Suche im Shop

Inhalt

Rund 10.000 Minderjährige waren 1989 Inoffizielle Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Sie sollten ihre Mitschüler und Freunde bespitzeln, um das MfS mit Informationen über "negativ-dekadente" Jugendliche zu versorgen: Seit den 1970er Jahren war eine ganze Generation DDR-Jugendlicher auf Distanz zum Staat gegangen und entzog sich ihm entweder als Teil einer Jugend-Subkultur oder durch Mitgliedschaft in Friedens- und Kirchen-Gruppen. Um diese neuartige Jugendszene kontrollieren zu können, warb das MfS Gleichaltrige an, die in die Gruppen eingeschleust wurden oder ihnen bereits angehörten. Der Sammelband nimmt diesen häufig übersehenen Aspekt der Bespitzelung durch die DDR-Staatssicherheit in den Fokus: Die Autorinnen und Autoren analysieren zuerst die institutionellen, gesellschaftlichen und psychologischen Rahmenbedingungen des Einsatzes von Kindern und Jugendlichen für die DDR-Staatssicherheit. Anschließend untersuchen sie an Einzelschicksalen die Motivationen, persönlichen Hintergründe und Auswirkungen der Mitarbeit jugendlicher "IM".


Autor: Klaus Behnke, Jürgen Wolf (Hrsg.), Erscheinungsdatum: 17.09.2012, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1162

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln