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28.9.2005

Modernisierungs-
blockaden in Ostdeutschland?

Eine Vergleichsstudie zur Mentalitätslage der Menschen in den Grenzgebieten Oberlausitz, Niederschlesien (Polen) und Nordböhmen (Tschechien) ergibt den Befund spezifisch ostdeutscher "Modernisierungsblockaden".

Einleitung

Eine gemeinsam von der Universität Göttingen, dem Soziologischen Institut der Universität Wroclaw und der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, Prag, durchgeführte qualitative Vergleichsstudie zur Mentalitätslage der Menschen in den Grenzgebieten Oberlausitz (Sachsen), Niederschlesien (Polen) und Nordböhmen (Tschechische Republik)[1] kommt zu dem erwartbaren Ergebnis, dass die Situation nach dem historischen Umbruch von 1989 mit erheblichen biografischen Herausforderungen und Verunsicherungen verknüpft war und ist. Sie belegt aber auch, dass die Fähigkeiten, mit der veränderten Situation aktiv umzugehen, von Region zu Region beträchtlich variieren und dass überraschenderweise die Anpassungschancen auf deutscher Seite am geringsten sind.






Wo liegen die Ursachen solcher Unterschiede? Offensichtlich haben die statistischen Rahmendaten hier wenig Aussagekraft. Danach müsste es den Deutschen - trotz ähnlich hoher Arbeitslosenzahlen wie in den Vergleichsregionen - deutlich besser gehen.[2] Ihr Wirtschaftspotenzial und ihr Lebensstandard heben sich noch immer markant von vergleichbaren polnischen oder tschechischen Bedingungen ab. Aber die Resultate der qualitativen Drei-Länder-Studie kontrastieren mit diesem Befund.

Datenbasis sind über 300 biografisch-narrative Interviews mit Großeltern und Enkeln jeweils einer Familie. Die Interviews mit einer durchschnittlichen Dauer von eineinhalb Stunden wurden in allen relevanten sozialen Milieus durchgeführt und einem sorgfältigen "theoretischen Sampling"[3] unterzogen. Im Folgenden werden zunächst die Generationsbeziehungen betrachtet und die unterschiedlichen Befunde in den drei Teilgesellschaften analysiert. In einem zweiten Schritt wird am Konzept des "Mentalitätsraums"[4] gezeigt, worin die entscheidenden Abweichungen liegen. Abschließend soll knapp nach den tieferen historischen Ursachen der entdeckten Unterschiede gefragt werden.

Generationsbeziehungen

Die Befragung von Großeltern und Enkeln bot sich an, weil die erstere Generation vor allem durch die gesellschaftlichen Veränderungen des Jahres 1945 und die jüngere durch die vergleichbar drastischen Wandlungsprozesse des Symboljahres 1989 geprägt worden ist.[5] Dabei erschienen nicht allein die individuellen biografischen Erfahrungen interessant, sondern vor allem die spezifischen Beziehungsmuster zwischen den Großeltern und ihren Enkeln. Erstaunlicherweise bot das biografische Datenmaterial eine überraschend einfache Typologie an, die allerdings in den drei untersuchten Regionen ein je unterschiedliches Profil bildete: eine Konstellation, die wir "Persistenz-Typus" genannt haben, eine Generationsbeziehung, für die sich das Etikett "Modernisierungs-Typus" anbot, und eine weitere, die wir als "Bruch-Typus" bezeichnet haben.

Persistenz-Typus. An diesem Typus entdeckten wir den interessanten Tatbestand, dass die charakteristische Art, mit der Sozialwelt umzugehen, sich von der Großelterngeneration gleichsam auf die Enkelgeneration "vererbte". Persistenz bedeutete hier die Wiederholung praktischer Verhaltensweisen in alltäglicher und biografischer Perspektive auf dem gleichen Niveau: eine Berufstradition, bestimmte Familienrituale, ein spezifisches Rollenverständnis, eine politische Einstellung, die Vorliebe für religiöse Glaubensformen, die Inszenierung einer ethnischen Besonderheit. Die Großeltern-Enkel-Konstellation verwies hier auf eine erstaunliche Stabilität intergenerationaler Tradierung.

Modernisierungs-Typus. Dieser Typus zeigte deutliche Veränderungen zwischen der Großeltern- und Enkelgeneration. Der Großvater war beispielsweise Zimmermann, der Enkel ist Ingenieur; die Großmutter hatte Krankenschwester gelernt, die Enkelin wird gerade in Soziologie promoviert. In der Regel hatte in der Modernisierungskonstellation ein sozialer Aufstieg stattgefunden. Das bedeutete nicht, dass sich der Basishabitus zwischen Großvater und Enkel drastisch gewandelt hatte - beide mochten sozial engagiert, aufstiegsorientiert oder musisch interessiert sein-, aber die Position im "sozialen Raum" (champ social)[6] hatte sich doch spürbar verändert; die Art, mit der Sozialwelt umzugehen, war "modernisiert" worden.

Bruch-Typus. Diese intergenerationale Konstellation deutete zumeist auf eine soziale Abwärtsbewegung, aber auch auf einen inszenierten oder tatsächlichen Habitusbruch: Die Großelterngeneration beispielsweise hatte ein gewisses Sozialprestige, die Enkelgeneration rutscht in eine marginalisierte Szene ab; der Großvater war z.B. SED-Funktionär, der Enkel ist im rechtsextremen Milieu aktiv- übrigens eine im deutschen Sample mehrfach auftauchende Konstellation.[7] Generationsbrüche sind in der untersuchten historischen Phase keine Überraschung. Bemerkenswert ist allerdings die unterschiedliche Häufigkeit, mit der sie in den drei Länderstichproben auftreten.

Bei der empirischen Rekonstruktion dieser "Typen" spielten sozialstrukturelle Zuordnungen schon deshalb keine primäre Rolle, weil in einem Drei-Generationen-Gefüge sozialräumliche Bewegungen eher wahrscheinlich sind. Die Enkelgeneration befindet sich in modernen Gesellschaften in der Regel an einem anderen Ort im sozialen Raum als die Großelterngeneration. Im Übrigen ist etwa das Vorkommen von Persistenz- oder Bruch-Konstellationen in jedem sozialen Milieu denkbar.

Um die zentralen Ergebnisse unserer Vergleichsstudie knapp und übersichtlich zu präsentieren, soll es ausreichen, die Relationen der drei Konstellationstypen, wenn man so will: die "Mentalitätsprofile" in den untersuchten Regionen, pointiert zu kommentieren. Offensichtlich hat gerade diese Verteilung verschiedener Lernprozesse zwischen den Generationen einen Einfluss auf die politisch-kulturelle Stimmungslage in den drei Untersuchungsgebieten. Wir können bei unseren nationalen Samples sehr klar drei "Mentalitätsprofile" unterscheiden.

Modernisierungsresistenz in Ostdeutschland

Würde man in der alten Bundesrepublik eine vergleichbare Generationenbefragung durchführen, müsste vermutlich die große Mehrzahl der Interview-Tandems dem Modernisierungs-Typus zugeordnet werden. Die Sozialstruktur der westlichen Bundesrepublik hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg drastisch verändert. Die interessanteste Beobachtung dabei ist, dass sich nicht die quantitativen Relationen der großen gesellschaftlichen Straten bzw. "Klassen" (Ober-, Mittel- und Unterschichten) nennenswert verschoben haben, sondern dass innerhalb der Straten erstaunliche Ausdifferenzierungsprozesse zu beobachten sind.[8] So haben die klassischen Milieus, etwa das konservative gehobene Milieu, das kleinbürgerliche oder das traditionelle Arbeitermilieu, allein zwischen 1980 und 1990 um durchschnittlich 25 Prozent abgenommen.[9]

Zugleich aber entstehen seit Ende der sechziger und beschleunigt seit Beginn der achtziger Jahre große neue Milieus wie das aufstiegsorientierte Milieu in den Siebzigern oder das der postmodernen Hedonisten in den neunziger Jahren. Gemeinsam ist diesen neuen Milieus, dass sie nicht die großen Ungleichheitsrelationen verändern, sondern eine horizontale Bewegung im sozialen Raum in Gang setzen, wenn man so will: eine "Öffnung" in Richtung des kulturellen Pols des sozialen Raums.[10] Die Gesamtentwicklung hat eine Modernisierung des sozialen Raums zur Folge, die individuelle Modernisierungsprozesse voraussetzt.

Betrachten wir das Material, das wir in Ostdeutschland erhoben haben, so zeigt sich ein geradezu konträrer Befund. Sehr viel mehr als die Hälfte unserer Interviewtandems müssen relativ eindeutig dem Persistenz-Typus zugeordnet werden, jeweils deutlich geringere Anteile verteilen sich auf Modernisierungs- und Bruch-Typus. Was bedeutet dieses Phänomen? Zunächst ist festzuhalten, dass der Persistenz-Typus kein Milieuprofil aufweist. Er verteilt sich auf alle von uns untersuchten Milieus. Die Beobachtung, dass zwischen der Großeltern- und der Enkelgeneration in der Oberlausitz eine überraschende Habituspersistenz besteht, bezieht sich auf alle Gesellschaftsschichten. Wenn dieses Phänomen, wie wir begründet vermuten, nicht nur breit gestreut ist, sondern außerdem auch als Massenerscheinung betrachtet werden muss, dann heißt dies, dass sich der soziale Raum in Ostdeutschland eben nicht "modernisiert" hat wie in der westlichen Bundesrepublik, sondern in seiner inneren Dynamik nach wie vor blockiert ist. Wir sprechen deshalb - und das ist die "Kernkategorie" unserer Entdeckungen für das deutsche Sample - von einer "intergenerationalen Modernisierungsresistenz".[11]

Man muss diesen Soziologismus näher erläutern, um deutlich zu machen, welche lebenspraktischen Dimensionen er berührt. "Resistenz" bezeichnet eine bestimmte Aktivität, die gesellschaftliche Energien bindet. Wenn große Gruppen der Bevölkerung sich gleichsam aktiv weigern, ihre soziale Situation zu verändern, und diese "Botschaft" auch an die Folgegeneration vermitteln, muss es dafür Gründe geben. Plausibel ist die Persistenzkonstellation bei gesellschaftlichen Eliten: Sie geben verständlicherweise die Routinen und Strategien des Prestigegewinns bzw. der Prestigesicherung an nachfolgende Generationen weiter und stabilisieren dabei ihre Position. Nachvollziehbar mag diese Strategie ebenfalls bei marginalisierten Gruppen sein, die mit einer gewissen Trägheit der eigenen Ambitionen und der Genügsamkeit der Erwartungen einen Schutz vor häufig erlebten Enttäuschungen und der Erfahrung weiterer Deklassierung aufbauen. Auch diese Haltung hat verständliche Persistenzeffekte. Wenn dagegen selbst die breite Mitte der Bevölkerung vergleichbare intergenerationale Reproduktionsstrategien wählt, entsteht ein Sonderfall, der für moderne Gesellschaften ungewöhnlich ist.

Mit diesem Sonderfall haben wir es in den ostdeutschen Ländern zu tun. Es ist erstaunlich, dass dieses für den Persistenz-Typus charakteristische Trägheitsverhalten offensichtlich nicht mit dem Zusammenbruch der DDR beendet ist, sondern auch anderthalb Dekaden nach der "Wende" noch beobachtet werden kann. Rein analytisch betrachtet entsteht dabei eine Art Ständegesellschaft ohne Stände.[12] Denn die Reproduktionsbasis des Persistenzphänomens ist zumeist schmaler als in vormodernen Gesellschaften: kleine Traditionsrahmen, ethnische oder religiöse Gemeinschaften, Betriebskollektive, gewöhnlich aber nur der mehr oder minder große Familienverband. Diese gleichsam "moderne" ständische Mentalität, die die Grenzen zwischen den "Ständen" unsichtbarer macht als in vormodernen Gesellschaften, setzt - wie alle Ständegesellschaften - auf Statuspersistenz. Dabei geht es keineswegs nur um ökonomische Besitzstände, sondern vielmehr um bescheidene soziale und kulturelle Privilegien, die durch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der DDR-Gesellschaft halbwegs gesichert erschienen. Wandel und Modernisierung galten dabei eher als riskant, als dass sie günstigere Reproduktionsbedingungen versprachen. Deshalb schien die Erhaltung der z. T. mit großer Anstrengung gesicherten sozialen Nahbereiche strategisch sinnvoller als die Suche nach neuen Horizonten. Solche Strebungen lassen sich für Arbeiterfamilien so gut nachweisen wie für die Mitglieder der Mittelschichten oder die Angehörigen der sorbischen Minderheit.[13]

Für die ostdeutsche "Stimmungslage" sind also eher veränderungsresistente Grundstimmungen charakteristisch. Und das beschränkt sich nicht auf temporäre Meinungen, sondern gilt auch für nachhaltige intergenerationale "Botschaften". Jene Flexibilität, die der globalisierte Kapitalismus offensichtlich aufzwingt, wird - von den in der Region Verbliebenen, nicht in den Westen Fortgezogenen - nicht nur rational abgelehnt, sondern geradezu mental blockiert.

Improvisierte Modernisierung in Polen

Eine ähnlich interessante Konstellation liefert das polnische Ergebnis. Auch hier ist die Verbreitung des Persistenz-Typus nach dem Ende der Volksrepublik noch überraschend groß und durchaus erklärungsbedürftig. Allerdings weicht das sozialstrukturelle Profil dieser traditionellen Generationenkonstellation vom deutschen Sample ab: Die intergenerationale Trägheit ist auf soziale Unterschichten konzentriert.[14]

Dieser Befund hat zwei Ursachen: Zum einen besteht die Migrationsgesellschaft Westpolens nach 1945 deutlich überrepräsentativ aus Arbeitern und Landarbeitern. Zum anderen war das erzwungene Verlassen der ostpolnischen Herkunftsregion häufig mit einer Art Überidentifikation mit der neuen Heimat verknüpft, die massiv und gelegentlich sogar repressiv den Folgegenerationen vermittelt wird. Die starke Familienorientierung und die Fortexistenz eines "nationalen Katholizismus", der diese Orientierung rahmt und stützt, schaffen ein Persistenzgefüge, das soziale Mobilität erschwert.[15] Die harten Erfahrungen der Migration nach 1945 stabilisierten Familie und Religion und rechtfertigen auch Widerstand gegenüber den neu entstandenen Verhältnissen nach 1989. So wenig die kommunistische Neuformierung nach dem Zweiten Weltkrieg diese Kultur hat verändern können, so wenig nimmt auch der kapitalistische Umbruch nach 1989 darauf Einfluss.

Zugleich entstand in den aufsteigenden Mittelschichten - absurderweise gerade auf der Basis intakter Familienökonomien - nach 1989 eine Art "wilde Ökonomisierung". Der freie Markt wird als Chance begriffen und öffnet den sozialen Raum. Private Risiken, gegründet auf wirtschaftlichen Ressourcen des Verwandtschaftssystems, werden spontan übernommen und führen einerseits zu interessanten intergenerationalen Aufstiegen, andererseits aber auch zu Brüchen, die u.U. die extrem hohen "Investitionen" an Verwandtschaftsloyalität verletzen und zur Erosion des konventionellen Familiensystems führen. Gerade in den polnischen Mittelschichten, die sich der "Wende" emphatisch geöffnet haben, werden deren Folgen als außerordentlich ambivalent erlebt: Erstaunliche Aufstiegskarrieren stehen neben unerwarteten Erfahrungen ökonomischen und biografischen Scheiterns.

Auch die Bruch-Konstellation ist in Polen deshalb stärker repräsentiert als in Deutschland oder in Tschechien. Die fast unkritische Bereitschaft zur "Amerikanisierung" in der polnischen Gesellschaft, die historische und familiäre Wurzeln hat, wird konterkariert durch Erfahrungen von Verarmung und Verelendung, die selbst die Nachteile der sozialistischen Periode nicht aufwiegen. Die "Stimmungslage" in Polen oszilliert daher zwischen Tradition und Postmoderne, zwischen skeptischer Zurückhaltung und euphorischer Risikobereitschaft.

Zivile Modernisierung in Tschechien

Die tschechischen Befunde sind pragmatischer und zugleich "ziviler". Der Persistenz-Typus ist ohne Bedeutung und wurde schon während der sozialistischen Periode vom Modernisierungs-Typus verdrängt.[16] Bildungsaufstiege, die ja auch in der DDR und in Polen zu erwarten gewesen wären, sind in Tschechien die Regel. Deshalb ist das aktuelle Profil durch den Modernisierungs-Typus dominiert. Allerdings ist dieser Typus gespalten: Die bereits vor der "Samtenen Revolution" Engagierten - zumeist die mittleren und oberen Mittelschichten - gehören zu den "intrinsischen Modernisierern"[17], jenen also, die seit Mitte der sechziger Jahre darauf gewartet haben, an der Gestaltung der Gesellschaft zu partizipieren. Sie sind kulturell und z. T. professionell gut auf die neue Situation vorbereitet und nutzen sie.

Eine deutlich kleinere Gruppe, die eher in der unteren Mittelschicht und bei Facharbeitern verankert ist, gehört zu den "affirmativen Modernisierern"[18]. Sie sehen den Zwang zur Veränderung und stellen sich darauf ein. Aber sie hegen berechtigte Skepsis angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit, des Drogenkonsums der Jugendlichen und der zunehmenden Abhängigkeit von Großinvestoren aus dem westlichen Ausland. Dennoch überwiegt auch bei dieser Gruppe verhaltener Zukunftsoptimismus. Deshalb ist der Bruch-Typus in der tschechischen Untersuchungsregion nur von marginaler Bedeutung.

Wir identifizieren in der Tschechischen Republik eine beinahe ideale Ausgangssituation: Trotz vorhandener sozialer Probleme, trotz hoher Arbeitslosenzahlen ist die Bereitschaft, den Herausforderungen der gesellschaftlichen Transformation zu begegnen, bemerkenswert hoch. Auch die Fähigkeiten, die Herausforderungen zu bewältigen, sind in der gesellschaftlichen Mitte durchaus vorhanden. Prognosen sind also erstaunlicherweise für Tschechien sehr viel günstiger als für Polen oder vollends für Ostdeutschland.

Drei Kulturen, drei "Mentalitätsräume"

Unbestreitbar treffen in der untersuchten Grenzregion drei unterschiedliche Kulturen aufeinander, deren gemeinsame Erfahrungen mit dem Staatssozialismus die Differenzen nicht nivelliert, sondern eher verschärft zu haben scheinen. Es sind im Wesentlichen zwei Problemfelder, deren spezifische Ausprägungen die Unterschiede verdeutlichen: die Spannung zwischen Tradition (bzw. "Persistenz") und Modernisierung sowie der Kontrast zwischen Politik und Kultur (Vgl. Abbildung 1 der PDF-Version).

Gerade diese zweite Dimension scheint typisch zu sein für die kollektive Erfahrung der staatssozialistischen Periode. Pierre Bourdieu hat in Abwandlung seines Konzepts des "sozialen Raums" und der Bedeutung der Ressourcen ("Kapitale") für die soziale Positionierung in staatssozialistischen Gesellschaften den Kontrast von "kulturellem" und "politischem Kapital" als charakteristisch identifiziert.[19] Diese Spannung bleibt auch im Transformationsprozess virulent. Es ist deshalb sinnvoll, sich einen symbolischen "Mentalitätsraum" vorzustellen, in dem diese Dimension eine zentrale Rolle spielt. Aufgespannt wird dieser symbolische Raum zwischen dem Spannungsfeld "Tradition" versus "Modernisierung" in der Vertikalen und dem Kontrast zwischen "Kultur" und "Politik" in der Horizontalen. Es wird unmittelbar transparent, dass die oben analysierten Generationskonstellationen in diesem Raum an unterschiedlichen Stellen platziert werden müssen und dass die abweichende Verteilung der drei Typen in den untersuchten Regionen zu erstaunlichen Differenzen der jeweiligen "Mentalitätsfoki" führt, d.h. von Verdichtungen mentaler Orientierungen, die für die jeweilige Teilgesellschaft typisch sind.

Der "Mentalitätsfokus" im ostdeutschen Untersuchungsgebiet (Vgl. Abbildung 2 der PDF-Version) liegt eindeutig in der Nähe des Traditionspols, und zwar unabhängig davon, ob die Orientierung der Akteure eher zum kulturellen oder zum politischen Pol des symbolischen Raums tendiert. Sowohl die klassischen protestantischen Bildungseliten und die zerfallenden Funktionärseliten als auch die Arbeitermilieus und die ethnische Minderheit (Sorben) zeigen strukturkonservative mentale Züge.

Die Frage ist allerdings, ob hier überhaupt von Traditionsorientierung die Rede sein kann. Gewiss gibt es Anklänge im protestantischen Milieu. Aber schon bei den Sorben erscheint, wie wir empirisch belegen konnten, der Traditionsbezug eher artifiziell - als eine Art "Reethnisierung" der Enkelgeneration.[20] Vollends traditionslos ist die mentale Grunddisposition in der Arbeiterschaft. Hier wären "Persistenz" oder "mentale Renitenz" die angemessene Beschreibung. Auch bei den ehemaligen politischen Eliten gilt allenfalls für eine unbedeutende "Virtuosenschicht" das Etikett Traditionsbezug. Die dominante Grundhaltung ist jene Modernisierungsresistenz, die die empirische Analyse zu Tage gefördert hat.

Das polnische Bild (Vgl. Abbildung 3 der PDF-Version) weicht davon ab: Zum einen tendiert ein relevanter Teil der mentalen Strebungen zum Modernisierungspol, gegebenenfalls auch um den Preis des ökonomischen Existenzrisikos. Gerade in der jüngeren Generation, keineswegs nur bei den (unterrepräsentierten) Mittelschichten, ist die persönliche Modernisierungsbereitschaft extrem hoch. Bei einem anderen Teil der Bevölkerung - sozialstrukturell vornehmlich in der Arbeiterschicht - herrscht eine Traditionsorientierung vor, die allerdings tatsächlich mit traditionellen Normen und Werten, mit Familien- und Kirchenorientierung, mit klassischen Rollenzuschreibungen der Geschlechter und mit einer tiefen Bindung an Region und Nation verknüpft ist. Pointiert gesagt: Die polnische Mentalität ist gespalten; sie oszilliert zwischen Tradition und Postmoderne.

Das tschechische Bild ist verblüffend (Vgl. Abbildung 4 der PDF-Version): Der Fokus der mentalen Strömungen liegt - beinahe spiegelbildlich zum deutschen Sample - auf der Modernisierungsseite, allerdings mit deutlichem Schwerpunkt beim "kulturellen Pol" des Mentalitätsraums. Aber nicht nur der dominante Modernisierungs-Typus, der über alle sozialen Milieus streut, selbst der Persistenz-Typus hat in Tschechien noch eine Modernisierungstendenz.[21] Die untersuchte Region belegt eine Mentalitätsfiguration, deren Veränderungspotenzial beträchtlich ist. Intergenerationale Lernprozesse sind die Regel.

Das Ergebnis unserer Untersuchung ist also durchaus überraschend: Nicht die ostdeutsche Teilregion, deren soziale und ökonomische Bedingungen am günstigsten sind, zeigt die mentalen Voraussetzungen für eine "proaktive" Modernisierung, sondern die tschechische, deren mentales Modernisierungspotenzial bemerkenswert, deren ökonomische Ausgangssituation aber weitaus riskanter ist. Selbst in Polen scheint die Bereitschaft zur "inneren Modernisierung" deutlich höher zu sein als in Deutschland. Trotz der ökonomischen Risiken, die in den biografischen Erzählungen eine zentrale Rolle spielen, ist in Polen die Hoffnung auf den Erfolg ökonomischer Projekte extrem hoch. In Deutschland dominiert dagegen Sicherheitsdenken: der moralische Appell an die Garantie des Staates, für die eigene Absicherung zu sorgen. Initiative für selbstverantwortliche Vorsorge ist kaum zu erkennen. Der "fürsorgliche Staat", den man gewiss nicht liebt, aber an den man gewöhnt ist, bildet den Fokus der Auseinandersetzung. Verantwortung für die Zukunft, vielleicht sogar Lust am Neuen, wie in Tschechien oder Polen, ist in Deutschland eine Randerscheinung. Es gibt also offensichtlich ein Zivilitätsgefälle. Lässt sich dieses Phänomen plausibel erklären?

Figurationssoziologische Deutungen

Die diagnostizierten Unterschiede der Zivilitätsstandards in den Untersuchungsregionen lassen sich zunächst zeitgeschichtlich am Typus des Widerstands gegen das sozialistische System demonstrieren. Tatsächlich gab es Widerstand in allen drei nationalen Kulturen. Der "verordnete Sozialismus" wurde durchaus nicht einfach hingenommen: In der DDR kam es zum eindrucksvollsten Widerstand zweifellos in der Auseinandersetzung, die sich mit dem symbolischen Datum des 17. Juni 1953 verbindet. Vor allem die westdeutsche Geschichtsschreibung hat daraus eine Niederlage, zumal des Kampfes um demokratische Selbstbestimmung, gemacht. Dies ist in doppeltem Sinne Ideologie: Der primäre Anlass der Unruhen war keineswegs die Auseinandersetzung um mehr demokratische Rechte, sondern die Entscheidung des Politbüros, die Arbeitsnormen den realen Bedingungen des Produktionsprozesses wieder anzunähern. Und das Ergebnis war keine Niederlage der Arbeiter, sondern ein "Sieg" - aber eben ein Pyrrhussieg, denn die nun durchgesetzte relative Autonomie in Lohnfragen bedrohte die Existenz der gesamten Gesellschaft.[22] Genau dafür entwickelt die renitente "Arbeiterklasse" der DDR keine Verantwortung. Sie nutzte die symbolischen Privilegien, ohne die nichtzivilen Herrschaftsbedingungen in Frage zu stellen.

Dies war in Polen anders. Der Widerstand von Solidarnos'c' 1979/81 war prinzipieller angelegt. Seine charismatische Symbolfigur, Lech Wa?esa, provozierte die Staatsmacht gleich doppelt: Er war Arbeiterführer und zugleich Repräsentant des national-katholischen Widerstands, der den (polnischen) Papst hinter sich wusste. Er knüpfte damit symbolisch an die Tradition der heroischen polnischen Resistenz gegen Preußen und vor allem gegen Russland an. Nicht zufällig wurde er der erste Präsident Polens nach 1989. Auch wenn er scheiterte: Als nationales Grunderlebnis bleibt die Bestätigung des zivilen Widerstands vor der "Wende".

Die Entwicklung in der Tschechoslowakei ging noch weiter. Der innere Widerstand erreichte die hegemoniale kommunistische Partei. Der "Prager Frühling" 1968 konnte nur durch Intervention der Sowjetunion und derWarschauer-Pakt-Staaten zurückgedrängt werden. Die Pseudo-"Normalisierung" nach diesem Einschnitt brach in der "Samtenen Revolution" in sich zusammen. Auch hier war der erste Präsident ein Repräsentant des Widerstands: der Literat Václav Havel. Auch in Tschechien setzt sich die bereits praktizierte "zivile Gesellschaft" während der staatssozialistischen Periode durch.

Solche Unterschiede sind nur verständlich, wenn wir - mit aller gebotenen Umsicht und Zurückhaltung - auf tiefer liegende historische Figurationen[23] zurückgreifen, die mit der Stellung und Veränderung der eigenen Kultur im Kontext anderer Kulturen zu tun haben. Die historisch offenbar immer wiederkehrende depressive Färbung einer spezifisch deutschen Mentalität hat eine lange Geschichte. Norbert Elias führt sie auf den Zusammenbruch jenes hegemonialen Römischen Reiches Deutscher Nation zurück[24], der - etwa nach dem Dreißigjährigen Krieg - zu tiefen kollektiven Kränkungen führte. Solche Phasen wiederholten sich nach den beiden Weltkriegen im 20. Jahrhundert. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch die Wiedervereinigung für viele Menschen in Ostdeutschland mit vergleichbaren Erfahrungen verbunden ist.

Es erscheint plausibel, auch in der Vergleichsstudie von verschiedenen kulturellen "Mentalitäten" auszugehen, deren Wurzeln in den drei untersuchten Regionen weit vor der staatssozialistischen Periode liegen. Eine entscheidende Variable im Prozess der Moderne scheint ein Phänomen zu sein, das Elias die "Formalitäts-Informalitäts-Spanne"[25] nennt. Damit ist die Parallelität von Verhaltensweisen gemeint, die Menschen einerseits gegenüber sozial höher oder niedriger stehenden Personen wählen ("Formalität"), andererseits im Umgang mit Gleichstehenden und sozial nahen Personen ("Informalität"). Für vormoderne Gesellschaften ist eine weite Formalitäts-Informalitäts-Spanne typisch. Im Prozess der Moderne verringert sich diese Spanne drastisch, und das 20. Jahrhundert ist in den meisten westeuropäischen und nordamerikanischen Gesellschaften gekennzeichnet durch einen bemerkenswerten Informalisierungsprozess. Zu seinen Merkmalen gehören erhöhte Prosperität und Einkommenszuwächse aller gesellschaftlichen Gruppen, eine Veränderung der Machtbalance zwischen Etablierten und Außenseitern, die Verringerung spezifischer Machtdifferenziale (zwischen Männern und Frauen, Eltern und Kindern, zwischen Regierenden und Regierten), aber auch die Verunsicherungen, die das Einebnen der konventionellen Hierarchien mit sich bringt.[26]

Symptomatisch ist, dass die deutsche Gesellschaft diese Entwicklung, etwa im Vergleich zu Großbritannien oder den Niederlanden, mit deutlicher Verzögerung und mit immer neuen Rückfällen vollzogen hat. Erst 1918 wurde durch die Niederlage in einem verheerenden Krieg die Abdankung jener autokratischen Führungsschicht erzwungen, die über viele Jahrhunderte massive soziale Ungleichheiten festgeschrieben und die Formalitäts-Informalitäts-Spanne im Vergleich zu den Nachbarnationen unzeitgemäß weit gedehnt hatte. Die veränderte Machtbalance und der plötzliche Einfluss der Arbeiterbewegung nach 1918 hatten nun aber keineswegs nur Demokratisierungs- und Zivilisierungseffekte, sondern kollektive Verunsicherungen zur Folge, die in extremen parteipolitischen und ideologischen Polarisierungen ihren Ausdruck fanden. Pragmatische Aushandlungsprozesse zwischen den Kontrahenten hatten keine Tradition. So war die Spaltung der Arbeiterbewegung in ein sozialdemokratisches und ein kommunistisches Lager ebenso folgerichtig und "deutsch" wie die fatale Liaison des abgehalfterten preußischen Militäradels und eines Teils der kriegsinteressierten Besitzbourgeoisie mit den Nationalsozialisten. Pointiert könnte man sagen: Deutschland blieb eine "formierte" Gesellschaft bis tief ins 20. Jahrhundert hinein, im Osten sogar bis in die achtziger Jahre.

Die weite Spanne zwischen Formalität und Informalität verkleinerte sich auch während des Nationalsozialismus nicht. Gleichschaltung der Institutionen, schleichende Militarisierung der Gesellschaft und die Allgegenwart sozialer Kontrolle dehnten die Spanne eher, als dass sie sie verringerten. Diese Formierung setzte sich ungebrochen fort in der SBZ und später in der DDR. Auch hier war der soziale Raum umstellt von fremd bestimmten Organisationen und Institutionen der sozialen Platzierung und Kontrolle, denen man sich nur im engsten Privatbereich entziehen konnte.[27] Das Gaus'sche Etikett der "Nischengesellschaft"[28] signalisiert auf überzeugende Weise das Auseinanderdriften von Formalität und Informalität.

Anders stellte sich die Situation in Polen und Tschechien dar. Hier war seit Jahrhunderten die Formierungserfahrung gleichsam "extern": Sie war gerade nicht Bestandteil der kollektiven Mentalität. Genauer: Der Widerstand gegen die externe Formierung gehörte zur Mentalitätsfiguration. In Polen führte dies etwa zur nationalen Integration der vorbürgerlichen Eliten, also des polnischen Adels, der eben nicht als Protagonist jener aufgezwungenen Formalitäten, sondern als Träger des subtilen Widerstands auftrat.[29] Der Katholizismus wurde auch deswegen zur Nationalreligion, weil er zur symbolischen Unterscheidung vom preußischen Protestantismus und von der russisch-orthodoxen Kirche, also den Glaubensformen der Besetzer, außerordentlich brauchbar war. In Tschechien entstand - auch vor dem Hintergrund der hussitischen Reformen des 16. Jahrhunderts - eine erstaunlich entwickelte frühbürgerliche Gesellschaft, in der der Adel zunehmend an Einfluss verlor. Wenn wir die ungewöhnlich demokratischen Bildungsideen von Jan Amos Komensky (Comenius) im frühen 17. Jahrhundert verstehen wollen, ist das reizvolle Konstrukt einer protestantisch geprägten "Proto-Zivilgesellschaft" nahe liegend.

Diese historischen Konfigurationen machen auch das Verhalten der beiden Gesellschaften während der staatssozialistischen Periode verständlicher. Figurationssoziologisch wiederholte sich im Grunde für beide Nationen nach 1945 eine historisch bereits vertraute Konstellation: die "Besetzung". Und es ist deshalb keineswegs zufällig, dass sich in beiden Gesellschaften - anders als in der DDR - ein bemerkenswerter ziviler Widerstand entwickelte.

Die ostdeutsche "Modernisierungsblockade" scheint also keineswegs auf einen spezifischen Effekt des Staatssozialismus zu verweisen, sondern auf eine Retardierung, die zur (gesamt)deutschen Mentalitätsgeschichte gehört: eine deutliche Verspätung im "Prozess der Zivilisation",[30] die auch im 21. Jahrhundert noch ihre Spuren hinterlässt. Die Auflösung dieser Blockade wäre zweifellos eine gesamtdeutsche Aufgabe.

Fußnoten

1.
Das Projekt wurde von der Volkswagenstiftung gefördert; vgl. dazu Peter Alheit/Irena Szlachcicowa/Frantisek Zich (Hrsg.), Biografische Identitäten im Grenzraum. Eine Untersuchung in der Euroregion Neiße, Görlitz 2005 (i.E.); Peter Alheit/Kerstin Bast-Haider/Petra Drauschke, Die zögernde Ankunft im Westen. Biographien und Mentalitäten in Ostdeutschland, Frankfurt/M.-New York 2004. Selbstverständlich tragen die Ergebnisse den Besonderheiten der untersuchten Regionen Rechnung und sind nicht unbedingt auf ganz Ostdeutschland, Gesamtpolen oder die Tschechische Republik übertragbar. Dennoch lassen sich Spezifika erkennen.
2.
Vgl. ausführlich P. Alheit u. a. (Hrsg.) (ebd.).
3.
Wir orientieren uns methodologisch am Konzept der Grounded Theory: vgl. Barney G. Glaser/Anselm L. Strauss, The Discovery of Grounded Theory. Strategies for Qualitative Research, Chicago 1967; Anselm L. Strauss/Juliet Corbin, Grounded Theory Research. Procedures, Canons and Evaluative Criteria, in: Zeitschrift für Soziologie, 19 (1990), S. 418 - 427.
4.
Vgl. dazu P. Alheit u. a., Die zögernde Ankunft ... (Anm. 1).
5.
Diese Einschätzung knüpft an Mannheims Generationskonzept an, bei dem das "Zeitfenster" der nachhaltigen Prägung in der späten Adoleszenz eine zentrale Rolle spielt; vgl. Karl Mannheim, Wissenssoziologie. Auswahl aus dem Werk, Neuwied-Berlin 1964. Befragt wurden in der Großelterngeneration Mitglieder der Jahrgänge 1920 bis 1930, bei der Enkelgeneration Angehörige der Kohorten 1975 bis 1985. Auf die Befragung der Zwischengeneration musste aus forschungsökonomischen Gründen verzichtet werden.
6.
Vgl. Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt/M. 1987.
7.
Vgl. P. Alheit u. a., Die zögernde Ankunft ... (Anm. 1), S. 281ff.
8.
Vgl. dazu Michael Vester u. a., Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel. Zwischen Integration und Ausgrenzung, Köln 1993; Peter Alheit, Zivile Kultur: Verlust und Wiederaneignung der Moderne, Frankfurt/M.-New York 1994.
9.
Vgl. M. Vester u. a. (ebd.), S. 16.
10.
Vgl. P. Alheit (Anm. 8), S. 237ff.
11.
Vgl. P. Alheit u. a., Die zögernde Ankunft ... , (Anm. 1), S. 323ff.
12.
Vgl. ausführlicher ebd., S. 27ff.
13.
Vgl. Peter Alheit/Hanna Haack, Die vergessene "Autonomie" der Arbeiter. Eine Studie zum frühen Scheitern der DDR am Beispiel der Neptunwerft, Berlin 2004, bzw. P. Alheit u. a., Die zögernde Ankunft... (Anm. 1), S. 205ff.
14.
Vgl. dazu ausführlich P. Alheit u. a. (Hrsg.) (Anm. 1).
15.
Vgl. Irena Szlachcicowa/Markieta Domecka/Adam Mrozowicki, Zwischen Tradition und Postmoderne: Die "improvisierte Modernisierung" in Westpolen, in: ebd., S. 265 - 444.
16.
Vgl. Frantisek Zich, Generationskonstellationen, in: ebd., S. 515 - 545.
17.
Barbara Spalová, Der Typus der "intrinsischen Modernisierung", in: ebd., S. 545 - 572.
18.
Odrej Roubal, Der Typus der "affirmativen Modernisierung", in: ebd., S. 572 - 583.
19.
Vgl. Pierre Bourdieu, Politisches Kapital als Differenzierungsprinzip im Staatssozialismus, in: Irene Dölling (Hrsg.), Die Intellektuellen und die Macht, Hamburg 1991, S. 21 - 41.
20.
Vgl. P. Alheit u. a., Die zögernde Ankunft ... (Anm. 1), S. 205ff.
21.
Vgl. F. Zich (Anm. 16).
22.
Vgl. P. Alheit/H. Haack (Anm. 13), S. 438ff.
23.
Vgl. Norbert Elias, Studien über die Deutschen: Machtkämpfe und Habitusentwicklung im 19. und 20.Jahrhundert, Frankfurt/M. 1989.
24.
Vgl. ebd., S. 7ff. Elias spricht von einem "nationalen Habitus" und verwendet diesen Begriff synonym mit dem Begriff der "Mentalität" (ebd., S. 8).
25.
Ebd., S. 41.
26.
Vgl. ebd., S. 41f.
27.
Vgl. dazu ausführlich P. Alheit u. a., Die zögernde Ankunft ... (Anm. 1).
28.
Günter Gaus, Nischengesellschaft, in: ders., Wo Deutschland liegt. Eine Ortsbestimmung, Hamburg 1983; S. 156 - 233.
29.
Vgl. Enno Meyer, Grundzüge der Geschichte Polens, Darmstadt 1990.
30.
Norbert Elias, Über den Prozeß der Zivilisation, 2Bde., Frankfurt/M. 1969.

Peter Alheit

Zur Person

Peter Alheit

Dr. phil., PhD., geb. 1946; Professor für Allgemeine Pädagogik, Pädagogisches Seminar der Universität Göttingen, Baurat-Gerber-Straße 4 - 6, 37073 Göttingen.
E-Mail: palheit@gwdg.de


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