zurück 
26.5.2002

Asien an der Schwelle zum 21. Jahrhundert

In der ersten Hälfte der neunziger Jahre beeindruckte insbesondere das pazifische Asien durch ein hohes Wirtschaftswachstum. Das 21. Jahrhundert schien ein Jahrhundert Asiens zu werden.

I. Abschnitt

Das Bild, das sich Europa von Asien macht, unterliegt einem steten Wandel. Das war so in der Geschichte. Das gilt auch für die Gegenwart. Eines jedoch bleibt sich in diesem Wandel stets gleich. Das Bild hat zumeist mehr mit dem europäischen Selbstverständnis als mit Asien zu tun. Im 18. Jahrhundert waren es führende europäische Gelehrte, namentlich Leibniz, Montesquieu und Voltaire, die in Asien - genauer gesagt in China - ein Vorbild für das feudale christliche Abendland sahen. Dort vornehmlich glaubten sie eine beispielhafte Herrschaft der Vernunft verwirklicht zu sehen. In ihrem idealisierten Bild von dem fernen Kaiserreich hätte sich zwar kaum ein zeitgenössischer Chinese wieder erkannt, aber in jener Zeit war das Wissen über ferne Länder ohnehin spärlich. Im 19. Jahrhundert änderte sich das europäische Asienbild grundlegend. Europa strotzte vor Selbstbewusstsein, fühlte sich als Beherrscher der Welt. Nicht nur Hegel und Marx hielten Asien für hoffnungslos rückständig.


Die Zeiten änderten sich. Wer erinnert sich nicht noch an 1968 und die Zeit danach, als eine ganze akademische Generation mit Mao-Bibeln in der Hand im kulturrevolutionären China die vorbildliche Gesellschaft der Zukunft sah. Nicht zuletzt aufgrund von Unzulänglichkeiten in der eigenen Gesellschaft ging man auf die Straße. Wer konnte, wer wollte davon wissen, dass das kommunistische China damals vor allem ein von blutigen Machtkämpfen geschütteltes Land war? Genaueres Wissen hätte dem Elan geschadet. Und was den einen das kulturrevolutionäre China war, war den anderen Indien. Auf der Flucht vor den Zwängen hiesiger Zivilisation reisten sie nach Indien, in der Hoffnung, von fernöstlicher Weisheit zu lernen.

Die Zeiten änderten sich neuerlich. In den achtziger und neunziger Jahren reisten vornehmlich Industriebosse und Banker nach Asien; und das nicht ohne Grund. Asien - mit seinen zumeist autoritären Regimen - beeindruckte durch hohes Wirtschaftswachstum, willige Arbeiter, niedrige Löhne und eine, noch weithin ungebrochene, Technikgläubigkeit - Dinge, die, zumindest in Europa, oft schmerzlich vermisst wurden. Allenthalben wurde von einem "asiatischen Wirtschaftswunder" gesprochen. Die Weltbank legte dazu im Herbst 1993 eine vielbeachtete Studie vor [1] . Was Wunder, dass seinerzeit viele Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft voraussagten, das 21. Jahrhundert werde ein Jahrhundert Asiens [2] . Doch das Jahrhundert endete, bevor es richtig begann - so scheint es zumindest. Thailand gab am 2. Juli 1997 die feste Bindung seiner Währung an den amerikanischen Dollar auf und löste damit die so genannte "Asienkrise" aus. Diese führte nicht nur in zahlreichen Staaten Asiens zu - bis heute vielfach ungelösten - Problemen in Wirtschaft und Politik, nachhaltig betroffen waren davon auch Weltwirtschaft und Weltfinanzmärkte. Seither spricht kaum noch jemand von einem "asiatischen Wirtschaftswunder" oder gar von einem bevorstehenden "asiatisch-pazifischen Jahrhundert" [3] . Die abrupten Wechsel in der hiesigen Sicht Asiens könnten Anlass zum Nachdenken darüber sein, was es seinerzeit mit dem viel beschworenen "asiatischen Wirtschaftswunder" auf sich hatte und wie es heute um die Zukunft des Kontinents bestellt ist. Vorweg jedoch ist dazu - zumindest kursorisch - der Begriff Asien zu differenzieren.

II. Abschnitt

"Asien ist eine Erfindung Europas." Für diese Feststellung eines deutschen Historikers spricht einiges. Asien ist ein geographischer Begriff, nicht jedoch ein politischer oder gar ein kultureller. Im Vergleich dazu nimmt sich das christliche Abendland nachgerade als Idylle von Gemeinsamkeiten aus. Auch wenn man den Vorderen und Mittleren Osten beiseite lässt, sich nur auf die Länder von Pakistan bis Japan beschränkt. Asien war stets eine Vielfalt, vielfach ein Gegeneinander, nicht jedoch ein Miteinander [4] . Es gab nie so etwas wie ein Zusammengehörigkeitsbewusstsein. In der jahrtausendealten Geschichte Asiens gab es nur ein einziges Mal so etwas wie panasiatische Zielsetzungen. Das war im Zweiten Weltkrieg - als das faschistische Japan unter dem Schlagwort der "großasiatischen Wohlstandssphäre" seine Nachbarstaaten zu unterjochen suchte. "Asien" als solches gab und gibt es nicht - am allerwenigsten im Sinne einer übergreifenden Kultur. Vielmehr lässt sich das skizzierte Asien - mit den beiden Leitkulturen Indien und China [5] - in fünf höchst unterschiedliche Kulturkreise aufteilen:

1. in den konfuzianischen, dem die Chinesen, die Japaner, die Koreaner und die Vietnamesen zuzurechnen sind;

2. in jenen des Theravadabuddhismus, dem die Thai, die Laoten, die Khmer, die Birmanen und die Singhalesen angehören;

3. in den hinduistischen und

4. in den islamischen Kulturkreis. Die bevölkerungsstärksten islamischen Länder liegen mit Indonesien, Bangladesch und Pakistan in Südost- beziehungsweise Südasien.

5. Eine Gesellschaft eigener Art bildet die Mehrheit des philippinischen Volkes, das den Katholizismus angenommen hat. In Asien sind alle großen Religionen der Menschheit vertreten. Asien ist nicht gleich Asien. In den Wirtschaftswissenschaften ist diese Einsicht Allgemeingut - allein schon aufgrund des augenfälligen "Ost-West-Gefälles" auf dem Kontinent. Ausgangspunkt des in den zurückliegenden Jahren so viel zitierten "asiatischen Wirtschaftswunders" war Nordostasien - dafür stehen Länder wie Japan, Taiwan, Südkorea und als Sonderfälle der Stadtstaat Singapur beziehungsweise die vormalige Kronkolonie Hongkong. Sie sind allesamt dem konfuzianischen Kulturkreis zuzurechnen. Von hier aus geriet auch Südostasien - insbesondere Malaysia, Thailand und Indonesien - in den Sog verstärkter wirtschaftlicher Entwicklung. Auch China - vornehmlich seine südöstliche Küstenregion mit schätzungsweise zweihundert Millionen Einwohnern - wurde in der Diskussion der zurückliegenden Jahre zum boomenden Asien gezählt. Auch ohne Boom hat sich an diesem "Ost-West-Gefälle" bis heute nichts Grundlegendes geändert.

III. Abschnitt

In der Diskussion über das boomende Asien blieb Indien - mit rund einer Milliarde Menschen weit bevölkerungsstärker als Afrika - zumeist unerwähnt. Dafür gab es Gründe - nicht der geringste war - und ist -, dass dieses Land so ungemein vielgestaltig ist. "Egal, was man über Indien behauptet" - so eine bekannte englische Wirtschaftswissenschaftlerin -, "das Gegenteil stimmt genauso." Indien ist mehr als ein Land, es ist ein Subkontinent - mit einem deutlichen Wohlstandsgefälle von West nach Ost. Noch ist die - alle Jahre wieder vom ergiebigen Monsunregen abhängige - Landwirtschaft das Rückgrat der Volkswirtschaft. Obwohl sie nur noch ein knappes Drittel zum Bruttosozialprodukt des Landes beiträgt, leben in ihr noch weit über die Hälfte aller Inder [6] , viele von ihnen fernab jeglicher Moderne, noch vor der Schwelle zum Industriezeitalter. Das ist die eine Seite Indiens. Das Land hat jedoch viele Gesichter. Indien zählt zu den zwölf größten Industrienationen der Welt. Es baut Kernkraftwerke und Satelliten, Trägerraketen und Atombomben. Indien ist ein Land außerordentlicher Gegensätze, ein Land, in dem Holzpflug neben Kernkraftwerken, unfassliche Armut und anstößiger Reichtum unverbunden nebeneinander stehen. Und Indien ist ein Vielvölker- und Vielreligionenstaat, gekennzeichnet durch regionale, soziale und religiöse Spannungen. Allein die muslimische Minderheit zählt über zehn Prozent der Gesamtbevölkerung, das sind weit über einhundert Millionen Menschen [7] . Zumindest bis heute hält jedoch in Indien die Nahrungsmittelproduktion mit dem außerordentlichen Bevölkerungswachstum Schritt - nicht zuletzt dank der Erfolge der vielgescholtenen "Grünen Revolution" [8] . Aber diese Leistung geht nicht zuletzt zu Lasten einer ohnehin schon überlasteten Umwelt. Mehr Menschen brauchen mehr Platz. Indiens Bevölkerung hat sich in den letzten fünfzig Jahren mehr als verdreifacht. Vor einem halben Jahrhundert bestand das Land zu einem Drittel aus Wald. Heute sind es bestenfalls noch zehn Prozent. Wenn die Abholzung im bisherigen Ausmaß weitergeht, ist Indien in wenigen Jahren nahezu ohne Wald. Die Menschen rücken nicht nur wegen der wachsenden Landknappheit gegen den Wald vor. Sie brauchen Holz: zum Heizen und zum Kochen. Annähernd die Hälfte des gesamten indischen Energieverbrauchs entfällt auf Holzfeuerung. Indien - letztlich aber auch ganz Asien - steht damit vor außerordentlichen ökologischen Herausforderungen [9] .

Der Besucher Indiens ist immer wieder über die Armut auf den Straßen Kalkuttas und Delhis erschüttert. Dieser Eindruck sollte jedoch nicht zu Fehlschlüssen verleiten. Die große Armut Indiens findet sich auf dem Lande, in Hunderttausenden von namenlosen Dörfern. Indien weist mit annähernd dreißig Prozent eine der höchsten Armutsquoten der Welt auf. Es ist jedoch beileibe nicht nur ein Land der Armen. Es ist eine gespaltene Gesellschaft. Schon lange vor der hiesigen Green-Card-Diskussion galt Indien als weltweit bedeutender Softwareexporteur [10] . Mit Ausnahme der USA gibt es in wenigen Ländern dieser Erde so viel einschlägig ausgebildetes wissenschaftliches und technisches Personal wie in Indien - es kommt vorzugsweise aus den aufstrebenden städtischen Mittelschichten. Schätzungsweise zwanzig Prozent der Bevölkerung können auch auf ein vergleichsweise vertretbares Einkommen zurückgreifen. Dieser Prozentsatz mag gering erscheinen, in absoluten Zahlen handelt es sich dabei jedoch um annähernd zweihundert Millionen Menschen. Ihr Vorbild sind - wiewohl oftmals uneingestanden - westliche Lebensstandards; ihre Technikgläubigkeit ist schlechterdings unüberbietbar. Die Nukleartests vom Mai 1998 stießen im Lande auf weitgehende Zustimmung [11] . Ziel dieser Demonstration war auch nicht nur Pakistan. Indien beansprucht Großmachtstatus. Es vergleicht sich mit China. Wie China hat auch Indien seine, einst extreme, Binnenmarktorientierung aufgegeben. Es beginnt, sich dem Weltmarkt zu öffnen. Indien kann nicht nur - trotz zahlloser innergesellschaftlicher Konflikte - auf eine fünfzigjährige, fast ungebrochene demokratische Tradition zurückblicken. Es beeindruckt auch durch technologische Leistungsfähigkeit. Letztere wird - ungeachtet der teilweise erschütternden Armut im Lande - durch viel staatliches Geld für militärische Forschung mitinitiiert. Das Ausland hat auf solche Prioritätensetzung wenig Einfluss. Was Indien an Entwicklungshilfe erhält, macht weniger als ein Prozent des Staatshaushaltes aus [12] .

IV. Abschnitt

Wenn jedoch in den zurückliegenden Jahren von einem "asiatischen Wirtschaftswunder" die Rede war, war gemeinhin das pazifische Asien gemeint. Das pazifische Asien, rund zwei Milliarden Menschen, hat in den zurückliegenden Jahrzehnten eine in der Geschichte der Weltwirtschaft bemerkenswerte Entwicklungsdynamik vorgelegt. Sie wird durch die Brüche der Gegenwart nicht ungeschehen gemacht. Über ihre Ursachen ist viel spekuliert worden. Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Hier spielt ein Bündel von Gründen mit hinein [13] . Eine Reihe von Staaten, von Südkorea bis Singapur, folgte in vielem dem Modell Japans. Das heißt, ein planender Staat gab wirtschaftliche Rahmenbedingungen vor. Und eine Reihe von Staaten profitierte vom Kalten Krieg. Die USA haben in den langen Jahrzehnten des Ost-West-Konfliktes für das nichtkommunistische Asien militärischen Schutz bereitgestellt. In diesem Windschatten war nicht nur Entwicklung möglich, die USA öffneten auch ihre Märkte für Waren aus der Region. Fast alle Staaten des pazifischen Asiens verfolgten und verfolgen eine exportorientierte Wirtschaftspolitik. Sie waren - und sind heute mehr denn je - von offenen Märkten in Nordamerika und Westeuropa abhängig.

Ein weiterer Grund für die viel zitierte Wirtschaftsdynamik im pazifischen Asien sticht unmittelbar ins Auge. Fast alle Staaten der Region gehören - mehr oder weniger stark ausgeprägt - zum so genannten konfuzianischen Kulturkreis. Auch in dem - kulturell ansonsten so vielgestaltigen - Südostasien sind es in hohem Maße Auslandschinesen, die die Wirtschaft beherrschen. In Südostasien leben zwischen zwanzig und dreißig Millionen Auslandschinesen. Sie sind die größte und zugleich einflussreichste Minderheit in der Region [14] . Sie dominieren weite Bereiche der Wirtschaft Südostasiens. Singapur ist nachgerade der Staat der Auslandschinesen. Aber auch in Malaysia, Thailand, Indonesien und selbst auf den Philippinen sind sie wichtige Träger der Wirtschaftsentwicklung. Auslandschinesen waren denn auch wichtige Initiatoren der Profiteure des bereits genannten "asiatischen Wirtschaftswunders". Ohne sie hätte es das seinerzeit so beeindruckende hohe Wirtschaftswachstum in Südostasien nicht gegeben. Viele Freunde haben sie sich mit ihren wirtschaftlichen Erfolgen nicht geschaffen. In Geschichte und Gegenwart kam es in Südostasien immer wieder zu antichinesischen Pogromen [15] . Ihre wirtschaftliche Bedeutung beschränkt sich überdies nicht allein auf Südostasien. In den zurückliegenden Jahren ist in großem Umfang auslandschinesisches Kapital und Know-how nach China geflossen. Über zwei Drittel der ausländischen Investitionen im Reich der Mitte sind auslandschinesischen Ursprungs [16] . Ohne diesen Einfluss ist die wirtschaftliche Entwicklung in China kaum denkbar. Diese Daten und Zusammenhänge sollten jedoch nicht dazu verleiten, die vormalige Wirtschaftsdynamik in der Region allein auf den - wie auch immer definierten - Kulturfaktor Konfuzianismus zurückzuführen. Dazu bedurfte es noch einiger anderer Faktoren - unter anderem einer entsprechenden Politik. Ein gutes Beispiel dafür gibt China ab [17] .

V. Abschnitt

Chinas wachsende Bedeutung in der Weltwirtschaft und Weltpolitik ist unstrittig. Das bevölkerungsstärkste Land der Welt ist nicht nur Mitglied im Ständigen Ausschuss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und drittgrößte Nuklearmacht, es gehört mittlerweile auch zu den zehn führenden Exportnationen der Welt. Daneben ist China jedoch auch - und das noch für lange Zeit - das größte Entwicklungsland der Welt. Und es befindet sich in einem epochalen Umbruch. Der Übergang von der Plan- zur Markwirtschaft stellt - wie in den osteuropäischen Reformstaaten - Politik und Gesellschaft des Landes vor eine äußerste Zerreißprobe. Längst hat die einst allmächtige Regierungspartei die Kontrolle über große Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft verloren. Die unbestritten stürmische wirtschaftliche Entwicklung weist, regional wie sozial, gravierende Ungleichheiten auf [18] .

China steht vor gewaltigen Problemen. Wachsende Landflucht und Arbeitslosigkeit, dramatische Umweltzerstörung, ineffiziente, überbesetzte Staatsbetriebe, fehlende Rechtssicherheit und eine allgegegenwärtige Korruption sind dafür nur einige Stichworte. Und über allem lastet ein nur unzureichend gebremstes Bevölkerungswachstum. In den zurückliegenden fünfzig Jahren hat sich die Bevölkerung auf über 1,2 Milliarde Menschen verdoppelt. China stellt über zwanzig Prozent der Weltbevölkerung. Ihm stehen jedoch nur sieben Prozent der Weltagrarfläche zur Verfügung. Trotz zum Teil rigoroser Geburtenplanung - Schätzungen gehen davon aus, dass anderenfalls bereits heute die Bevölkerungszahl um weit über zweihundert Millionen Menschen höher liegen würde - wächst Chinas Bevölkerung jährlich noch immer um rund fünfzehn Millionen Menschen. Alle diese Menschen benötigen Nahrung und Energie. China droht mittlerweile zu einem Nahrungsmittelimporteur zu werden. Es benötigt zunehmend Ölimporte. Und China droht auch - noch vor den USA - zum weltweit größten Emittenten des vielkritisierten CO2 zu werden. Denn Kohle ist mit einem Anteil von fünfundsiebzig Prozent der weitaus wichtigste Energieträger im Lande. Entsprechend erschreckend ist vielerorts die Luft-, aber auch die Wasserverschmutzung. Zu den weltweit am stärksten umweltbelasteten Städten gehören Peking, Shanghai und Kanton. Es ist nicht so, dass man sich in Peking dieser Problematik nicht bewusst wäre, aber bei der Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen stößt man nicht zuletzt auf den Widerstand "lokaler Nomenklatura" [19] .

Einige Zahlen mögen die Größenordnung der anstehenden Probleme veranschaulichen. Schätzungsweise fünfzig Millionen Landarbeiter ziehen - eine Völkerwanderung sondergleichen - durch das Land. Zumeist sind es Dorfbewohner aus ärmeren Binnenprovinzen mit Zielrichtung Stadt und Küstenprovinzen. Die Zahl der Arbeitslosen liegt bei über einhundert Millionen Menschen - und sie wächst pro Jahr um jeweils weitere zehn bis zwanzig Millionen. Angesichts der Dimension dieser Zahlen wird verständlich, warum die Regierung auf ein ungebrochen hohes Wirtschaftswachstum setzt. Es gilt, soziale Unruhen zu vermeiden. Niemand vermag jedoch zu sagen, was geschieht, wenn das jährliche Wirtschaftswachstum unter die allseits für nötig erachtete Mindestmarke von sieben Prozent absinkt. Der geplante Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation WTO soll das erforderliche Wachstum ermöglichen. Aber er birgt auch sehr hohe Risiken. Insbesondere die Landwirtschaft und die maroden Staatsbetriebe werden ausländischer Konkurrenz ausgesetzt. Abermillionen zusätzlicher Arbeitsloser drohen. Peking wird sich deshalb bei der Implementierung der verschiedenen Abmachungen und Vorschriften zumindest sehr viel Zeit lassen.

Nichtsdestoweniger hofft man nicht nur in China, dass sich die anstehenden Probleme zumindest annäherungsweise bewältigen lassen. Anderenfalls wären - unter anderem auch wegen Millionen chinesischer Flüchtlinge - nicht nur die unmittelbaren Nachbarstaaten betroffen. Schon heute drängen jährlich jeweils Hunderttausende von illegalen Zuwanderern nach Russland, in die USA und zunehmend auch nach Europa. "China ist für die Welt nur dann eine wirkliche Gefahr" - so hat es ein führender deutscher Chinaexperte, Oskar Weggel, pointiert formuliert -, "wenn es zu einem Armenhaus wird."

Der Zerfall der Sowjetunion hat in China erschreckt [20] - nicht nur die um ihre Macht bangende Staatsführung, sondern auch die Bevölkerung. Man lehnt "russische Verhältnisse" ab, scheut Chaos und Anarchie. Es ist nicht zuletzt die weit verbreitete Angst vor wirtschaftlichem und politischem Chaos, die in China - noch muss man sagen - systemstabilisierend wirkt. Aber das Dilemma der regierenden kommunistischen Partei bleibt. Der Balanceakt - wirtschaftliche Freiheiten zu gewähren, ohne dabei die politische Kontrolle zu verlieren - gelingt ihr nur noch unter größten Anstrengungen. Wie auch immer die Zukunft Chinas aussehen wird, Asien - und nicht nur dieser Kontinent - wird davon betroffen sein. Denn auch die Alternative - ein einiges und wirtschaftlich erfolgreiches China - wirft Fragen auf [21] .

China wird Führungsansprüche in der Region und darüber hinaus geltend machen. Das liegt kaum im Interesse seiner vielen Nachbarstaaten. Nicht zuletzt deswegen wünschen die meisten Regierungen in der Region eine fortgesetzte militärische Präsenz der USA im asiatisch-pazifischen Raum. Das gilt auch für Vietnam [22] . Für die meisten asiatischen Staaten vermag allein eine fortgesetzte militärische Präsenz der USA weit reichende chinesische - und in Folge davon japanische - Ambitionen auf Vorherrschaft zu zügeln und - eingedenk der japanisch-chinesischen Rivalität - ein Wettrüsten zwischen diesen beiden großen asiatischen Mächten einzudämmen. Die USA gelten in der Region als Stabilitätsgarant. Im pazifischen Asien schwelen eine Reihe latenter Konfliktherde. Sie reichen vom prekären Verhältnis zwischen China und Taiwan über die zahlreichen widerstreitenden Besitzansprüche im südchinesischen Meer bis hin zu der Lage auf der koreanischen Halbinsel. In Korea hat sich in jüngster Zeit einiges zur Annäherung der Konfliktparteien getan, aber bis in die jüngste Vergangenheit hinein galt die Halbinsel als eine der gefährlichsten Krisenregionen der Welt [23] .

VI. Abschnitt

Noch vor wenigen Jahren wurde Südostasien als Beispiel für erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung gesehen. Damit ist es mittlerweile vorbei. Die akuten Probleme der vielzitierten "Asienkrise" können zwar als überwunden gelten, ansonsten jedoch sind noch erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten zu überwinden. 1997 nahm die Krise ihren Anfang. Thailand war als erstes Land betroffen - Indonesien fraglos am schwersten. Insbesondere die Jahre zwischen 1985 und 1995 waren ausgesprochene Boomjahre in Südostasien. Davon profitierte auch die Masse der Bevölkerung - von politischer Teilhabe blieb sie jedoch weitgehend ausgeschlossen. In kaum einem Land Südostasiens übten Parteien, Parlamente oder gar die Justiz - im Unterschied beispielsweise zum Militär - nachhaltigen Einfluss auf die Politik aus [24] . Die Regime gaben vor, am besten zu wissen, was für das Volk gut sei. Und die beeindruckenden Wirtschaftsdaten schienen ihren Vorgaben Recht zu geben. Für diese Art Politik gab und gibt es - angefangen bei der spezifischen Geschichte und Soziokultur der jeweiligen Gesellschaften - eine Reihe von Gründen. Insbesondere die Regierungen in Kuala Lumpur und Singapur verwahrten sich dagegen, Demokratie und Menschenrechte im westlichen Verständnis als weltweit verbindlich anzuerkennen. Da spielte zum einen der berechtigte Stolz mit, eine Art Wirtschaftswunder vollbracht zu haben; da brach sich aber auch - nach Jahrhunderten westlicher Dominanz - ein überkompensierter Minderwertigkeitskomplex Bahn.

Ein weiterer Grund für diese Argumentation war, dass die jeweiligen Herrschaftseliten um ihren Machterhalt bangten. Politische Reformen mussten ihre Macht gefährden. Man suchte, unter Berufung auf so genannte "asiatische Werte" - wie Gehorsam und Unterordnung, Fleiß und Sparsamkeit - gegenzuhalten, die eigene Gesellschaft unter Kontrolle zu halten. Ohne die Bedeutung dieser Werte geringzuschätzen, unter den gegebenen Umständen klang die Berufung auf sie jedoch allzu sehr nach einem Vorwand für Eliten, die ihre Allmacht nicht herausgefordert sehen mochten [25] . Währenddessen wuchsen in einer Reihe von Staaten Korruption und Vetternwirtschaft ins Maßlose, nahm die Fehlallokation von Kapital gigantische Ausmaße an. Seit Beginn der "Asienkrise" ist es um die einst so heftig geführte "Wertedebatte" ruhig geworden. Umso heftiger wird heute über die Gründe für den Ausbruch der Krise diskutiert [26] . Vereinfacht ausgedrückt, lassen sich dabei zwei Argumentationslinien unterscheiden: Die Vertreter der ersten machen insbesondere interne Gründe - vor allem systemimmanentes Missmanagement asiatischer Regierungen - für die Krise verantwortlich; die Vertreter der zweiten sehen die Verantwortung dafür vorrangig in externen Ursachen - Stichwort "internationale Finanzwelt". Keine der beiden Argumentationslinien kann für sich alleine genügen. Sie müssen in Kombination gesehen werden - unter Berücksichtigung der Besonderheiten des jeweiligen Landes [27] .

VII. Abschnitt

Kein Land ist so sehr in den Sog der "Asienkrise" geraten wie Indonesien [28] . Abermillionen Menschen sind seither verarmt. Begründete Schätzungen gehen mittlerweile davon aus, dass mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung unterhalb der Armutsgrenze (weniger als ein US-Dollar pro Tag) lebt. Das Land droht auf den Entwicklungsstand der siebziger Jahre zurückzufallen. Es steckt in einer tiefen wirtschaftlichen, aber auch politischen Krise. 1998 stürzte das langjährige Suharto-Regime über abgrundtiefe Korruption, Missmanagement und Machtmissbrauch. Wenn es ein Land gibt, in dem "hausgemachte" - interne - Gründe primäre Ursache der Krise sind, so ist es Indonesien [29] . In den zurückliegenden Jahren erschütterten blutige religiöse Auseinandersetzungen, antichinesische Ausschreitungen und Sezessionsbestrebungen den Vielvölker- und Vielreligionenstaat. Indonesien ist nicht nur das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt, dort leben auch zwanzig Millionen Christen. Die politische Zukunft des Landes ist ungewiss. Weder das vormals dominante Militär noch der erstarkte Islam sind in sich eins. Ohne übergreifende Zusammenarbeit wird sich jedoch kaum etwas zum Besseren wenden. Auch außenpolitisch musste das Land Rückschläge hinnehmen. Es begann mit rigorosen Ultimaten vonseiten des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank im Kontext der "Asienkrise" und gipfelte in der Abtrennung Ost-Timors [30] . Jakarta hatte 1976 das - von der portugiesischen Kolonialmacht in Gänze heruntergewirtschaftete und von Bürgerkrieg zerrissene - Territorium mit stillschweigender Zustimmung des Westens (USA, Australien) annektiert - es war die Zeit, da kurz zuvor der Zweite Indochinakrieg zu Ende gegangen war. Obwohl Jakarta in der Folgezeit um ein Vielfaches mehr in die Entwicklung (Bildung, Gesundheit, Infrastruktur) Ost-Timors investierte als die einstige Kolonialmacht Portugal in vier Jahrhunderten zusammengenommen, stieß seine vielfach repressive Herrschaft auf erhebliche Vorbehalte in der Bevölkerung. Immerhin ermöglichte Jakarta - nach Jahrhunderten der portugiesischen Kolonialherrschaft - auch die Christianisierung Ost-Timors. Zu Zeiten des portugiesischen Rückzuges waren weniger als ein Drittel der Bevölkerung Christen, mittlerweile sind es weit über neunzig Prozent. Um die Zukunft des bitterarmen Kleinstaates (900 000 Einwohner) ist es jedoch düster bestellt. Zersplittert in Dutzende, zum Teil sich befehdende, Ethnien und Sprachgruppen bleibt nur die Hoffnung auf umfassende und dauerhafte Auslandshilfe. Diese der Masse der Bedürftigen auch zugänglich zu machen wird eine ständige und schwierige Aufgabe sein. Führende Militärs des Suharto-Regimes machten sich vormals in zahlreichen Provinzen des Landes brutaler Unterdrückung schuldig. In der - derzeit wegen bewaffneten Sezessionismus viel zitierten - nordsumatrischen Provinz Aceh beispielsweise lastete sie noch weit stärker als auf Ost-Timor - aus einem einfachen Grund: Ost-Timor war für Jakarta stets ein Zuschussgebiet, im rohstoffreichen Aceh kam jedoch zur Repression noch bedingungslose Ausbeutung hinzu. Heute ist Jakarta zu einem fairen Lastenausgleich mit Aceh - und vergleichbaren Provinzen - aufgefordert. Anderenfalls droht ein fortgesetzter militärischer Widerstand.

Indonesien, das nicht irgendein Land ist, ringt derzeit um seinen Zusammenhalt. Mit über zweihundert Millionen Einwohnern ist Indonesien die viertgrößte Nation der Welt. Ihre Destabilisierung wäre für ganz Südostasien eine außerordentliche Herausforderung, ohne deshalb die Probleme der Nachbarstaaten zu unterschätzen: angefangen von den bedrückenden sozialen Gegensätzen auf den Philippinen bis hin zu der prekären ethnischen Balance - zwischen Malaien und Chinesen - in Malaysia. In Thailand ist nach den Turbulenzen bei Ausbruch der "Asienkrise" eine gewisse Stabilisierung gelungen [31] . Über die fortbestehenden grundlegenden Probleme des Landes, ganz Südostasiens, kann dies jedoch nicht hinwegtäuschen [32] . Die Region benötigt allein schon aufgrund des enormen Bevölkerungszuwachses erhebliches wirtschaftliches Wachstum. Ein einziger Zahlenvergleich vermag, die Problematik zu verdeutlichen: Zählte Südostasien um 1900 rund achtzig Millionen Menschen, so sind es heute weit über eine halbe Milliarde. Allein um diesem - weithin ungebremsten - Bevölkerungswachstum gerecht zu werden, benötigt Südostasien ein jährliches Wirtschaftswachstum von annähernd sechs Prozent.

Leicht wird dieses Ziel nicht zu erreichen sein. Verstärkte regionale Zusammenarbeit etwa im Rahmen des ASEAN-Staatenbundes verspricht - nicht nur aufgrund der Erfahrungen bei Ausbruch der "Asienkrise" - zumindest derzeit noch wenig [33] , auch wenn das Wissen um ihre Notwendigkeit wächst. Weit mehr hängt bei alledem von Japan ab, das noch immer die dominante Wirtschaftsmacht in der Region ist. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit seiner Volkswirtschaft ist, statistisch gesehen, doppelt so hoch wie die der gesamten Großregion einschließlich Chinas und Indiens [34] . Aber Japans Wirtschaft lahmt - zumindest wenn man auf die neunziger Jahre zurückblickt. Das trifft die Region. Nicht wenige machen Tokio für den Ausbruch der "Asienkrise" mitverantwortlich, hätten sich 1997 auch mehr japanisches Engagement gewünscht [35] . Japan ist der größte Kreditgeber und Investor in Südostasien. Aber es öffnet - so der ständige Vorwurf - seine Märkte viel zu wenig für Einfuhren aus der Region.

Aktuell können die akuten Probleme der "Asienkrise" als überwunden gelten. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, ehe angesichts der vielen, offen zutage getretenen, strukturellen Probleme allseits von ihrem Ende gesprochen werden kann. Ihr Beginn konnte jedoch nicht über die Maßen überraschen [36] . Eine Garantie auf ewiges Wirtschaftswachstum - noch dazu in der seinerzeitigen Dynamik - gibt es nicht. Die bemerkenswerte Wirtschaftsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte basierte - um einige Gesichtspunkte herauszugreifen - auf folgender Rangfolge: erst Wachstum, dann Umverteilung; erst Wachstum, dann Umweltschutz. In der Politik blieb man weitgehend traditions- und autoritätsverhaftet. Ein solches Procedere ist nicht ungewöhnlich. Es ist kennzeichnend für eine erste Phase der Modernisierung von Gesellschaften. Auch die alten Industrieländer verfuhren vormals nicht viel anders. Eine solche Politik stößt jedoch auf Dauer an gewisse Grenzen. Es konnte nicht erwartet werden, dass die mit einer rasanten Modernisierung einhergehenden fundamentalen sozialen und politischen Umwälzungen überall und problemlos bewältigt werden würden [37] . Rückschläge waren - und sind - zwangsläufig. In den betroffenen Gesellschaften führten sie zu einigem Vertrauensverlust gegenüber den Eliten; ein Teil des vordem unbegrenzten Fortschrittsoptimismus ist diesen verloren gegangen. Die asiatische Welt steht jedoch auch weiterhin vor außerordentlichen Entwicklungsproblemen. Sie reichen von dem, zum Teil noch ungebremsten, Bevölkerungswachstum und der unkontrollierten Verstädterung über dramatische Umweltzerstörung bis hin zu sozialen und politischen Instabilitäten - die vielerorts erkennbaren Demokratisierungsprozesse destabilisieren, zumindest zu Anfang, die meisten Gesellschaften. Ohne Zusammenarbeit mit dem Westen, ohne neuerliches, substantielles Wirtschaftswachstum werden all diese Probleme schwerlich zu lösen sein. Aber nicht nur die Probleme, auch die Potenziale Asiens sind außerordentlich. Es wird auch in der Zukunft - weltwirtschaftlich wie weltpolitisch - von wesentlicher Bedeutung sein. Eine Konsolidierung liegt auch im westlichen Interesse - nicht zuletzt, da dadurch auch der Druck auf die beiden "Wohlstandsinseln" Nordamerika und Westeuropa geringer wird.

Fußnoten

1.
Vgl. World Bank, The East Asian Miracle, Oxford 1993.
2.
Vgl. John Naisbitt, Megatrends Asia. The Eight Asian Megatrends that are Changing the World, London 1995.
3.
Vgl. Heinrich Kreft, Krisenkontinent Asien. Wachsende politische Unsicherheiten, in: Internationale Politik, (2000) 1, S. 6-16.
4.
Vgl. Oskar Weggel, Die Asiaten, München 1989, S. 19 f.
5.
Vgl. u. a. Hermann Kulke, Die Geschichte Südostasiens: Die frühen Reiche vom 5. bis 15. Jahrhundert, in: Bernhard Dahm/Roderich Ptak (Hrsg.), Südostasien-Handbuch, München 1999, S. 98-111; ders., Südostasien und Indien, ebd., S. 349-356; Anmerkung der Redaktion: Siehe auch den Beitrag "China - die kommende Großmacht" von Heinrich Kreft in diesem Heft.
6.
Vgl. Dietmar Rothermund, Das Bevölkerungswachstum, in: ders. (Hrsg.), Indien - Ein Handbuch, München 1995, S. 60.
7.
Vgl. Kerrin Gräfin von Schwerin, Der Islam in Indien, in: ebd., S. 167-185.
8.
Vgl. Wolfgang-Peter Zingel, Umweltpolitik und wirtschaftlicher Strukturwandel in Indien, in: Günter Schucher (Hrsg.), Asien zwischen Ökonomie und Ökologie, Hamburg 1998, S. 73.
9.
Vgl. G. Schucher, ebd.
10.
Vgl. Gisbert Freiherr zu Putlitz/Thomas Schmitt, Naturwissenschaftliche und technologische Forschung, in: D. Rothermund (Anm. 6), S. 368-386. Vgl. in diesem Zusammenhang auch: Jürgen Wiemann, Von Indien Programmieren lernen!, Berlin, April 2000.
11.
Vgl. Werner Draguhn (Hrsg.), Indien 1999, Hamburg 1999; ders., Indien 2000, Hamburg 2000.
12.
Vgl. Joachim Betz, Mangelndes Verständnis für besondere indische Sicherheitslage, in: Das Parlament, Nr. 24 vom 9. Juni 2000, S. 8; vgl. auch: Citha D. Maaß, Nukleare Aufrüstung in Indien und Pakistan, in: ebd.
13.
Vgl. u. a. Ulrich Menzel, Nachholende Modernisierung in Ostasien aus entwicklungstheoretischer Perspektive, in: Dieter Nohlen/Franz Nuscheler (Hrsg.), Handbuch der Dritten Welt, Bd. 8, Bonn 1994, S. 14-51; David Martin Jones, Political Development in Asia, Oxford 1997.
14.
Vgl. Mary Somers Heidhues, Chinesen in Südostasien, in: B. Dahm/R. Ptak (Anm. 5), S. 365.
15.
Vgl. Helmut Heinzlmeir, Ungeliebte Minderheit. Zur Rolle der Auslandschinesen in Südostasien, in: Internationale Politik, (1998) 6, S. 51-53.
16.
Oskar Weggel, Das Auslandschinesentum, Hamburg 1999, S. 15.
17.
Vgl. hierzu den Beitrag von H. Kreft in diesem Heft.
18.
Vgl. Eberhard Sandschneider, China auf dem Weg zur regionalen Führungsmacht?, in: Jahrbuch Dritte Welt 2000, München 1999, S. 226-236.
19.
Vgl. Dirk Betke, Sozialistische Marktwirtschaft und Umwelt in China, in: G. Schucher (Anm. 8), S. 83-112.
20.
Vgl. Ronnie C. Chan, Asiens Zukunft in einer globalisierten Welt, in: Internationale Politik, (1999) 12, S. 31; vgl. auch: Sebastian Heilmann, Die Politik der Wirtschaftsreformen in China und Russland, Hamburg 2000.
21.
Im Detail vgl. Hanns W. Maull/Gerald Segal/Jusuf Wanandi (Hrsg.), Europa und Asien-Pazifik. Grundlagen, Entwicklungslinien und Perspektiven der europäisch-asiatischen Beziehungen, München 1999.
22.
Vgl. Oskar Weggel, Der Vietnamkrieg - 25 Jahre später, in: Südostasien aktuell, 3 (2000), S. 253.
23.
Vgl. Hanns W. Maull, Perspektiven der Zukunft der koreanischen Halbinsel, in: Das Parlament, Nr. 24 vom 9. Juni 2000, S. 9; ausführlich: Patrick Köllner (Hrsg.), Korea 2000, Hamburg 2000.
24.
Vgl. Jürgen Rüland, Politische Systeme in Südostasien, München 1998, S. 50-198.
25.
Vgl. ebd., S. 24.
26.
Für weiterführende Literatur sowohl zur Debatte über "asiatische Werte" als auch zur "Asienkrise" vgl. Jörn Dosch/Jörg Faust (Hrsg.), Die ökonomische Dynamik politischer Herrschaft. Das pazifische Asien und Lateinamerika, Opladen 2000; Anja Osiander/Ole Döring, Zur Modernisierung der Ostasienforschung. Konzepte, Strukturen, Empfehlungen, Hamburg 1999.
27.
Vgl. Rüdiger Machetzki, Krise(n) in Südostasien: Ende des Fortschrittsoptimismus?, in: Südostasien aktuell, (1999) 5, S. 390-403; vgl. auch: Peter Nunnenkamp, Lehren aus der Asienkrise, in: Jahrbuch Dritte Welt 2000, München 1999, S. 84-100; Heribert Dieter, Ostasien nach der Krise: Interne Reformen, neue Finanzarchitektur und monetärer Regionalismus, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 37-38/2000, S. 21-28.
28.
Vgl. H. Kreft (Anm. 3), S. 9; vgl. auch: Bernhard Dahm, Indonesien, in: B. Dahm/R. Ptak (Anm. 5), S. 229-250; Andreas Ufen, Grundzüge der politischen Entwicklungen in Indonesien von 1997-2000 (Teil 1), in: Südostasien aktuell, (2000) 4, S. 322-339; ders., Grundzüge der politischen Entwicklung in Indonesien von 1997-2000 (Teil 2), in: Südostasien aktuell, (2000) 5, S. 444-460.
29.
Vgl. Jörn Dosch, Indonesien: Autoritäre Klientelstrukturen und wirtschaftliche Entwicklung, in: ders./J. Faust (Anm. 26), S. 213-233.
30.
Vgl. Rüdiger Machetzki, Ost-Timor: Im Banne der Ungewissheit, in: Südostasien aktuell, (2000) 1, S. 60-63.
31.
Vgl. Rüdiger Rüland, Thailand. Finanzkrise und politische Transformation, in: J. Dosch/J. Faust (Anm. 26), S. 189-212.
32.
Vgl. Jörn Dosch, Der beschwerliche Weg zur rechtstaatlichen Demokratie in Südostasien, in: Aus Parlament und Zeitgeschichte, B 21/2000, S. 16-22.
33.
Vgl. Manfred Mols, Die Asienkrise: Manifeste und latente Züge, internationale Auswirkungen und die Rolle von APEC und ASEAN, in: J. Dosch/J. Faust (Anm. 26), S. 255-283.
34.
Vgl. Rüdiger Machetzki (Anm. 27), S. 392.
35.
Vgl. Heinrich Kreft, Das "asiatische Wunder" in der Krise, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 48/98, S. 10; vgl. auch: Manfred Pohl, Japan und die Zukunft der ASEAN-Staaten, in: ebd., S. 15-17.
36.
Vgl. J. Rüland (Anm. 24), S. 9.
37.
Vgl. Helmut Heinzlmeier, Asien im Umbruch, in: Das Parlament, Nr. 50, vom 5. Dezember 1997, S. 20.

Helmut Heinzlmeir

Zur Person

Helmut Heinzlmeir

Dr. phil., geb. 1938, Publizist.

Anschrift: Mäuselweg 35, 81375 München.

Zahlreiche Veröffentlichungen zur internationalen Politik (Schwerpunkte u. a.: Asien und Afrika); zur Kolonial- und Kulturgeschichte; zur Ökologie, Demografie und Urbanisierung.


Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln