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Weimar wurde zum Symbol: den einen für das Scheitern der ersten Republik, den anderen für einen glücklosen, doch in Substanz und Intention nicht missglückten Schritt in die Demokratie. Am 9. November 1918 hatte Philipp Scheidemann die Republik ausgerufen, und im Januar 1919 beschloss die Reichsregierung, die verfassunggebende deutsche Nationalversammlung nach Weimar einzuberufen. Warum dorthin? Zwar war die Revolution am Ende. Doch galt dies nicht für Triebkräfte, die, zum Teil in den Strukturen des Kaiserreichs angelegt, nach Krieg und revolutionären Umtrieben erneut virulent wurden. Es gab separatistische Strömungen, zumal in Bayern und im Rheinland, soziale Spannungen, Ängste, Misstrauen und Aversionen gegen das, was insbesondere die libertäre, moderne, pulsierende Metropole Berlin verkörperte. Aus Sorge um den Fortbestand und die Einheit des Reiches entschied sich die Reichsregierung für das ebenso geschichtsträchtige wie zentral gelegene Weimar als Tagungsort der deutschen Nationalversammlung, obgleich sich zahlreiche andere Städte beworben hatten. Heiko Holste sieht in der Auswahl Weimars und der dort erarbeiteten Verfassung den klugen Versuch des Ausgleichs und ideellen Neuanfangs. Dies verdiene als freiheitliche Basis unserer heutigen Staatlichkeit eine angemessene Würdigung.


Autor: Heiko Holste, Seiten: 220, Erscheinungsdatum: 12.04.2018, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10160

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