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30.8.2012

Weekly Soap "Schloss Einstein"

In Form einer Kinder-Soap erzählt "Schloss Einstein" Geschichten aus dem Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen auf dem Internat "Schloss Einstein" (Schloss Seelitz). Mit über 900 Folgen (Mitte 2017) ist "Schloss Einstein" die erfolgreichste Serie im deutschen Kinderprogramm, die seit 1998 wöchentlich ausgestrahlt wird. (Ausschnitt aus Folge 490 "Coco hilft den Baum zu retten" vom 2.2.2008) (© KI.KA, Saxonia Media Filmproduktion/Bavaria, 2008)


Zehn Jahre sind im Kinderfernsehen, das sein ständig wechselndes Publikum immer wieder neu erobern muss, eine lange Zeit. Nach zehn Jahren gab es für "Schloss Einstein", seit 1998 auf Sendung, einen durchgreifenden Relaunch: neuer Produktions- und Handlungsort, neue Darsteller. Der federführende Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) will auf diese Weise garantieren, dass die "Weekly-Soap" auch weiter eine feste Größe im Kinderalltag bleibt. Bislang haben diverse Generationswechsel vor der Kamera und bei der Zielgruppe der Beliebtheit nicht geschadet. Entstanden ist das Konzept zu "Schloss Einstein", als das Publikum der RTL-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (seit 1992 im Programm) immer jünger wurde. Die ARD-Idee, mit einer lang laufenden Serie für Kinder zu antworten, war durchaus riskant; Erfahrungen mit einem Format dieser Art gab es bei Drehbeginn weder in Deutschland noch anderswo auf der Welt.

Verständnisvolle Lehrer, großherziger Hausmeister

Schöpferische Kraft hinter dieser "Lindenstraße für Kinder" war jahrelang der frühere WDR-Redakteur Dieter Saldecki. Er hatte stets von einer "Welt konkreter Utopien" geschwärmt, deren Erfolgsgeheimnis "in der Kombination von Unterhaltung und Orientierung für junge Menschen" liege. In der Tat: Auf "Schloss Einstein" gewinnen immer die Kinder. Die Lehrer sind geradezu traumhaft verständnisvoll, und einen Hausmeister wie den großherzigen Pasulke (Gert Schaefer) muss man in realen deutschen Schulen lange suchen.

Mit einem Budget von weniger als 5.000 Euro pro Minute ist "Schloss Einstein" sehr viel preiswerter als andere Realserien für Kinder. Bis zum Frühjahr 2008 wurden über fünfhundert Sendungen ausgestrahlt. Seit dem Relaunch orientieren sich die Themen noch näher am Kinderalltag. Produziert wird jetzt im Medienzentrum Erfurt, buchstäblich einen Steinwurf vom KiKA entfernt. Ebenfalls für eine lange Laufzeit konzipiert war "Fabrixx" (SWR). Die in dieser Reihe erzählten Geschichten aus einem Stuttgarter Jugendzentrum konnten sich aber nie derart erfolgreich etablieren wie "Schloss Einstein".
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