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26.5.2002

Die Modernisierung weiblicher Lebenslagen

Der Beitrag analysiert die Lebenslage junger Frauen und ihr Lebensgefühl vor dem Hintergrund der Befreiung aus traditionellen Lebensweisen und Orientierungen. Junge Frauen selbst leiten daraus den Anspruch auf Gleichheit ab.

Einleitung

Die jüngste Untersuchung zu Zukunftsvorstellungen und Orientierungen der jungen Generation stellt eine weitgehende Angleichung bei jungen Frauen und Männern fest. Typisch weibliche und typisch männliche Lebensmuster scheint es danach nicht mehr zu geben, dagegen scheinen die Unterschiede innerhalb der Geschlechter beträchtlich. Familienorientierung, Berufsorientierung, Suche nach Partnerschaftlichkeit: in allen diesen Feldern seien die Übereinstimmungen zwischen den Geschlechtern groß [1] . Wie passt dieses Ergebnis der 13. Shell-Jugendstudie "Jugend 2000" zu den im Alltag erfahrenen und statistisch belegbaren Unterschieden in den Lebensweisen und Lebenschancen von Frauen und Männern? Diese Unterschiede geben weiterhin Anlass, Frauen in vielen Lebensbereichen als benachteiligt anzusehen.


Wir wollen die Alltagserfahrung nicht bestreiten. Dennoch scheint uns die Selbstverständlichkeit, mit der junge Frauen und Männer die Geschlechterdifferenz für wenig relevant erklären, die wichtigere - interessantere - Botschaft zu sein gegenüber der Perspektive, die die Ungleichheit betont. Junge Frauen heute nehmen an, im Rahmen ihres sozialen Kontextes Handlungsfreiheit zu haben, nicht an überkommene Rollen gebunden zu sein. Diese Freiheit scheint ihnen durch die kulturelle Liberalisierung und Ent-Naturalisierung des Geschlechts verbürgt; damit ist gemeint, dass Weiblichkeit und Männlichkeit nicht mehr als - nicht hinterfragbare - Naturkategorien, sondern als soziale Konstruktionen thematisiert werden. Aus der Natur abgeleitete Vorgaben, wie Frauen und Männer zu leben haben, gelten nicht mehr, sind jedenfalls für die junge Generation nicht handlungsleitend. Dies ist ein sehr weitreichender gesellschaftlicher Umbruch der letzten 30 Jahre, der auch dazu geführt hat, dass in allen sozialen Schichten das Selbstverständnis junger Frauen vom Gleichheitsanspruch geprägt ist.


Der Gleichheitsanspruch und die Ähnlichkeit der Lebenslagen von jungen Frauen und Männern verweisen auf die Modernisierung des Geschlechterverhältnisses. In ihren Präferenzen des alltäglichen Handelns, in sozialen Orientierungen, kulturellen Ausdrucksweisen und Lebensformen kommen die institutionellen und kulturellen Veränderungen der letzten 20 bis 30 Jahre zum Ausdruck, die auch die Lebensweisen und Handlungsspielräume der Geschlechter betreffen. Während empirische Studien der achtziger/neunziger Jahre einzelne Aspekte des sozialen Wandels (Wohlstandssteigerung, Bildungsexpansion, Erwerbsbeteiligung von Frauen, kulturelle und sexuelle Liberalisierung, Wandel der Lebensentwürfe) belegen, scheinen nun die Modernisierungsprozesse in all diesen Bereichen zusammenzukommen und in den Lebenszielen Jugendlicher sichtbar zu werden. Offenbar "brauchten" diese Prozesse diese lange Zeit, um Wirkung zu entfalten. Wie jeder soziale Wandel kann sich auch die Modernisierung im Verhältnis der Geschlechter schwer gegen verfestigte Zustände durchsetzen. Sie entfaltet gesellschaftsprägende Kraft erst im Generationenwechsel.

I. Ein neuer Generationenzusammenhang

Die heute 15- bis 30-Jährigen befinden sich als Generation in einer neuen gesellschaftlichen und individuellen Situation. Den Anspruch auf "ein Stück eigenes Leben" stellte Elisabeth Beck-Gernsheim in ihrem bekannten Aufsatz von 1983 [2] bei der Generation junger Frauen fest, der - als der erste in Deutschland - weiterführende Bildung und Berufsausbildung offen standen. Was Anfang der achtziger Jahre als revolutionäre Absage an die weibliche Unterordnung im Geschlechterverhältnis erschien, ist für die jungen Frauen heute die Grundlage für ihre Lebensplanung, bei der sie sich ganz neuen Problemen ausgesetzt sehen. Diese Probleme und Herausforderungen haben in ihren Augen recht wenig mit der Geschlechterdifferenz zu tun. Ähnlich sehen es die gleichaltrigen Männer: Angesichts der Unsicherheiten in Ausbildung und Arbeitsmarkt können sie sich nicht kollektiv als begünstigt ansehen. In dem epochalen Umbruch, mit dem die Prägung durch die industrielle Arbeit in Europa zu Ende geht, sieht sich die jüngere Generation Arbeitslosigkeit und anderen Risiken gegenüber, wobei die Männer nicht von vornherein bessere Chancen haben.

Zur Krise der Industriegesellschaft und ihrer Institutionen hat die Modernisierung des Geschlechterverhältnisses allerdings auch beigetragen. Frauen heute sind an allen Lebensbereichen beteiligt - auch an Ausbildung und Erwerbsarbeit. Die traditionell weibliche Lebensführung im Rahmen der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung wird nur noch von einer Minderheit akzeptiert. Das gestiegene Bildungsniveau, die Anerkennung der sozialen Norm, wonach (auch) Mädchen Anspruch auf eine qualifizierte Ausbildung haben, und die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen wirken so als Motor der Modernisierung und führen zugleich zur Individualisierung subjektiver Orientierungen und Lebensentwürfe [3] . Bildung fördert die Selbstreflexion und verstärkt die individuelle Aufstiegsorientierung; die Integration in den Arbeitsmarkt erfordert selbstbewußtes Handeln und die Entwicklung eines zeitlichen Horizonts: einer biographischen Perspektive. Denn die moderne Gesellschaft verlangt vom Individuum, das eigene Leben als Lebenslauf zu organisieren und Übergänge zwischen verschiedenen Lebensphasen zu überbrücken. Im Zuge der skizzierten Modernisierungsprozesse sind die Entscheidungsalternativen von Frauen zahlreicher geworden, und zwar in der Phase des Erwachsenwerdens wie auch später.

Geschlechtsspezifische Diskriminierung und soziale Ungleichheit haben sich zwar nicht aufgelöst, aber sie haben ihre unmittelbare Erfahrbarkeit - und damit ihre Deutungskraft für die eigene Situation - weitgehend verloren; an ihre Stelle tritt eine individualistische Sicht von Chancen und Lebensformen. Wir haben es also mit einem neuen Deutungsmuster zu tun, das "Selbstkontrolle, Selbstverantwortung und Selbststeuerung" [4] betont und Ungleichheit im Status und den Lebenschancen dem Einzelnen als Folge individueller biographischer Entscheidungen zurechnet. Wir verwenden hier den Individualisierungsbegriff nicht im Sinne der faktischen Steuerbarkeit des Lebens, sondern weisen auf seine Geltung als gesellschaftliches Deutungsmuster - gerade bei der jüngeren Generation - hin. Auch wenn häufig die Zunahme der Wahlmöglichkeiten zu stark betont und strukturelle Restriktionen ausgeblendet werden, so ist doch festzustellen, dass dieses Deutungsmuster höchst wirkungsmächtig ist. Für die Selbstinterpretation jüngerer Frauen ist es von großer Bedeutung und hat auch aktivierendes Potential [5] . Für die meisten Mädchen und jungen Frauen ist es ein Deutungsmuster, auf das sie sich positiv beziehen und das subjektiv wie objektiv Handlungsspielräume für sie schafft. Der Bezug auf das Geschlecht scheint ihnen dagegen wenig zur Erklärung ihrer Erfahrungen beizutragen. Im Gegenteil - den Hinweis auf "frauenspezifische" Benachteiligungen erleben sie selbst als diskriminierend. Die aktuellen Lebenslagen junger Frauen sind durch neue Probleme geprägt und durch andere öffentliche Diskurse gerahmt, als dies in den achtziger und zu Beginn der neunziger Jahre der Fall war. Der jungen Generation fehlt die biographische Erfahrung des offen hierarchischen, "patriarchalischen" Geschlechterverhältnisses, des Ausschlusses von Frauen aus Bildung und qualifizierter Erwerbsarbeit. Viele der von der Frauenbewegung erkämpften Erfolge sind für sie heute selbstverständlich; viele feministische Forderungen bleiben ihnen daher fremd.

II. Qualifikation, Erwerbsarbeit und neue Lebenslaufmuster

1. Erwerbsarbeit ist zur entscheidenden Rahmenbedingung weiblicher Lebenslagen geworden und wird es weiterhin bleiben. Dies ist auf strukturelle Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt ebenso wie auf neue subjektive Orientierungen zurückzuführen. Generell lässt sich eine Verschiebung in der Beschäftigungs- und Qualifikationsstruktur konstatieren, von der Frauen bereits profitiert haben. Der Hintergrund für diese Aussage ist die Zunahme der Dienstleistungstätigkeiten und innerhalb der Dienstleistungen eine Verschiebung zu qualifizierteren Tätigkeiten [6] . Von 1985 bis 1995 nahm die Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Frauen in etwa gleich stark in den primären Dienstleistungsberufen (mit einfacher) und den sekundären (mit höherer Qualifikation) zu. Allerdings sind nach wie vor mehr als doppelt so viel weibliche Beschäftige in den primären (ca. 5,1 Millionen) als in den sekundären Dienstleistungsberufen (ca. 2,4 Millionen) tätig [7] . Nach einer Modellberechnung zur "Zukunft der Frauenbeschäftigung" [8] bis 2010 ergeben sich - unter der Annahme, dass sich Wirtschaftsstrukturen wie Tätigkeitsanforderungen weiter verändern und die Teilzeitarbeit zunimmt - mehr Erwerbsmöglichkeiten für Frauen als für Männer. Dennoch bleibt das Arbeitsmarktungleichgewicht auch in Zukunft bestehen. Denn vom Wachstum des Dienstleistungsbereichs werden eher höher qualifizierte Frauen profitieren; für gering qualifizierte Frauen sinken die Beschäftigungschancen. Im Produktionssektor haben nur Frauen mit qualifizierter gewerblich-technischer Ausbildung Chancen, wobei hier zudem Sprach- und Kommunikationskompetenzen erwartet werden. Frauen werden vom Strukturwandel also nicht automatisch profitieren, die Arbeitsmarktkonkurrenz wird zunehmen und sie wird mehr als früher zwischen Frauen und Männern ausgetragen. Zugleich nimmt die Standardisierung des Erwerbsverlaufs ab: Die Zeiten der Ausbildung verlängern sich, die Übergänge in den Beruf werden schwieriger, im Zeichen lebenslanger Mobilität sind Berufs- und Arbeitsplatzwechsel, Zeiten von Weiterbildung oder Arbeitslosigkeit zu erwarten. Diese Dynamisierung des Erwerbsverlaufs und der betrieblichen Anforderungen zwingen die Individuen zur flexiblen Verwertung der eigenen Arbeitskraft [9] . Diese Prozesse werden auf der einen Seite als Verlust interpretiert - als Angleichung des Normalarbeitsverhältnisses an flexible Muster der Frauenbe-

schäftigung [10] . Eine andere Deutung betont die Möglichkeiten der Aufwertung von Teilzeitarbeit auch in qualifizierten Tätigkeiten und rechnet mit Chancen für die Vereinbarung von Beruf und Familie [11] .

2. Bei beiden Geschlechtern lässt sich eine Auflösung traditioneller Modelle des Lebenslaufs beobachten. Neue Formen privater Lebensführung und vielfältigere Muster der Familiengründung führen dazu, dass geschlechtsspezifisch standardisierte Modelle des Lebenslaufs an Bedeutung verlieren. Allerdings sind die Umbrüche im weiblichen Lebenslauf dramatischer und folgenreicher als die im männlichen. Während Männer sich immer noch am erwerbszentrierten Lebenslaufmodell orientieren, gibt es für junge Frauen keine allgemein gültige biographische Leitlinie mehr; auch die Vereinbarung von Familie und Beruf ist nur eines von mehreren Lebenslaufmodellen. Für junge Frauen bedeutet dies, dass sie eigene biographische Entscheidungen treffen müssen - immer im Wissen, dass sie auch anders entscheiden könnten. Statt einer einmaligen Berufsentscheidung sind eine Vielzahl von Bildungs- und Arbeitsplatzentscheidungen zu treffen, ohne deren Folgen absehen zu können. Aus dieser offenen Situation ergeben sich besondere Anforderungen an die Orientierungsleistungen; die Fähigkeit zur "biographischen Selbststeuerung" [12] gewinnt an Bedeutung, um die Übergänge in Ausbildung, Beruf, Weiterbildung und Familie zu gestalten - nicht nur passiv zu erleiden. Der Lebenslauf wird zu einer Gestaltungsaufgabe der Einzelnen [13] .

III. Lebenslagen und Selbstverständnis junger Frauen

Im Folgenden geht es uns darum, den strukturellen Blick auf die Lebenslagen junger Frauen mit der Frage nach ihrem eigenen Selbstverständnis zu verbinden. Diese Verknüpfung von struktur- und handlungstheoretischer Perspektive ist eine wesentliche Voraussetzung zum Verständnis der jüngeren Frauengeneration. Handlungsspielräume sind zwar sozial strukturiert, sie existieren aber nicht unabhängig vom Handeln und den damit verbundenen Deutungen. Daher muss das Selbstverständnis von Individuen als eigene soziale Realität untersucht werden. So sind Lebensplanung und Handlungsorientierungen nicht von sozialer Herkunft und formalem Bildungsniveau determiniert, sondern entwickeln sich im biographischen Prozess; sie sind Ergebnis biographischer Erfahrungen und unterscheiden sich in der Generationenabfolge. Wie wachsen Mädchen heute auf bzw. wie sind junge Frauen in den achtziger und neunziger Jahren aufgewachsen, welche Erfahrungen haben sie geprägt?

1. Aufwachsen als Mädchen



Dank der neueren Kindheitsforschung haben wir recht präzise Kenntnisse über Modernisierungsprozesse im heutigen Kinderleben; es gibt eine Fülle qualitativer und quantitativer Studien über veränderte Eltern-Kind-Beziehungen, über die Interaktion zwischen Gleichaltrigen, über kulturelle Praktiken und Freizeitaktivitäten von Kindern. Diese Befunde geben auch vielfältige Aufschlüsse über die Lebenslage von Mädchen. Die generelle Tendenz zu einer Liberalisierung des Eltern-Kind-Verhältnisses und zu einer stärker partnerschaftlichen Beziehung betrifft Jungen wie Mädchen und führt zu einer Angleichung kindlicher Biographien im Familienkontext. Zwar werden auch Differenzen in den Erziehungszielen für Jungen und Mädchen festgestellt [14] , es gibt aber auch eine ganze Reihe von Erziehungszielen, die annähernd gleich gewichtet werden. Insgesamt hat sich eine typische Mädchen- bzw. Jungensozialisation deutlich abgeschwächt. Für die Mehrheit der Eltern ist die Norm der Gleichbehandlung der Geschlechter handlungsleitend.

Auch im Hinblick auf die Gestaltung der Freizeit und die Muster der kinderkulturellen Praxis scheinen sich weibliche und männliche Kindheit anzugleichen; ganz deutlich ist die Angleichung bei Bildungsbeteiligung und Bildungschancen. Im allgemeinbildenden Schulsystem haben Mädchen mit den Jungen gleichgezogen bzw. sie überholt. In den Gymnasien sind Mädchen über-, in den Sonder- und Hauptschulen unterrepräsentiert - von strukturellen Ungleichheiten aufgrund des Geschlechts kann hier keine Rede mehr sein [15] . Diese Tendenz setzt sich im Hochschulbereich fort. Im Wintersemester 1995/96 haben an Universitäten erstmals mehr Frauen als Männer ein Studium begonnen. Im innerschulischen Bereich allerdings, in den Interaktionen zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, in den Inhalten und Medien des Schulunterrichts, gibt es nach wie vor einen "heimlichen Lehrplan", der auf subtile Weise Mädchen im koedukativen Unterricht benachteiligt. Allerdings stammen die Ergebnisse, auf die sich die Koedukationsdebatte bezieht, überwiegend aus den achtziger Jahren. Es gibt Hinweise darauf, dass durch die Anstöße der schulbezogenen Frauenforschung Lehrerinnen und Lehrer gegenüber dem "heimlichen Lehrplan" sensibilisiert sind. Neben Familie und Schule ist der Freizeitbereich wichtig im Alltag von Mädchen; hierzu weisen neuere Studien sowohl auf Angleichungstendenzen als auch auf fortbestehende Geschlechterunterschiede hin. Sport ist zentraler Bestandteil der heutigen Kindheit und frühen Jugend, und hier haben die Mädchen seit den fünfziger Jahren deutlich aufgeholt; die Sportpräferenzen scheinen jedoch traditionelle Stereotype zu bestätigen. Allerdings sind die für das Jugendalter wichtigsten Freizeitorientierungen (mit Freunden zusammen sein, Musik hören, wegfahren, faulenzen, Feten feiern) für Mädchen wie Jungen gleichermaßen wichtig [16] .

Die Bedeutung der kulturellen Liberalisierung und des Wertewandels für die Jugendsexualität ist offensichtlich. Ein, wenn nicht das zentrale Thema von Jugend ist ja die Auseinandersetzung mit Sexualität und die Annäherung an das andere Geschlecht. In der Frauenbewegung galt Heterosexualität lange Zeit als der Bereich, in dem die männliche Dominanz sich besonders augenfällig manifestiert [17] . Der Wandel in den sexuellen Beziehungen geriet so nicht gleichermaßen in den Blick wie die Gewalt im Geschlechterverhältnis. Interessant sind dazu Forschungsergebnisse der Sexualwissenschaften. Die Autoren einer Studie zur Jugendsexualität haben Veränderungen gefunden, die als Annäherung zwischen den Geschlechtern interpretierbar sind. Demnach tendieren die Jungen 1990 stärker dazu, Sexualität mit Liebe und Treue zu verbinden als vor 20 Jahren. "Bei den Mädchen sticht . . . hervor, dass sie 1990 - nach ihren eigenen Aussagen und denen der Jungen - mehr soziale Kontrolle in sexuellen Situationen beanspruchen . . . und dass sie mehr Unabhängigkeit in Partnerschaften fordern, entgegen traditionellen Rollenvorschriften". Die Autoren sehen Indizien dafür, dass "Jugendliche heute in der Frage der Unterprivilegierung von Frauen, den Besonderheiten der Geschlechter sowie der Macht- und Gewaltverhältnisse zwischen ihnen sensibler . . . sind" [18] . Die Geschlechterfrage ist also in den Köpfen heutiger Jungen und Mädchen stärker präsent als früher. Insgesamt stellen die Autoren der Studie fest, dass sich eine neue, komplexe Kodifizierung von Sexualität entwickelt hat, die die Rechte und Wünsche der Frauen stärker respektiert und die Sexualität der Männer bändigt. Dies bedeutet nicht, dass es keine Gewalt mehr zwischen den Geschlechtern gäbe, aber die Befunde weisen darauf hin, dass sich das Geschlechterverhältnis auch in diesem Bereich gewandelt hat. Der soziale und kulturelle Kontext für den "Einstieg" in die Geschlechtsrolle ist für Mädchen heute ein anderer als vor 20 Jahren, und dies verändert auch ihre eigenen sexuellen Erfahrungen.

2. Weibliche Adoleszenz - Warteschleife oder zweite Chance?



Trotz der Abschwächung geschlechtstypischer Sozialisationserfahrungen in der Kindheit, der Angleichung der Bildungschancen und der Freizeitmöglichkeiten, ungeachtet der Veränderungen in der Sexualität, führt die Adoleszenz bei den Mädchen zu einer Selbstzurücknahme und zu einem Einbruch ihres Selbstwertgefühls. Die psychoanalytisch orientierte Adoleszenzforschung hat sich ausführlich mit diesem Phänomen befasst. Sie geht davon aus, dass die Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz - die Loslösung von der Herkunftsfamilie, die Klärung der eigenen Geschlechtsrolle und die Verortung in der Gesellschaft (Herausbildung eines eigenen Wertesystems, Qualifikationserwerb und die Sicherung der eigenen Existenz) - für Mädchen im Widerspruch zueinander stehen. Da Weiblichkeit immer noch durch das Begehrtwerden definiert sei und es wenig symbolische Repräsentationen einer aktiven und selbstbewussten Weiblichkeit gäbe, stehe die Entwicklung von Weiblichkeit eher im Widerspruch zu anderen Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz, die auf Individuation (über Leistung und Abgrenzung) zielen. Carol Hagemann-White schließt daraus, dass "Selbstfindung und Individuation für Mädchen vor der Jugendphase oder nach ihr stattfinden; die

Adoleszenz ist eine Warteschleife" [19] . Karin Flaake

konstatiert Widersprüchliches in den Orientierungen der jüngeren Frauen: an der Oberfläche Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit, aber als Unterströmung ein mangelndes Selbstwertgefühl [20] . Ob die These von der "Warteschleife" die Realität von Mädchen angemessen beschreibt oder ob die Adoleszenz nicht auch für Mädchen eine "zweite Chance" (Mario Erdheim) bieten kann, ist eine offene Frage.

3. Arbeitsmarkt, Karriere und Macht



Die Gleichheit der Bildungschancen und die Überrepräsentanz von Mädchen bei höheren Bildungsabschlüssen bricht sich jedoch an der geschlechtsspezifischen Segmentierung des Arbeitsmarktes. Wie werden die Barrieren im Arbeitsmarkt von Frauen in verschiedenen biographischen Phasen wahrgenommen? Das junge Erwachsenenalter wird von der Mehrzahl der jungen Frauen als Zeit der Selbstbestimmung erlebt. Berufstätigkeit und sozialökonomische Verselbständigung, eine eigene Wohnung oder das Zusammenleben mit dem Partner (mit einer eher partnerschaftlichen Arbeitsteilung) führen zu einer durchweg positiven Einschätzung dieser Lebensphase und der Berufssituation. Erheblich kritischer wird der Arbeitsmarkt wahrgenommen, wenn Frauen der Aufstieg erschwert wird oder wenn der berufliche Wiedereinstieg nach einer Familienphase sich als schwierig erweist.

Untersucht man die subjektiven Ansprüche an Ausbildung, Studium und Beruf, dann zeigen sich Differenzen, doch auch wesentliche Übereinstimmungen. Dies betrifft sowohl die Sicherheit des Arbeitsplatzes, das Interesse an der konkreten Tätigkeit und die finanzielle Unabhängigkeit. Unterschiede zwischen Frauen und Männern scheint es im Hinblick auf die instrumentellen Orientierungen zu geben (Karriere machen, höheres Einkommen erzielen), aber auch hier zeichnet sich eine ausgeprägtere Karriere- und Einkommensorientierung bei Frauen ab. Interessant sind auch die Ausdifferenzierungen der Arbeitsorientierung zwischen Frauen, die sich aus der subjektiven Gewichtung von Arbeitsplatzsicherheit, Einkommen und Aufstieg gegenüber den arbeitsinhaltlichen und/oder kommunikativen Aspekten von Arbeit ergeben. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen Frauen, und zwar in Abhängigkeit vom Bildungsniveau wie auch von der Lebensplanung [21] .

Nach wie vor gibt es eine deutliche Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen; bemerkenswert ist hier, wie sich die Orientierungen junger Frauen in relativ kurzer Zeit verändern. Studien aus den neunziger Jahren weisen auf eine zunehmende Karriereorientierung und generell auf eine ausgeprägtere instrumentelle Einstellung bei jüngeren Frauen hin. So haben sich noch 1990 in einer Studie unter Führungskräften die Frauen durchweg von der Macht distanziert; ein knappes Jahrzehnt später hat sich das weibliche Verhältnis zur Macht verändert [22] .

4. Familiale Arbeitsteilung - von Wandel keine Spur?



Von allen Lebensbereichen scheint die Familie und die in ihr praktizierte Arbeitsteilung die größte Resistenz gegenüber Modernisierungsprozessen zu besitzen. Es gibt bisher wenig empirische Anhaltspunkte für einen Wandel der Arbeitsteilung. Neben allen strukturellen und institutionellen Rahmenbedingungen führt auch die "Kindorientierung" der Frauen und eine entsprechende Lebensplanung, in der von den Frauen mehrheitlich eine Erwerbsunterbrechung geplant und gewünscht wird, dazu, dass der Erziehungsurlaub bislang weiblich geblieben ist [23] . Dies verweist auf widersprüchliche Leitbilder in den Orientierungen junger Frauen, in den das Leitbild der "guten Mutter" und das der selbständigen, berufstätigen Frau oft in einem spannungsreichen Nebeneinander stehen [24] .

5. Junge Männer: neue Verortungen im Geschlechterverhältnis



Auch wenn es bis Mitte der neunziger Jahre wenig Anhaltspunkte für eine Veränderung der häuslichen Arbeitsteilung gibt, gibt es doch Hinweise zumindest für Irritationen auf der männlichen Seite des Geschlechterverhältnisses. So stellt Michael Meuser in seiner Studie über kulturelle Deutungsmuster von Männlichkeit in verschiedenen Milieus bei jüngeren Männern durchaus Reaktionen auf den Wandel der Lebensführung von Frauen fest: "Junge Männer . . . können heute nicht mehr erwarten, dass die Frauen ihrer Generation männliche Hegemonieansprüche anerkennen, und sie erwarten das auch nicht. Aufgewachsen in einer Epoche der Transformation der Geschlechterordnung, erfahren sie das Verhältnis von Mann und Frau in einer anderer Weise als die Generation ihrer Väter. Berufstätige Mütter sind eher die Regel als die Ausnahme, gleichaltrige Frauen erwerben dieselben Bildungstitel wie sie, und wenn auch nicht alle jungen Frauen dem Beruf die absolute Priorität geben (. . .), so müssen die jungen Männer sich dennoch mit Frauen ins Vernehmen setzen, die sich vom Dasein für andere verabschiedet haben und zumindest ein Stück eigenes Leben einfordern." [25] Meuser stellt zwei Orientierungsmuster fest: eine gebrochene und in Interaktionen mit Frauen stets gefährdete Orientierung an tradierter Männlichkeit und eine pragmatisch motivierte egalitäre Einstellung.

Auch eine weitere (repräsentative) Männerstudie [26] macht deutlich, dass es die Männer als homogene Gruppe nicht (mehr) gibt. Die Autoren unterscheiden vier Männertypen: Der traditionelle Mann (19 Prozent) orientiert sich an traditionellen Geschlechterrollen; der neue Mann (19 Prozent) hält die Frauenemanzipation für unterstützenswert und ist für eine egalitäre Arbeitsteilung; der pragmatische Mann (25 Prozent) akzeptiert traditionelle Elemente, versucht aber gleichzeitig, neue Rollenelemente zu integrieren; der unsichere Mann (37 Prozent) sitzt zwischen allen Stühlen, er lehnt die traditionelle Männerrolle ab, kommt aber mit der neuen auch nicht zurecht. Diese Befunde zeigen, dass der Wandel in der Lebenslage von Frauen die männliche Seite im Geschlechterverhältnis erreicht hat, dass sich auch hier Einstellungen im Wandel befinden und dass die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und die Verweigerung gleicher Rechte für Frauen legitimationsbedürftig geworden sind.

IV. Zwischen Gleichheitsanspruch und Ungleichheitserfahrungen

Das Resümee fällt widersprüchlich aus. In vielen Bereichen gibt es auf struktureller wie kultureller Ebene einen Abbau der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, Angleichungsprozesse in den Lebenschancen von Frauen und Männern. Zu nennen sind hier insbesondere die Abschwächung einer geschlechterstereotypen Erziehung in Elternhaus und Schule, die Gleichheit der Bildungschancen und die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen, die weitgehende soziale Akzeptanz der Gleichheitsnorm. Dazu kommt eine Gleichstellungspolitik, die die Gleichstellung von Frauen und den Abbau von Benachteiligung verfolgt.

Parallel dazu gibt es weiterhin geschlechtsspezifische Ungleichheitsstrukturen, nach wie vor ungleiche Lebenschancen im Hinblick auf gesellschaftliche Teilhabe und Möglichkeiten der Selbst-bestimmung. Trotz gestiegener Qualifikation und Erwerbsbeteiligung von Frauen ist der Arbeitsmarkt weiterhin geschlechtsspezifisch aufgespalten mit allen damit verbundenen Nachteilen für Frauen, schließlich gibt es immer noch Ungleichheiten im Bereich politischer Partizipation und eine Ungleichverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zu Lasten von Frauen.

Wir haben mit Blick auf neuere Forschungen ansatzweise die Frage erörtert, ob und wie diese Ungleichheiten von den jüngeren Frauen wahrgenommen werden und welche Faktoren ihre Wahrnehmung und Deutung beeinflussen. Uns scheint dabei der Hinweis besonders wichtig, dass die Wahrnehmung von Ungleichheit zwischen den Geschlechtern sich lebensphasenspezifisch unterscheiden kann. Für Jugend und junges Erwachsenenalter ist davon auszugehen, dass geschlechtsspezifische Ungleichheiten nur selektiv wahr-genommen werden und in ihrer Bedeutung - auch für die eigene Lebensführung - eher unterschätzt werden. Im Elternhaus und im Bildungssystem sind junge Frauen selten mit manifester Ungleichbehandlung konfrontiert. Es dominieren Gleichheitserfahrungen, die sich mit der öffentlichen Gleichheitsrhetorik verbinden. Die Thematisierung von Ungleichheit kollidiert mit dem Selbstverständnis einer Frauengeneration, die sich im Vergleich zu früheren Frauengenerationen als selbstständig und gleichgestellt erlebt [27] . Erst im mittleren Erwachsenenalter, mit der Familiengründung und den Belastungen durch die Vereinbarung von Beruf und Familienaufgaben, oder dann, wenn Frauen beim beruflichen Aufstieg auf Hindernisse stoßen, werden geschlechtsspezifische Ungleichheiten bewusster wahrgenommen. So beurteilen in einer Umfrage die 35- bis 44-jährigen Frauen den Stand der Gleichberechtigung am skeptischsten, und der Anteil der Frauen, die sich durch ihr Geschlecht benachteiligt fühlen, ist in der Altersgruppe der 25-bis 45-Jährigen am größten [28] .

Erschwert wird die Thematisierung von sozialer Ungleichheit zwischen den Geschlechtern durch ein individualisierendes Deutungsmuster der Zuschreibung von Selbstverantwortung für den eigenen Lebenslauf. Ungleichheitsstrukturen werden dann als Probleme individueller Lebensführung und biographischer Entscheidungen wahrgenommen. Auch für die Wahrnehmung sozialer Ungleichheit zwischen Frauen bleibt dieses Deutungsmuster nicht folgenlos. Die Abhängigkeit der alltäglichen Lebensführung von strukturellen Bedingungen wird nicht mehr wahrgenommen, sondern nur noch als Folge persönlicher Entscheidungen erlebt. "Die Konsequenz ist, dass die soziale Ungleichheit unter Frauen personalisiert wird als Differenz zwischen Graden der Emanzipiertheit, Fragen des Lebensstils und dergleichen. Damit ist der Weg für eine politische Thematisierung dieser Ungleichheit und ihrer Entstehungsbedingungen erschwert." [29]

Die De-Thematisierung sozialer Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wie zwischen Frauen, wie wir sie im Selbstverständnis vieler junger Frauen finden, sollte allerdings nicht einfach als "falsches" Bewusstsein abgetan werden. Vielmehr ist zu fragen, ob Frauen mit dieser Ausblendung etwas gewinnen - worin also die Attraktivität einer individualisierenden Deutung von gesellschaftlicher Realität besteht. Sigrid Metz-Göckel gibt uns hier einen wichtigen Hinweis: "Zumindest in ihrem persönlichen Fall glauben junge Frauen oft, objektive Strukturen durch individuelles Handeln außer Kraft setzen zu können. Sie verkennen damit systematisch ihre Situation, geraten damit aber in eine überzogene oder illusorische Akteursposition. Auch wenn sie die Machtbalancen damit nicht gründlich außer Kraft setzen, gewinnen sie subjektiv einen Spielraum." [30] Nur in diesem Spannungsfeld von Gleichheitsansprüchen und Ungleichheitserfahrungen, von (illusionärer) Selbstwahrnehmung und struktureller Ungleichheit sind ihre Lebensentwürfe und ihr biographisches Handeln zu verstehen. Aus dieser Spannung entsteht zugleich das gesellschaftliche Potential für die weitergehende Befreiung beider Geschlechter aus stereotypen Selbst- und Fremdzuschreibungen, aus traditionellen Lebensweisen und Orientierungen. Der Gleichheitsanspruch und die (illusionäre) Gleichheitsannahme junger Frauen kann so die Modernisierung des Geschlechterverhältnisses und der Gesellschaft beschleunigen.

Fußnoten

1.
Vgl. Arthur Fischer/Yvonne Fritzsche/Werner Fuchs-Heinritz/Richard Münchmeier (Hrsg.), Jugend 2000. Die 13. Shell-Jugendstudie, Opladen 2000. Zu den Kindern der Migrantenfamilien sind bei dieser Studie zum ersten Mal repräsentative Daten erhoben, die die Zukunftsvorstellungen der jungen Italiener und Italienerinnen und Türken und Türkinnen zum ersten Mal mit denen deutscher Jugendlicher vergleichbar machen. Für unsere Darstellung müssen wir auf den Vergleich verzichten.
2.
Vgl. Elisabeth Beck-Gernsheim, Vom "Dasein für andere" zum Anspruch auf ein Stück "eigenes Leben" - Individualisierungsprozesse im weiblichen Lebenszusammenhang, in: Soziale Welt, 34 (1983) 3, S. 307-340. Als "Generation" verstehen wir eine Großgruppe von Individuen, die in einem soziokulturellen Raum (Deutschland) in demselben Zeitraum geboren wurde. Sie teilt dadurch die Erfahrung gleicher historischer Prozesse, gesellschaftlicher Zustände und Krisen.
3.
Vgl. die Aufsätze in Ulrich Beck/Elisabeth Beck-Gernsheim, Riskante Freiheiten. Individualisierung in modernen Gesellschaften, Frankfurt am Main 1994; Anmerkung der Redaktion: Zum Thema Lebensentwürfe siehe auch den Beitrag von Brigitte Geißel in diesem Heft.
4.
Monika Wohlrab-Sahr, Individualisierung: Differenzierungsprozess und Zurechnungsmodus, in: Ulrich Beck/Peter Sopp (Hrsg.), Individualisierung und Integration, Opladen 1997, S. 23-36, hier S. 28.
5.
Vgl. Sigrid Metz-Göckel, Mikropolitik in den Geschlechterbeziehungen: Selbstvertrauen, Anerkennung und Entwertung, in: Mechtild Oechsle/Birgit Geissler (Hrsg.), Die ungleiche Gleichheit. Junge Frauen und der Wandel im Geschlechterverhältnis, Opladen 1998, S. 259-279.
6.
Vgl. dazu Birgit Geissler, Soziale Lebenslagen von Frauen und Männern im Wandel, in: Dokumentation der Fachtagung des MinFJFG-NRW "Gesellschaft im Wandel - Sozialstaat neu gestalten", Düsseldorf 2000 (MinFJFG = Ministerium für Frauen, Jungend, Familie und Gesundheit).
7.
Vgl. Annelore Chaberny, Beschäftigungschancen von Frauen im Strukturwandel - Eine Aktualisierung, in: Informationen für die Beratungs- und Vermittlungsdienste der BA (ibv) , (1997) 4, S. 260.
8.
Gerhard Engelbrech/Maria Jungkunst, Die Zukunft der Frauenbeschäftigung. Veränderung der Arbeitslandschaft nach Tätigkeiten und Qualifikationsebenen zwischen 1995 und 2010, in: IAB-Werkstattbericht, (1999) 3 (IAB= Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung).
9.
Vgl. dazu G. Günter Voß/Hans Pongratz, Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der "Ware Arbeitskraft"?, in: KZfSS, 50 (1998) 1, S. 131-158 (KZfSS = Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie).
10.
Vgl. Hildegard M. Nickel, Industriegesellschaft am Ende - Arbeit abgeschafft? Frauen und der Geschlechterkampf um Erwerbsarbeit, in: Brigitte Stolz-Willig/Mechthild Veil (Hrsg.), Es rettet uns kein höh'res Wesen. Feministische Perspektiven der Arbeitsgesellschaft, Hamburg 1999, S. 9-28.
11.
Vgl. A. Chaberny (Anm. 7).
12.
Vgl. zu den Begriffen "Lebensplanung" und "biographische Selbststeuerung": Birgit Geissler/Mechtild Oechsle, Lebensplanung als Ressource im Individualisierungsprozess, Arbeitspapier 10 des Sonderforschungsbereichs 186, Bremen 1990.
13.
Vgl. dies., Lebensplanung junger Frauen. Zur widersprüchlichen Modernisierung weiblicher Lebensläufe, Weinheim 1996.
14.
Vgl. Hannelore Faulstich-Wieland/Marianne Horstkemper, Veränderte familiäre Erziehungsnormen oder: Verschwindet die Geschlechterdifferenz? in: Marianne Horstkemper/Peter Zimmermann (Hrsg.), Zwischen Dramatisierung und Individualisierung. Geschlechtstypische Sozialisation im Kindesalter, Opladen 1998.
15.
Vgl. Doris Lemmermöhle, Geschlechter(un)gleichheiten und Schule, in: M. Oechsle/B. Geissler (Anm. 5), S. 67 - 86.
16.
Vgl. dazu Elke Nolteernsting, Jugend. Freizeit. Geschlecht, Opladen 1998.
17.
Vgl. Margrit Brückner, Einbettung von Gewalt in die kulturellen Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit, in: Zeitschrift für Frauenforschung, 11 (1993) 1+2, S. 47-56, hier S. 54.
18.
Gunther Schmidt, Veränderungen der Jugendsexualität zwischen 1970 und 1990, in: Zeitschrift für Sexualforschung, 5 (1993) 3, S. 191-218, hier S. 215.
19.
Carol Hagemann-White, Berufsfindung und Lebensperspektiven in der weiblichen Adoleszenz, in: Karin Flaake/Vera King (Hrsg.), Weibliche Adoleszenz. Zur Sozialisation junger Frauen, Frankfurt am Main - New York 1992, S. 64-83.
20.
Vgl. Karin Flaake, Weibliche Adoleszenz - neue Möglichkeiten, alte Fallen?, in: M. Oechsle/B. Geissler (Anm. 5), S. 43-66.
21.
Vgl. B. Geissler/M. Oechsle (Anm. 13).
22.
Vgl. Sonja Bischoff, Männer und Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft in Deutschland, Köln 1999.
23.
Vgl. dazu den Typus "doppelte Lebensplanung" bei: B. Geissler/M. Oechsle (Anm. 13).
24.
Vgl. Mechtild Oechsle, Ungelöste Widersprüche: Leitbilder für die Lebensführung von Frauen, in: M. Oechsle/B. Geissler (Anm. 5), S. 185-200. Anmerkung der Redaktion: Siehe hierzu auch den Beitrag von Ulla Weber/Barbara Schaeffer-Hegel und von Brigitte Geißel in diesem Heft.
25.
Michael Meuser, Gefährdete Sicherheiten und pragmatische Arrangements. Lebenszusammenhänge und Orientierungsmuster junger Männer, in: M. Oechsle/B. Geissler (Anm. 5), S. 237-255, hier S. 244. Anmerkung der Redaktion: Siehe hierzu auch den Beitrag von Peter Döge in diesem Heft.
26.
Vgl. Rainer Volz/Paul M. Zulehner, Männer im Aufbruch, Ostfildern 1999.
27.
Vgl. B. Geissler/M. Oechsle (Anm. 13).
28.
Vgl. Heidrun Bode/Emnid Institut Bielefeld, Stand der Rollenveränderungen und der Gleichstellung von Frau und Mann. Repräsentative Umfrage im Auftrag des MinFJFG - NRW, Düsseldorf 1999, S. 19 ff.
29.
Angelika Diezinger/Maria S. Rerrich, Die Modernisierung der Fürsorglichkeit in der alltäglichen Lebensführung junger Frauen, in: M. Oechsle/B. Geissler (Anm. 5), S. 165-184, hier S. 181.
30.
S. Metz-Göckel (Anm. 5), S. 272.

Birgit Geissler, Mechtild Oechsle

Zur Person

Birgit Geissler

Dr. rer. pol., Soziologin, geb. 1949; Professorin an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld.

Anschrift: Universität Bielefeld, Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld.

Veröffentlichungen, u. a.: (Hrsg. zus. mit Mechthild Oechsle) Lebensplanung junger Frauen. Zur widersprüchlichen Modernisierung weiblicher Lebensläufe, Weinheim 1996.


Zur Person

Mechtild Oechsle

Dr. phil., Soziologin, geb. 1951; Professorin für Sozialwissenschaft am Zentrum für Lehrerbildung der Universität Bielefeld.

Anschrift: Universität Bielefeld.

Veröffentlichungen, u. a.: (Hrsg. zus. mit Birgit Geissler) Die ungleiche Gleichheit. Junge Frauen und der Wandel im Geschlechterverhältnis, Opladen 1998.


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