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26.5.2002

Medienkompetenz in der politischen Bildung

Pädagogische Allerweltsformel oder politische Kategorie?

Die Forderung nach Medienkompetenz ist inzwischen zu einer pädagogischen Allerweltsformel geworden. Über ihre Bedeutung herrscht allerdings nur wenig Klarheit.

I. Medienkompetenz für die politische Bildung - was sonst?

Wie kein anderer Bildungsbereich unterliegt politische Bildungsarbeit den Schwankungen einer mehr oder weniger rasch wechselnden Aufmerksamkeits-, Themen- und Erwartungskonjunktur. Dies ist zunächst nicht weiter verwunderlich, gehört es doch zum Anspruch der politischen Bildung selbst, angemessene Antworten auf die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft zu geben. Insofern wird man auch damit leben müssen, dass politische Bildung immer wieder mit der ihr zugewiesenen Feuerwehrfunktion gefordert und vielfach überfordert wird oder als pädagogischer Sündenbock für Fehlentwicklungen oder kurzfristig als Alibi für Problemlösungsaktivitäten herhalten muss.


Bildungstheorie und Bildungspraxis haben nicht nur die Aufgabe, auf gesellschaftliche Verhältnisse und Entwicklungen zu reagieren. Sie haben auch eine pädagogische und politische Verantwortung für gegenwärtige und zukünftige Lebens- und Entwicklungsverhältnisse der nachwachsenden Generation. Bildung - und insbesondere politische Bildung - orientiert sich deshalb immer auch an den epochalen Herausforderungen: sei es die Sicherung des Friedens, die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, der Abbau von gesellschaftlich bedingter Ungleichheit, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Globalisierung oder eben auch die Fähigkeit zur Orientierung in einer unübersichtlicher werdenden Informations- und Kommunikationswelt [1] . Mehr als andere Bildungsbereiche bzw. Fächer steht gerade die politische Bildung unter dem Druck, nicht nur Ziele und Inhalte immer wieder neu zu überdenken. Nicht selten wird auch der Eindruck vermittelt, als bedürfe es eines gänzlich neuen Selbstverständnisses politischer Bildungsarbeit. So war es eine Zeitlang die Friedenserziehung und dann später die Umweltbildung, denen man eine Art politisch-pädagogische Leitfunktion zumaß.

Medienkompetenz als pädagogische Allerweltsformel



Dauerkonjunktur hat inzwischen auch die Forderung nach Medienerziehung in der politischen Bildung. "Medienkompetenz" ist zu einem rhetorischen Passepartout bei der Thematisierung kultureller, ökonomischer und politischer Herausforderungen geworden. Zum "Wort des Jahres" 1996 gekürt und in der Literatur breit diskutiert, erweist sich der Begriff als eine dehnbare Chiffre, über deren politische Bedeutung kaum Klarheit herrscht [2] . Die Folge ist, dass auch bezogen auf dieses fraglos wichtige pädagogische Vermittlungsziel über das, was in diesem Zusammenhang politische Bildung leisten kann und leisten muss, keine präzisen Vorstellungen vorhanden sind. So wird Medienkompetenz einmal als subjektive Handlungskompetenz, dann als pädagogische Schlüsselqualifikation oder noch allgemeiner im Sinne einer elementaren Kulturtechnik eingefordert. Dies hat alles seine Berechtigung, kann aber als Kategorie politischer Bildungsarbeit nicht überzeugen.

Selbst wenn mit Recht darauf verwiesen werden kann, dass politische Mündigkeit den kommunikationskompetenten Bürger voraussetzt, so hat Medienkompetenz auch dabei durchweg den Charakter einer im weitesten Sinne pädagogischen bzw. einer Bildungskategorie [3] . Dieser Begründungskontext ist zu allgemein und zu unspezifisch, als dass er für die politische Bildung identitätsstiftend sein könnte. Er reicht nicht aus, um Medienkompetenz als eine politische Kategorie einzufordern. Stützte man sich allein auf generelle pädagogische Erwägungen und fachübergreifende bildungstheoretische Begründungen, so könnte man gleich die Frage stellen, ob sich politische Bildung in einer multimedialen Welt nicht eigentlich auf Medienerziehung konzentrieren müsste.

Die im Nachfolgenden näher zu begründende Antwort sei vorweggenommen: Politische Bildung sollte nicht in den Fehler verfallen, alles, was irgendwie mit Medien zu tun hat, zu ihrem Aufgabenbereich zu erklären. Politische Bildung ist keine Medienpädagogik, so wichtig medienpädagogische Elemente für die politische Bildungsarbeit sein können. Gegenstand der politischen Bildung ist die Politik. Die Medien und das Mediale interessieren im Rahmen politischer Bildungsarbeit deshalb und nur deshalb, weil sich - so jedenfalls die hier vertretene These - die Politik selbst durch die moderne Mediengesellschaft verändert hat und auch weiter verändern wird. Nun läßt sich zwar vieles politisieren, aber nicht alles ist per se politisch, wie der modische Slogan von der "Erfindung des Politischen" [4] suggerieren könnte. Medien interessieren die politische Bildung nicht nur deshalb, weil sie die Schlüsselinstanz der Politikvermittlung sind [5] . Sie sind selbst Bestandteil des Politikprozesses geworden.

Medienkompetenz als politische Kategorie



Was also in der pädagogisch dominierten Medienkompetenzdebatte im Zusammenhang mit politischer Bildung zu kurz bzw. eigentlich nicht in den Blick kommt, ist das Faktum, dass Medienkompetenz auch eine politische Kategorie ist. Die Funktionslogik politischer Systeme ist ohne die Auseinandersetzung mit der Medialisierung des Politischen nicht mehr zu vermitteln. Wie zu keiner Zeit vorher sind die Medien nicht nur "Medium", sondern auch ein "Faktor" gesellschaftlicher und politischer Entwicklung, wie es das Bundesverfassungsgericht wiederholt in seinen Rundfunkurteilen zum Ausdruck gebracht hat. Wie zu keiner Zeit vorher ist die moderne Gesellschaft eine Mediengesellschaft, ist Politik in der Mediengesellschaft medienimprägnierte Politik. Beides gilt es aus der Sicht der politischen Bildung in den Blick zu nehmen: Erstens die Mediengesellschaft, weil die Medien zum zentralen Modernisierungsfaktor geworden sind. Mit der Modernisierung der Gesellschaft verändert sich politisches Verhalten, verändert sich die politische Kultur demokratischer Gemeinwesen. Zweitens die zunehmend von der Medienlogik beeinflusste Politik, weil sich die institutionellen und prozessualen Bedingungen politischen Handelns, ja die Legitimitätsgrundlagen des demokratischen Systems insgesamt verändern.

II. Gesellschaftliche Modernisierung durch Medien - nicht erst im Fernsehzeitalter

Der lange Weg der Kommunikationsgesellschaft



Modernisierung meint zunächst einen bestimmten Typ des sozialen Wandels. Eingesetzt hat der Modernisierungsprozess nicht erst im Multimediazeitalter. Gesellschaftliche Modernisierung erhielt bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine besondere Dynamik. Ihre Hauptstoßkraft hatte sie in ökonomischer und sozialer Hinsicht in der englischen industriellen Revolution und in politisch-gesellschaftlicher Hinsicht in der Französischen Revolution. In der Folgezeit, also vor allem im 19. Jahrhundert, konnte mit dem Aufkommen der Massendruckpresse zum ersten Male von Massenmedien gesprochen werden. Deutschland erlebte - wie andere vergleichbare Staaten auch - eine "Leserevolution". Die moderne Gesellschaft sei "Kommunikationsgesellschaft" geworden. So beschreibt es Thomas Nipperdey in seiner dreibändigen "Deutschen Geschichte" des letzten Jahrhunderts. Und er charakterisiert dabei den Modernisierungsprozess infolge einer erfolgreichen Alphabetisierung und Ausbreitung von Zeitungen in einer Weise, die in der gegenwärtigen Debatte geradezu vertraut vorkommt: Kennzeichnend sei für die damalige Zeit "die Ablösung der Welt der Tradition, der Welt, in der Stand und Sitte, die mündliche und anschauliche Überlieferung das Verhalten und - mit der Religion zusammen - die Selbst- und Lebensdeutung bestimmten, der Welt der Statik, in der die alten und bleibenden Wahrheiten zentral waren, der Welt der nahen und partikularen Kommunikation".

"Die neue Welt", so sagt er weiter - wohlgemerkt mit Bezug auf die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts -, "ist die des ,persönlichen Standes', der Reflexion auf das Verhalten, der freien Wahl, der Selbst-,Bildung', die Welt der Änderungen und Fortschritte, für die das Neue und Zukünftige wie das jeweils Gegenwärtige wichtiger wird, die stärker auf universale und abstrakte Gemeinschaften und Normen bezogen ist, die Welt der freigesetzten Neugier." Jenseits der kirchlich-religiösen Deutungen habe es in dieser Welt einen steigenden Bedarf "nach neuen Formulierungen des Selbst- und Lebensverständnisses" gegeben. Und Nipperdey stellt dann eine für die Frage nach dem Stellenwert von Medienkompetenz interessante These auf: Die Lektüre gliche, so sagt er, die "Orientierungsprobleme" aus, die bei steigender Mobilität entstehen [6] . Ausgleich der Orientierungsprobleme durch Lektüre, das ist eine auch heute gerade von medienpädagogischer Seite vielfach vorgebrachte Empfehlung. Förderung von "Lesesozialisation" nennt man das heute.

Pluralisierung und Individualisierung durch Medien



Die historische Reminiszenz erscheint angebracht angesichts der Aufgeregtheit, mit der in der Gegenwart bisweilen über die gesellschaftlichen Folgen der modernen Medien diskutiert wird. Was Nipperdey zur gesellschaftlichen Modernisierung im Deutschland des 19. Jahrhunderts sagt, erscheint jedenfalls recht vertraut aus der aktuellen Debatte zum sozialen Wandel: Säkularisierung und Rationalisierung normativer Grundlagen, Steigerung der persönlichen und gesellschaftlichen Mobilität in geographischer, psychischer und sozialer Hinsicht, Pluralisierung der Lebensstile und damit verbunden eine Ausdifferenzierung und Individualisierung der Sozialcharaktere - dies alles sind die immer wieder beschriebenen Charakterisierungen gesellschaftlicher Veränderung im Zusammenhang mit einer ungeheuren ökonomischen Dynamik [7] .

Mit Bezug auf die Gegenwart und Zukunft spricht Ulrich Beck von "reflexiver Modernisierung", die auf eine "Radikalisierung der Moderne" hinauslaufe - keine Revolution, sondern eine "potenzierte Modernisierung mit gesellschaftsverändernder Reichweite" [8] . Auch wenn man nicht allen Diagnosen der modernisierungstheoretischen Debatte folgt, so ist doch mit Blick auf den Zusammenhang von gesellschaftlichem Wandel und politischem Verhalten wichtig, dass

- sich die gesellschaftlichen Großgruppen und Sozialschichten ausdifferenzieren in komplexere Milieustrukturen;

- die Bindungskraft der kollektiven "Sinnproduzenten" (Schelsky) - heißen sie nun Parteien, Verbände, Kirchen oder wie auch immer - nachlässt;

- Lebensphasen, Lebensstile, Biographien variabler, instabiler werden;

- damit das Verhalten generell, aber auch politisches Verhalten "mobiler", "flexibler" wird, man kann auch sagen instabiler und unberechenbarer.

Die Medien, allen voran das Fernsehen und zunehmend wohl auch die computergestützten Informations- und Kommunikationsmedien mit dem Internet als kaum mehr eingrenzbarem Möglichkeits- und Wirklichkeitsraum, sind dabei nicht nur Spiegel, sondern Beschleuniger, sie sind Generator und zugleich "Turbolader" des gesellschaftlichen Wandels [9] . Mehr als andere gesellschaftliche Agenturen sind die Medien institutioneller Ausdruck einer "postmodernen" Gesellschaft, deren Kennzeichen die Zunahme von Optionen bei gleichzeitiger Abnahme von Verbindlichkeiten zu sein scheint.

Der "flexible Mensch" mit erhöhtem Kommunikationsbedarf



Nach den in der sozialwissenschaftlichen Forschung inzwischen vielfach belegten Befunden zum sozialen Wandel verändert sich die gesellschaftliche und politische Willensbildung gravierend. Dem im Wirtschaftsleben ungeniert geforderten total "flexiblen Menschen" entspricht ein neuer politischer Verhaltenstypus, den man neudeutsch als "rational choice-Typus" bezeichnet [10] . Das politische Verhalten dieses homo oeconomicus löst sich mehr und mehr von traditionellen Bindungen und wird durch kurzfristiges Kalkül bestimmt. In den Worten des britischen Soziologen Antony Giddens: "In posttraditionalen Kontexten haben wir keine andere Wahl, als zu wählen, wer wir sein und wie wir handeln wollen." [11] Bei Luhmann heißt es noch drastischer: Die Postmoderne "erträgt keine Abschlussgedanken, sie erträgt deshalb auch keine Autorität" [12] . Sie kenne keine Positionen, von denen aus die Gesellschaft in der Gesellschaft für andere verbindlich beschrieben werden könne.

Die "flexible(re)n Menschen" (Sennett) stellen noch nicht die Mehrheit. Aber sie werden quantitativ zu einer politisch-strategischen Größe, wobei die Massenmedien verstärkt ins Spiel kommen. Politisch mobiler werdende Bürger wollen immer wieder neu informiert, überzeugt, überredet und - mehr und mehr - auch unterhalten werden. Wo traditionelle sozial-moralische Milieus und damit auch die politisch-weltanschauliche Daueridentifikation mit diesen brüchig werden, wächst der Bedarf an Orientierung, an Bewertung, an Hilfen auch zur Entscheidung bzw. zur eigenständigen Urteilsbildung, wächst damit auch der Informations- und Kommunikationsbedarf. Muss das aber ein Nachteil für die Demokratie sein? War das nicht schon immer eine Wunschvorstellung einer politischen Bildung, die sich kritisch-rationaler Urteilsbildung verpflichtet weiß?

III. Medien als gesellschaftliche und politische Wirklichkeitsgeneratoren

Legitimation durch Kommunikation



Die skizzierte Entwicklung der Mediengesellschaft hat Rückwirkungen auf das politische System. Mehr denn je steht Politik, stehen politische und gesellschaftliche Akteure im Zwang zur Begründung und Rechtfertigung ihres Handelns. Mehr denn je werden von ihnen kommunikative Leistungen, wird ihnen "Legitimation durch Kommunikation" abverlangt, wird Publizität zur gesellschaftlichen und politischen Eintritts- und Trumpfkarte. Das modernisierungstheoretisch grundsätzlich Neue ist dabei, dass die klassischen Konfliktmuster der Industriegesellschaft, die Auseinandersetzung zwischen mehr oder weniger stabilen Interessengruppen, zwar nicht völlig verschwunden sind. Dies zeigen auch aktuelle Interessenkonflikte, in denen ja durchaus gesellschaftliche Großgruppen - heißen sie nun Gewerkschaften oder Unternehmerverbände - Verteilungskämpfe austragen und auch zu konsensualen Entscheidungen fähig sind. Das alles gibt es noch. Es wird aber zunehmend bestimmt, oft auch überlagert und relativiert durch eine eher "themenzentrierte, an der massenmedialen Öffentlichkeit sich orientierende, vagabundierende Konfliktbereitschaft" [13] . Wichtig ist das oder besser: für wichtig gehalten wird das, was medial gerade Beachtung findet - nicht selten ist das ein "unheilvoller Prozess der Umkehrung der Wichtigkeiten" [14] .

Realitätskonstruktion durch Massenmedien



Man muss sich in seiner erkenntnistheoretischen und vor allem politischen Radikalität vorstellen, was Wirklichkeit, was politische Wirklichkeit heute eigentlich ist, oder besser: was für die politische Wirklichkeit gehalten wird. "Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen", so noch einmal der Systemtheoretiker Niklas Luhmann, wissen "wir durch die Massenmedien". Von der "Realität der Massenmedien", so der Titel seines Buches, spricht er deshalb, weil diese "für sie oder durch sie für andere als Realität erscheint" [15] . Die Massenmedien seien es, die Themen durchsetzen. Durch die Massenmedien beobachte sich das politische System selbst. Die Primärfunktion des Teilsystems Massenmedien sei es, die Selbstbeobachtung für andere soziale Systeme zu ermöglichen. Das Mediensystem sei deshalb auf schnelles Vergessen und Erinnern angelegt, es "verwalte sich selber".

Die Medien sind zu einem integralen Bestandteil von Gesellschaft und Politik geworden und nicht bloß passive Vermittler i. S. von Relais oder Reflektoren einer Wirklichkeit, die autonom und unabhängig von Massenkommunikation existiert. Sie müssen stattdessen, so drückt es der Kommunikations- und Politikwissenschaftler Winfried Schulz aus, "als aktives Element in dem sozialen Prozess begriffen (werden), aus dem eine Vorstellung von Wirklichkeit erst hervorgeht". Sie hätten "teil am kollektiven Bemühen, eine Realität zu konstruieren und diese - durch Veröffentlichung - allgemein zugänglich zu machen, so dass eine gemeinsame Basis für soziales Handeln entsteht" [16] . Für Gesellschaft und Politik sind sie, so die Autoren des Funkkollegs Kommunikationswissenschaft, "Wirklichkeitsgeneratoren" [17] .

Medien als System der Selbstbeobachtung



Wie zu keiner Zeit vorher sind die Massenmedien inzwischen ein gesellschaftlicher und politischer "Ersatzindikator" [18] : zum einen für politische Akteure hinsichtlich der Wahrnehmung von Bürgermeinungen; zum anderen für die Bürger, weil zumeist nur über die Massenmedien das politische Geschehen beobachtet werden kann. Gerade auch für die Einschätzung des Volkswillens hat ihre Bedeutung zugenommen; eines Volkswillens vor allem, den man mit Ernst Fraenkel mit "empirischem Volkswillen" [19] näher charakterisieren müsste; der Volkswille im Zeittakt des plébiscite de tous les jours. Es ist ein fundamentales Faktum, dass es schwieriger wird, gegen die veröffentlichte Meinung eine Zeit lang Politik zu machen, in der Innenpolitik nicht weniger wie in der Außenpolitik. Dies eröffnet einerseits neue Chancen politischer Beteiligung über die Massenmedien, birgt aber auch nicht zu unterschätzende Risiken für den politischen Prozess in sich. Wenn das Mediensystem auf schnelles Vergessen angelegt ist (Luhmann), hat dies zur Folge, dass Politik in der Mediengesellschaft zunehmend unter den Druck rasch wechselnder Erwartungslagen gerät, im Dauerstress einer medial gestützten "Stimmungsdemokratie" [20] steht.

Wie ist politische Führung unter diesen Bedingungen möglich? Wie muss eine Politikvermittlung aussehen, der es um die Lösung legislaturperiodenübergreifender Probleme geht? Wie ist nachhaltige Politik, die die Verantwortung für die zukünftigen Generationen ernst nimmt, unter dem dauernden Druck einer medialen Zustimmungsöffentlichkeit möglich? Diese Fragen lassen erkennen, dass Medienkompetenz im Kontext politischer Bildungsarbeit heute auf Kernfragen des Politischen zielt.

IV. Wandel der Legitimitätsgrundlagen des demokratischen Systems

"Politikherstellung" und "Politikdarstellung"



Es wäre gewiss verkürzt, wollte man das Medienbild von Politik mit der Politik selbst, die "Politikherstellung" mit "Politikdarstellung" gleichsetzen [21] . Medien und Politik sind unterschiedliche Teilsysteme mit eigenen Codes für die Verarbeitung von politischen Ereignissen. Gleichwohl sind es Teilsysteme, die in einer Art symbiotischem Tauschverhältnis stehen. Politik zumal im demokratischen System braucht Publizität und damit die Medienöffentlichkeit. Medien sind ihrerseits auf den - möglichst exklusiven - Zugang zu Informationen seitens der Politik angewiesen.

Aber war nicht die publizistische Dauerschlacht im Zusammenhang mit der Aufdeckung des Parteifinanzskandales eine erneute Bestätigung für die These von den Medien als so genannte vierter Gewalt, als kontrollierendem Gegenüber zur Politik? Die Wahrnehmung des demokratischen Wächteramtes in skandalträchtigen Sondersituationen - und dazu noch angestoßen durch staatsanwaltliche Ermittlungen - sollte über den grundsätzlicheren "Strukturwandel" (Habermas) der Medienöffentlichkeit nicht hinwegtäuschen. Mehr denn je ist für Medien entscheidend, was öffentliche Aufmerksamkeit erreicht. Mit der Ausweitung und der Vervielfachung der "Kanal-Kapazitäten" gerade auch für elektronische Medien stehen diese unter verstärktem Konkurrenzdruck, löst sich das Mediensystem weitgehend von politischen Institutionen und orientiert sich mehr und mehr an Marktbedingungen, d. h. am Geschmack zahlungskräftiger Publika. Doch mit der Umorientierung im Selbstverständnis der Massenmedien von publizistischen Angebots- hin zu Nachfragemedien steht die Public Service-Rolle, die Informationsfunktion unter dem Druck der wachsenden Unterhaltungsnachfrage.

Einfluss der Medienlogik auf die Politik



Die Frage, welche Rückwirkungen die Strukturveränderungen des Mediensystems auf das politische Entscheidungssystem haben, ist nicht einfach zu beantworten. Es gibt durchaus noch medienferne Verfahren und politische Prozesse vor allem in der unspektakulären "Routinepolitik" [22] . Doch der "Medienlogik" kann sich die Politik nicht völlig entziehen. Mangels Verfügung über eigene Medien ist sie auf die Publizität durch die allgemein zugänglichen Massenmedien angewiesen. Wer Publizität sucht, wer die politische Berichterstattung beeinflussen will, muss sich - auch - an publizitätsträchtigen Nachrichtenfaktoren orientieren: Aktualität, Personalisierung und Prominenz, Negativismus, Konflikt etc. [23] . Kampagnenfähigkeit ist der neue Schlüsselbegriff, mit dem politische Akteure politische Potenz und Öffentlichkeitskompetenz zum Ausdruck bringen wollen. Bezeichnend für die hohe Wertschätzung und bisweilen auch Überschätzung medialer Politikdarstellung ist die neuerdings inflationär geführte Klage darüber, dass man die doch eigentlich richtige Politik nicht habe "vermitteln" können. Die Medienlogik "wandert" also nach und nach in die Politik "ein". Sie durchwirkt das Politische. Medienkompetenz ist mehr denn je Grundlage und Voraussetzung für politische Kompetenz, und Medienpräsenz wird zu einer wichtigen Herrschaftsgrundlage.

In der Mediengesellschaft verändern sich also die Politik selbst, die institutionellen Grundlagen politischen Handelns, das politische Führungspersonal, die politische Willensbildung, der Regierungsstil, ja das demokratische System insgesamt. Dies ist es, was bei den zwar wohlwollenden, pädagogisch jedoch verengten Empfehlungen für Medienkompetenz in der politischen Bildung oft nicht in den Blick kommt.

Von der parlamentarisch-repräsentativen zur medial-präsentativen Demokratie



Als Spezifikum politischer Bildungsarbeit muss in der Medienkompetenzdebatte demnach die Auseinandersetzung mit einer politisch folgenreichen Gewichtsverschiebung in den Mittelpunkt gerückt werden: Vordergründig betrachtet handelt es sich um Mediengewinne, denen Institutionenverluste gegenüberstehen. Demokratietheoretisch lässt sich diese Entwicklung als Wandel von einer parlamentarisch-repräsentativen in eine medial-präsentative Demokratie charakterisieren [24] . Wäre der Begriff nicht durch den 68er-Jargon besetzt, könnte man von einer Systemveränderung sprechen. Dieser schleichende Systemwandel verändert in der Tat die Legitimitätsgrundlagen des demokratischen Systems. Der italienische Rechtsphilosoph Danilo Zolo nennt diesen neuen Typus einer mediengerechten politischen Ordnung "demokratische Fürstenherrschaft" [25] . Das (später zurückgenommene) Kanzlerwort, man müsse Politik so betreiben, dass man jeden Sonntag Wahlen gewinnen könne, hat nicht nur die zunehmende Demoskopiefixierung, sondern auch die medienpopulistische Plebiszitarisierungstendenz zum Ausdruck gebracht.

Fand die "alte" Parteiendemokratie im Konfliktfall ihre Machtbasis im Rückhalt von Parteifunktionären und Parteitagsdelegierten, so findet die Mediendemokratie ihre Legitimationsbasis mehr und mehr im plebiszitären Schulterschluss mit dem Medienpublikum einerseits und in der quasipräsidialen Moderation der konkurrierenden Interessen und Machtansprüche andererseits. Hauptadressat ist jedenfalls das über die Medien anzusprechende Publikum und nicht mehr das Institutionengeflecht einer heterogenen Partei. Die politische Währung dieses Systems ist die Publikumssympathie in der Münze der Einschaltquote - eine instabile Währung also. Trotz aller konstitutionellen Unterschiede stehen politische Führungspersönlichkeiten vom Schlage eines Bill Clinton, Tony Blair oder auch Gerhard Schröder für diesen neuen Typus demokratischer Führer. Dass dieser Systemwandel - der Weg von der traditionellen Parteiendemokratie in die Mediendemokratie - gerade auch in Deutschland nicht ohne Widerstände, Brüche und Rückschläge abgeht, auch dafür gibt es reichlich aktuelles Anschauungsmaterial.

V. Medienkompetenz in der politischen Bildung

Politische Bildung statt allgemeiner Medienerziehung



Was bedeutet dies alles für das Bemühen um Medienkompetenz in der politischen Bildungsanstalt? Inwieweit können die bisherigen Überlegungen zum gesellschaftlichen und politischen Wandel in einer modernen Medienumwelt weiterhelfen bei der Suche nach dem spezifisch Politischen im Zusammenhang mit Medienkompetenz? Kann es im Folgenden auch weniger um praktische Handlungsanleitungen als vielmehr um konzeptionelle Klarheit gehen, so lassen sich zunächst sehr vereinfacht drei Perspektiven unterscheiden, die auf ihre Eignung für die politische Bildungsarbeit zu überprüfen wären:

1. Die medienpädagogische Perspektive: Dieses Modell lässt sich zugespitzt als "Medienerziehung statt politischer Bildung" charakterisieren. Hier wird Medienkompetenz als Grundqualifikation der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung und Befähigung zur eigenständigen Wirklichkeitserschließung und -auseinandersetzung. Dieser unstrittige, allgemeinpädagogische Begründungszusammenhang kann jedoch als Spezifikum politischer Bildungsarbeit nicht genügen.

2. Die publizistische Perspektive: Nach diesem Modell heißt Vermittlung von Medienkompetenz in der politischen Bildungsarbeit Hinführung zu den Medien, zum richtigen Umgang mit der Publizistik. Hermann Giesecke hat mehrfach dafür plädiert, nicht zuletzt mit der Begründung, politische Bildung müsse erwachsen werden. Nach Jahrzehnten bewährter Demokratie sollte sie den politischen Umerziehungskomplex ablegen, sich von der Politik emanzipieren und als professionelle Disziplin verstehen [26] . Schließlich erlaube eine differenzierte publizistische Landschaft eine eigenständige politische Orientierung. - So richtig der Hinweis auf die Befähigung zum kompetenten Umgang mit der politischen Publizistik ist, so kommt in diesem Modell eine verkürzte Sicht zum Ausdruck: Die Medien als Spiegel politischer Wirklichkeit. Die Konzentration politischer Bildungsarbeit auf eine medienpädagogische und publizistische "Zubringerfunktion" greift zu kurz, weil sie Politik mit dem medienvermittelten Bild von Politik gleichsetzt. Sie verkennt den komplexen Interaktions- und Wirkungszusammenhang von Politik und Publizistik in der modernen Mediengesellschaft, den zu erhellen gerade Aufgabe politischer Bildungsarbeit sein sollte. Nicht zuletzt blendet diese Perspektive die politische Wirklichkeit jenseits der massenmedialen Scheinwerfer aus.

3. Die politische Perspektive: Bei diesem hier favorisierten Modell geht es um "politische Bildung über Politik unter den Bedingungen einer Mediengesellschaft". Im Mittelpunkt steht nicht nur die "Aufklärung" über die mediale "Darstellung" von Politik, sondern auch die vertiefende Auseinandersetzung mit den medienabhängigen und -unabhängigen Faktoren der "Herstellung" von Politik. Mit Blick auf die Vermittlung politikrelevanter Medienkompetenz gilt es dabei zweierlei im Auge zu behalten: den Systembezug ebenso wie den Subjekt- bzw. Bürgerbezug. Deshalb interessieren die Medien einmal als Agenturen der Politikvermittlung, wie überhaupt das Mediale als eine Dimension des Politischen bzw. auch Unpolitischen in den Blick kommen muss. Zum anderen ist Medienkompetenz als Teil einer spezifisch politischen Handlungskompetenz, als Basisqualifikation demokratischer Bürgerkompetenz zu begreifen.

Politische Bildung für den "Medien-Citoyen" und "Medien-Bourgeois"



Wer sind die Adressaten von Medienkompetenz vermittelnder politischer Bildung? Vor der Neigung, Medienkompetenz mit einem idealisierten Bürgerbild in Verbindung zu bringen, ist zu warnen. Im normativen Horizont der politischen Bildung erscheint der Bürger als eine Art "Mediencitoyen": ein menschliches Wesen, das sich politisch interessiert und sich mit einer starken Informationsorientierung den Medien zuwendet. So hätte man es jedenfalls gerne.

Tatsächlich hat politische Bildungsarbeit mit den real existierenden Medienrezipienten zu tun, jungen Menschen mit oft ausgeprägten Medienrezeptionsgewohnheiten; Rezeptionsgewohnheiten, die es allerdings eher rechtfertigen, von einem "Medien-bourgeois" mit starker Unterhaltungsorientierung zu sprechen. Denn die Vorstellung, junge Menschen verfügten aufgrund entsprechender Mediennutzung über einen fundierten politischen Informationsvorrat, geht an der Wirklichkeit vorbei. Zwar hat sich durch intensiven Medienkonsum bei Jugendlichen Informationsballast, vielleicht auch Informationsmüll angehäuft, und politische Bildung muss diesen "bearbeiten, abtragen, aufteilen und aussortieren, bevor sie sich an selbstgesteckte Informationsziele machen kann" [27] . Die Sorge über einen möglichen politischen "Informationsballast" ist jedoch unbegründet. Schon eher muss von einer informatorischen Unterversorgung in Sachen medienvermittelter Politik ausgegangen werden. Bildungsspezifisch zwar unterschiedlich, leben Jugendliche - trotz Medien - doch überwiegend in selbst gewählter politischer Informationsdiät [28] .

Kompensation für die Informationsdiät des "anpolitisierten" Publikums



Wer in der politischen Bildungsarbeit politikspezifische Medienkompetenz nicht an den Adressaten vorbei vermitteln will, wird einige Befunde aus der Medienforschung zu berücksichtigen haben:

- Politische Informationsaufnahme ist in hohem Maße "ein Nebenprodukt von Alltagshandlungen" [29] , die in der Regel anderen Zwecken dienen. Das trifft auf junge Menschen ebenso zu wie auf ältere. Dabei ist der Hörfunkt (Stichwort "Musikteppich") das gerade von Jugendlichen besonders genutzte klassische "Nebenbei-Medium".

- Die flächendeckende Versorgung mit Print- und elektronischen Medien bedingt keineswegs automatisch einen hohen Informationsgrad. Vielmehr variieren Umfang und Art der informationellen Teilnahme am politischen Geschehen in den verschiedenen Medien Zeitung, Hörfunk und Fernsehen je nach politischen Prädispositionen und sozialstrukturellem Hintergrund der Rezipienten. Unterschiedliche Präsentationsweisen und "Politikformate" [30] von Druck, Hör- und Bildmedien verstärken zudem die Selektivität in der Zuwendung zu politischen Informationen. Sie führen dazu, dass Intensität und Qualität der Informationsvermittlung und politischen Mobilisierung in hohem Maße differieren. So gelten Printmedien in der Vermittlung politischen Faktenwissens dem Fernsehen als überlegen. Dies wirkt sich vor allem bei der Gruppe der politisch stark Interessierten und höher Gebildeten mit ausgeprägter Informationsaffinität und überdurchschnittlicher Lesebereitschaft aus.

- Mit der so genannten Wissenskluft-Forschung kann inzwischen gut belegt werden, dass die Ausweitung des Mediensektors und gestiegener Nutzungsumfang schichtspezifische Differenzen und Benachteiligungen nicht, wie dies als politisches Argument lange Zeit im Zusammenhang mit der Dualisierung des Rundfunks und der Ausweitung des elektronischen Mediensektors insgesamt vorgetragen wurde, ausgleichen können [31] - im Gegenteil: Die "Wissenskluft" zwischen informationsorientierten, vor allem auch die Druckmedien rezipierenden Mediennutzern und den vorwiegend auf den Fernsehkonsum ausgerichteten unterhaltungsorientierten Publika nimmt tendenziell zu [32] . Eine annähernd gleiche Grundversorgung mit moderner Medieninfrastruktur ist demnach eine zwar wichtige Voraussetzung, keineswegs aber schon die Gewähr für eine politisch-mediale Chancengleichheit.

- Mit der Erhöhung des Bildungsgrades ("kognitive Mobilisierung") verändert sich die Publikumsrolle. Nachweisbar ist, dass sich langfristig die "Beobachtungskompetenz für und die Beteiligungskompetenz . . . sowie der faktische Beteiligungswunsch an Politik erhöht hat" [33] . Hier stellt sich allerdings die Frage, inwieweit das erhöhte politische Beteiligungsinteresse über ein mediales "Anpolitisiertsein" [34] hinausgeht. Gerade das Fernsehen ist ein Medium, das in idealer Weise eine bequeme Vorlage für die "symbolische Teilnahme an der Politik" liefert [35] .

- Winfried Schulz hat schon vor Jahren den medieninduzierten gestiegenen Partizipationsanspruch - nicht die tatsächliche Beteiligung - als eine "diskrepante Situation" bezeichnet. Obwohl die meisten Leute vom politischen Geschehen objektiv wenig wüssten, hätten sie doch zunehmend das Bedürfnis nach Anteilnahme und das Gefühl der Betroffenheit entwickelt. Sie lebten - salopp ausgedrückt - mit ihren partizipatorischen Ansprüchen über die Verhältnisse ihrer politischen Bildung [36] .

- Ein weiterer Befund verweist auf eine ungebrochene Attraktivität des Fernsehens, das sogar noch einen "Nutzungsschub" im Laufe der letzten Dekade erfahren hat und das mit der Ausweitung des Programmangebots die Fragmentierung des Publikums verstärkt und die Unterscheidung zwischen Information und Unterhaltung immer schwerer macht [37] . Zunehmende Unterhaltungsorientierung und beiläufige Inanspruchnahme bei gleichzeitig partieller Entpolitisierung des Programmangebots, so Klaus Berg und Marie-Luise Kiefer [38] , reduzierten die subjektive Einschätzung an Glaubwürdigkeit und die Bedeutung als Mittler politischer Informationen. Bedeutsam ist dabei, dass diese Entwicklung auch auf die Nutzung von Tageszeitungen abstrahlt - sich damit langsam, aber doch merklich die "Lesequalität" und "Lesekompetenz" verändert [39] .

- Schließlich hat die Medienforschung längst Abschied genommen von einfachen Medienwirkungsmodellen. Die alte Frage, was machen die Medien mit den Mediennutzern?, wird schon lange umgekehrt: Was machen die Mediennutzer mit den Medien? Lange wurde das Publikum unter- und die Wirkung der Medien überschätzt. Netzwerkanalysen jedenfalls nähren Zweifel daran, inwieweit die apokalyptischen Befürchtungen über einen Verfall demokratischer Öffentlichkeit tatsächlich berechtigt sind. Denn Medienrezeption und politische Meinungsbildung sind kein Akt überwiegend isolierter Informationsverarbeitung. Michael Schenk und seine Forschungsgruppe haben nachgewiesen, dass Menschen in ihrer persönlichen Umgebung durchaus eigene Ansichten und Meinungen zu relevanten Dingen besitzen und äußern und sich nicht von der Mediendarstellung blenden lassen. Sie sehen einen "zyklischen Zusammenhang von Massen- und interpersonaler Kommunikation". Massenmedien dienten der themenspezifischen Erstinformation und leiteten interpersonale Kommunikation ein, die zur Themengewichtung (Agenda-Setting) beitrage. Interpersonale Kommunikation über "wichtige" Themen führe dann zu weiterer Aufnahme von Informationen aus den Medien. "Interpersonale Kommunikation stellt somit ein entscheidendes Scharnier im Medienwirkungsprozess dar, indem sie die Themenwichtigkeit und die fortgesetzte Medienwahrnehmung stützt." Im Themengewichtungs- wie im politischen Meinungsbildungsprozess des Alltags sind demnach Bezugsgruppeneinflüsse in Form von interpersonalen Umwelten bzw. persönlichen Netzwerken nach wie vor von Bedeutung. "Das Schutzschild ,Interpersonaler Kommunikation' ist weiterhin intakt." [40] Wenn aber richtig ist, dass die Medienberichterstattung zwar starken Einfluss auf die Wahrnehmung eines Themas hat und weniger darauf, wie das Thema bewertet wird, dann liegt hier auch eine Chance für die Orientierungsleistung durch politische Bildungsarbeit.

Auch wenn die Medien zu allgegenwärtigen Miterziehern geworden sind und insofern eine bedeutende Rolle im Prozess latenter politischer Sozialisation spielen, so können sie doch die zielgerichtete und systematische politische Bildungsarbeit nicht ersetzen. Die politische Bildung ist selbst ein Schlüsselfaktor in dem Netzwerk interpersonaler Kommunikation, dem für die Verarbeitung von Medieninhalten große Bedeutung zukommt.

VI. Einige praktische Hinweise

Insgesamt sind die Veränderungen im medialen Bereich doch zu vielschichtig, zu komplex, als dass sie sich auf einen Nenner bringen ließen. Pauschale Thesen, wie etwa die vom medienverusachten Niedergang der politischen Kultur oder die These von einer fernsehbedingten allgemeinen Politikverdrossenheit, die These von der angeblich Totalentertainisierung des Medienangebots oder auch die Verheißung der "Cybercitizenship" im Zuge einer "Internetisierung von Öffentlichkeit und Demokratie" [41] und dem Bürger als "Programmchef" helfen der politischen Bildung nicht viel weiter. Entscheidend erscheint, dass sich politische Bildung bei der Vermittlung von Medienkompetenz auf ihren zentralen Gegenstand - nämlich die Politik - konzentriert und auf die bewährten fachdidaktischen Kategorien stützt, die zum Zwecke der Auseinandersetzung mit der politisch-medialen Wirklichkeit nicht neu erfunden werden müssen. Dazu gibt es noch eine Reihe von praktischen Zugängen, die sich hier empfehlen:

- Die mediale Angebotsvielfalt überhaupt kennen- und mit der Vielfalt umgehen lernen: Welcher Schüler, welcher Student weiß denn beispielsweise, dass es ein werbefreies Radio gibt mit anspruchsvollen Informationsangeboten? Welche jungen Menschen haben Zugang und praktische Erfahrung mit den meinungsführenden Zeitungen?

- Die Medienwirklichkeit entschlüsseln lernen: Wer verstehen will, warum Bildmedien, Nachrichtenmedien, Zeitungen so sind, wie sie heute sind, muss sich mit den Arbeits- und Marktbedingungen der Medien auseinandersetzen; das ist auch ein Stück Aufklärung.

- Mediale Wirklichkeitsangebote und -konstruktionen vergleichen lernen: Der Vergleich ist der erste Schritt zur Informationserweiterung, ein Schritt zur Relativierung, zur inneren Distanz, Reflexion und Kritik.

- Durch die kritische Beschäftigung mit Druckmedien einen Gegenakzent gegen die wachsende Visualisierung setzen: Zwar ist das Fernsehen inzwischen zu einer Art politischem Leitmedium geworden. Doch bei aller Notwendigkeit einer kritischen Analyse der "Macht der Bilder" dürften in der politischen Bildung Sprache und Schrift weiterhin ein bewährtes Medium für die Auseinandersetzung mit Politik sein.

- Über politische Prozesse jenseits medialer Darstellungen informieren und mit Realitäten jenseits der Medien konfrontieren: Es ist besonders wichtig, eigene Erfahrungen zu ermöglichen, die nicht medienvermittelt sind. Dies ist auch der Ort für einen "aufgeklärten Institutionalismus" [42] , für die Auseinandersetzung mit der "Legitimation durch Verfahren" (Luhmann), mit den institutionalisierten Spielregeln der Demokratie.

- Medien, politische Informationen selber herstellen: Handlungsorientierte politische Bildungsarbeit sowie selbsttätiger und selbstproduzierender Umgang mit Druck-, Hör- und Bildmedien ermöglichen nicht nur eine Auseinandersetzung mit den medienspezifischen Techniken. Sie bieten auch die Chance zur Selbstartikulation und zur individuellen sowie kollektiven Interessenvertretung.

Fußnoten

1.
Vgl. Wolfgang Klafki, Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik, Weinheim - Basel 1991²; S. 49 ff.
2.
Vgl. Deutscher Bundestag/Enquete-Kommission "Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft - Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft" (Hrsg.), Medienkompetenz im Informationszeitalter, Bonn 1997.
3.
Zum breiten Spektrum von Sichtweisen, Zielgruppen und Arbeitsfeldern in Sachen Medienkompetenz vgl. Fred Schell/Elke Stolzenburg/Helga Theunert (Hrsg.), Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln, München 1999; s. dort insb. den übersichtlichen Beitrag von Hans-Dieter Kübler, Medienkompetenz - Dimensionen eines Schlagwortes, S. 25-49. Exemplarisch für die allgemeinpädagogische Sicht von Medienkompetenz in der politischen Bildung Ernst-Günter Dieckmann, Medienerziehung als Aufgabe politischer Bildung, in: Wolfgang Sander (Hrsg.), Handbuch politische Bildung, Bonn 1997, S. 373 ff.; Friedrich Hagedorn, Medienkompetenz, in: Georg Weißeno (Hrsg.), Lexikon der politischen Bildung, Bd. 2: Außerschulische Jugend- und Erwachsenenbildung, hrsg. von Klaus-Peter Hufer, Schwalbach/Ts. 1999, S. 172 ff.
4.
Ulrich Beck, Die Erfindung des Politischen. Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung, Frankfurt a. M. 1993.
5.
Als Gesamtüberblick vgl. Ulrich Sarcinelli (Hrsg.), Politikvermittlung und Demokratie in der Mediengesellschaft (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 352), Bonn 1998.
6.
Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800-1866. Bürgerwelt und starker Staat, München 1994, S. 387 f.; vgl. ebenso ders., Deutsche Geschichte 1866-1918, Bd. I, Arbeitswelt und Bürgergeist, München 1993, S. 797 ff.
7.
Vgl. Stichwort "Modernisierung" bei Raymond Boudon/Franc!!!!!!,ois Bourricaud, Soziologische Grundbegriffe. Ein Handbuch, Opladen 1992, S. 343-350.
8.
Ulrich Beck, Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der Moderne, in: ders./Antony Giddens/Scott Lash, Reflexive Modernisierung. Eine Kontroverse, Frankfurt a. M. 1996, S. 29 ff.
9.
Zur "Kommunikation als gesellschaftliches Totalphänomen" vgl. Ulrich Saxer, System, Systemwandel und politische Kommunikation, in: Otfried Jarren/Ulrich Sarcinelli/Ulrich Saxer (Hrsg.), Politische Kommunikation in der demokratischen Gesellschaft. Ein Handbuch mit Lexikonteil, Opladen 1998, S. 21 ff.
10.
Vgl. die kritischen Diagnosen und Prognosen zu den soziomoralischen Folgen des flexiblen Kapitalismus bei Richard Sennett, Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus, Berlin 1998.
11.
Antony Giddens, Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft, in: U. Beck/A. Giddens/S. Lash (Anm. 8), S. 142.
12.
Niklas Luhmann, Beobachtungen der Moderne, Opladen 1992, S. 42.
13.
Christoph Lau, Gesellschaftsdiagnose ohne Entwicklungstheorie, in: Wolfgang Glatzer (Hrsg.), Die Modernisierung moderner Gesellschaften - Ergänzungsband, Frankfurt a. M. 1997, S. 374.
14.
Richard von Weizsäcker im Gespräch mit Gunter Hofmann und Werner A. Perger, Frankfurt a. M. 1992, S. 152.
15.
Niklas Luhmann, Die Realität der Massenmedien, Opladen 1995, S. 1 f. und S. 16 ff. Vgl. ebenso Frank Marcinkowski, Publizistik als autopoietisches System. Politik und Massenmedien. Eine systemtheoretische Analyse, Opladen 1993.
16.
Winfried Schulz, Massenmedien und Realität, in: Max Kaase/Winfried Schulz (Hrsg.), Massenkommunikation. Theorien, Methoden, Befunde, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 30/1990, Opladen 1989, S. 141-149, hier S. 142.
17.
Klaus Merten/Siegfried J. Schmidt/Siegfried Weischenberg (Hrsg.), Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft, Opladen 1994, S. 1.
18.
Zum Begriff vgl. Jürgen Gerhards, Welchen Einfluss haben die Massenmedien auf die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland, in: Gerhard Göhler (Hrsg.), Macht der Öffentlichkeit - Öffentlichkeit der Macht, Baden-Baden 1995, S. 149-180, hier S. 151 f.
19.
Ernst Fraenkel, Deutschland und die westlichen Demokratien, Frankfurt a. M. 1991 (Erstveröffentlichung 1964), S. 153 ff.
20.
Vgl. Heinrich Oberreuter, Stimmungsdemokratie. Strömungen im politischen Bewusstsein, Zürich - Osnabrück 1987.
21.
Vgl. dazu Ulrich Sarcinelli, Mediale Politikdarstellung und politisches Handeln. Analytische Anmerkungen zu einer notwendigerweise spannungsreichen Beziehung, in: Otfried Jarren (Hrsg.), Politische Kommunikation in Hörfunk und Fernsehen (Sonderheft 1993 der Zeitschrift Gegenwartskunde), Opladen 1994, S. 35-50; ders., Symbolische Politik, Opladen 1987.
22.
Vgl. Max Kaase, Demokratisches System und mediatisierte Politik, in: U. Sarcinelli (Anm. 5), S. 36; vgl. ebenso Klaus von Beyme/Hartmut Weßler, Politische Kommunikation als Entscheidungskommunikation, in: O. Jarren/U. Sarcinelli/U. Saxer (Anm. 9), S. 312 ff.
23.
Vgl. Winfried Schulz, Politische Kommunikation. Theoretische Ansätze und Ergebnisse empirischer Forschung zur Rolle der Massenmedien in der Politik, Opladen 1997, S. 195.
24.
Vgl. dazu Ulrich Sarcinelli, Repräsentation oder Diskurs? Zu Legitimität und Legitimitätswandel durch politische Kommunikation, in: Zeitschrift für Politikwissenschaft, 8 (1998) 2, S. 547-567.
25.
Danilo Zolo, Die demokratische Fürstenherrschaft. Für eine realistische Theorie der Politik, Göttingen 1997. Siehe ebenso Ulrich Sarcinelli, "Teledemokratische Fürstenherrschaft" - ein Jahr nach der Bundestagswahl 1998. Nur Machtwechsel oder auch Demokratiewandel, in: Gegenwartskunde, 48 (1999), S. 395-403.
26.
Vgl. Hermann Giesecke, Wozu noch "Politische Bildung"?, in: Neue Sammlung, 25 (1985), S. 465-474; ders., Politische Bildung. Didaktik und Methodik für Schule und Jugendarbeit, Weinheim - München 1993, insb. S. 25, 49, 85. Kritisch dazu Ulrich Sarcinelli, Politikvermittlung durch Massenmedien - Bedingung oder Ersatz für politische Bildung?, in: Bundeszentrale für politische Bildung/Deutsche Vereinigung für politische Bildung (Hrsg.), Verantwortung in einer unübersichtlichen Welt. Aufgaben wertorientierter Bildung, Bonn 1995, S. 443-458; ders., Massenmedien und politische Bildung: Komplementärfunktion oder Konkurrenz, in: Vierzig Jahre politische Bildung in der Demokratie. Dokumentation. Kongress im Berliner Reichstag vom 10.-12. November 1989, hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1990, S. 97-108.
27.
Hans Kübler, Politische Bildung und Medien, in: Außerschulische Bildung, (1991) 2, S. 173.
28.
Vgl. dazu den Überblicksbeitrag von Heinz Bonfadelli, Jugend, Politik und Massenmedien, in: U. Sarcinelli (Anm. 5), S. 368-386.
29.
Barbara Pfetsch, Bürger und Publikum, in: O. Jarren/U. Sarcinelli/U. Saxer (Anm. 9), S. 406 ff.
30.
"Unter einem Format versteht man die Logik und die Regeln, die inhaltliche Informationen in die klar erkennbare Form eines Mediums überführen und dadurch zeitlich und räumlich strukturieren." So gelten etwa als zentrale Formatkriterien des Fernsehens die "Visualisierung", die zeitliche Verkürzung, die Vereinfachung und eine gewisse Dramatisierung. Dazu mit weiteren Verweisen: Barbara Pfetsch, Politische Fernsehwelten: Die Politikberichterstattung in privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern, in: O. Jarren (Anm. 21), S. 113.
31.
Vgl. dazu als neuerliches Beispiel die Argumentation im Interview mit dem Vorsitzenden der Bundestags-Enquete-kommission "Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft", in: Frankfurter Rundschau vom 7. Februar 1996.
32.
Grundlegend dazu Heinz Bonfadelli, Die Wissenskluft-Perspektive. Massenmedien und gesellschaftliche Information, Konstanz 1994.
33.
Jürgen Gerhards, Politische Öffentlichkeit. Ein system- und akteurstheoretischer Bestimmungsversuch, in: Friedhelm Neidhardt (Hrsg.), Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 34, Opladen 1994, S. 101 mit Verweis auf Dieter Fuchs/Hans-Dieter Klingemann (Hrsg.), Citizens and the State, Oxford 1994.
34.
Zu Begriff und These vgl. Heinrich Oberreuter, Wirklichkeitskonstruktion und Wertwandel, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 27/87, S. 17-29, hier insb. S. 25. Im Tenor ähnlich: Bericht zur Lage des Fernsehens für den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, vorgelegt von Jo Groebel u. a., Gütersloh 1995, insb. 71 ff.
35.
Mit Bezug auf die Wahlkampfkommunikation vgl. U. Sarcinelli (Anm. 21), insb. S. 11 und S. 199 ff. sowie Helga Nowotny, die vom "Spielen mit Oberflächen" und "mit den Oberflächlichkeiten" spricht; vgl. dies., Kommunikation, Zeit, Öffentlichkeit, in: Walter Hömberg/Michael Schmolke (Hrsg.), Zeit, Raum, Kommunikation, München 1992, S. 24.
36.
Vgl. Winfried Schulz, Politikvermittlung durch Massenmedien, in: Ulrich Sarcinelli (Hrsg.), Politikvermittlung. Beiträge zur politischen Kommunikationskultur in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1987, S. 143.
37.
Vgl. Uwe Hasebrink, Politikvermittlung im Zeichen individualisierter Mediennutzung, in: U. Sarcinelli (Anm. 5), S. 346 ff.
38.
Vgl. dazu Marie-Luise Kiefer, Massenkommunikation 1995. Ergebnisse der siebten Welle der Langzeitstudie zur Mediennutzung und Bewertung, in: Media Perspektiven, (1996) 5, S. 234-248, hier insb. S. 245 ff.; dies., Schwindende Chancen für anspruchsvolle Medien, in: ebd., (1996) 11, S. 589-597; siehe dazu auch: Klaus Berg/Marie-Luise Kiefer (Hrsg.), Massenkommunikation V. Eine Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medienbewertung 1964-1995, Baden-Baden 1996.
39.
Vgl. Rüdiger Schulz, Nutzung von Zeitungen und Zeitschriften, in: Jürgen Wilke (Hrsg.), Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 361), Bonn 1999, S. 423.
40.
Michael Schenk/Patrick Rössler, Das unterschätzte Publikum, in: F. Neidhardt (Anm. 33), S. 282 f. und S. 293. Siehe ebenso Michael Schenk, Meinungsbildung im Alltag. Zum Einfluss von Meinungsführern und sozialen Netzwerken, in: Michael Jäckel/Peter Winterhoff-Spurk (Hrsg.), Politik und Medien. Analysen zur Entwicklung der politischen Kommunikation, Berlin 1994, S. 143-158; ders., Mediennutzung und -wirkung als sozialer Prozess, in: U. Sarcinelli (Anm. 5), S. 387-407.
41.
Vgl. dazu mit weiteren Verweisen Ulrich Sarcinelli/Manfred Wissel, "Internetisierung" von Öffentlichkeit und Demokratie. Trends, Chancen und Probleme für Politikvermittlung und politische Bildung im Online-Zeitalter, in: Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.), Jahrbuch für politische Bildung 1996 - Medien, Politik und politische Bildung, Bonn 1997, S. 31-44; dies., Mediale Politikvermittlung, politische Beteiligung und politische Bildung, in: U. Sarcinelli (Anm. 5), S. 408 ff.
42.
Vgl. dazu im Näheren Ulrich Sarcinelli, Politische Institutionen, Politikwissenschaft und politische Bildung. Überlegungen zu einem "aufgeklärten Institutionalismus", in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 50/91, S. 41-53.

Ulrich Sarcinelli

Zur Person

Ulrich Sarcinelli

Dr. phil., M. A., geb. 1946; Professor für Politikwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau.

Anschrift: Universität Koblenz-Landau, Institut für Politikwissenschaft, Kaufhausgasse 9, 76929 Landau.

Veröffentlichungen u. a.: Symbolische Politik, Opladen 1987; (Hrsg. zus. J. Falter u. a.) Politische Kultur in Rheinland-Pfalz, Mainz 2000.


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