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26.5.2002

Nachholende Modernisierung mit Widersprüchen

Eine Vereinigungsbilanz aus modernisierungstheoretischer Perspektive

Die Sozialstruktur der DDR wies 1989 zahlreiche Modernisierungsdefizite auf. Im Zentrum stand hierbei die Wohlstandskluft zwischen Ost und West. Dieser standen nur wenige Modernisierungsvorsprünge gegenüber.

Einleitung

Seit 1989 hat sich das Leben der Ostdeutschen tiefgreifend verändert. Ich möchte in meinem Beitrag einen Teil dieser radikalen Umwälzungen aus dem Blickwinkel der Sozialstrukturanalyse und dabei wiederum aus der Perspektive der Modernisierungstheorie bilanzieren. Meine These dazu lautet: Der wesentliche Grundzug des sozialstrukturellen Umbruchs lässt sich als "nachholende Modernisierung" begreifen. Allerdings wird diese Grundströmung auch von einigen gegenläufigen Entwicklungen durchkreuzt und von einer Fülle von Problemen und Konflikten begleitet. Daher habe ich dem Titel den Zusatz "mit Widersprüchen" hinzugefügt [1] .

I. Zum Konzept der Modernisierung: umstritten - aber nützlich

Um Grundzüge des sozialen Wandels in fortgeschrittenen Gesellschaften zu analysieren, erfreut sich seit etwa einem Jahrzehnt das umstrittene Modernisierungskonzept wieder einer steigenden Beliebtheit [2] . Es befasst sich "mit tiefgreifenden Wandlungsprozessen langfristiger Art, die zumindest ex post eine klare Richtung haben" [3] . Eine unbedachte Verwendung dieses Konzepts birgt jedoch Gefahren: Bestehende Zustände in modernen Gesellschaften können idealisiert und zum einzigen Maßstab einer sinnvollen Entwicklung hochstilisiert werden; Widersprüche und Probleme der Moderne können dabei vernachlässigt oder übersehen werden. Auch unter Ostdeutschen stößt das Konzept auf Vorbehalte: Sein "Westzentrismus" kollidiert mit ostdeutschen Befindlichkeiten, denn das Modernisierungskonzept rückt die "Rückschrittlichkeit" in Ostdeutschland und die Grundtendenz zur "Verwestlichung", zur "Anpassung an den fortschrittlicheren Westen" ins Zentrum und nicht so sehr ostdeutsche Besonderheiten und deren Überleben.

Trotz dieser Gefahren und Probleme ist das Modernisierungskonzept besser als andere Konzepte dazu geeignet, wichtige Entwicklungstendenzen der Sozialstrukturen im geteilten und vereinten Deutschland zu bündeln und miteinander zu vergleichen. Daher wird in den folgenden Abschnitten die Situation in der DDR als "Modernisierungsdefizit" und der wesentliche Zug des sozialen Umbruchs in Ostdeutschland als "nachholende Modernisierung" bezeichnet. Diese idealtypischen Begriffe dürften die Bilanz eines Ost-West-Strukturvergleichs und den Grundzug der abgelaufenen und derzeit noch ablaufenden Umwälzungen zutreffend markieren. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Effizienzproblematik gewidmet. Dahinter steckt die Annahme, dass die Leistungssteigerung einer Sozialstruktur die treibende Kraft der Modernisierung ist. Unter Leistungssteigerung einer Sozialstruktur verstehe ich insbesondere ihre Fähigkeit, die Bedürfnisbefriedigung möglichst vieler Menschen durch ein bestimmtes Arrangement ihrer Wirkungszusammenhänge zu optimieren. Veränderungen in den "objektiven Strukturen" werden also rückbezogen auf die Gratifikationsbilanz bei den Menschen, die diese Strukturen ausmachen und in ihnen leben. Leistungsdefizite dieser Art hatten in der DDR gravierende Gratifikationsdefizite zur Folge und führten schließlich zur Implosion des sozialistischen Systems, nachdem der außenpolitische Druck zum Erhalt dieses Systems im Zuge der Perestroika gewichen war. Und um die Beseitigung dieser zerstörerischen Defizite ging und geht es im Wesentlichen beim sozialen Umbruch in Ostdeutschland.

Um die skizzierten Gefahren des Modernisierungskonzepts zu mildern, werde ich auch kurz auf Probleme des sozialen Umbruchs, auf widersprüchliche Entwicklungen in beiden deutschen Sozialstrukturen sowie auf einige ostdeutsche Besonderheiten in den neuen Ländern hinweisen.

II. Die Sozialstruktur der DDR im Jahr 1989: große Modernisierungsdefizite - kaum Modernisierungsvorsprünge

Im Jahr 1989 stellt sich die Ausgangssituation in Ostdeutschland wie folgt dar: Die DDR-Sozialstruktur weist im Vergleich zur westdeutschen in den meisten Bereichen erhebliche, miteinander verflochtene Modernisierungsdefizite auf, denen nur wenige Modernisierungsvorsprünge gegenüberstehen. Defizite und Vorsprünge werden im Folgenden rudimentär skizziert [4] .

- Wohlstandskluft und Produktivitätskluft: Im Zentrum des Defizitkomplexes steht die West-Ost-Wohlstandsschere, die sich seit den sechziger Jahren immer weiter geöffnet hat. Aus der Fülle von Indikatoren seien nur zwei genannt: Ostdeutsche Arbeitnehmer bezogen 1988 nur knapp ein Drittel (31 Prozent) der westdeutschen Bruttoeinkommen. Die Lücke bei den Haushaltseinkommen war wegen der vielen ostdeutschen Doppelverdiener etwas kleiner: Die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen aller ostdeutschen Privathaushalte lag 1988 bei knapp der Hälfte (47 Prozent) des Westniveaus. Die Wohlstandskluft dürfte von vielen Ostdeutschen als der schmerzlichste Ausdruck des Modernisierungs- und Leistungsdefizits empfunden worden sein. Ihre Hauptursache war die Produktivitätskluft: Die Wertschöpfung eines ostdeutschen Erwerbstätigen wird beim Zusammenbruch der DDR auf etwa ein Drittel derjenigen eines westdeutschen Erwerbstätigen geschätzt, entspricht also in etwa dem Niveau der ostdeutschen Individualeinkommen.

- Übermäßige Machtkonzentration: Macht blieb in hohem Maße zusammengeballt und verhinderte effizienzsteigernde Differenzierungsprozesse, die relative Autonomie und funktionale Eigendynamik von Teilbereichen der Sozialstruktur. Eine überalterte Machtelite, bei der Macht durch übermäßige Konzentration paralysiert war, reagierte unflexibel. Sie stützte ihre Herrschaft auf eine personell aufgeblähte Dienstklasse von Funktionären und Staatsangestellten; dadurch wurden übermäßig viele Kräfte zur Herrschaftssicherung absorbiert, die dann in anderen gesellschaftlichen Bereichen fehlten.

- Politisierung des sozialen Ungleichheitsgefüges: Als Stütze der autoritären Herrschaft war ein weiterer leistungshemmender Mechanismus erforderlich: Sozialer Aufstieg war gekoppelt an politische Loyalität. Diese Politisierung des Ungleichheitsgefüges behinderte eine optimale Zuordnung und Nutzung der sachlich-funktionalen Qualifikationen.

- Tertiärisierungsrückstand und deformierter Dienstleistungssektor: Der westdeutsche Tertiärisierungsschub in den siebziger und achtziger Jahren blieb in der DDR weitgehend aus; die Verteilung der ostdeutschen Erwerbstätigen auf die drei Produktionssektoren entsprach 1989 der westdeutschen Situation Mitte der sechziger Jahre. Kennzeichen dieser rückständigen Produktions- und Schichtstruktur waren überdimensionierte Arbeiter- und Bauernschaften sowie unterentwickelte Dienstleistungsschichten, insbes. im privaten Bereich. Der leistungshemmende Effekt wurde noch dadurch verstärkt, dass die unterentwickelten Dienstleistungssegmente personell überbesetzt waren ("bürokratische Wasserköpfe").

- Quasi-Vernichtung des alten Mittelstandes: Der Mittelstand der Selbständigen - Kennzeichen einer effizienten modernen Sozialstruktur - war auf 2,2 Prozent der Erwerbstätigen (alte Länder 1989: 11 Prozent) zusammengedrückt worden (vgl. Abb. 1), und sein kleiner Rest war durch politische Vorgaben ökonomisch gefesselt und zu einem sozialen Kümmerdasein verurteilt.

- Defizitäre Arbeitsgesellschaft: Die Erwerbstätigenquote war - insbesondere unter den Frauen - höher, die Arbeitswoche länger, die Bindung an den Arbeitsplatz durch Arbeitskollektive und betriebliche Sozialpolitik stärker; Arbeit hatte im Leben der Ostdeutschen einen höheren Stellenwert, dennoch war ihre Leistungsbereitschaft gebremst und ihre Arbeitsdiziplin locker.

- Übermäßige soziale Nivellierungen: Das Leistungspotential wichtiger Berufsgruppen - Hochqualifizierte, Selbständige - wurde durch Nivellierungen nach unten (im Einkommen, in der Arbeitsqualität, in den Lebenschancen allgemein) gebremst. Der DDR-Soziologe Manfred Lötsch hat in seiner funktionalistischen These von der Triebkraftfunktion sozialer Unterschiede in den achtziger Jahren immer wieder auf die schädlichen Folgen "übermäßiger Gleichmacherei" hingewiesen [5] . Relative Nutznießer der Einebnungen waren Arbeiterschaft und Genossenschaftsbauern; vernachlässigt und an den Rand gedrängt wurden dagegen Teile der Rentner und insbesondere Rentnerinnen.

- Erstarrungstendenzen durch soziale Schließungen im Bildungssystem: Seit den sechziger Jahren wurden die Kinder aus unteren Schichten zunehmend durch die Kinder der neuen sozialistischen Führungsschicht von den Universitäten verdrängt. In den achtziger Jahren waren die Studienchancen von Arbeiterkindern in der DDR schlechter als in der Bundesrepublik [6] . Diese zunehmende Erstarrung der Sozialstruktur lässt sich ebenfalls als Verstoß gegen das leistungsbezogene Prinzip der Chancengleichheit deuten.

- Abwanderungsdruck: Die Defizite an Wohlstand, Arbeitsqualität, Freiheit und Demokratie setzten die ostdeutsche Sozialstruktur unter einen kontinuierlichen Abwanderungsdruck (vgl. Abb. 2) und produzierten einen "Teufelskreis": Die Ost-West-Migration hatte nicht nur ihre Ursache in den Leistungsschwächen der DDR, sondern verstärkte diese Schwächen noch zusätzlich.

- Niedrigere Lebenserwartungen: Wegen der schlechteren Lebensbedingungen blieb der Anstieg der Lebenserwartungen in der DDR hinter der westdeutschen Entwicklung zurück.

- Ethnische Homogenität: Sieht man von den wenigen, meist gettoisierten "Leiharbeitern" aus Vietnam, Kuba, Mosambik und Angola sowie einigen Polen, Ungarn und Gaststudenten ab, so waren die Ostdeutschen weitgehend unter sich geblieben. Nur gut ein Prozent der DDR-Bevölkerung war nichtdeutscher Herkunft (vgl. Abb. 3).

Der Vergleich der Entwicklungen bei den Qualifikations- und Familienstrukturen ergibt uneinheitlichere Ergebnisse. Mit den rückständigen DDR-Produktionsstrukturen waren zugleich rückständige Qualifikationsstrukturen verbunden, aber die Versorgung der Bevölkerung mit beruflichen Grundqualifikationen - ein Merkmal der Modernisierung - war in der DDR besser als in der Bundesrepublik.

In Ost und West verliert die traditionelle Familie seit den siebziger Jahren ihr Quasi-Monopol als einzig legitime Form des privaten Zusammenlebens, aber die Situation in der DDR war teils "unmoderner" und teils "moderner": Ostdeutsche waren einerseits familienorientierter - sie heirateten häufiger und früher, zeugten mehr Kinder und maßen der Familie einen höheren Stellenwert in ihrem Leben zu (Nischenfunktion der Familie); andererseits waren die Scheidungsraten, die Zahl der Alleinerziehenden und nichtehelichen Lebensgemeinschaften sowie der nichtehelichen Geburten in der DDR erheblich höher - die Deinstitutionalisierung von Ehe und Familie war weiter vorangeschritten.

In einem wichtigen Bereich war die DDR deutlich moderner: Die soziale Ungleichheit zwischen Frauen und Männern war deutlich geringer - im Bildungssystem, in der Arbeitswelt, in der Politik und auch in der Familie, dort allerdings am wenigsten. Die von Männern gelenkte sozialistische Emanzipationspolitik hatte den ostdeutschen Frauen einen strukturellen Gleichstellungsvorsprung eingebracht, der sich jedoch nicht in allen Bereichen des gesellschaftlichen Bewusstseins widerspiegelte [7] .

Das Mehr an sozialer Sicherheit in der DDR - keine Arbeitslosen, keine manifeste Wohnungslosigkeit, keine Armut unter der "Normalbevölkerung" - ist dagegen nicht als Modernisierungsvorsprung zu deuten. Es ist vielmehr ein Ausdruck dafür, dass die DDR von einem wichtigen Problem der modernen Gesellschaft - dem Spannungsverhältnis von Effizienz und sozialer Sicherheit für alle - verschont geblieben war.

Die Modernisierungsdefizite sind nicht nur in meiner Aufzählung numerisch erheblich zahlreicher als die Vorsprünge; sie waren auch im Seelenhaushalt der Ostdeutschen erheblich gewichtiger. Die Versagungen, die sie abverlangten, wogen erheblich schwerer als das Gratifikationsplus durch die Vorsprünge oder die höhere soziale Sicherheit.

III. Nachholende Modernisierung - der Grundzug dessozialen Umbruchs

Nach dem Zusammenbruch der DDR war zu erwarten, dass die Modernisierungsdefizite in der ostdeutschen Sozialstruktur nach und nach abgebaut würden. Auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Sektion "Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse", habe ich diese Prognose im Februar 1992 auf die These zugespitzt: "Die ostdeutsche Sozialstruktur steht unter Modernisierungsdruck." [8] Aus heutiger Sicht kann man feststellen, dass die Vorhersage eingetroffen ist. Der Kernbereich der nachholenden Modernisierung ist derselbe, der im sozialistischen System wegen der diesbezüglichen Defizite zerstörerische Kraft entfaltet hatte: Es ging und geht in erster Linie um den Abbau des Wohlstandsgefälles und seiner Ursache, des Leistungsdefizits. Es galt, die sozialstrukturellen Verflechtungszusammenhänge so zu verändern, dass das Gesamtarrangement moderner und damit leistungsfähiger wurde. Die Entwicklung vollzog und vollzieht sich in verschiedenen Sektoren mit unterschiedlichem Tempo und unterschiedlicher Radikalität. Einige wenige Defizite wurden abrupt und radikal, sozusagen (friedlich) revolutionär beseitigt - so in den Bereichen Machtkonzentration, Politisierung und Tertiärisierungsrückstand. Das Abflauen des Abwanderungsdrucks dauerte etwas länger. In den meisten Sektoren sind die Rückstände noch mehr oder weniger stark ausgeprägt, aber sie wurden - von einer Ausnahme (ethnische Homogenität) abgesehen - allesamt deutlich verringert.

1. Schnelle Modernisierungsschübe: Dezentralisierung - Entpolitisierung - Tertiärisierung - Abflauen des Abwanderungsdrucks

Zu den schnellen, revolutionären Umwälzungen gehören zwei sozio-politische Phänomene, die direkt mit dem plötzlichen Austausch des politischen Institutionensystems zusammenhängen: Zum einen wurde die Elitenstruktur dezentralisiert, pluralisiert und teilweise demokratisiert. Mit dieser Dezentralisierung der Macht wurden leistungssteigernde Differenzierungsprozesse nachgeholt. Die beiden tragenden Klassen der alten Struktur wurden dabei radikal verändert - die Machteliten wurden personell ausgetauscht und die sozialistische Dienstklasse aufgelöst. Zum anderen wurde das soziale Ungleichheitsgefüge entpolitisiert: Die Bedeutung von Parteiloyalitäten für den sozialen Aufstieg und die Besetzung von Führungspositionen wurde auf "westliches Normalmaß" zurückgeführt und gleichzeitig "pluralisiert".

Ein dritter schneller Modernisierungsschub erfolgte im sozioökonomischen Bereich: die Tertiärisierungslücke wurde abrupt geschlossen. Vor dem Hintergrund der krisenhaften Umwälzungen der ökonomischen Struktur - Arbeitsmarktkrise, Industriekrise, Agrarkrise - holte Ostdeutschland einen Tertiärisierungsrückstand von ca. 25 Jahren quasi "über Nacht" - innerhalb von drei Jahren - auf. Arbeitsplätze brachen insbesondere in den überbesetzten primären und sekundären Sektoren weg, neue entstanden vor allem im unterentwickelten Dienstleistungssektor. Mit der zügigen Verbesserung der Lebensverhältnisse ist auch der hohe Abwanderungsdruck relativ schnell abgeflaut; gleichzeitig wurden die neuen Länder zunehmend attraktiv für westdeutsche Chancensucher - insbesondere Menschen aus den gehobenen und höheren Schichten mit einer guten Ausstattung an ökonomischem und/oder kulturellem Kapital (Unternehmer, Selbständige und Freiberufler; Wissenschaftler, Richter und Staatsanwälte; gehobene und leitende Beamte und Angestellte). 1997 ist die Ost-West-Wanderungsbilanz nahezu ausgeglichen, seitdem machen sich allerdings wieder leichte Gegentendenzen bemerkbar (vgl. Abb. 2).

2. Abbau der Wohlstandskluft

Von besonderer psychologischer Relevanz ist der Abbau der Wohlstandskluft. Die möglichst schnelle "Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse" - so die offizielle Bezeichnung seit 1994 - in Ost und West war und ist das primäre Ziel der Vereinigungspolitik. Dies entspricht einem zentralen Grundbedürfnis der Ostdeutschen. Verschiedene Indikatoren belegen, dass das Wohlstandsgefälle erheblich verringert wurde:

- Die einst weit klaffende Verdienstlücke wurde fast geschlossen: Erhielten ostdeutsche Arbeitnehmer 1988 nur ca. ein Drittel der Westverdienste, so waren es 1991 gut die Hälfte und 1998 nominal bereits 88 Prozent, real gut 90 Prozent (Abb. 4).

- Große Teile der Rentner und Rentnerinnen sind nach der Vereinigung sehr schnell aus der Randlage befreit worden, in die sie von der produktionsorientierten sozialistischen Sozialpolitik gedrängt worden waren. Ostdeutsche Rentner bezogen 1999 aus der Rentenversicherung durchschnittlich ca. 97 Prozent der Beträge von westdeutschen Rentnern, und die Renten ostdeutscher Frauen lagen wegen ihrer längeren Erwerbsbiographien deutlich über den Bezügen der westdeutschen Rentnerinnen [9] .

- Der starke Anstieg der Einkommen - er stellt alle Steigerungen in den goldenen Jahren des westdeutschen Wirtschaftswunders in den Schatten - schlägt sich in einem Ausstattungsschub der ostdeutschen Haushalte nieder [10] .

Andere Aspekte, die auf die Verkleinerung des Wohlstandsgefälles hinweisen, sollen lediglich stichwortartig erwähnt werden: der Reiseboom; der rasche Aufbau der "Überfluss-Konsumwelt" und der Qualitätssprung im Dienstleistungsangebot; die Teilsanierung der Infrastruktur (Verkehr, Kommunikation), der Städte und Wohnungen sowie der Umwelt [11] .

Die Ost-West-Lücke in den materiellen Lebensbedingungen wurde erheblich reduziert, aber es besteht weiterhin eine Lücke. Sie spielt für die Ostdeutschen bei der Einschätzung ihrer Situation eine große Rolle und wird von ihnen überdimensioniert wahrgenommen [12] . Statistisch werden die fortbestehenden deutsch-deutschen Ungleichheiten vor allem bei den Besitz- und Vermögensverhältnissen augenfällig, die sich nicht innerhalb eines Jahrzehnts entscheidend annähern lassen. So wohnen 1998 nur 26 Prozent der Ostdeutschen in Eigentumswohnungen oder Eigenheimen im Vergleich zu 44 Prozent der Westdeutschen. Der Immobilienbesitz eines ostdeutschen Haushalts ist im Durchschnitt netto (abzüglich Restschulden) 190 000 DM wert, in Westdeutschland beträgt der Nettowert mit 362 000 DM fast das Doppelte. Und obwohl sich das durchschnittliche Nettogeldvermögen der Ostdeutschen zwischen 1990 und 1994 verdoppelt hat, macht es Anfang 1994 erst ein Drittel des Geldvermögens der westdeutschen Haushalte aus [13] . Die Erbschaften, die Ostdeutsche im Jahr 1999 in Empfang nehmen konnten, umfassten im Durchschnitt (pro Kopf) nur gut ein Viertel des Wertes der westdeutschen Erbschaften [14] .

Erwähnenswert ist aus westdeutscher Sicht, dass die Wohlstandslücke erheblich schneller und stärker zusammengeschrumpft ist als die Produktivitätslücke. Das Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigenstunde stieg in Ostdeutschland von ca. einem Drittel des Westniveaus auf 56 Prozent im Jahre 1996. Seitdem stagniert es auf diesem Niveau (1998: 56 Prozent). Offensichtlich ist der ostdeutschen Wirtschaft "die Puste ausgegangen". Das Tempo der Annäherung der Lebensverhältnisse beruht also zu einem erheblichen Teil auf den Leistungstransfers von West nach Ost in historisch und weltweit einmaliger Größenordnung. Zwischen 1991 und 1998 beliefen sich die Nettotransfers (abzüglich zurückfließender Steuer- und Verwaltungseinnahmen) auf 1215 Milliarden DM [15] . Rechnet man diese abstrakt bleibende Summe auf vorstellbare Größenordnungen um, so ergibt sich: Auf jeden Bewohner der alten Bundesländer - vom Säugling bis zum Hundertjährigen, Arbeitsmigranten und ihre Familien eingeschlossen - entfielen im Durchschnitt ca. 2 300 DM jährlich an Transferleistungen - auf eine dreiköpfige Familie in den erwähnten acht Jahren also insgesamt ca. 55 000 DM. (Natürlich sind diese Transferleistungen nicht gleichmäßig über die Bevölkerung verteilt, und es ist kaum zu ermitteln, wer wieviel bezahlt.)

3. Neue große Unsicherheit - neue soziale Ungleichheit - Anstieg der Lebenserwartungen - Neuaufbau des Mittelstandes - Fortdauer ethnischer Homogenität

Die skizzierte rapide Verbesserung der materiellen Lebensverhältnisse ist jedoch nur das freundliche Gesicht der Entwicklung; daneben weist der Modernisierungsprozess auch einige hässliche Züge auf. Da diese allgemein bekannt sind, sei hier nur kurz darauf hingewiesen: Eine sicherheitsgewohnte paternalistische betreute Bevölkerung wurde über Nacht übermäßigen sozialen Unsicherheiten ausgesetzt. Im Zentrum der neuen großen Unsicherheit stehen die Arbeitsplatzrisiken, aber es gibt auch neue Armutsrisiken für neue Gruppen (für Arbeitslose aus der "Normalbevölkerung", für Alleinerziehende und kinderreiche Familien sowie - damit zusammenhängend - für Kinder und Jugendliche), neue Risiken der offenen Wohnungslosigkeit sowie Kriminalitätsrisiken in vorher ungewohnter Form und Intensität. Diese hässlichen Begleiterscheinungen der Modernisierung wiegen für viele Ostdeutsche schwer, sie beeinträchtigen die Gratifikationsgewinne durch den Wohlstandsschub und sind einige der Ursachen für die Legitimitätsprobleme, auf die die neue Ordnung in Ostdeutschland stößt.

Aus der Perspektive der Ungleichheitsanalyse ist von Bedeutung, dass mit dem Anstieg des Wohlstands auch die soziale Ungleichheit wieder zunimmt. Auf einem insgesamt deutlich höheren Niveau werden die Abstände im Hinblick auf Einkommen, Besitz und damit verbundene Lebenschancen größer. Die leistungshemmenden Nivellierungstendenzen haben sich in Differenzierungstendenzen verkehrt. Die neue soziale Ungleichheit weist viele Facetten auf. So hat sich z. B. die Verdienststruktur von ostdeutschen Arbeitern und Angestellten seit 1990 allmählich immer weiter gespreizt und ähnelte 1997 schon sehr stark dem westdeutschen Muster [16] . Die Konturen der sozialen Ungleichheit treten auch deshalb schärfer hervor, weil die nivellierenden Rahmenbedingungen des sozialistischen Alltags verschwunden sind. Unterschiede in der Verfügung über Geld ermöglichen stärker als vorher eine unterschiedliche Lebensgestaltung, unterschiedliche Konsum- und Freizeitchancen. Denkt man die vier zuletzt genannten Tendenzen - Tertiärisierungsschub, Wohlstandsschub, neue soziale Unsicherheit, neue soziale Ungleichheit - zusammen, so kann man den Strukturwandel auf die folgende Formel bringen: Eine nach unten nivellierte industrielle Arbeiter- und Bauerngesellschaft mit hoher sozialer Sicherheit hat sich zu einer Dienstleistungsgesellschaft modernisiert mit größeren sozialen Abstufungen auf einem deutlich höheren Wohlstandsniveau, aber auch mit größeren sozialen Risiken.

Der Wohlstandsschub spiegelt sich bisher nur teilweise in höheren Lebenserwartungen wider. Die ostdeutschen Frauen konnten den Abstand zu den westdeutschen Frauen bis 1998 um zwei Jahre verkürzen, die ostdeutschen Männer holten dagegen nur ein halbes Jahr auf.

Zur nachholenden Modernisierung gehört auch der Neuaufbau des fast vernichteten Mittelstandes. Trotz einer Fülle von Startschwierigkeiten hat sich der Anteil der Selbständigen an den Erwerbstätigen fast vervierfacht und liegt nur noch leicht unter dem westdeutschen Niveau (Abb. 1). Die neuen Selbständigen weisen allerdings einige typische ostdeutsche Besonderheiten auf: Überrepräsentiert sind Klein- und Kleinstbetriebe, häufig Notgründungen aus der tatsächlichen oder drohenden Arbeitslosigkeit heraus. Damit hängt es zusammen, dass die Mehrheit lediglich durchschnittliche oder auch unterdurchschnittliche Einkommen erwirtschaftet. Kennzeichnend ist zudem eine starke Polarisierung: Größere Betriebe sowie Freiberufler liegen in ihren Einkommen deutlicher über dem Durchschnitt als in Westdeutschland [17] .

In einem Teilbereich hat sich so gut wie nichts bewegt, das Defizit zu Westdeutschland ist nicht kleiner, sondern größer geworden: Während in den alten Ländern das multiethnische Segment der Sozialstruktur stetig gewachsen ist, ist Ostdeutschland nach wie vor eine nahezu monoethnische Gesellschaft geblieben (Abb. 3). Die ökonomischen Umbruchsprobleme - insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit - haben bisher die Zuwanderung von ethnischen Minderheiten weitgehend blockiert, und die vielen Übergriffe auf Ausländer machen deutlich, dass derzeit Teile der ostdeutschen Bevölkerung psychologisch nicht ausreichend auf eine Entwicklung in Richtung Multiethnizität vorbereitet sind. Die sehr niedrigen ostdeutschen Geburtenraten lassen allerdings erwarten, dass die neuen Länder in spätestens eineinhalb bis zwei Jahrzehnten aus ökonomischen Gründen auf Einwanderungen angewiesen sein und den Modernisierungstrend zur ethnischen Vielfalt nachholen werden.

IV. Demodernisierung: partieller Abbau des Gleichstellungsvorsprungs

In einem zentralen Bereich verläuft die Entwicklung in den neuen Ländern partiell gegen den langfristigen historischen Trend, es zeichnen sich Demodernisierungsprozesse ab: Die ostdeutschen Frauen haben in einigen Sektoren einen Teil ihres Gleichstellungsvorsprungs, den ihnen der Sozialismus eingebracht hatte, wieder eingebüßt. In anderen Sektoren konnten sie ihn jedoch behaupten oder sogar ausbauen. In den Turbulenzen der Arbeitsmarktkrise sind Frauen in größere Bedrängnis geraten als Männer. Da ihre Wiedereinstellungschancen bei Arbeitsplatzverlust erheblich schlechter sind, liegen ihre Arbeitslosenraten, die Dauer der Arbeitslosig- keit und der Anteil von Langzeitarbeitslosen um 40 Prozent bis 100 Prozent über den entsprechenden Daten für Männer, obwohl ihre Erwerbsneigung nach der Wende nicht etwa ab-, sondern zugenommen hat.

Auch die geschlechtstypische Hierarchisierung in der Arbeitswelt nimmt wieder schärfere Konturen an, weil Frauen aus höheren Positionen häufiger verdrängt werden als aus niedrigen. Verschiedene Studien zeigen, dass Männer in der Dynamik der Umbruchsmobilität zwei- bis dreimal häufiger aufsteigen als Frauen; den Frauen werden dagegen die höheren Abstiegsrisiken "beschert", bei einem Positionswechsel haben sie doppelt so häufig wie Männer Statusverluste hinzunehmen [18] . Demodernisierungstendenzen werden zusätzlich durch den Abbau vieler Kinderbetreuungseinrichtungen und den Wegfall der staatlichen Hilfen für berufstätige Frauen verstärkt. Beides verschärft die Doppelbelastung der erwerbstätigen Frauen durch Beruf und Familie. Die vielschichtige Bedrängnis der Frauen in der Arbeitswelt wirkt auf die häusliche Arbeitsteilung zurück und verstärkt deren Geschlechtstypik. Während in Westdeutschland - dem Modernisierungstrend folgend - immer mehr Mütter einer Berufstätigkeit nachgehen, werden ostdeutsche Mütter immer häufiger - meist gegen ihre eigentlichen Wünsche - zurück an Heim und Herd gebannt; der Anteil berufstätiger Mütter ist in den neuen Ländern deutlich zurückgegangen (Abb. 5). An den Universitäten und im politischen Bereich konnten die ostdeutschen Frauen dagegen ihren Gleichstellungsvorsprung behaupten. So wie vor der Wende nehmen auch im Wintersemester 1998/99 junge ostdeutsche Frauen häufiger ein Universitätsstudium auf als westdeutsche (Abb. 6). Und unter den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, wo in allen Bundesländern die Frauenanteile angestiegen sind, konnten die weiblichen Parlamentarierinnen aus den neuen Ländern ihren Vorsprung gegenüber den westdeutschen Parlamentarierinnen sogar noch geringfügig ausbauen. Auch der Organisationsgrad der ostdeutschen Frauen im DGB ist fast noch doppelt so hoch wie unter ihren westdeutschen Kolleginnen (Abb. 7).

Die vielen Tendenzen der nachholenden Modernisierung und die wenigen gegenläufigen Demodernisierungsprozesse sind im Wesentlichen Phänomene der "Verwestlichung". Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass es in den alten Ländern auch "Veröstlichungsphänomene" gibt und dass sich in einigen Segmenten der ostdeutschen Sozialstruktur spezifische Besonderheiten erhalten oder entwickelt haben [19] .

V. Psychologische Bilanz der nachholenden Modernisierung: Gratifikationsplus

Es wurde eingangs angenommen, dass die eigentliche Triebfeder der nachholenden Modernisierung die Leistungssteigerung der Sozialstruktur ist, dass das modernere Arrangement der Wirkungszusammenhänge mehr für die Gratifikation der betroffenen Menschen leistet. Nach dieser Annahme müssten sich die Umbrüche in den "objektiven Strukturen" in einer Verbesserung der individuellen Zufriedenheit widerspiegeln. Auch diese Zusammenhänge lassen sich empirisch belegen. Trotz aller Krisenerscheinungen und Schocks, die mit den vielfältigen Umbrüchen verbunden sind, ist die Gratifikationsbilanz bei den Ostdeutschen zunehmend positiv. Der Anteil von ihnen, deren Lebensbedingungen sich nach eigener Einschätzung nach der Vereinigung verbessert haben, stieg von 48 Prozent im Jahr 1993 auf 59 Prozent im Jahr 1998 an; gleichzeitig nahm der Anteil der "Vereinigungsgeschädigten" von 23 Prozent auf 16 Prozent ab (Tab. 1).

Die kurzen Hinweise auf die Probleme der Modernisierung (neue soziale Unsicherheit), auf die gegenläufigen Tendenzen der Demodernisierung, auf die Veröstlichungsvorgänge und auf die Entstehung ostdeutscher Besonderheiten sind notwendige Relativierungen der Hauptthese. Sie ändern jedoch nichts an der Feststellung, dass der wesentliche Grundzug der sozialstrukturellen Umbrüche in einer nachholenden Modernisierung besteht.

Fußnoten

1.
Der Text ist die gekürzte Fassung eines Vortrages auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Sektion "Soziale Indikatoren", am Wissenschaftszentrum Berlin. Die ungekürzte Version erscheint im Tagungsband: Heinz-Herbert Noll/Roland Habich (Hrsg.), Vom Zusammenwachsen einer Gesellschaft: Analysen zur Angleichung der Lebensverhältnisse in Deutschland, Frankfurt am Main - New York 2000.
2.
Vgl. Wolfgang Zapf (Hrsg.), Die Modernisierung moderner Gesellschaften, Frankfurt am Main - New York 1991.
3.
Ders., Modernisierung und Transformation, in: Bernhard Schäfers/Wolfgang Zapf (Hrsg.), Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands, Opladen 1998, S. 474.
4.
Vgl. hierzu Rainer Geißler, Die Sozialstruktur Deutschlands. Zur gesellschaftlichen Entwicklung mit einer Zwischenbilanz zur Vereinigung, Opladen 1996².
5.
Vgl. Manfred Lötsch, Zur Triebkraftfunktion sozialer Unterschiede, in: Informationen zur soziologischen Forschung in der Deutschen Demokratischen Republik, Bd. 17, Berlin 1981, S. 14-19.
6.
Vgl. Rainer Geißler, Bildungschancen und Statusvererbung in der DDR, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 35 (1983), S. 755-770; ders., Entwicklung der Sozialstruktur und Bildungswesen in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR, in: Oskar Anweiler (Hrsg.), Vergleich von Bildung und Erziehung in der Bundesrepublik Deutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik, Köln 1990, S. 85-111; Karl-Ulrich Mayer/Heike Solga, Mobilität und Legitimität. Zum Vergleich der Chancenstrukturen in der alten DDR und in der alten BRD, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 46 (1994), S. 697-719.
7.
Vgl. Rainer Geißler, Soziale Ungleichheit zwischen Frauen und Männern im geteilten und vereinten Deutschland, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 14-15/91, S. 13-24.
8.
Ders., Die ostdeutsche Sozialstruktur unter Modernisierungsdruck, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 29-30/92, S. 15-28.
9.
Vgl. Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd), (2000) 25, S. 1. Der Rentenvergleich beschönigt allerdings die Einkommensituation der ostdeutschen Rentnerhaushalte, deren Gesamteinkommen 1998 bei 80 Prozent des Einkommens der westdeutschen Rentnerhaushalte lag (Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 1998).
10.
Einzelheiten dazu enthält die ungekürzte Version dieses Beitrages (vgl. Anm. 1).
11.
Zu den Reaktionen der Ostdeutschen auf diese Veränderungen vgl. Gunnar Winkler (Hrsg.), Sozialreport 1999. Daten und Fakten zur sozialen Lage in den neuen Bundesländern, Berlin 1999, S. 72 ff., sowie Roland Habich/Heinz-Herbert Noll/Wolfgang Zapf, Subjektives Wohlbefinden in Ostdeutschland nähert sich westdeutschem Niveau. Ergebnisse des Wohlfahrtssurveys 1998, in: Informationsdienst Soziale Indikatoren, (1999) 22, S. 1-6.
12.
Vgl. R. Habich/H.-H. Noll/W. Zapf, ebd., S. 5.
13.
Vgl. Heinrich Schlomann/Jürgen Faik, Die Verteilung des Haus- und Grundvermögens in den neuen Bundesländern, in: Wolfgang Glatzer/Gerhard Kleinhenz (Hrsg.), Wohlstand für alle?, Opladen 1997, S. 260f. und S. 269.
14.
Vgl. iwd (2000) 26, S. 8.
15.
Vgl. ebd., (2000) 44, S. 4.
16.
Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Fachserie 2.1. Reihe 16, Stuttgart 1998.
17.
Zu den neuen Selbständigen vgl. z. B. Michael Thomas (Hrsg.), Selbständige - Gründer - Unternehmer. Passagen und Passformen im Umbruch, Berlin 1997.
18.
Vgl. Frank Adler/Albrecht Kretzschmar, Ungleiche Ungleichheitskarrieren - Pfade und Wahrnehmungsmuster, Vervielf. Manuskript Berlin 1995; R. Geißler (Anm. 4), S. 303.
19.
Gut belegt sind die Besonderheiten der neuen Osteliten (jünger, mehr Aufsteiger, mehr Frauen, andere Ausbildungswege) sowie das Überleben von Relikten der sozialistischen Agrarrevolution in Form von postsozialistischen Großagrariern. Einzelheiten zu den Besonderheiten der ostdeutschen Sozialstruktur enthält die ungekürzte Fassung dieses Beitrages (vgl. Anm. 1).

Rainer Geißler

Zur Person

Rainer Geißler

Dr. phil., geb. 1939; Professor für Soziologie an der Universität Siegen.

Anschrift: Universität Siegen, Fachbereich 1, Adolf-Reichwein-Straße 2, 57068 Siegen.

Veröffentlichungen u. a.: Die deutsche Sozialstruktur im Wandel, Bonn 2000.


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