Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 26–27/2015)

Nomaden



Mit traditionell nomadisch lebenden und wirtschaftenden Gruppen haben jene, die im Globalen Norden als postmoderne "Arbeitsnomaden" gelten, fast nichts gemeinsam. Verkürzt dargestellt, zählen letztere zu den Gewinnern, erstere zu den Verlierern einer globalisierten Welt und Wirtschaft. Die Privatisierung von Land entzieht vielen Nomaden althergebrachte Gewohnheitsrechte bei der Nutzung von Weideland; Klimawandel und Umweltzerstörungen engen den Lebens- und Wirtschaftsraum zusätzlich ein.

Öffentliche Verwaltungen und andere staatliche Autoritäten betrachten zudem die Nicht-Sesshaftigkeit permanent oder zyklisch umherziehender Gruppen seit der Frühen Neuzeit oft als rückständig und als Problem für deren bürokratische Erfassung. (Unkontrollierte) Mobilität stand und steht Vorstellungen effektiven Regierens häufig entgegen.

Bestellen

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln