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30.1.2014

Gewinner in der Kategorie Print

Volle Busse. Volle Bahnen. Volle Stadien. Aber volle Wahllokale ...? – Die Bundeszentrale für politische Bildung hat einige von den Journalisten, die die Werbetrommel für die letzte Bundestagswahl besonders kräftig, originell und informativ gerührt haben, mit einer eigenen Auszeichung gewürdigt: Dem W(ahl)-Award | 2013. Der W(ahl)-Award | 2013 hat hohe Maßstäbe für journalistische Qualität gesetzt. Mit dem Journalisten-Preis zur Bundestagswahl möchte die Bundeszentrale für politische Bildung einen Impuls zum Nachahmen geben.

Die Gewinner des W(ahl)-Awards 2013 in den Kategorien Hörfunk und Print. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/


1. Preis für die Rhein-Zeitung und ihre Heimatausgaben



Christian Lindner von der Rhein Zeitung nimmt den 1. Preis in der Kategorie Print entgegen, mit Laudatorin Jana Klameth. (© bpb)

Nicht "Mahl... ", sondern "Wahlzeit!": Sechs Wochen lang hat die Rhein-Zeitung intensiv Anlauf auf die Bundestagswahl genommen. Ein Marathon der Vor-Wahlberichterstattung – speziell für junge Leute. Es gab ein kostenloses Wahl-Abo mit einer Riesen-Nachfrage: 364 Schulklassen haben das Abo angefordert. 7.892 Schülerinnen und Schüler waren damit im Boot. Bevor Sonderseiten und Serienteile in Druck gingen, haben Schülerlektoren sie auf "Jugendtauglichkeit" gegengelesen. Schülerreporter waren mit im Rennen. Im Lokalteil präsentierte das "Wahlzeit!"-Projektteam Direktkandidaten per Speeddating. Für den Mantelteil hat die Rhein-Zeitung zwölf Polit-Promis aus Berlin zum Interview ins Wahlstudio geholt – zentrale Fragen kamen dabei von jeweils zwei Schülerreportern.

Die Jury meint: „So jung, so attraktiv präsentiert, so breit angelegt – und dabei so lokal – näher kann man die Bundestagswahl den Wählerinnen und Wählern von heute und denen von morgen kaum bringen. Es ist beeindruckend, wie viele viele Formate bedient, wie viele junge Bürgerinnen und Bürger eingespannt und vor Ort mit Politikerinnen und Politikern zusammengebracht wurden. Frisch, nah dran, und journalistisch hochwertig. Ob in Videointerviews, Serienteilen, bunten Erklärstücken oder Fragen aus sozialen Netzwerken – die Ideen und Umsetzungsstrategien des Projektteams "Wahlzeit!“und die Mitarbeit der Schüler haben auf ganzer Linie überzeugt. Kreativität, Beteiligung, Information, Spaß, alles war dabei. Und das vor allem für ein junges Publikum. Die enorm hohe Nachfrage nach den Wahl-Abos – 8.000 Schülerinnen und Schüler! – hat bestätigt, dass die Redakteurinnen und Redakteure der Rhein-Zeitung die Bedürfnisse der Leserschaft genau getroffen haben. Prädikat: Absolut Nachahmenswert!“

2. Preis für die Lokalredaktion Köln des Kölner Stadt-Anzeigers



Wahlfieber am Rhein: Mit der Aktion "Kalk wählt" hat der Kölner Stadt-Anzeiger zweieinhalb Wochen vor der Wahl noch einmal richtig Gas gegeben. Mehr als ein Dutzend "Wahlbotschafter" des Stadt-Anzeigers gingen auf die Straße, um für die Stimmabgabe zu werben. Sie haben an Haustüren geklingelt und mit Muslimen nach dem Freitagsgebet in der Moschee gesprochen. Es gab ein Kinderfest, ein Preisausschreiben, Autogrammstunden mit Prominenten und eine Sonderausgabe der Zeitung nur für den Kölner Stadtteil Kalk. Zudem eine Projekthomepage mit Videos: www.kalk-wählt.de. Für Aufsehen hat der Kölner Stadt-Anzeiger mit einer Aktion gesorgt, die den Wahlhunger wachsen ließ: "Ein Döner für Deine Stimme" – so das Motto. Da kamen viele beim Wählen auf den Geschmack ... Der Erfolg kann sich sehen lassen: In Kalk gingen bei der letzten Bundestagswahl 4,5 Prozent mehr Menschen an die Urne als vier Jahre zuvor.

Die Jury meint: „Mobilisierung mit allen Mitteln. Die Lokalredaktion hat ihre eigene 'Wahl-Pille’ entwickelt. Die starke Dosis ’Kalk Wahlaktiv’ hat gewirkt. Eine prima Rezeptur für einen sonst eher wahlmüden Stadtteil: 4,5 Prozent mehr Wahlberechtigte als in den letzten Jahren haben ihre Stimme abgegeben. Der Kölner Stadt-Anzeiger kann stolz auf sich sein. Mit Ideen, Originalität und Energie hat die Redaktion die Menschen in Kalk davon überzeugt, dass ihre Stimme etwas wert ist – und Ihnen erklärt warum es sich lohnt, diese abzugeben. Die Redaktion hat keine Mühen gescheut, hat direkt mit den Stadtteilbewohnern das Gespräch gesucht und "Kalk wählt!“ auf vielen Plattformen beworben – und das über Wochen. Das Projekt setzte sich aus vielen gelungenen vor-Ort-Aktionen zusammen – zum Beispiel hat der Kölner Stadt-Anzeiger Wahlen für Schüler simuliert und über eine "Probe-Wahl“ für Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft berichtet. Die Redaktion hat sich darüber hinaus mit den persönlichen Sorgen und Wünschen der Stadtteilbewohner auseinandergesetzt, und versucht, das Große und Ganze der Bundespolitik in ihrem Lebensalltag einzubetten. So gut, bildend, so mitreißend und so unglaublich kreativ kann die Bundestagswahl in der Zeitung sein!“

3. Preis für die Sindelfinger/Böblinger Zeitung



"Mit der SZ/BZ haben Sie die Wahl" – so das Motto, hinter dem eine crossmediale Wahl-Offensive steckte: Zeitung, Onlineportal, Facebook ... – Die Redaktion hat auf Multimedia gesetzt: vom Video über Quiz-Formate bis zur digitalen Wahl-Karte. Mit Erfolg, geben ihr die Klickzahlen recht: Im Wahlmonat September registrierte die Redaktion mehr als eine halbe Million Seitenaufrufe. Das sind rund 40 Prozent über dem Durchschnitt. Die Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung präsentierte den "Wahlkabinen-Knigge" als Multiple-Choice-Test. Die Hauptfrage: "Was darf man in der Wahlkabine?" Nachzuklicken unter: www.szbz.de/wahl. Die Benimmregeln für die Wahlkabine waren der Online-Renner: Die Internet-Redaktion des Fachmagazins "Chip" adelte das Quiz zur Web-App. Und prompt schaffte es der "Wahl-Knigge" in den Wochen-Charts von "Chip online" auf Platz 1 (von 202).

Die Jury meint: "Die Wahl im multimedialen Höhenflug: Die SZ/BZ-Redaktion hat es geschafft, die Wahllust auf (nahezu) allen Kanälen zu wecken, und dabei auch noch zu informieren. Interaktiv und multimedial hat sie ihre Leserinnen und Leser dazu aufgefordert, sich mit der Wahl und ihrem Wissen über sie auseinanderzusetzen. Die Redaktion hat der Wahlberichterstattung auch in Print viele Seiten eingeräumt, mit Text, Bild und Werkzeugen sowie Tests gearbeitet und so über einen langen Zeitraum hinweg immer wieder Begeisterung an Wahl-Themen entfacht. Sie hat Prominente sprechen lassen und ihren Lesern gezeigt, wo der Wahlkampf in der Region stattfindet, welche Themen sie in ihrem Alltag berühren . Für den crossmedialen Lockruf in die Wahlkabine gibt es das Prädikat: Nachahmenswert!“

4. Preis für den Nordbayerischen Kurier



20 Direktkandidaten in ganzseitigen Porträts. Und das mit hohem Unterhaltungswert: Die Redaktion befragte die Nachbarn der Kandidaten und ließ deren Plakate bewerten. Die Kandidaten selbst mussten ihren Wahlkreis malen. Alles, was im Blatt erschien, war online nachzulesen – Nordbayern erlebte eine exzellent-crossmediale Vor-Wahlzeit. Es gab extra Kandidaten-Videos. Und beim Nordbayerischen Kurier hieß es: "Top, die Wahlwette gilt!" Die Redaktion zeigte die Schokoladenseiten der Wahl – und holte eine politische Diskussionsrunde in die Jugendeinrichtung "Schokofabrik".

Die Jury meint: "Wahl-Motivation und -aufklärung der Extraklasse. Ein gelungener Rundum-Check der MdB-Kandidaten in vielen Formaten, informativ und fesselnd. So kann guter Journalismus in Text, Bild und Ton zu einer gelungenen Demokratie beitragen. Unterhaltung und Bildungswert gingen hier mit kreativen, detaillierten und durch innovative Darstellungsformen gezeichnete Porträts Hand in Hand. Das Team hat sichtlich engagiert gearbeitet und hat es geschafft, weit über den Standard-Kandidatencheck hinauszugehen, indem sie Bundespolitik Gesicht und Bedeutung verliehen hat. Am Ende hat die wahlmotivierte Leserschaft jeden journalistischen Einsatz belohnt.“
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