Veranstaltungsdokumentation (Februar 2018)

Mit Gewalt ins Paradies (Schwerin, Februar 2018)


Fachtag zur Radikalisierungsprävention in Schwerin

Noch vor zwei Jahren überboten sich Medien mit Schlagzeilen zu deutschen Ausreisenden in das syrische Kriegsgebiet. Heute stehen vielmehr die Radikalisierungsgefährdeten sowie Rückkehrerinnen, Rückkehrer und manchmal auch ihre Kinder im Mittelpunkt der Debatte.

Auf den ersten Blick wirkt es paradox, dass sich insbesondere Jugendliche zu radikal islamistischen Ideologien hingezogen fühlen und sich extrem konservativen Glaubensauslegungen wie dem Salafismus zuwenden.

Dabei stehen die unterschiedlichen Akteure, die sich präventiv in diesem Arbeitsfeld engagieren, oft vor den gleichen Fragen: Was steckt hinter den individuellen Radikalisierungsprozessen? Wie lassen sie sich unterbrechen oder gar umkehren? Welche Hilfsangebote gibt es vor Ort?

Bildergalerie

Tagungsimpressionen

"Mit Gewalt ins Paradies" - unter diesem Titel fand der Fachtag zur Radikalisierungsprävention in Schwerin statt.Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und......Hanne Wurzel, Leiterin des Fachbereichs Extremismus in der Bundeszentrale für politische Bildung, eröffneten die Tagung.Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Michael Kiefer von der Universität Osnabrück. Er leitet das von der bpb geförderte Modellprojekt „Clearingverfahren und Case Management: Prävention von gewaltbereitem Neosalafismus und Rechtsextremismus“ an Schulen in Berlin und Nordrhein-Westfalen.Kiefer sprach über "Salafismus und seine Überschneidungen und Unterschiede zum Rechtsextremismus".Dabei wurde nicht nur zugehört, sondern auch......notiert und mitgeschrieben...... und vor allem diskutiert.Vor allem die von Kiefer vorgestellten Strukturmerkmale des Neosalafismus wurde dabei angesprochen.Stella Covaci von der Bundeszentrale für politische Bildung stelle anschließend die verschiedenen Workshops vor.Zwischen zwei mal vier Arbeitsgruppen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung wählen.Ein anderer Workshop beschäftigte sich mit den Übertragungsmöglichkeiten von Rechtsextremismus- und Salafismusprävention.Hier wurden u.a. mögliche Einstiegsfaktoren in radikale Ideologien besprochen.Silke Baer vom Cultures Interactive e.V. sprach im Workshop über genderreflektierte Radikalisierungsprävention.Auch der Präventionsarbeit in Beratungsstellen widmete sich ein Workshop.Manjana Sold, Ingrid Hofmann und Bali Inch führten durch den Workshop zu Islamistischer Propaganda im Netz: "Radikalisierung geschieht meistens online und offline."Fehlt auf keiner Veranstaltung der Bundeszentrale:...Fehlt auf keiner Veranstaltung der Bundeszentrale: der Büchertisch.Aber auch zwischen den einzelnen Workshopphasen gab es zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch...... und zur Diskussion.Veranstaltet wurde der Fachtag von der bpb gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern.Ein weiterer wichtiger Partner in der Präventionsarbeit: die Polizei.Getwittert wurde von der Veranstaltung unter den Hashtags #bpbsalafismus und #radikalisierung.Den Abschluss der Tagung gestalteten die Islamwissenschaftlerin Marfa Heimbach und Kirsten Hess vom Jungen Schauspiel Düsseldorf.Hess berichtete von der Inszenierung "Paradies" und über die besonderen Reaktionen der Publikums auf das Stück.Einigkeit bestand am Ende darüber, dass auch Kultur einen wichtigen Beitrag zur Präventionsarbeit leisten kann.
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