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Auch in den USA gefährden ökonomische und soziale Verschiebungen die mittleren und unteren Schichten. Vor allem Teile der männlichen weißen Bevölkerung empfinden ihren vermeintlichen Bedeutungsverlust und den Abbau überkommener Privilegien als tiefe Kränkung. Als Folge stilisieren sie sich als Opfer. Ihre Wut gilt angeblichen Konkurrenten der eigenen Ansprüche: Frauen, Schwarzen, Latinos, Migranten, Homosexuellen, Liberalen, religiösen Minderheiten. Sie äußert sich in Männlichkeitskult, rechten Radioshows, kruden Internetforen, fremdenfeindlichen Grenzpatrouillen und in letzter Konsequenz gar in Amokläufen. Der Soziologe Michael Kimmel bezeichnet das Phänomen als kulturelle Konstruktion einer "kränkenden Enteignung". Ihre Protagonisten, die "zornigen weißen Männer", bilden den Kern antifeministischer und rassistischer Initiativen und lassen sich dabei, so Kimmel, nur allzu bereitwillig von der äußersten politischen Rechten instrumentalisieren.


Autor: Michael Kimmel, Übersetzung: Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm, Seiten: 351, Erscheinungsdatum: 13.07.2016, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1730

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