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14.7.2017

So lassen sich Social Bots enttarnen

Es wird immer schwieriger Bots von normalen Nutzern zu unterscheiden. Vor allem, da ihre Entwickler gelernt haben, sie besser zu tarnen. Wie man sie trotzdem identifizieren kann, wird hier anhand einer Checkliste und Tools vorgestellt.

Social Bots enttarnen (© Public Domain, Pixabay)


Die guten Bots durchforsten automatisch das Internet oder echte Social-Media-Profile nach Fotos, Namen und Beschreibungstexten. Aus ihnen basteln sie dann ein eigenes Profil. So können tausende von Fake-Accounts erstellt werden, die im ersten Moment ziemlich authentisch wirken. Es gibt aber auch Firmen, die darauf spezialisiert sind, Fake-Profile zu erstellen. Sie sitzen meistens in Ländern der Dritten Welt.

Die effektivsten Bots ahmen das Posting-Verhalten echter Accounts nach. Während es früher noch leicht war, einen Fake-Account zu identifizieren, weil er zu jeder Tageszeit in unmenschlich hoher Geschwindigkeit Nachrichten abfeuerte, ist das längst schwieriger geworden. Moderne Social Bots haben einen Tagesrhythmus und täuschen sogar Schlaf und Small Talk vor. Sie können auch eine Antwort verzögern, damit es in einem Gespräch so wirkt, als würden sie tippen oder nachdenken.[1]

Captchas dienen der Sicherheit und schützen vor Bots

Auf vielen Websites müssen sogenannte Captchas eingegeben werden. Frei übersetzt stehen diese für: "Test zur Unterscheidung zwischen Mensch und Maschine". Teilweise werden nämlich Bots eingesetzt, um missbräuchlich automatische Eingaben auf einer Seite zu machen. Kommentiert oder liked man beispielsweise auf Facebook besonders viel in kürzester Zeit, kann eine solche Sicherheitsfrage ebenfalls erscheinen, um herauszufinden, ob es sich um einen Menschen oder einen Bot handelt.

Captchas sind allerdings keine Tools, die Sie selbst im alltäglichen Internetgeschehen verwenden können, um Social Bots zu enttarnen. Am effektivsten erscheint dagegen medienkompetentes Verständnis zu erlangen, um Profile in sozialen Netzwerken kritisch zu hinterfragen. Dazu soll die folgende Checkliste dienen.[2]

Persönliche Checkliste

Ist der Account seriös?
Was postet der Account? Wie schnell reagiert der Account? Wie interagiert der Account?

Botswach

Hintergrund:
Das Projekt Botswatch spürt Social Bots auf und veröffentlicht Twitteranalysen der Social Bot Aktivität im politischen Raum. Die Analysen zeigen Ergebnisse in Form eines Botindex pro Sendung, wie beispielsweise "hart aber fair" oder "Anne Will".

Nutzwert:
Das Projekt benutzt einen simplen Richtwert dafür, um Social Bots zu identifizieren. Mit diesem Ansatz der Bot Detection arbeitet bereits die Oxford University: welcher Account durchschnittlich gleich oder mehr als 50 Tweets am Tag veröffentlicht, wird als Social Bot klassifiziert.[3]
http://botswatch.de/

Botswatch-Twitter-Analyse zur Sendung "hart aber fair" vom 12.12.2016 (© Screenshot botswatch.de vom 18.07.2017)



BotOrNot

Hintergrund:
Diese Seite ist in englischer Sprache verfasst. Mit Hilfe des dort vorgeschlagenen Tools werden unechte, nicht-menschliche Profile, die mit dem eigenen Twitter Account in Verbindung stehen, ausfindig gemacht.

Nutzwert:
Für die schnelle Überprüfung, ob hinter einem Twitter-Profil ein Bot steckt, kann eine Seite wie Bot or Not nützlich sein – eine eindeutige Antwort gibt es jedoch auch nicht.
http://botornot.co/

Startseite "BotOrNot" (© Screenshot "BotOrNot.co" vom 18.07.2017)


Fußnoten

1.
https://www.wired.de/collection/tech/welche-social-bots-gibt-es-und-wie-funktionieren-sie
2.
http://faktenfinder.tagesschau.de/social-bots-erkennen-101.html
3.
https://www.wired.de/collection/tech/welche-social-bots-gibt-es-und-wie-funktionieren-sie
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