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4.6.2018

14. Brückenbau mit Freiwilligen: Dilijan Community Center

Datum: 26.02.2018

In Dilijan führte der erste Programmpunkt ins Dilijan Commmunity Center, einem Ort, der als Brücke zwischen „altem“ und „neuen“ Dilijan dienen soll. Hier bestand Raum für den Austausch mit jungen Freiwilligen und ihren Ideen für die Zukunft Dilijans.

Dilijan Community Center (© Amelie Tautor)


Dilijan ist eine kleine Stadt im Norden Armeniens mit rund 15000 Einwohnern. Sie liegt inmitten der bewaldeten Berghänge des Dilijan-Nationalparks. Seit 2014 gibt es in dem Ort ein „Community Center“. Zunächst war es als Plattform gedacht, um den Einheimischen Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern des nahegelegenen internationalen „United World College“ zu ermöglichen. Da sich die kulturellen Hintergründe dieser beiden Welten als zu verschieden erwiesen, wandte sich das Zentrum bald überwiegend den Einheimischen zu. Inzwischen kommen fast tausend Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu den Angeboten.

Ein Hauptaugenmerk der Arbeit im Center ist die Unterstützung der Frauen in Dilijan. Viele Männer haben die Stadt verlassen, um in Russland Arbeit zu finden. Die Familien bleiben allein und häufig ohne finanzielle Unterstützung zurück. Das Gemeindezentrum versucht, den Frauen ein Einkommen zu bieten. In der traditionellen Handwerkskunst häkeln die Frauen kleine Figuren, die dann verkauft werden. So haben die Familien zumindest ein kleines Einkommen. Daneben dient das Zentrum auch der Gemeinschaftsbildung. Weil die Frauen in Räumlichkeiten des Zentrums arbeiten, entstehen Verbindungen. Die Frauen können sich über ihre Probleme austauschen und sich gegenseitig helfen. Auch das ist in der eher traditionell geprägten Gemeinschaft Armeniens ungewohnt. Die Öffentlichkeit war bislang der Raum der Männer, die Frauen blieben im Haus.

Das Gemeindezentrum ist relativ einzigartig in Armenien. Freiwillige aus aller Welt bieten dort verschiedene Aktivitäten für Kinder und Jugendliche an. Es gibt Englisch- und Russischunterricht, Kunstprojekte, Tanzgruppen, Chöre und Orchester und vieles mehr. Die Jugendlichen sollen ihre Heimat als lebenswert erfahren. So soll die Abwanderung ins Ausland gestoppt werden. Inzwischen lassen sich immer mehr einheimische Schülerinnen und Schüler für das freiwillige Engagement im Gemeindezentrum gewinnen. Gegner der Arbeit gibt es kaum. Wenn es Kritik gibt, dann vor allem daran, dass das Zentrum von vielen Freiwilligen und Spendern aus dem Ausland unterstützt wird. Die meisten Einheimischen sehen jedoch vor allem die Vorteile. Durch das „United World College“, eine Schule, auf die Jugendliche aus der ganzen Welt gehen, hat die Stadt zwangsläufig Kontakt mit Fremden und muss mit verschiedenen Kulturen umgehen. Die neueste Idee der Freiwilligen ist es, den Ökotourismus in der Region auszubauen.

Amelie Tautor

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