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26.5.2002

Vom Sextourismus zur Kinderpornografie

Wie entstand das Phänomen der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Frauen? Es ist eine Folge sowohl männerdominierter als auch globaler Ausbeutungsverhältnisse.

I. Vorbemerkung

Im August 1996 fand in Stockholm ein Kongress statt, von dem wir wohl nur Notiz genommen haben, weil wir noch unter dem Schock eines Verbrechens standen, das in unserem Nachbarland geschehen war und uns vor Augen führte, wie leicht es ist, Menschen zu verschleppen, zu misshandeln, zu ermorden, zu verscharren und verhungern zu lassen, wenn diese Menschen Kinder sind und die Täter Männer - Männer, die sich gegenseitig deckten und in Freiheit ließen. Der "Weltkongress gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern", der von der asiatischen Kampagne End Child Prostitution in Asian Tourism (ECPAT) initiiert worden war, fand auf europäischem Boden statt, dort also, wo die Flugzeuge abheben, in denen sich Männer als Prostitutionstouristen auf Reisen begeben [1] .


An dem Kongress nahmen insgesamt 1 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 130 Ländern teil. In dem von ihnen verabschiedeten Aktionsplan werden die nationalen Regierungen aufgefordert, bis zum Jahr 2000 wirksame Strategien gegen Kinderprostitution, Kinderhandel und Kinderpornografie zu entwickeln [2] . Die sexuelle Ausbeutung von Kindern, so die Meinung der Delegierten, müsse ernsthafter als bislang verfolgt werden, insbesondere auch dann, wenn sie im Ausland stattfindet: im Urlaub, auf Geschäftsreisen, am Firmen- oder Truppenstandort. "Diese moderne Form der Sklaverei", so Königin Silvia in ihrer Abschlussrede, "muß gestoppt werden" [3] .

Mit der Aufdeckung des sogenannten "Kinderporno-Ring" im niederländischen Zandvoort im Juli 1998 offenbarte sich jedoch, wie selbstverständlich - und nahezu unbehelligt - die sexuelle Ausbeutung von Kindern auch weiterhin organisiert, fortgesetzt und vermarktet wird. Es sind die Horrormeldungen, die vergewaltigten und ermordeten Kinder, die uns das monströse Ausmaß des Verbrechens vor Augen führen und zugleich verzerren. Die vielen Worte, die im Augenblick des Schreckens fallen, die Erklärungen, die gesucht werden, lenken in der Konsequenz nur davon ab, die täglich zelebrierte Gewalt in der Familie wahrzunehmen. 200 Kinder sterben hierzulande Jahr für Jahr an den Folgen der ihnen zugefügten Gewalt, 15 000 Kinder werden von Familienangehörigen - ihren Vätern, Großvätern, Onkeln oder Brüdern - "sexuell missbraucht", wobei diese Zahl lediglich die offiziell registrierten Fälle markiert. Die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge bei 1:50. Demnach stünden tagtäglich 750 000 Kinder in Gefahr, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden [4] . Sie erleben diese als alltägliche Normalität.

II. Sextourismus

Dass Männer in ferne Länder reisen, um "Sex" zu haben, ist Teil dieser Normalität [5] . Den Weg dorthin ebnete der Vietnam-Krieg, während dessen ein "Rest and Recreation"-Programm installiert wurde, das das psychische Wohlbefinden der dort stationierten US-Soldaten gewährleisten sollte. Nach dem Krieg kamen die Touristen [6] . Thailand, die Philippinen, Sri Lanka, Kenia, Brasilien und die Dominikanische Republik, um nur einige der beliebtesten Zielorte deutscher Prostitutionstouristen zu nennen, profitieren wirtschaftlich von der sexuellen Ausbeutung ihrer Frauen. Sie entspringt einem weltumspannenden System der Ausbeutung, die das Verhältnis zwischen dem reichen (weißen) Norden und dem armen (schwarzen) Süden kennzeichnet. Die Frauen, so eine Erhebung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), erwirtschaften mit ihren Körpern zwei bis 14 Prozent des nationalen Einkommens, woran sich ermessen läßt, welches enorme Interesse sich hinter der Aufrechterhaltung dieses Ausbeutungsverhältnisses verbergen mag [7] .

Wie die Armut weitet sich daher auch die Prostitution immer weiter aus. Russland, Polen, Ungarn, Tschechien, Israel, Marokko, Tunesien, Indien, Malaysia, Südkorea, Kambodscha, Vietnam, Costa Rica, Kuba, Westafrika und Mauritius: Schätzungen zufolge reisen jährlich wenigstens 5 000 deutsche Männer allein deswegen nach Thailand, weil sie nach Frauen verlangen, die ihnen sexuell zu Diensten stehen. Ist ein Land jedoch erst einmal in den Ruf geraten, ein Zentrum sexueller Freizügigkeit zu sein, so Ron O'Grady, der Koordinator von ECPAT, "dann muß es auch allen Trends nachgehen" [8] .

III. Kinderprostitution im Sextourismus

Der Trend geht dahin, "immer jüngere Kinder in der Prostitution auszubeuten; Kinder, die noch nicht geschlechtsreif und zwischen sechs und vierzehn Jahre alt sind" [9] . Nach Schätzungen der ILO werden weltweit mindestens eine Million Kinder prostituiert. Kinderhilfswerke rechnen indes damit, dass bis zu zwei Millionen Kinder betroffen sein könnten. Das Phänomen hat sich längst auch auf die reichen Industrienationen ausgedehnt. Wie viele Kinder hierzulande prostituiert werden, entzieht sich der Kenntnis. terre des hommes schätzt, dass wenigstens fünf bis zehn Prozent der zirka 100 000-400 000 Prostituierten in der Bundesrepublik Deutschland jünger als achtzehn Jahre sind. Dies würde bedeuten, dass hierzulande 5 000-40 000 Kinder prostituiert werden. "Sind sie uns eigentlich näher, die Kinder, die am Bahnhof Zoo in Berlin auf Männer warten, die Geschäfte mit ihnen machen wollen - näher als die Kinder in Bangkok oder Manila?" [10] Diese Frage muss man wohl mit Nein beantworten. Diese Kinder sind vom "normalen" Leben wahrscheinlich ebenso weit entfernt wie jene, die auf der anderen Seite der Welt um ihre Würde und ihre Existenz als Mensch kämpfen. Der gesellschaftlichen Normalität tut dies keinen Abbruch. "Wir halten es heute für fast normal, wenn eine 16jährige anschafft. Bald regt uns auch eine Zehnjährige nicht mehr auf." [11]

IV. Zur begrifflichen Klärung

Im Folgenden soll von Kinderprostitution die Rede sein, wenn die prostituierten Kinder unter 18 Jahre alt sind. Auch soll nicht von Mädchen und Jungen gesprochen werden, sondern von weiblichen und männlichen Kindern - zum einen, weil auch erwachsene Frauen regelmäßig als "Mädchen" ("Thai-Mädchen") bezeichnet werden, zum anderen, weil eine präzise Bezeichnung des Verhältnisses - die Rede ist immerhin von Prostitution an Kindern - dem von Prostitutionstouristen sorgsam gepflegten Anschein entgegenwirkt, als handele es sich dabei lediglich um ein Urlaubsvergnügen mit Kinderbegleitung. Aus dem gleichen Grunde soll auch nicht mehr von "Sextourismus" die Rede sein, sondern von Prostitutionstourismus. Es geht im Kontext der sexuellen Ausbeutung von Kindern nicht um Sex, sondern um die Demonstration sexueller Macht. Als Prostitutionstouristen bezeichne ich demzufolge alle Männer, die ihren Urlaub, ihre Geschäftsreise oder ihren Wochenendtrip mit der Absicht oder dem (vielleicht auch uneingestandenen) Wunsch antreten, sexuelle Dienstleistungen von Kindern oder anderen Personen zu verlangen, die aufgrund ihrer Abhängigkeit nicht die Freiheit besitzen, diese zurückzuweisen. Und wenn ich von Männern spreche, meine ich nicht jeden einzelnen Mann, sondern Männer als soziale Kategorie. Über die einzelnen Männer zu sprechen, soll diesen selbst überlassen sein.

V. Prostitution an Kindern

Prostitution an Kindern findet in den verschiedensten Formen statt, vorzugsweise in Bordellen, Massagesalons und "Coffeeshops". Darunter finden sich auch Kinder, die von ihren Eltern verkauft wurden, um das Überleben der Familie zu sichern. In weiten Regionen Thailands wird es als normal angesehen, dass die Töchter "in den Süden" gehen, d. h. in die Prostitution. So finden sich im Norden Thailands bereits einige Dörfer und Landstriche, in denen keine weiblichen Kinder über 12 Jahre mehr leben. Angeboten werden jedoch auch weibliche Kinder aus Laos, Kambodscha oder den südlichen Provinzen Chinas, die als Kinderprostituierte versklavt wurden.

Wie in Thailand führt auch auf den Philippinen der Weg vieler Kinder geradewegs in die Prostitution. "Nach Beobachtungen von Tourismusfachleuten kommen aus Deutschland die meisten ,Kunden' der philippinischen Kinderprostituierten." [12] Die Philippinen gelten darüber hinaus, neben Sri Lanka, als bevorzugte Ziele der so genannten "pädophilen" Prostitutionstouristen [13] . Hier wie dort werden vor allem männliche Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren prostituiert. So wird die Zahl der männlichen Kinder, die in Sri Lanka als "boys" arbeiten, auf wenigstens 30 000 geschätzt, wobei jeder Dritte im Dienst ausländischer Hotel-, Bar- oder Clubbesitzer steht.

In Kenia und Brasilien sind die prostituierten Kinder wiederum fast ausschließlich weiblich, die meisten zwischen acht und fünfzehn Jahre alt. Neben den einheimischen, die sich weiblichen Kindern gegenüber als "Sugar-Daddys" (Kenia) gerieren, sind es vor allem deutsche Touristen, die Kinder nachfragen. Dabei stellte die Kampagne gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern fest, dass diese zwischenzeitlich vermehrt nach Brasilien ausweichen, nicht nur, weil Flüge billiger geworden sind, sondern auch, weil sie sich dort noch weitgehend unbehelligt an Kindern schadlos halten können. "In Recife bestreiten 44 Prozent der auf der Straße lebenden Mädchen ihren Lebensunterhalt mit Prostitution. Von diesen sind 16 Prozent unter elf Jahren. Die Lebenserwartung dieser Mädchen beträgt durchschnittlich 21 Jahre. Dies ist vor allem dem Umstand geschuldet, daß die Prostitution in der Regel mit dem Konsum von Drogen verbunden ist. Die Mädchen schnüffeln Kleister oder spritzen sich billige Medikamente - meist Hustensaft - in die Venen." [14] Das Schnüffeln von Klebstoffen ist unter den prostituierten Kindern - nicht nur in Brasilien - weit verbreitet. Dabei ist das Schnüffeln wie auch der Konsum von Drogen nicht Ursache, sondern Folge der sexuellen Ausbeutung. Kinderprostitutionstouristen stört dies nicht. So kann man vielerorts beobachten, dass sie von Kindern begleitet werden, die ihre Gesichter in Plastiktüten pressen.

Dies alles mag verdeutlichen, dass Prostitution an Kindern keineswegs als Nebenwiderspruch anzusehen ist, sondern der Armut und Unterwerfung entspringt, gefördert durch eine von Männern dominierte Gesellschaft, konsumiert von Männern, die es sich leisten können und offensichtlich auch genießen, das hierarchische Geflecht von ökonomischer Überlegenheit und persönlicher Abhängigkeit auszunutzen und zu fördern. Als Fazit sollen daher einige Merkmale skizziert werden, die die sexuelle Ausbeutung von Kindern begünstigen. Es sind dies:

1. Die Erfahrung der Kolonisation



Mit Ausnahme Thailands, das von kolonialen Eroberungszügen unberührt blieb, weisen alle vom Prostitutionstourismus betroffenen Länder eine kolonial geprägte, auf Weltmarkt ausgerichtete Nationalökonomie aus. Da die Kolonisation im deutschen Geschichtsbewußtsein nur rudimentär vorhanden ist, scheint es den Prostitutionstouristen wahrscheinlich nicht bewusst zu sein, in wessen Tradition sie stehen. Dass nichtsdestotrotz eine geistige Kumpanei zwischen den "Herrenmenschen" von einst und den Prositutionstouristen unserer (Frei-)Zeit existiert, deutet sich in einem Zitat an, dass Martha Mamozai den deutschen Kolonialisten ins Stammbuch schrieb: "Herr zu sein heißt: obenauf zu sein und auf Unterworfene herabzublicken; Herr zu sein heißt: Damen beschützen und Weiber gebrauchen; Herr zu sein heißt: dafür sorgen, daß der eigene Nutzen zum Gemeinwohl erklärt wird." [15]

2. Die Erfahrung von Armut



Die Erfahrung von Armut stellt eine Grundbedingung der Prostitution dar. Diese Armut ist weithin das Resultat einer Entwicklung, die als neoliberal in Erscheinung tritt. Da bezahlte Arbeit - soweit vorhanden - den Männern vorbehalten ist, bleibt den Frauen (Kindern) häufig gar keine andere Wahl. Prostitution ist der sichtbarste Ausdruck dafür, dass der (weibliche) Körper wie eine natürliche Ressource investiert bzw. ausgebeutet wird, weil er allein Einkommen und Profit sichert.

3. Die Erfahrung der Gewalt



Alle von Prostitutionstourismus betroffenen Länder weisen eine Kultur aus, die die Entwicklungschancen von Frauen und Mädchen (fast) ausschließlich auf das Wohl der Familie reduziert. Das patriarchalische Geschlechterverhältnis ist insofern nicht allein das Resultat biologischer, kultureller oder ökonomischer Faktoren, es beruht letztendlich auf der Gewalt selbst: "Gewalt ist das letzte Geheimnis des Weißen Mannes, mit dem er sowohl die Natur als auch die Frauen, als auch fremde Völker kolonisiert hat und mit der er seinen angeblichen friedlichen Weltmarkt aufrechterhält." [16]

4. Die Erfahrung des Krieges



Ganz offensichtlich besteht zwischen Krieg und Prostitution ein enger Zusammenhang. Kriege haben in der ihnen eigenen Nachfragestruktur ganz wesentlich zur Entstehung und Förderung von Prostitution bzw. Kinderprostitution beigetragen. So stieg die Zahl der Prostituierten in Phnom Pen infolge der Anwesenheit der UN-Soldaten in nur einem Jahr von 6 000 (1991) auf über 20 000 (1992). "Kurze Zeit nachdem das deutsche Feldlazarett im Sommer 1992 in Phnom Pen installiert worden war, wurde von den dortigen Mitarbeitern bestätigt, daß sexuell übertragene Krankheiten ein sehr ernstes Problem für die Soldaten darstellten." [17] Ist der Krieg beendet, kommen die Touristen.

VI. Prostitutionstouristen

Prostitutionstouristen sind ganz normale Männer [18] . Sie besitzen keine spezifischen Merkmale, die sie von anderen unterscheiden würden. Bemerkenswert ist allerdings, dass auch jene, die nicht ausschließlich auf Kinder fixiert sind, den kindlichen Körper dem erwachsenen vorzuziehen scheinen. "Man kann beobachten", so Susanne Lipka in ihren Reflexionen über die Motive der prostituierenden Männer, "daß auch unter den erwachsenen Prostituierten diejenigen besonders erfolgreich sind, die sehr jung und kindlich wirken. Kindlich aussehende Frauen vermitteln den Männern das Gefühl von Macht und Stärke." [19]

Männer wollen Sieger sein. Prostitutionstouristen verschaffen sich Siege, indem sie in Länder reisen, in denen sie ihren sexuellen Begehrlichkeiten billig und nahezu risikolos nachgehen können. Inzestphantasien kommen dabei ebenso zum Tragen wie auch Frustrationen über Frauen, die immerzu alles hinterfragen "und dann noch nicht einmal in der Lage sind, sich im Bett hinzugeben", wie ein Prostitutionstourist genervt zu Protokoll gab [20] . Versagensängste und Impotenz lassen sich Kindern gegenüber leicht kaschieren. Dabei scheint der Einfluss von AIDS geringer zu sein, als allgemein angenommen wird. Vieles spricht dafür, dass AIDS von den Prostitutionstouristen lediglich als Vorwand genutzt wird, um nicht über sich selbst bzw. über ihre eigentlichen Motive sprechen zu müssen.

"Im Urlaub glauben sie, fernab der sozialen Kontrolle stehe dem Ausleben ihrer sexuellen Phantasien und vor allem ihrer Machtgelüste nichts im Wege." [21] Darüber hinaus scheinen auch sexuelle Motive mitzuwirken, die sie zu Hause nicht - oder nicht ohne weiteres - realisieren können. Dazu zählen bestimmte, vor allem gefährliche Sexualpraktiken wie auch eine verborgen gehaltene Pädosexualität, die am Urlaubsort plötzlich kein Problem mehr darstellt. "Sie machen sich vor, daß die dort lebenden Frauen, Jugendlichen und Kinder es gerne so haben wollen, daß es ihren Gesellschaften und Traditionen entspricht, denn sie würden genauso von den einheimischen Männern behandelt." Diese Behauptung ist ebenso dumm wie falsch. Und selbst wenn sie richtig wäre: Was änderte dies an der Tatsache, dass die sexuelle Ausbeutung eines Kindes ein Verbrechen ist?

VII. Selbstbilder der Prostitutionstouristen

Eine im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums durchgeführte Befragung von 766 deutschen Prostitutionstouristen ergab, dass 11,3 Prozent von ihnen Kinder prostituiert hatten. Dafür gaben sie folgende Beweggründe an:

- "weil ich hier Sex mit besonders jungen Frauen/Mädchen haben kann";

- "weil ich mich hier freier fühle im Ausleben meiner sexuellen Wünsche";

- "weil man hier alles bekommen kann, was man will" [22] .

Darüber hinaus ergab die Befragung, dass jene Männer, die jüngere Frauen prostituiert hatten, mehr sexuelle "Kontakte" hatten, sich seltener in das von ihnen prostituierte weibliche Kind "verliebten" und signifikant seltener ein Wiedersehen mit ihr planten. Die sich im Kinderprostitutionstourismus offenbarende Vergegenständlichung des Gegenübers verschärft sich nochmals bei denen, die Kinder unter 16 Jahren prostituiert hatten. Ihr Profil unterschied sich auch insofern von den anderen, als sie vergleichsweise älter waren, andere Sexualpraktiken bevorzugten und häufiger Analverkehr praktizierten als jede andere Untersuchungsgruppe [23] .

"Insgesamt", so die Autoren der Studie, "zeigen sich also durchaus markante Unterschiede . . . Die Suche nach einer Partnerschaft und emotionaler Nähe, die für eine beträchtliche Gruppe der Sextouristen handlungsleitend war, spielt für Männer, die Sex mit Minderjährigen und sehr jungen Frauen haben, nur eine sehr nachrangige Rolle. Bei ihnen stand das selbstbezogene Ausleben sexueller Wünsche im Vordergrund. Sie erkaufen sich im Urlaub auf Kosten der minderjährigen Mädchen die Befriedigung sexueller Vorlieben, die sie im eigenen Herkunftsland nicht oder nur sehr viel schwieriger ausleben könnten." [24]

VIII. Pornografie an Kindern

Fast beiläufig hat sich das Phänomen Kinderprostitutionstourismus um eine Realität erweitert, die allgemein und leichthin als "Kinderpornografie" bezeichnet wird, obwohl sie - strafrechtlich - keineswegs Pornografie darstellt, sondern den tatsächlichen oder realitätsnahen sexuellen Missbrauch eines Kindes (§ 186 StGB). "Wer solche Bilder je gesehen hat", so die Internet-Spezialistin Monika Gerstendörfer, "kann mit dem Begriff ,Pornographie' nichts mehr anfangen, denn mit Pornographie hat das nichts zu tun" [25] . "Kinderpornografie" sehen bedeutet damit, Zeugin zu werden bei der Vergewaltigung eines Kindes, wobei die pornografische Ausbeutung beginnt, wenn bereits ein wiederholter sexueller Missbrauch stattgefunden hat, d. h. das Kind bereits für die Tat "abgerichtet" ist.

"Alle hier bekannten kinderpornographischen Filme mit Opfern europäischer Staatsangehörigkeit", so eine Studie des Bundeskriminalamtes, "entstanden in einer über längere Zeit bestehenden Abhängigkeitssituation . . . Die Täter sind fast ausschließlich in einer Position, die es ihnen erlaubt, langfristig und mit Autorität auf das Kind einzuwirken." [26] Lediglich im Kontext des Prostitutionstourismus wird offenbar weniger Sorgfalt darauf verwandt, das feine Geflecht von emotionaler Abhängigkeit und realer Drohung auszuspinnen. Es fehlt an Zeit, und die Fremde ersetzt die Vorsicht, die man daheim unter allen Umständen wahren würde. Da Prostitutionstouristen zudem über Kinder verfügen, die bereits in Abhängigkeit gehalten und häufig mit Drogen gefügig gemacht werden, können sie in der Regel ebenfalls darauf verzichten, vor der Kamera Gewalt anzuwenden - es sei denn, diese Gewalt ist Teil der pornografischen Inszenierung. Wenn daher im Folgenden von Gewalt die Rede ist, sind damit alle Formen der Einwirkung auf das Kind gemeint, die zum Zwecke seiner sexuellen Ausbeutung eingesetzt werden.

IX. Die Macht der Bilder

Mehr als 80 Prozent des in der Bundesrepublik Deutschland als "Kinderpornografie" angebotenen Materials zeigen den sexuellen Missbrauch thailändischer und philippinischer Kinder durch (weiße) Touristen. Das tatsächliche Ausmaß der pornografischen Ausbeutung von Kindern ist gleichwohl dem Dunkelfeld zuzuordnen. Schätzungen zufolge rekrutiert sich der deutsche Markt aus zirka 30 000 bis 50 000 Konsumenten, d. h. Männern, die "Kinderpornografie" herstellen, sammeln, verkaufen oder anbieten, wobei die Grenzen zwischen Produktion und Konsum fließend sind. Paragraph 184 StGB verbietet alles: die Tat ebenso wie den Besitz, den Handel und die Herstellung. Zu erkennen geben sich weder die Täter noch ihre Gesinnungsfreude: Die Kamera agiert mit Blick auf das Kind, während die Täter ihre Gesichter durch Masken schützen. Gefilmt wird zumeist in sorgfältig arrangierten privaten Räumen, in professionell ausgestatteten Studios wie auch - so die Prostitutionstouristen - in Hotelzimmern oder Ferienbungalows der Luxusklasse [27] .

Gespenstisch wirkt die Szenerie nicht zuletzt auch deswegen, weil die Kinder keinen Laut von sich geben, während die Geräusche des oder der Täter deutlich vernehmbar sind oder noch durch Musik stimuliert werden: ". . . das ist wie gefressen werden. . ." [28] . Pornografie an Kindern reicht weit über die Tat hinaus. Niemals ist ein Bild aus der Welt zu schaffen, zurückzurufen etwa wie ein fehlproduziertes Auto. 80 Prozent der Bilder, die heute im Internet bereitgestellt werden, wurden bereits in den siebziger Jahren hergestellt, als in Skandinavien der große Liberalisierungsschub einsetzte. Das bedeutet, dass die Opfer dieser pornografischen Ausbeutung heute zwischen 30 und 40 Jahre alt sein dürften, sofern sie die Tat und ihre Folgen überlebt haben. Und es bedeutet, dass der an ihnen verübte sexuelle Missbrauch über alle Zeiten und Grenzen hinweg für Jedermann wiederholbar geworden ist.

Waren es zu jener Zeit überwiegend Fotos und Super-8-Filme, so hat sich der Markt in den achtziger Jahren durch die Verbreitung der Video-Technik völlig neu definiert. Der Besitz eines Camcorders allein reichte fortan aus, um "Kinderpornografie" zu produzieren und zu vermarkten. Im Zusammenwirken mit dem Internet - e-mail, Chat-Rooms, CD-Roms - haben sich die damit gegebenen technischen Möglichkeiten nochmals multipliziert und erweitert. Noch dominieren jedoch professionell oder privat ("garantiert echt") hergestellte Videos, doch ist bereits abzusehen, dass der virtuelle Markt den konventionellen langfristig überflügeln wird.

Strafrechtlich zählt "Kinderpornografie" - ebenso wie Gewaltpornografie und Tierpornografie - zur sogenannten "harten Pornografie", die weder hergestellt, angeboten, verbreitet, vorgehalten, erworben noch öffentlich ausgestellt, vorgeführt oder sonstwie zugänglich gemacht werden darf. Das Verbot umfaßt alle pornografischen Schriften und Bilder (Fotos, Videos, Filme, Computergrafiken, Comics etc.), in denen Kinder sexuelle Handlungen an sich selbst oder untereinander oder von Erwachsenen an sich oder an Erwachsenen vornehmen lassen müssen. Als Kind definiert der Gesetzgeber, wer zur Tatzeit noch nicht 14 Jahre alt ist. Diese Regelung wirft in der Praxis erhebliche Probleme auf: Zum einen, weil international höhere Altersschutzgrenzen gelten, zum anderen, weil in jedem einzelnen Fall nachgewiesen werden muss, dass das Kind zum Zeitpunkt der Tat nicht älter als 13 Jahre alt war. Stellt sich im Zuge der Beweiserhebung heraus, dass das Kind zur Tatzeit 14 Jahre und zwei Monate alt war, handelt es sich damit nicht (mehr) um strafbewehrte, sondern um legale Pornografie. Die Herbeiführung eines einheitlichen Schutzalters gemäß UN-Konvention über die Rechte des Kindes - mindestens jedoch 16 Jahre - gehört daher zu den Forderungen, die von den Beratungsstellen wie auch von der Kripo mit großem Nachdruck erhoben werden.

Das Verbot zieht Strafe nach sich. Für den gewerbsmäßigen Handel mit Kinderpornografie sieht das Gesetz bis zu zehn Jahren Haft vor, ein Strafmaß, das bislang freilich in keinem einzigen Fall verhängt wurde. Und wer Kinderpornografie besitzt, tauscht, verbreitet, herstellt, bezieht, zeigt, liefert oder vorrätig hält, muss sich ebenfalls nicht fürchten. Ein Jahr sieht das Gesetz als Höchststrafe vor, womit der Besitz von Kinderpornografie - der mithin die sexuelle Misshandlung eines Kindes voraussetzt - als Bagatelldelikt rangiert. Dies wiederum ist der Grund dafür, warum auch nicht auf Verdunkelungs-, Wiederholungs- oder Fluchtgefahr rekurriert werden kann, gegen die gesicherte Erkenntnis, dass Sexualstraftäter Wiederholungstäter sind.

In einem Aufruf des Frauenbündnisses gegen Pornographie wird darauf hingewiesen, dass 1997 die Verbreitung pornografischer Schriften um 16 Prozent, die der "Kinderpornografie" gar um 146 Prozent gestiegen ist. Tatsächlich registrieren die Polizeidienststellen in den vergangenen Jahren eine steigende Zahl von Ermittlungsverfahren, und zwar von 414 (1995) auf 663 Fälle (1996) [29] . Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass diese lediglich die Zahl der Verfahren markiert. In jedem Verfahren sind jedoch in der Regel mehrere Täter involviert, eine noch größere Zahl von Opfern sowie eine weitläufige Szene von Konsumenten, weshalb immer wieder - wenn auch nicht zutreffend - von "Kinderporno-Ringen" die Rede ist. Fahndungserfolge wie die "Operation Bavaria" im März 1999 fördern allerdings zuweilen Unmengen Materials zutage [30] . 10 000, 40 000, ja 100 000 Dateien, ganze Festplatten, Fotos, Bilder, Grafiken, Videos und Kataloge werden in solchen Fällen sichergestellt, und man fragt sich, wie wohl denen zumute ist, die dieses Material sichten und katalogisieren müssen.

Pornografie an Kindern ist ein lukratives und nahezu risikoloses Geschäft. Wie bei anderen (illegalen) Geschäften sind auch hier Groß-, Zwischen- und Kleinhändler (Produzenten) tätig. Sie sind international vernetzt und verständigen sich mit bestimmten Codes. Kriminalpolizeilich werden sie nach ihren je spezifischen Interessen und Motiven unterschieden, und zwar als:

- sogenannte "Neigungstäter", das sind jene im nahen Umfeld des Kindes/der Kinder angesiedelten Täter, die den "sexuellen Missbrauch" filmen oder fotografieren, um sich damit einen zusätzlichen "Kick" zu verschaffen - und zugleich das Opfer unter Druck setzen;

- "Professionelle", die kein persönliches Interesse an der sexuellen Misshandlung des Kindes/der Kinder haben, sondern ausschließlich profitorientiert handeln;

- "Pädophile" respektive Pädokrime, welche die sexuelle Ausbeutung von Kindern mit der Exzessivität des "Genießers", Sammlers und Voyeurs betreiben [31] .

Was aber geschieht den Kindern? Wie bewältigen sie die Folgen des pornografisch inszenierten Missbrauchs, die fortdauernde Dokumentation der Tat, ihre Vermarktung und Nachfrage? Ein von der Beratungsstelle Frauen gegen sexualisierte Gewalt e. V. in Bonn initiiertes Forschungsprojekt, das sich insbesondere mit den Folgen und Wirkungen von "Kinderpornografie" auf die Opfer befasst, versucht sich diesen Fragen aus wissenschaftlicher Perspektive zu nähern. Dieses vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte "Bundesprojekt Kinderpornografie" [32] ist darauf angelegt, neben der qualitativen Erforschung des in der Praxis bereits vorhandenen Wissens insbesondere die Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen der beteiligten Institutionen - Beratungsstellen, Kliniken, Jugendämter, Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaften etc. - abzuklären, freilich in der Annahme, dass diese insgesamt immer noch unzureichend auf dieses spezifische Phänomen der sexualisierten Gewalt gegen Kinder vorbereitet und ausgestattet sind.

Hoffnungsvoll stimmt, dass die über lange Zeit vorherrschenden ideologischen Barrieren, etwa zwischen Kriminalpolizei und feministischen Beratungsstellen, aufgrund einer gewachsenen Kooperations- und Vernetzungsbereitschaft teilweise überwunden werden konnten und mancherorts bereits Formen der Zusammenarbeit entstanden sind, die - im Interesse der betroffenen Kinder - zu einer weiter gehenden Qualifizierung und perspektivischen Erweiterung von (Hilfe-)Praxis Anlass geben. Es herrscht kein Mangel an Kompetenz, sondern - dies jedoch umso deutlicher - ein Mangel an Strukturen (Stellen, Ressourcen, Kapazitäten), die sowohl in fachlicher als auch in institutioneller Hinsicht gesichert sind. Kontinuität kann sich so trotz bestem Willen kaum entwickeln und bildet doch zugleich die Grundvoraussetzung für eine qualifizierte, auf vernetztes Wissen und gegenseitiges Vertrauen basierende Hilfe.

Übereinstimmung herrscht darüber, dass Männer und Frauen, die Kinder sexuell ausbeuten, ein Verbrechen begehen, für das sie selbst die Verantwortung tragen. Dieses grundlegende Verständnis von sexualisierter Gewalt gegen Kinder wird nicht zuletzt auch daran zu messen sein, inwieweit die Gesellschaft, die Politik, das Recht und die Öffentlichkeit sich dieser Verantwortung stellen: im privaten wie im öffentlichen Leben, durch Sensibilisierung wie durch Auseinandersetzung, durch Strafverfolgung wie durch Prävention. Dazu gehört die Anwendung und Initiierung von Gesetzen und Maßnahmen, die die Rechte von Frauen und Kindern stärken sowie eine breite und nachhaltige Ent-Solidarisierung von den Tätern.

Männer und Frauen, die Kinder sexuell missbrauchen, dürfen nicht länger mit unserer Solidarität rechnen, indem wir schweigen oder nicht wahrhaben wollen, Verständnis zeigen oder Desinteresse, ihnen gar glauben, wenn sie behaupten, es sei nichts gewesen. Dazu gehört, die sexuelle Ausbeutung von Kindern beim Namen zu nennen: Kinder sind keine Prostituierte, sie werden prostituiert. Kinder sind auch nicht pornografisch, sie werden pornografisiert. Und, worauf besonders hinzuweisen wäre: Männer, die Kinder (und Frauen) sexuell ausbeuten - sie missbrauchen, vergewaltigen, ermorden -, sind keine "Kinderschänder", sondern Vergewaltiger, Ausbeuter und Mörder. Worum es geht: Systeme sozialer Kontrolle zu entwickeln, die es Männern und Frauen nicht länger erlauben, Kinder sexuell auszubeuten. Die Räume der Gewalt öffnen, durch eine andere Sprache, durch Solidarität und Beistand mit den betroffenen Kindern - und durch eine verstärkte Kontrolle der Täter [33] . Alles andere wäre nichts als die Fortsetzung dessen, was Gewalt gegen Frauen und Kinder in dieser Gesellschaft möglich macht.

Internetverweise der Redaktion:



www.lka.nrw.de/broschuer/kind.htm

www.kinderschutzbund-rlp.de/nein.htm

www.kindernothilfe.de/auto/kampagnen- sextourismus.de.html

www.regenbogen.ac-net.de/noteenieporn.htm

Fußnoten

1.
Die folgenden Ausführungen basieren auf einer für das Kinderhilfswerk terre des hommes erstellten Studie, vgl. Gisela Wuttke, Kinderprostitution - Kinderpornographie - Tourismus, Göttingen 1998.
2.
Vgl. Aktionsplan des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bonn 1998.
3.
Seit dem 1. 9. 1993 steht auch der durch deutsche Staatsbürger im Ausland begangene sexuelle Missbrauch unter Strafe (§ 176 StGB).
4.
Vgl. Michael Zinke, Gewalt gegen Kinder, in: TK aktuell. Das Magazin der Techniker Krankenkasse, (1998) 3, S. 9.
5.
Vgl. eine der ersten Studien zu diesem Thema: Susanne Lipka, Das käufliche Glück in Südostasien. Heiratshandel und Sextourismus, Münster 1985.
6.
Vgl. Frauenhandel und Prostitutionstourismus. Eine Bestandsaufnahme, hrsg. von agisra, München 1990, S. 19-36.
7.
Vgl. Lin Lean Lim, in: Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Asien auf die Sexindustrie, Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 23. 11. 1998, Bonn 1999, S. 11.
8.
Zit. in: Zwischenlandung Dritte Welt, in: Tourismus-Prostitution-Entwicklung, Köln 1983, S. 8.
9.
Juliane von Krause, Kinderprostitution und Sextourismus in Ländern der "Dritten Welt", in: Kinderprostitution und Entwicklung, hrsg. von der Kampagne gegen Kinderprostitution im Sextourismus, (1994), S. 15.
10.
Zit. in: Kinderprostitution in Deutschland: Ausreißen und Anschaffen, in: die zeitung, 4/92, hrsg. von terre des hommes, Osnabrück 1992, S. 4.
11.
Petra Ohlsen, zit. in: Arbeitsplatz Babystrich, in: Der Stern, Nr. 43/1993, S. 126.
12.
Zit. in: epd Dritte Welt Information, (1991) 1, S. 3.
13.
Um der Klarheit willen spreche ich im folgenden von pädosexuellen oder pädokrimen Prostitutionstouristen, um mich nicht zuletzt auch sprachlich von der perfiden Argumentation dieser Tätergruppe abzugrenzen.
14.
Dirk Hegmanns, Folgeerscheinungen des Sextourismus, in: Sextourismus und Dritte Welt, in: Standpunkte, (1995)1, S. 43 f., hrsg. von der Vereinigung ehemaliger Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer, Köln 1995.
15.
Martha Mamozai, Herrenmenschen, Reinbek bei Hamburg 1982, S. 29.
16.
Vgl. Maria Mies, Patriarchat und Kapital, Fulda 1989, S. 185-223.
17.
Zit. in: Child Asia, No. 13, June 1995, S. 24 (eigene Übersetzung).
18.
Vgl. gleichnamige Dokumentation, hrsg. vom Gustav-Stresemann-Institut, Bonn 1995.
19.
Susanne Lipka, Zu den Motiven der Täter und den gesellschaftlichen Ursachen, in: Kinderprostitution und Tourismus, hrsg. von Die deutsche Kampagne gegen Kinderprostitution im Sextourismus 1991-1994, S. 30.
20.
Vgl. Rainer E. Wiedenmann, Zu einer Typologie deutscher Kunden, in: Umfeld und Ausmaß des Menschenhandels mit ausländischen Mädchen und Frauen, Stuttgart 1992, S. 87.
21.
Hier und im Folgenden: Mechtild Maurer, Auf der Suche nach Jugendlichkeit, in: Gebunden in Schweigen, hrsg. von der Schweizer Kampagne gegen Kinderprostitution, Zürich 1993, S. 62.
22.
AIDS, Sex und Tourismus, hrsg. vom Bundesministeriums für Gesundheit, Baden-Baden 1995, S. 287.
23.
Vgl. ebd., S. 288.
24.
Ebd. Im Kontext von Kinderprostitutionstourismus von "Kontakt", "Sex" und "Partnerinnen" zu sprechen, trägt allerdings zur Vernebelung und Bagatellisierung der sexuellen Ausbeutung von Kindern bei.
25.
Vgl. Manuskript der Fachtagung "Digitale Schmuddelecken" am 24. 11. 1997 in Gießen.
26.
Konzeption zur Bekämpfung der Herstellung von und des Handels mit Kinderpornographie, Wiesbaden 1997, S. 10.
27.
Vgl. G. Wuttke (Anm. 1), S. 108-137.
28.
Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS), Landesstelle Nordrhein-Westfalen e. V. (Hrsg.), Kinderpornographie, Köln 1997.
29.
Vgl. ebd., S. 8.
30.
Vgl. Süddeutsche Zeitung vom 20./21. 3. 1999.
31.
Vgl. Claudia Bundschuh, Entstehungsbedingungen der Pädosexualität, hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bonn-Berlin 1998.
32.
Vgl. das Flugblatt "Kinder sehen dich an", hrsg. von der Beratungsstelle Frauen gegen sexualisierte Gewalt e. V., Bonn.
33.
Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Thesen des Schweizer Gewaltforschers Alberto Godenzi, in: Der ganz normale Mann?, Dokumentation der Tagung des Gustav-Stresemann-Instituts in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kampagne gegen Kinderprostitution, Bonn 1995; G. Wuttke (Anm. 1), S. 96-103.

Gisela Wuttke

Zur Person

Gisela Wuttke

Dipl. Pädagogin, Sozialwissenschaftlerin.

Anschrift: Beratungsstelle Frauen gegen sexualisierte Gewalt e. V., Wilhelmstr. 27, 53111 Bonn.

Veröffentlichungen u. a.: Ein Kind um jeden Preis? Eine Studie zum Auslandsadoptionshandel, hrsg. von terre des hommes, Osnabrück 1996; Kinderprostitution, Kinderpornografie, Tourismus, Göttingen 1998.


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