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13.6.2005

Wissenschaft und Politik: Einsteins Berliner Zeit

Einsteins Berliner Zeit war ein glanzvolles Kapitel der Wissenschaftsgeschichte. Einstein wurde gefördert, als Pazifist aber auch beargwöhnt – und von den Nationalsozialisten ausgebürgert.

Einleitung

Von zwei Themen wird im Folgenden nicht oder kaum die Rede sein: von der Relativitätstheorie und vom "privaten" Einstein. Von der Relativitätstheorie nicht, weil es keine direkte, keine kausale Beziehung zwischen dem Inhalt der Theorie und der Politik gegeben hat. Gegenteiliges zu behaupten hieße, wenn auch ungewollt und mit anderem Vorzeichen, das Konzept des Wortführers einer "Deutschen Physik", Philip Lenard, zu bestätigen. Auch wenn Einsteins Name nicht genannt werden sollte, war die Relativitätstheorie mit dem NS-Reich durchaus vereinbar, und überzeugte Nationalsozialisten wie der Physiker Pascal Jordan und der von Himmler persönlich geschützte Werner Heisenberg sind Belege dafür. Es gibt keine politikfreie Wissenschaft, jedoch politikfreie Theorien, und eine solche ist die Relativitätstheorie Albert Einsteins. Vom "privaten" Einstein wird im Folgenden nur dann die Rede sein, wenn das Private politisch in Erscheinung trat. Trotz allen Rummels um den Medienstar wurde seine Privatsphäre respektiert, hat er sich zu schützen gewusst (auch dank dem Schutzbedürfnis der Ehefrau).


Die Basis allen Ruhmes waren und sind Einsteins wissenschaftliche Leistungen. Seine politischen Ansichten sind lehrreich, doch umfassend kreativ war er nur auf seinem Feld der Wissenschaft. Andere, die sich in der Politik ungleich mehr als Einstein betätigt haben, sind heute vergessen oder weitgehend unbekannt, etwa der Mediziner Georg Friedrich Nicolai. Bemerkenswert ist, dass einzigartige politische Umstände und Interessenkonstellationen zu seinem Ruhm beigetragen haben und die Frage nach Einsteins Rolle in der deutschen Politik auch heute aktuell erscheinen lassen.

Berufung und Förderung

Die Berufung Einsteins nach Berlin war eine wissenschaftspolitische Leistung ersten Ranges. Am 12. Juni 1913 hatten Max Planck, Walther Nernst, Heinrich Rubens und Emil Warburg die Aufnahme Einsteins als ordentliches Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften beantragt; am 12. November billigte Kaiser Wilhelm II. die Wahl. Die Antragsteller hatten nicht nur erkannt, dass "sich Einstein (...) schon mit jugendlichen Jahren einen Weltruf erworben" hatte[1], sondern sie waren auch selbst Physiker von internationalem Rang. Allen voran Planck, der mit der Schaffung der Quantentheorie im Jahre 1900 eine Revolution im physikalischen Denken eingeleitet hatte und schon 1909 erkannte, dass mit der durch Einsteins Relativitätsprinzip "im Bereich der physikalischen Weltanschauung hervorgerufenen Umwälzung (...) an Ausdehnung und Tiefe wohl nur die durch die Einführung des Copernikanischen Weltsystems bedingte zu vergleichen"[2] ist.

Die vier waren auch Koryphäen der Wissenschaftsorganisation und in Schlüsselstellungen der Forschung tätig. Planck war zurzeit von Einsteins Berufung Mitglied und Beständiger Sekretär der Berliner Akademie, Ordinarius für Theoretische Physik an der Berliner Universität, Rektor der Berliner Universität. Warburg war Professor für Physik an der Universität, Akademiemitglied undPräsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin, des damals bedeutendsten und bestausgerüsteten Physikinstituts Deutschlands. Dort machte Rubens Experimente, die eine entscheidende Rolle bei der Geburt der Quantentheorie spielen sollten; auch er war Ordinarius für Physik und Akademiemitglied. Nernst war nicht nur Ordinarius für Physikalische Chemie an der Berliner Universität, sondern auch ein Mann mit guten Beziehungen zur Großindustrie, zur Hochfinanz und zum Kaiser. Noch vor dem Wahlantrag hatte er dafür gesorgt, dass die nötigen Mittel für ein Extragehalt Einsteins besorgt waren - beim Bankier Leopold Koppel. Die so erreichte Aufstockung des Salärs hat Nernst später als seine größte organisatorische Leistung bezeichnet.

Die Berufung Einsteins war keine singuläre Aktion. Sie fügt sich ein in den Geist der Zeit und in die Wissenschaftspolitik im Kaiserreich. Die von Francis Bacon stammende, von Rudolf Virchow auf der Naturforscherversammlung 1886 erneut proklamierte Losung "Wissen ist Macht" war ein einigendes Band aller Schichten und Parteien, ungeachtet aller Gegensätze von Sozialdemokratie und Kaiserhaus. Wie kein Staatsoberhaupt nach ihm hat sich der deutsche Kaiser für die Förderung von Wissenschaft und Technik eingesetzt - nicht allein kraft seines Amtes, sondern auch auf Grund von soliden Kenntnissen und vielfältigem Interesse insbesondere auf technischem Gebiet (allerdings mit einer zuweilen von Speichelleckern in seinem Umfeld geförderten Oberflächlichkeit). Er mag als Operettenkaiser und Großmaul belächelt werden: Hinsichtlich der Wissenschaftspolitik war und ist er (abgesehen von gelegentlich anmaßendem Urteil) ein Vorbild.

Dem Beispiel des Kaisers sind viele gefolgt. Heute unvorstellbar: Viele der Sponsoren - z.B. Koppel - lehnten die öffentliche Nennung ihres Namens ab. Man wollte selbstlos dem Fortschritt der Wissenschaften, der Technik und der Künste dienen, aber selbstverständlich auch dem Wohl des deutschen Vaterlands. Zahlreiche Juden waren dabei, darunter Mäzene und dem Hofe nahe stehende "Kaiserjuden" wie der Großreeder Albert Ballin, der Kaufmann und Kohlenhändler Eduard Arnhold, der Textilindustrielle James Simon sowie Bankier Koppel. Der Kaiser hat - was er später bedauerte - "Juden zu Tisch gehabt, Judenprofessoren unterstützt und ihnen geholfen"[3]. Ungeachtet der 1879, im Geburtsjahr von Einstein, verkündeten Losung des Historikers Heinrich von Treitschke "Die Juden sind unser Unglück" hatte der Antisemitismus das Denkvermögen der Herrschenden und Beherrschten noch nicht zerfressen.

Die materielle Basis dieser Wertschätzung wissenschaftlicher Arbeit war der erwiesene Gebrauchswert derselben. Symptomatisch dafür ist, dass auch ein Wissenschaftler an der Wiege des 1871 entstandenen Kaiserreichs gestanden hat: der Geologe Wilhelm Hauchecorne. "Die ursprünglich vom deutschen Generalstab vorgeschlagene Grenzziehung verlief so, daß Frankreich den größeren und wertvolleren Teil des lothringischen Erzgebietes behalten hätte."[4] Eine Denkschrift Hauchecornes war Anlass zur Revision: Das auf dem annektierten Territorium geförderte Eisenerz (1913: 21,1 Millionen Tonnen gegenüber 364 000 Tonnen 1871) wurde zur wichtigen Grundlage der deutschen Rüstung und für die erneute Abrechnung mit dem Erzfeind Frankreich. Ein Wissenschaftler war es auch, der die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und den Untergang des Kaiserreichs zwar nicht verhindern konnte, aber hinauszögerte: der mit Einstein befreundete Entdecker der Ammoniaksynthese und "Erfinder" des Gaskrieges, Fritz Haber.

Nicht weniger bedeutsam war, dass die Wissenschaften die Lebensbedingungen und die Lebensweise einer Generation grundlegend veränderten. Dank Robert Koch und anderen Ärzten verringerte sich die Zahl der Mütter und Väter, denen Infektionskrankheiten die Neugeborenen entrissen. Die Revolutionierung der Produktivkräfte setzte auch Arbeitskräfte frei, aber die Expansion der Produktion, der Migrationsströme auslösende Bedarf nach zusätzlichen Arbeitskräften kompensierte die Freisetzungen allemal. So entstand ein bis dahin nie gekannter Glaube an die Macht der Wissenschaft und für viele die Hoffnung, auf der Basis wissenschaftlicher Forschung die Soziale Frage lösen zu können. Noch verbarg sich das Janusgesicht wissenschaftlich-technischen Fortschritts weitgehend hinter den im Alltag sichtbaren Wohltaten.

So war jenes Berlin, in das Einstein kam, eine Metropole der Wissenschaft und in der physikalischen Forschung die Hauptstadt überhaupt. Bis zum Kriegsbeginn 1914 "galt Deutschland nicht nur für die relativ kleine 'scientific community' Großbritanniens, sondern auch für große Teile der britischen Öffentlichkeit als Land der Wissenschaft"[5]. Es war international eine Ehre, in Berlin studieren und forschen zur dürfen - allemal dann, wenn die Arbeitsbedingungen so vorzüglich waren wie im Falle Einsteins: niemandem sonst als dem eigenen Gewissen verpflichtet an der Universität lehren dürfen, aber nicht müssen, und weitgehend frei von materiellen Sorgen. Man durfte erwarten, dass das "prämiierte Leghuhn"[6] Eier legt, und wurde nicht enttäuscht. Die Kriegsjahre gehören zu den produktivsten im Leben des Wissenschaftlers Albert Einstein.

Die Vermarktung eines Gelehrten

Gegen Ende des Weltkriegs rüstete die Royal Society of London zwei wissenschaftliche Expeditionen aus, um durch Beobachtung der Sonnenfinsternis am 29. Mai 1919 die Gültigkeit der Relativitätstheorie Einsteins empirisch zu prüfen. Am 6. November wurde das Resultat in einer gemeinsamen Sitzung der Royal Society und der Royal Astronomical Society mitgeteilt: Die Voraussage Einsteins über die Ablenkung des Sternenlichts in der Nähe großer Massen habe sich als richtig erwiesen.

Innerhalb von wenigen Tagen war Einstein, wie am 14. Dezember 1919 auf dem Titelblatt der "Berliner Illustrirten Zeitung" zu lesen war, "Eine neue Größe der Weltgeschichte", und begonnen habe "eine neue Epoche der Menschheitsgeschichte (...) unlösbar verbunden mit dem Namen Albert Einstein". Wenig später, am 5. Februar 1920, nannte ihn das "Volksblatt in Spandau" ein "Stück deutscher Valuta". Die Verehrung nahm zuweilen religiöse Maße an. Der Einstein-Gegner Ernst Gehrke hatte Recht, wenn er von einer Massenpsychose sprach. Die Leute applaudierten, obwohl die wenigsten die Theorie begriffen hatten - trotz redlichem Bemühen, trotz populärer Darstellungen, trotz eines "Einstein-Films".

20 Tage nach Bekanntgabe der britischen Expeditionsergebnisse, am 26. November 1919, beantragte der Staatshaushaltsausschuss der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung, "die Staatsregierung zu ersuchen, im Einvernehmen mit der Reichsregierung die Mittel bereitzustellen, um Deutschland die weitere Mitarbeit mit den anderen Nationen zum Ausbau der grundlegenden Entdeckungen Albert Einsteins und diesem selbst weitere Forschung zu ermöglichen"[7]. Einstein hatte man gar nicht erst gefragt. Am 12. Dezember wurde der Antrag "ohne besondere Abstimmung (...) angenommen". Dem Antrag wurde von keinem einzigen Abgeordneten widersprochen. Dabei war die Debatte zum Haushalt des Kultusministeriums erregt, hart an der Grenze persönlicher Beleidigungen verlaufen.

Warum diese Eile? Weil Einstein Großes in der Wissenschaft geleistet hatte? Vergleichbares hatte auch ein anderer vollbracht: Max Planck. Und um zu wissen, dass Einstein ein ganz Großer war, hatte es der britischen Expedition nicht bedurft. Das wussten kompetente Leute schon vor seiner Berufung nach Berlin, und die Allgemeine Relativitätstheorie war nicht gänzlich neu, Einstein hatte diese bereits drei Jahre vorher geschaffen.

Der Abgeordnete Arthur Schloßmann (Deutsche Demokratische Partei/DDP) hat den Antrag auf der 94. Sitzung der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung am 10. Dezember 1919 wie folgt begründet: "Wir leben in einer Zeit, in der alle Werte umgewertet sind (...). Nur das, was im Ausland Wert hat, bedeutet leider auch bei uns in der Heimat noch etwas, und zu den Dingen, die sich dieser unbedingten Wertschätzung auch heute noch erfreuen, gehören unsere Universitäten und Hochschulen. Der erfreuliche Beweis für diese Tatsache ist ja darin gegeben, (...) daß gerade in der letzten Zeit drei deutsche Gelehrte, drei preußische Naturforscher mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden sind: die Herren Planck und Haber in Berlin und Professor Starck in Greifswald. (...) Neben diesen drei Nobelpreisträgern nenne ich Ihnen einen Mann, der die deutsche Wissenschaft im Auslande außerordentlich an Wert gehoben hat, Herrn Albert Einstein, den Mann, der in der Naturerkenntnis neue Bahnen und neue Wege gezeigt hat und der den größten Geistern aller Zeiten gleichberechtigt zur Seite steht. (...) Das sind Lichtblicke in unserer so dunklen Zeit. Das sind Männer, die uns den wirklichen Wert zum wahren Völkerbunde führen; denn die wahre und klare Wissenschaft kennt keine Grenzpfähle. Die Gemeinschaft aller Wissenschaftler ist zugleich die Gemeinschaft der Menschheit, und eine solche kosmopolitische Auffassung, eine Auffassung, die neben der nationalen sehr wohl Platz hat, wollen wir uns erhalten wissen. Wer diese Beziehungen, die Beziehungen der deutschen Wissenschaft zu den Wissenschaftlern anderer Länder schädigt, zerschlägt damit die letzten Rettungsboote, die uns unter Umständen in das Land einer glücklichen Zukunft führen können."[8]

Das waren die Gründe der außergewöhnlichen Bereitstellung öffentlicher Mittel für Einsteins Arbeit "in dieser Zeit grösster Not", wie Einstein selbst zu bedenken gab.[9] Dem auf dem Schlachtfeld unterlegenen Deutschland war wenig geblieben. Am 28. Juni 1919 hatten die Siegermächte die Deutschen zur Unterzeichnung des Versailler Vertrages genötigt. Der Glaube an Kaiser, Gott und Vaterland war zerbrochen, die Armee besiegt, die Wirtschaft zerstört. Das Land litt unter Gebietsabtretungen und Bevölkerungsverlusten, das internationale Ansehen Deutschlands war ramponiert. Zum wenigen, was geblieben war und den Krieg nahezu unversehrt überstanden hatte, gehörte die Wissenschaft, und selbst diese wollten die Sieger mit einem Boykott dauerhaft schädigen.

Da schien die auch vom "feindlichen" Ausland gezollte Anerkennung Einsteins für das geschlagene und gedemütigte Deutschland ein Geschenk des Himmels zu sein. Der bedeutendste Gelehrte aller Zeiten: ein Deutscher. Man hatte zwar den Krieg verloren, glaubte aber nun, im Wettstreit der Ideen eine entscheidende Schlacht gewonnen zu haben. Dass ausgerechnet von britischer Seite die Bestätigung für die Richtigkeit von Einsteins Theorie kam, war eine besondere Genugtuung. Gleichzeitig wurde die Arbeit der Briten als Konkurrenz und Bedrohung empfunden. Diese waren bei der Prüfung der Theorie zwar vorangeprescht, die Führung aber musste bei den Deutschen bleiben.

So wurde Einstein nun, ob es ihm passte oder nicht, nationalistisch verwertet. Dass er das nicht wollte, erwies sich in der gegebenen Situation eher als Vorteil denn als Makel. Im Frühjahr 1922 war Einstein unschlüssig, ob er eine Einladung zu Vorträgen in Frankreich annehmen sollte, aber Reichsaußenminister Walther Rathenau drängte ihn zur Reise. Das hatte auch der Einstein-Gegner Gehrke erfahren: "Mir ist von Einstein nahestehender Seite versichert worden, daß dieser nur auf besondere Veranlassung des damaligen deutschen Außenministers Rathenau sich zur Fahrt entschlossen habe; Rathenau soll Hoffnungen auf eine Verständigung Deutschlands mit Frankreich an die Relativitätsreise nach Paris gesetzt haben."[10] Das Resultat bestätigte die damit verbundenen Hoffnungen. Entsprechend war die Bilanz des Botschafters Mayer: "(Es) unterliegt keinem Zweifel, daß Herr Einstein, der eben schließlich doch als Deutscher angesehen werden mußte, deutschem Geist und deutscher Wissenschaft hier Gehör verschafft und neuen Ruhm erworben hat."[11]

In dieser Weise war jeder der Botschaftsberichte über die zahlreichen Reisen Einsteins des Lobes voll - jedenfalls bis Mitte der zwanziger Jahre. "Ich stehe nicht an zu erklären, dass der Besuch Professor Einstein's das Interesse für unsere Kultur und damit auch das deutsche Ansehen mehr gefördert hat, wie das bisher irgend einem anderen Gelehrten gelungen ist. Leider bleibt der Einfluß der deutschen Kultur in Argentinien, wie in ganz Südamerika, immer noch unendlich weit hinter dem französischen zurück. Nicht nur die Mode, sondern auch die Bildung ist in den meisten Zweigen von Wissenschaft und Kunst und bei den meisten Menschen auf Paris als Vorbild eingestellt. Je mehr allmählich auch in Argentinien die Wahrheit über Kriegsschuldlüge und 'deutsches Barbarentum' zu dämmern beginnt, umso stärker entfaltet die französische Kultur-Propaganda hier ihre Tätigkeit mit großem Geschick und großen Mitteln. Bisher konnten wir diesen Bestrebungen einen entscheidenden Faktor nicht entgegenstellen. Jetzt kam zum ersten Mal ein deutscher Gelehrter hierher, dessen Name Weltruf besitzt und dessen naive, liebenswürdige, vielleicht ein wenig weltfremde Art dem hiesigen Volke ausserordentlich lag. Man hätte keinen besseren Mann finden können, um der feindlichen Lügenpropaganda entgegenzutreten und das Märchen von der deutschen Barbarei zu zerstören. Gneist"[12]

Er hätte es sich niemals träumen lassen, und wollte es niemals sein: Interessenvertreter der deutschen Kriegspartei, Werkzeug einer frankreichfeindlichen Kulturpolitik. Der Bericht des Gesandten Gneist belegt nicht nur, dass dieser Einsteins politische Auffassungen anscheinend nicht kannte, sondern auch, dass zwischen diesen und der tatsächlichen Wirkung Einsteins unterschieden werden darf. Schwierigkeiten des Umgangs mit dem diplomatischen Protokoll hatten im Falle Einstein positive Folgen. Ein Mann war nach Argentinien gekommen, "dessen naive, liebenswürdige, vielleicht ein wenig weltfremde Art" half, "der feindlichen Lügenpropaganda entgegenzutreten und das Märchen von der deutschen Barbarei zu zerstören".

Dem Interesse Deutschlands entsprach auch, dass Deutsch die Sprache Einsteins war. Wer Einstein hören wollte, musste bereit sein, die geächtete Sprache der Deutschen zu dulden. Im Februar 1923 hielt Einstein Vorträge in Jerusalem und Tel Aviv. Verärgert berichtete das Deutsche Auslandsinstitut Stuttgart an das Auswärtige Amt, die in hebräischer Sprache gedruckte Einladung habe "keinen einzigen europäischen (geschweige deutschen) Buchstaben" enthalten.[13] Umso größer war die anschließende Genugtuung des Auslandsinstituts: "Es war das erstemal nach dem Kriege, dass Jerusalem eine solch große Versammlung sah, die gekommen war, einem deutschen Professor bei seinem deutschen Vortrag zu lauschen."[14]

Subjekt der Politik

Botschafter Mayer hatte die besonderen Gründe für den Erfolg der Frankreich-Reise Einsteins genannt: "Wenn der Besuch Einsteins ohne größeren Mißton, ja sogar sehr befriedigend verlaufen ist, so ist dies hauptsächlich auf zweierlei Gründe zurückzuführen. Einmal handelte es sich bei Einstein um Sensation, die der geistige Snobismus der Hauptstadt sich nicht entgehen lassen wollte. Zum anderen war Einstein für Paris sorgfältigst 'möglich' gemacht worden dadurch, daß in der Presse allenthalben schon vor seinem Eintreffen festgestellt wurde, er habe das Manifest der 93 nicht unterzeichnet, er habe im Gegenteil ein Gegenmanifest unterschreiben wollen, seine oppositionelle Haltung zur Deutschen Regierung während des Krieges sei bekannt, endlich sei er überhaupt Schweizer und nur aus Deutschland gebürtig."

Mit dem "Manifest der 93" meinte Mayer den im September 1914 von 93 Wissenschaftlern, Künstlern und Schriftstellern Deutschlands unterzeichneten "Aufruf an die Kulturwelt", mit dem "Gegenmanifest" den von Georg Friedrich Nicolai unter Mitwirkung von Einstein im Oktober 1914 verfassten "Aufruf an die Europäer". Die Unterzeichner des "Manifestes der 93" hatten sich vorbehaltlos mit der deutschen Kriegführung solidarisiert. Mit einem sechsmaligen "Es ist nicht wahr" hatten sie jede Schuld, jedes Kriegsverbrechen der Deutschen geleugnet, den deutschen Militarismus als Beschützer deutscher Kultur verteidigt - "mit unserem Namen und unserer Ehre", darunter beinahe alle, welche später die Berufung Einsteins nach Berlin bewerkstelligten, die Professoren Planck, Nernst und Haber, sowie der Theologe Professor Adolf von Harnack.[15]

Im "Aufruf an die Europäer" dagegen distanzierten sich Einstein und Nicolai von den Kriegszielen der Deutschen, sie forderten einen Frieden, der nicht zur Quelle eines neuen Krieges werden kann. Sie verlangten die Bildung einer Gemeinschaft europäischer Staaten - bei Abgabe nationaler Kompetenzen an eine übernationale Institution. Nur zwei Wissenschaftler waren zur Unterzeichnung bereit. Mehr zu erwarten war naiv: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hatten alle namhaften Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller den "Aufruf der 93" unterschrieben.

Weitsichtig war die von Einstein und Nicolai vorgetragene Analyse der vom Krieg markierten Zeitenwende: "Während Technik und Verkehr uns offensichtlich zur faktischen Anerkennung internationaler Beziehungen und damit zu einer allgemeinen Weltkultur drängen, hat noch nie ein Krieg die kulturelle Gemeinschaftlichkeit des Zusammenarbeitens so intensiv unterbrochen, wie der gegenwärtige. (...) Darf uns also dieser Zustand auch nicht wundernehmen, so wären doch diejenigen, denen jene gemeinsame Weltkultur auch nur im geringsten am Herzen liegt, doppelt verpflichtet, für die Aufrechterhaltung dieser Prinzipien zu kämpfen. Diejenigen aber, bei denen man solche Gesinnung vermuten sollte - also vornehmlich Wissenschaftler und Künstler -, haben bis jetzt fast ausschließlich Dinge gesagt, die vermuten lassen, als ob mit der Unterbrechung der tatsächlichen Beziehungen auch selbst der Wunsch zu deren Fortsetzung geschwunden sei, sie haben aus einer erklärlichen Kampfstimmung heraus gesprochen - zum mindesten nicht zum Frieden geredet. Solche Stimmung ist durch keine nationale Leidenschaft zu entschuldigen, sie ist unwürdig dessen, was bisher alle Welt unter dem Namen der Kultur verstanden hat, und sollte sie Allgemeingut der Gebildeten werden, so wäre das ein Unglück. (...) Soll auch Europa sich durch Bruderkrieg allmählich erschöpfen und zugrunde gehen?"

Nach dem Krieg avancierte der "Aufruf an die Europäer" zu einem politisch wirksamen und verwertbaren Dokument. Einerseits war damit klargestellt, dass Einstein bereits im Kriege auf der Seite jener stand, die dem Vaterland den "Dolchstoß" in den Rücken versetzen werden - und deshalb auch mitschuldig am Diktat von Versailles waren. Ein Übriges tat Einsteins politisches Engagement nach dem Kriege, sein öffentliches Bekenntnis, ein "Jude von freiheitlicher, internationaler Gesinnung"[16] zu sein, seine pazifistische Betätigung, sein Einsatz für die deutsch-französische Verständigung. Die in der Gesellschaft der Deutschen gesammelten Erfahrungen und die schäbige Behandlung der Ostjuden selbst durch assimilierte Juden hatten 1920 dazu geführt, dass sich Einstein mit dem Zionismus solidarisierte.

Andererseits wurde das, was ihn bei vielen Deutschen zum "Landesverräter" werden ließ, im Ausland zu Einsteins Vorteil. Er war eben kein "richtiger" Deutscher, denn ein solcher hatte Patriot und Frankreichfeind zu sein. Selbst die an Einstein ergangene Einladung stieß in Frankreich (und anderswo) auf Widerstand: "Welches auch Einsteins politische Stellung gewesen sein mag", argumentierte die "Action Française", "es ist Deutschland selber, das man in seiner Person empfängt, es ist der deutsche Einfluß, der konsekriert wird. (...) (H)eute (...) haben wir alles zu fürchten vom deutschen Einfluß."[17] Haber, Mitunterzeichner des "Aufrufs der 93", war in Frankreich ohne Chance. Mit Einstein konnte und wollte man reden, mit Haber nicht. Einstein und kaum ein anderer war in der Zeit größter Not bereit, "das Odium der Internationalität auf sich zu nehmen"[18].

So leistete Einstein den entscheidenden Beitrag zur Durchbrechung des Boykotts der deutschen Wissenschaft und einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung internationaler Verbindungen des deutschen Reiches. Die auswärtige Politik profitierte von eben jenen Haltungen und Aktivitäten Einsteins, die vom Reichsministerium des Innern, dem Reichskommissariat für die Überwachung der öffentlichen Ordnung und der politischen Polizei argwöhnisch observiert wurden. Mitte der zwanziger Jahre freilich, nach dem Ende der politisch unruhigen Nachkriegszeit und der Inflation, nach der 1926 erfolgten Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, hatte Einstein seine Schuldigkeit getan. Er war politisch kaum noch brauchbar, nicht nur das, er wurde lästig. Seine Mitgliedschaft im Internationalen Komitee des Völkerbundes für Intellektuelle Zusammenarbeit, bis dahin vom Auswärtigen Amt missbilligt, wurde zu einem Objekt der Begierde und Einstein sukzessive aus der Kommission hinausgedrängt.

Während die Nationalsozialisten ihren Marsch auf Berlin vorbereiteten, blieb Einstein nicht nur seiner Gesinnung treu, er war auch immer häufiger auf Seiten der politischen Linken zu finden: Befürwortung des Volksentscheides zur Enteignung der ehemaligen Fürstenhäuser, Verlangen nach Abschaffung der Reichswehr und Propagierung der Verweigerung des Wehrdienstes, Mitarbeit in der kommunistischen "Roten Hilfe", Solidarität mit den zum Tode verurteilten amerikanischen Gewerkschaftsfunktionären Sacco und Vanzetti, Mitgliedschaft im kommunistisch beeinflussten "Bund der Freunde des Neuen Rußland", Werbereisen für die Zionistische Weltorganisation und vieles andere. Sein politisches Wirken fand im Gegensatz zur Zeit des Ersten Weltkrieges zunehmend eine Massenbasis.

Viele Personen, Parteien und Institutionen waren bemüht, Einstein als "Renommierbonze" zu benutzen. Reine Freude allerdings hatte kaum jemand mit ihm. Einstein passte nicht - angefangen bei der Kleiderordnung - in die gängigen Strukturen der Politik. "Parteidisziplin" ekelte ihn an; eine an sich vernünftige Idee nur darum zu verwerfen, weil diese aus der "falschen" Partei kommt, war nicht seine Sache - ein Spielverderber, und darum saß er nicht selten zwischen allen Stühlen. Vom Lob zur Beschimpfung durch ein und dieselbe Person war es oft nicht weit. Einstein war ein Intellektueller par excellence, vielleicht der Intellektuelle des 20. Jahrhunderts, ein auf hohem geistigen Niveau ruheloser und Unruhe stiftender Mensch. Von vornherein chancenlos waren bei ihm nur Militaristen, Faschisten und Antisemiten. Darum waren und sind alle Versuche, ihn für eine Partei requirieren zu wollen, vergebens.

Leute, die ähnlich dachten wie Einstein, die den Panzerkreuzerbau ablehnten und sich dem Fraktionszwang widersetzten, wurden Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre aus der SPD ausgeschlossen (mit dem Resultat der Gründung der Sozialistischen Arbeiterpartei/SAP), darunter der in enger Beziehung zu Einstein stehende Rechtsanwalt Kurt Rosenfeld. Leute, die dachten wie Einstein und sich von den Herrschaftsmethoden der Bolschewiki distanzierten, wurden Ende der zwanziger Jahre aus der KPD ausgeschlossen - sofern sie nicht von selber gingen (mit dem Resultat der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands - Opposition/KPDO), darunter der Einstein nahe stehende Eduard Fuchs. Politisch am nächsten stand er Paul Levi - nach der Ermordung von Rosa Luxemburg Vorsitzender der KPD, 1921 wegen der Kritik am von Moskau verordneten Putschismus ausgeschlossen, dann erneut Mitglied der SPD, dort Leiter der von ihm gegründeten und vom Vorstand beargwöhnten "kommunistischen Arbeitsgemeinschaft".

Einstein verehrte "in Lenin einen Mann, der seine ganze Kraft unter völliger Aufopferung seiner Person für die Realisierung sozialer Gerechtigkeit eingesetzt hat", nannte ihn einen "Hüter und Erneuerer des Gewissens der Menschheit", vergaß aber nicht hinzuzufügen: "Seine Methode halte ich nicht für zweckmäßig."[19] Wie viele Intellektuelle der damaligen Zeit empfand er die Oktoberrevolution als Beginn einer neuen Epoche in der Geschichte der Menschheit, gleichzeitig verabscheute er die Missachtung bürgerlicher Freiheiten im kommunistischen Russland. Sein Vorwort zu Emil Gumbels Buch "Vom Rußland der Gegenwart", das er wegen dessen objektiver und vielseitiger Sicht bewunderte, darf auch dahingehend interpretiert werden, dass er sich wie Gumbel von Meinungen distanzierte, denen zufolge "Dantes Hölle ein Kindergarten gegen das heutige Rußland" war, ein nach Leichen stinkendes Land, aber auch von der Auffassung, dass "die dortige proletarische Revolution alle geistigen und produktiven Kräfte befreit habe" und "Rußland das fortgeschrittenste Land der Welt" geworden sei.

Vielleicht wäre der von Einstein gewählte, aber von beiden Seiten verschmähte "dritte Weg" der richtige gewesen. Auf Grund der Erkenntnis, "daß wir einer entsetzlichen Gefahr der Faschisierung entgegengehen", verlangte Einstein am 17. Juni 1932 zusammen mit Heinrich Mann und Käthe Kollwitz von Theodor Leipart, Ernst Thälmann und Otto Wels ein "Zusammengehen der beiden großen Arbeiterparteien" bei der bevorstehenden Reichstagswahl in Form der "Aufstellung gemeinsamer Listen"[20]; eine solche Entscheidung sei "lebensnotwendig für das ganze Volk". Vergebens: Für beide Arbeiterparteien war der Bruderzwist wichtiger als der gemeinsame Kampf gegen die faschistische Gefahr.

Die Idee einer Listenverbindung war nach Thälmanns Verständnis trotzkistisch und konterrevolutionär: "Herr Trotzki", erklärte er, "predigt den 'Block' der KPD mit der SPD 'gegen den Faschismus' (...)." Aber "(m)it Leuten, die endgültig ins Lager der Feinde übergegangen sind, verhandelt man nicht, mit ihnen schließt man keinen Block. (...) Man kann nicht den Hitlerfaschismus schlagen ohne den schärfsten Kampf gegen die Sozialdemokratie und für ihre Isolierung (...), ohne die Strategie des Hauptstoßes gegen die Sozialdemokratie"[21]. Eine förmliche Beantwortung des Schreibens von Einstein, Heinrich Mann und Kollwitz hatte sich erübrigt, denn mit Konterrevolutionären verhandelt und korrespondiert man nicht.

Verspottet und ausgebürgert

Den Schlusspunkt unter Einsteins Berliner Zeit haben die Nationalsozialisten gesetzt, und damit den Schlusspunkt unter ein glanzvolles Kapitel deutscher Wissenschaftsgeschichte. Einstein war für sie ein Feind in höchster Vollendung: ein Jude, und weil Differenzierungen nicht mehr wichtig zu sein schienen, wurde er zum "Kommunisten" gemacht, verspottet, ausgebürgert; Konten und Sommerhaus wurden konfisziert. Das Deutsche Reich, einst stolz, ihn unter den Seinen zu wissen, war froh, den Juden Einstein endlich los zu sein.

Einstein hörte nicht auf, Pazifist zu sein, er musste sich aber der Einsicht beugen, mit seiner Haltung in der Frage der Vermeidung eines neuen Krieges gescheitert zu sein. Er erkannte - wie er am 14. Juli 1941 formulierte-, "daß der bisherige Standpunkt nicht aufrechtzuerhalten war, wenn nicht die Macht in der ganzen Welt in die Hände von den schlimmsten Feinden der Menschheit geraten soll. Gegen organisierte Macht gibt es nur organisierte Macht"[22]. Einem Kritiker seiner veränderten Haltung erwiderte er am 28. August 1933: "Bei Verhältnissen, wie sie bis zum Ende des vorigen Jahres in Europa geherrscht haben, war nach meiner Meinung die Militärdienstverweigerung ein wirksames Mittel zur Herstellung gesünderer und würdigerer Zustände in Europa. Nun ist es aber - hoffentlich für nicht lange Zeit - anders geworden. Wissen Sie nicht, daß in Deutschland fieberhaft gerüstet wird? (...) Ich hasse Militär und Gewalt jeder Art. Ich bin aber fest davon überzeugt, daß heute dieses verhasste Mittel den einzigen wirksamen Schutz bildet."[23]

Einstein musste eine Niederlage eingestehen. Rückblickend, scheint es, war er manchmal sehr "naiv". Aber die "Realisten"? Haben sie denn Kriege aus der Welt geschafft? Wissen sie denn, wie man Kriege verhindern kann? Einstein hat niemals aufgehört, für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Völkerverständigung zu kämpfen - mit den Waffen eines Intellektuellen, der Macht des Wortes, des Glaubens, der Überzeugung. Ein Utopist, aber Utopisten wie diesen Einstein braucht die Welt.

Fußnoten

1.
Wahlvorschlag für A. Einstein zur Aufnahme als ordentliches Mitglied in die Akademie der Wissenschaften, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, II-III-36.
2.
Zit. nach Armin Hermann, Einstein. Der Weltweise und sein Jahrhundert. München 1994, S. 156.
3.
Zit. nach Willibald Gutsche, Ein Kaiser im Exil. Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. in Holland. Eine kritische Biographie, Marburg 1991, S. 208 - 209.
4.
Autorenkollektiv unter der Leitung von Hubert Laitko, Wissenschaft in Berlin. Von den Anfängen bis zum Neubeginn nach 1945, Berlin (Ost) 1987, S. 186 f..
5.
Peter Alter, Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in den deutsch-britischen Wissenschaftsbeziehungen, in: Rudolf Vierhaus/Bernhard vom Brocke (Hrsg.), Forschung im Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft. Aus Anlaß des 75jährigen Bestehens der Kaiser- Wilhelm-/Max-Planck-Gesellschaft, Stuttgart 1990, S. 726.
6.
"Die Herren Berliner spekulieren mit mir wie mit einem prämiierten Leghuhn; aber ich weiß nicht, ob ich noch Eier legen kann", sagte Einstein damals zu einem seiner Freunde. Zit. nach Friedrich Herneck, Albert Einstein. Ein Leben für Wahrheit, Menschlichkeit und Frieden, Berlin (Ost) 1963, S. 122.
7.
Akte Einsteins Relativitätstheorie, Geheimes Staatsarchiv - Preußischer Kulturbesitz (GStA-SPK), I. HA, Rep. 76 Vc Sekt. 1 Teil Vc Tit. XI Nr. 55.
8.
Protokoll der 94. Sitzung der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung vom 10.12. 1919.
9.
Einstein am 6. 12. 1919 an den Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, GStA-SPK, I. HA, Rep. 76 Vc Sekt. 1 Teil Vc Tit. XI Nr. 55.
10.
Ernst Gehrcke, Die Massensuggestion der Relativitätstheorie. Kulturhistorisch-psychologische Dokumente, Berlin 1924, S. 73.
11.
Deutsche Botschaft in Frankreich, Paris, 29.4. 1922, an das Auswärtige Amt, Politisches Archiv des Auswärtigen Amts (PA-AA), R 64677.
12.
Deutsche Gesandtschaft Buenos Aires, 30.4. 1925, an das Auswärtige Amt, PA-AA, R 64678.
13.
Auch Einstein hätte die Einladung nicht lesen können, er verstand kein Hebräisch.
14.
Hervorhebung von mir, S. G.
15.
An die Kulturwelt, Flugblatt, Standort: Deutsche Bücherei.
16.
In: Berliner Tageblatt vom 27.8. 1920.
17.
Zit. nach Neue Zürcher Zeitung vom 27.3. 1922.
18.
Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Acta PrSB, Völkerbund I, Vol. 2.
19.
Gelegentliches von Albert Einstein. Zum 50. Geburtstag 14.3. 1929. Dargelegt von der Soncino Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches zu Berlin, Berlin 1929, S. 20, 21.
20.
Die Quelle des hier wiedergegebenen Aufrufs ist ein am 22. 6. 1959 im unter amerikanischer Hoheit stehenden Berlin Document Center angefertigter Film, Bundesarchiv Berlin, 62 FC. NS 26 - NSDAP-Hauptarchiv - Nr. 4104/13974 P.
21.
In: Die Rote Fahne vom 5.7. 1932.
22.
Zitiert nach Ze'ev Rosenkranz, Albert Einstein. Privat und ganz persönlich. Jüdische National- und Universitätsbibliothek, Jerusalem 2004, S. 115.
23.
Albert Einstein, Über den Frieden. Weltordnung oder Weltuntergang?, hrsg. von Otto Nathan und Heinz Norden, Vorwort von Bertrand Russell, Neu-Isenburg 2004, S. 248.

Mehr zum Thema: Siegfried Grundmann, Einsteins Akte. Wissenschaft und Politik - Einsteins Berliner Zeit. Mit einem Anhang über die FBI-Akte Einsteins, Berlin-Heidelberg-New York 20042.

Siegfried Grundmann

Zur Person

Siegfried Grundmann

Dr. sc., geb. 1938; 1964 Promotion am Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften in Leipzig; von 1968 bis 1990 Dozent und Professor für Soziologie an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Ost); seit 1997 Gastwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB). Weichselstraße 1, 10247 Berlin.


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