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Im Gegensatz zur DDR ist die Bonner Republik 1989/90 zwar nicht unter-, aber doch unwiederbringlich vergangen. Von diesem Befund ausgehend nähern sich im Dialog der Romanautor Frank Witzel und der Kulturhistoriker Philipp Felsch ihrem Gegenstand durch die Brille Noir. Die Erinnerung an die alte Bundesrepublik sei einseitig auf das Idyllische und Miefige sowie die trotz der bleiernen Zeit doch gelungene Demokratisierung verengt worden. Verdeckt bleibe dabei das, was nicht zuletzt für die Kindheit vieler Westdeutscher prägend gewesen sei: die hinter dem Gewöhnlichen und Geregelten lauernden Abgründe, so unheilvoll wie bizarr. Wie in den klassischen Hollywood-Krimis des Film Noir sei das gesellschaftliche Klima der BRD geprägt gewesen von unter der Decke gehaltenen Zweifeln an der eigenen moralischen Position. Felsch und Witzel werfen einen düsteren und doch frischen Blick auf eine Zeit zwischen Psychopathen und Scherzartikeln, Beatles und Religionsunterricht, Adorno und Eduard Zimmermann.


Autor: Philipp Felsch / Frank Witzel, Seiten: 174, Erscheinungsdatum: 17.10.2017, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10062

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