft leben. Die demografische Chance". Die Comiczeichnerin tuffix (Soufeina Hamed, Berlin), die Künstlerin Seren Başoğul, Aachen, das Gestaltungsbüro Franke | Steinert (Vera Franke, Frank Steinert, Berlin), die Dokumentarfilmer Libellulafilm (Robert Jahn, Nina Mair, Leipzig), und der Animationsfilmer Stefan Matlik, Essenheim, haben zu der ungewöhnlichen Präsentation beigetragen. Sie bietet denen eine Bühne, die dort auftreten: Muslimen und Muslimas, die sich in der Ausstellung vorstellen, aber auch allen künftigen Besuchern und Besucherinnen der interaktiven Schau. Ihnen eröffnen die Exponate viele Möglichkeiten, sich selbst Fragen zu stellen und sich zu positionieren. Die Präsentation nimmt damit die Forderung nach Partizipationsmöglichkeiten ernst, die heute nicht nur an Museen und Ausstellungen, sondern generell an politische Bildung gerichtet wird.

Die Ausstellungsinhalte

Die Präsentation gliedert sich in drei große Abteilungen

Erste Abteilung: Menschen
Im Zentrum der ersten Abteilung "Menschen" stehen sieben junge Muslime und Muslimas, die sich selbst vorstellen und über sich reflektieren: über Familie und Heimat, Liebe und Zukunft, Religion und Freundschaft, Politik und Sport, Leidenschaft und Mode, Musik und Identität - in Videoclips von Libellulafilm, Comicgeschichten von Ariane Spanier, mit privaten Objekten und mit Fotografien. Die Abteilung konfrontiert Besucherinnen und Besucher auch mit ihren eigenen (möglichen) Vorannahmen. Kann man sehen, wer Muslim ist? Die Künstlerin Seren Başoğul hat 30 Personen porträtiert, die in kurzen Statements darüber Auskunft geben, was ihnen im Leben wichtig ist. Religion und Religiosität erscheinen hier, wie generell in der Ausstellung, nur als eine von vielen Facetten der Identität. Eine zweite Foto-Arbeit führt vor Augen, wie unsere Wahrnehmung von Frauen mit deren Kopfbedeckungen variieren kann.

Zweite Abteilung: Wissen
Die zweite Abteilung, "Wissen", führt mit Animationsfilmen von Stefan Matlik und interaktiven Installationen in zentrale Themen ein - von der Frage, was eigentlich Religion ist, über die Beschäftigung mit der Vielfalt islamischer Positionen bis zur Auseinandersetzung mit Muslimfeindlichkeit und religiösem Extremismus. An einer interaktiven Geschichtswand, die im Internet stetig erweitert wird, können Gruppen wie Einzelbesucher ihre Perspektiven auf die jüngere Geschichte diskutieren und hinterlassen.

Dritte Abteilung: Vorstellungen
Die letzte Abteilung, "Vorstellungen", beschäftigt sich mit den Vorstellungen, die wir uns permanent voneinander machen - nicht nur Nichtmuslime von Muslimen und vice versa, sondern auch Nichtmuslime von Nichtmuslimen, Muslime von Muslimen, kurz: alle von allen. Fünf Comics der Zeichnerin tuffix (Soufeina Hamed) zeigen, wie solche Vorstellungen das Handeln prägen - und führen zur Frage, welche Alternativen denkbar sind.

Peer Education Programm und Unterrichtsmaterialien

Die Ausstellung lädt zur Betrachtung ein, vor allem aber zur aktiven Aneignung. Lehrermaterialien ermöglichen Vorbereitung und vertiefende Nachbereitung des Ausstellungsbesuchs. Einen zentralen Baustein der Vermittlung bildet ein Peer Education Programm. Geleitet von Larissa Weber (Anne Frank Zentrum), begleitet von Dr. Jochen Müller (ufuq.de) werden Peer Trainer ausgebildet, die ihrerseits an den einzelnen Tour-Stationen Schüler und Schülerinnen dafür ausbilden, Gruppen durch die Ausstellung zu führen. So werden Schüler von Schülern geführt und kommen direkt miteinander ins Gespräch - auf Augenhöhe.

Weitere Beteiligte, interdisziplinärer Beirat

Die Ausstellung wurde angeregt durch das Bundesministerium des Innern und spiegelt auch Themen und Debatten wieder, die in der Deutschen Islam Konferenz diskutiert wurden. Die Realisierung erfolgte durch die Bundeszentrale für politische Bildung nach den Grundsätzen der Unabhängigkeit, Überparteilichkeit, Kontroversität und orientiert an den Interessen der Menschen, die die Ausstellung erreichen soll. Ein interdisziplinär besetzter Beirat hat die Realisierung begleitet. Ihm gehörten folgende Personen an: Dr. Zekeriya Altuğ, Mitglied der Deutschen Islam Konferenz, DITIB Landesverband Hamburg e.V. /Schleswig-Holstein e.V., Hamburg; Bernd Ridwan Bauknecht, Mitglied der Deutschen Islam Konferenz, Bonn; Prof. Dr. Anja Besand, Professur für Didaktik der politischen Bildung, Dresden, Reinhard Busch, Bundesministerium des Innern, Berlin; Petra Grüne, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn (Beiratsvorsitzende); Volker Nüske, Bundesministerium des Innern, Berlin; Dr. Asiye Öztürk, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn; Dr. Jürgen Reiche, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn. Darüber hinaus wurde die Beratung des Jüdischen Museums Berlin in Anspruch genommen, sowie die Beratung vieler unterschiedlicher Personen (z.B. Mitglieder der Jungen Islamkonferenz) bei der Konzeption berücksichtigt.

Laufzeit und nächste Station

Die Ausstellung soll zunächst für zwei Jahre touren und bundesweit an Schulen unterschiedlicher Schulformen gezeigt werden. Interessierte können sich unterwww.wasglaubstdudenn.de um die Ausstellung bewerben. Die nächste Station der Ausstellung ist Bonn.

Bild und Filmmaterial

Pressefotos finden Sie unter www.wasglaubstdudenn.de Die Materialien auf der DVD können zum Zweck der Berichterstattung genutzt werden.



Videos zur Ausstellung "Was glaubst du denn!?":

Was glaubst du denn!? - Islam und Europa
Was glaubst du denn!? - Muslimischer Alltag in Deutschland
Was glaubst du denn!? - Kübra aus Berlin
Was glaubst du denn!? - Serdinc
Was glaubst du denn!? - Zahoor
Was glaubst du denn!? - Melissa


Alle Informationen erhalten Sie auch als pdf. Datei hier:PDF-Icon Hintergrundinformationen

Pressekontakt bpb


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