Suche im Shop

Inhalt

Antisemitismus findet sich in allen gesellschaftlichen Gruppen. Während das Verständnis von Judenhass in Deutschland vor allem vom nationalsozialistischen Zivilisationsbruch der Schoa geprägt ist, haben sich seine Ausdrucksformen seither gewandelt und diversifiziert. In einer Migrationsgesellschaft speisen diese sich auch aus historischen, kulturellen und religiösen Narrativen, deren Verhältnis zu christlichem Antijudaismus und dem europäischen Antisemitismus der Moderne komplex ist. Im Zentrum der öffentlichen Debatte stehen meist judenfeindliche Einstellungen und Übergriffe, die von ihren Trägern mit Verweis auf den Nahen Osten oder den Islam begründet werden. Wie ist dieser Form des Antisemitismus zu begegnen, zumal bei Menschen, die ihrerseits in Deutschland Rassismus ausgesetzt sind? Wie muss der postkoloniale Diskurs diesem Phänomen begegnen? Wie kann die deutsche Erinnerungskultur der gesellschaftlichen Diversität stärker Rechnung tragen und wachsender Indifferenz begegnen? Antisemitismuskritische Bildung in einer Migrationsgesellschaft stehe, so der Tenor der facettenreichen Beiträge dieses Buches, vor zahlreichen Herausforderungen: Sie habe die miteinander in Beziehung stehenden Formen von Antisemitismus sowie deren Träger und Motive zu identifizieren, die Erfahrungen der Marginalisierung in die Erinnerungskultur einzubeziehen sowie alte und neue Mythen eigener Opferschaft zu dekonstruieren.

  • http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/«
  • http://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/politische-bildung/«

  • Herausgeber: Meron Mendel / Astrid Messerschmidt, Seiten: 312, Erscheinungsdatum: 22.02.2019, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10281

    Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln