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13.1.2006

Warum Heine heute?

Vor allem die späten Überlebensstrategien Heines machen ihn zum vorweggenommenen Beispiel des modernen Menschen. Sein Werk ist der Beweis für eine Unabhängigkeit, die uns Not tut.

Einleitung

Das ist zum Leidwesen aller Nachdenklichen unter sämtlichen Ständen stets die ebenso lästige wie belastende Hauptfrage, die schwer zu beantworten ist und zu geistigen Klimmzügen, wenn nicht gar zum Flunkern verführt: Warum tun wir das oder hängen dem an, was wir für wichtig halten und dem wir angeblich unser eigentliches Leben verdanken oder wenigstens das lebenswertere Leben abzugewinnen wissen, obgleich der Sachverhalt oder, wie in unserem Fall, der Gegenstand unserer Lektüre, die Beschäftigung mit einem der wichtigsten Autoren des 19. Jahrhunderts, längst der Vergangenheit angehört?

Also müssen schon wieder Auslegungen her, Argumente und philologische Kommentare und was dergleichen mehr ist, um den Bogen zu schlagen und zu verstehen, um was es eigentlich geht. Warum schleppen wir religiöse, kulturelle, politische, alles in allem also bestimmte humane Traditionen mit uns herum und fangen nicht einfach das neue unbeschwerte Leben der Gegenwart an, als hätten wir die dazu gehörenden Bedingungen gerade erst erfunden? Vergessen ist oft genug angesagt, und die Kunst der Erinnerung kostet viel Zeit, Kraft und Geld. Aber dürfen wir uns deswegen zurücklehnen und uns beruhigen? Zu den geläufigen Bibelweisheiten gehört nicht umsonst die Feststellung, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt.

Solche kritischen Bedenklichkeiten, aber gleichzeitig positiven Lebensentwürfe sind auch früher schon angemeldet worden. Unseren Dichtern und Denkern verdanken wir eben doch mancherlei Einsichten in existenzielle Ambivalenzen wie real-utopische Verhältnisse.[1] Friedrich Nietzsche spricht in seiner zweiten unzeitgemäßen Betrachtung "Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben" über die Entartung der antiquarischen Historie in dem Augenblicke, in dem das frische Leben der Gegenwart sie nicht mehr beseelt und begeistert. Aber gerade in dieser Forderung nach Beseelung und Begeisterung der jeweiligen Gegenwart liegt die Chance für das, was uns überkommen ist. Also auch für die Aktualität, Modernität, Nähe, Nachbarschaft, ja für die Solidaritäts- und Identifikationsangebote, oder wie immer wir die uns anrührende Kraft Heinrich Heines bezeichnen wollen. Mit anderen Worten: Man könnte nicht ungestraft zu einer Beschäftigung mit ihm auffordern, wenn es nicht zahlreiche Anknüpfungspunkte gäbe, die sich dafür nicht nur anbieten, sondern in zahlreichen Einzelfällen zur Vergegenwärtigung auch lohnen, ja unverzichtbar sind.

Eine meditative Vertiefung unseres Zeitbewusstseins kann Friedrich Schiller durch eine Bemerkung in seiner Jenaer Antrittsvorlesung aus dem Jahre 1789 liefern, also just aus dem Jahr der großen Französischen Revolution. Er fragt mit rhetorischer Raffinesse: "Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?" und versieht die Ausführungen mit einem unschlagbaren Hinweis auf eben diesen für die Vorlesung vorhandenen Augenblick, der ihn selbst und seine Zuhörer betrifft, mit gerade diesem Grade von Nationalkultur, mit dieser Sprache, diesen Sitten, diesen bürgerlichen Vorteilen, diesem Maß an Gewissensfreiheit, was das Resultat vielleicht aller vorhergegangenen Weltbegebenheiten sei; die ganze Weltgeschichte würde nötig sein, dieses einzige Moment zu erklären.

Greifen wir bei der Welterklärung allein aus praktischen Gründen also unbedingt zu den Quellen. Zweifellos gehört Heine dabei zu den Stimmen der jüngeren Vergangenheit, die uns auch die Gegenwart verständlicher machen können und selbst für die Zukunft noch überraschende Einsichten bereithalten.

Und um unsere Präliminarien so gelehrt wie möglich abzuschließen: Wenn es schon bei der Frage "Warum Heine heute?" hauptsächlich um Lektüre geht, seien wenige Hinweise auf die subtile Sicht von zwei großen Romanautoren des 20. Jahrhunderts erlaubt. Das Gesetz dieses Lebens sei, so stellt Robert Musil im "Mann ohne Eigenschaften" fest, das der erzählerischen Ordnung, und das Schreiben stelle eine Verdoppelung der Wirklichkeit dar. In ähnlicher Weise richtet Marcel Proust im Schlussteil seiner "Suche nach der verlorenen Zeit", also im zweiten Teil der "Wiedergefundenen Zeit", sein Erkenntnisinteresse lapidar ganz auf die Literatur. Die Größe der wahren Kunst, schreibt er, habe darin bestanden, jene Wirklichkeit, von der wir so weit entfernt leben, wiederzufinden; jene Wirklichkeit, deren wahre Kenntnis wir vielleicht bis zu unserem Tode versäumen und die doch ganz einfach unser Leben ist. Das wahre Leben, das endlich entdeckte und aufgehellte, das einzig infolgedessen von uns wahrhaft gelebte Leben sei die Literatur.

Setzen wir also die Erfahrung von Literatur sowie von Literaturgeschichte als Bedingung der Möglichkeit existenzieller Selbstbefragung und hilfreicher Selbstinterpretation voraus und fragen wohlgemut von neuem: Warum Heine heute? Hier werden nur einige Antworten unterschiedlicher Gewichtung versucht. Den eigentlichen Reiz und das Vergnügen vermag nur die unvoreingenommene Lektüre zu vermitteln. Wenn unsere bisherigen und folgenden Anmerkungen dazu verleiten könnten, hätten sie ihr Ziel erreicht.

Autor und Publikum

Es ist häufig festzustellen, dass nach einer privaten Heine-Lektüre oder nach Rezitationen von Heine-Texten das Publikum staunend feststellt, wie gegenwärtig oder heutig ihm der Autor vorgekommen sei. Man fühle sich durch und durch verstanden, und andererseits sei dasjenige, was einem längst auf den Nägeln brenne, vom Dichter ebenso treffend wie witzig ausgesprochen worden. Solche Bemerkungen über die Nähe eines Autors, der uns dennoch, was die Lebensumstände angeht, durchaus fern ist, fallen gegenwärtig allenthalben noch genauso oft, wie das schon bei früheren Generationen der Fall gewesen ist. Das lässt sich übrigens auch schon für die kritischen Auslassungen seiner Zeitgenossen feststellen. Die beiden ersten Herausgeber der interessanten Quellenfolge mit dem Titel "Heinrich Heines Werk im Urteil seiner Zeitgenossen" notieren gleich zu Anfang der Sammlung, es bleibe trotz allem erstaunlich, wie schnell Heine einer der meistgelesenen und -zitierten jungen Autoren geworden sei. Es sei manchmal behauptet worden, Heine habe vom Beginn seines literarischen Schaffens an mit einer harten und ablehnenden Kritik zu tun gehabt. Das sei in dieser Form falsch. Die Fülle der Rezensionen, die seinem Werk von vornherein echte dichterische Qualität bescheinigten, beweise das Gegenteil. Allerdings seien kritische Bemerkungen schon anfangs fast immer dem Lob beigemischt worden.[2]

Die zeitgenössische Kritik kann in der Tat, bei aller Distanz, nicht umhin, immer wieder die Frische, das kecke Wesen, die Unbekümmertheit, den mangelnden Respekt vor eingefahrenen Systemen hervorzuheben. Im emphatischen Deutsch nennen wir diese Form der Wirkung von Persönlichkeit und Werk: gültig, oder klassisch, obgleich eine solche Charakteristik gerade auf Heine schwer anwendbar scheint und oft als unvereinbarer Gegensatz zum Autor empfunden wird. Auch wenn uns häufig genug der Glaube an einen allgemein akzeptierten Standard abhanden gekommen ist, wollen wir ihn angesichts der Heine'schen Themen und Formulierungen dennoch gerne gelten lassen. Etwas die Generationen Übergreifendes haben seine Gedichte und Schriften offensichtlich an sich. Sie verleugnen nicht die Eierschalen von damals, sind aber dennoch mit dem modernsten Gefieder ausgestattet. Die Begabung zur Verquickung von Tradition und eigenständiger Anwendung erzeugt den eigenen Ton, der das Alte in Erinnerung bringt, dem das Neue allerdings auf Schritt und Tritt anzumerken ist. Dabei ist es dem Autor Heine gelungen, von Beginn an ein sehr persönliches und vor allem ein funktionierendes Verhältnis zu seinem Publikum aufzubauen.

Ob in seinen frühen Fingerübungen, den "Briefen aus Berlin" an seine im Rheinland und in Westfalen lebenden Landsleute, denen er aus der preußischen Hauptstadt als Student die abwechslungsreichsten Einblicke in das turbulente Berliner Leben gönnt, oder im Nachwort zur Gedichtsammlung "Romanzero" von 1851 aus den ersten Jahren seiner Matratzengruft, in dem er sich dreißig Jahre später von seinem Publikum verabschiedet, an das er sich gewöhnt habe, als handele es sich um ein vernünftiges Wesen - stets bleibt er mit seiner Leserschaft im Gespräch. Heine lässt gewissermaßen seine Leser an der Entstehung des Gedankens und der spontanen Formulierung Anteil nehmen. Somit bildet eine immer ironisch schwirrende Gleichberechtigung die Voraussetzung jeglichen weiteren Interesses beim Publikum. Heine wählt damit von vornherein ein demokratisches Schreibverfahren, das den andern nicht für dümmer hält, sondern das die eigene Beschaffenheit nur als ein Muster nimmt, dem eine positive Aufnahme von Seiten des Lesers gewiss sein kann, auch wenn dieser sich über abweichende Urteile oder sprachliche Finessen ärgern mag.

Heine schreibt in der Tat mit Blick auf die anderen, gerade wenn und weil er oft genug über sich selber schreibt. Das autobiografische Schreiben, das in mancherlei Facetten sein gesamtes Werk grundiert, kommt gerade dem Leser und seinen Problemen entgegen. Oder, wie es eine der begeistertsten Heine-Anhängerinnen überhaupt, die Kaiserin Elisabeth von Österreich, die für seine Denkmalsgeschichte und Nachwirkung eine große Rolle spielte, auf den Punkt gebracht hat: Heine verachte alle Scheinheiligkeit und Heuchelei; er zeige sich als menschlicher Dichter mit seinen Schwächen und Vorzügen.[3] Dadurch war er seinem Publikum nahe, dem er trotz der Beherrschung notwendiger Schreibstrategien nichts vormachen wollte.

Wie sehr ihn bereits seine Zeitgenossen verstanden haben, belegt nicht zuletzt die damals herrschende Zensur. Heines Art und Weise, die Wahrheit zu sagen, hat die Machthaber beunruhigt und das Publikum in der Erkenntnis jener Prinzipien weiter gebracht, die als Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit kurz zuvor noch in den Losungsworten der Französischen Revolution lebendig waren und die Heine unter dem Signum der Menschenrechte bereits als Höhepunkt der biblischen Tradition betrachtet hat. Dass Heine sich trotz der Zensur und des Exils zum ambivalenten Liebling des Publikums in das Gedächtnis der Literatur hat einschreiben können, ist ein Wunder. Das Bundestagsverbot von 1835 als Totalverbot der "Jungdeutschen" hat entgegen seiner Absicht Heines herausragende Stellung im literarischen Kontext erst recht gefestigt. Die Kastration des Genius der Freiheit, den der Dichter verkörpert, wird am Ende des "Wintermärchens" auf tragikomische Weise geträumt. Dennoch ist die Freiheit für Europa nicht verloren, und das Publikum erhält in den literarischen Schöpfungen jenen Spiegel, der das Unrecht benennt und in die ewige Hölle fixierter Sprache verweist. Die kritische Weltliteratur in Gestalt von Aristophanes und Dante lässt grüßen! Heine reiht sich bewusst in eine Traditionslinie ein, weil er weiß, dass trotz aller historischen Untergänge die zum Buch gewordenen Botschaften überleben werden.

Ton und Sprache

Die Nähe zum Publikum, die Spontaneität, die Herstellung von Einvernehmlichkeit und gegenseitigem Verständnis kann also nur zum Teil über Themen und Motive verlaufen, durch die Heine den Nerv seiner Zeit trifft. Stets sind es auch der besondere Ton und die sprachliche Glanzleistung, die dem Publikum noch so schwierige Sachverhalte darzubieten vermögen. In der Heine-Philologie wurden seine Fähigkeit zur Ironie und Satire, sein Humor, seine anregende Schreibweise im Verhältnis zur manchmal notgedrungen esoterischen Aussage mit ihren gleichwohl auflösbaren Fingerzeigen immer wieder untersucht und geortet. Gerade die Herkunft aus der Romantik mit ihrem Hang zur Unendlichkeit und Beseelung findet bei ihm ständig modern empfundene Brechungen durch realistische Einsprengsel, durch quasi zur Seite gesprochene Kommentare, die neben der Sentimentalität im besten Sinn mit ihren hochsprachlichen Ausflügen auch das alltägliche und banale Wort gelten lassen und einfügen. Auf diese Weise gewinnen die Gedichte seines "Buchs der Lieder" von 1827 oft genug in den für die Komponisten noch so attraktiven Zyklen ihren unverwechselbaren Reiz. So erlangen die Liebesgeschichten eine Bedeutung über die individuelle Verliebtheit hinaus. Der Einzelne wird zum Vertreter mindestens seiner eigenen Gegenwart, wenn nicht zum Exempel der humanen Bedingungen überhaupt. Das gilt selbst für Heines immer noch neue Deutungen herausfordernden Verse von der Loreley, in denen der Sprecher anfangs nicht weiß, wie es um seine Gemütsverfassung bestellt ist, und am Ende nur glaubt, dass die Lokalsage von der Sirene des Abendsonnenscheins und die persönliche Melancholie eine unauflösbare Verbindung von individueller Landschaftsbetrachtung und existenziellem Lauf aller Dinge mit darin eingebettetem Untergang besitzen.

Die Vorstellungswelten werden durch unerwartete sprachliche Muster geradezu aufgemischt. Der überraschende Lakonismus hat bereits in den "Reisebildern" ein immer wieder bis heute verführerisches Feld gefunden. Der begeisterte Wanderer in der "Harzreise" bewegt sich mitten zwischen den abgebrühten Realisten, denen nichts mehr schön und heilig ist, sondern die alles mit der Natürlichkeit erklären, und den unerträglichen Schwärmern, die den Boden unter den Füßen verloren haben. Heine kennt seine Narren. Das stellt er beispielsweise in "Ideen. Das Buch Le Grand" unter Beweis. Von deren Beschreibung hat er leben können und dafür ganze sprachliche Arsenale von Darstellungsmöglichkeiten erschlossen, über die wir herzlich lachen können. Das gilt auch für die italienischen "Reisebilder" insgesamt und selbst noch für die in den "Bädern von Lucca" vorgenommene, mehr als ungerechte Abfertigung des Grafen Platen, die aus dem nur schwer aufzulösenden Konflikt zweier Außenseiter zu verstehen ist.

Unbekümmert oder besser: im tiefsten Sinne getroffen bezeichnet Heine sich selber im Verein mit Shakespeares Helden als "Narr des Glücks", der Geschehen und Verlautbarung zu vereinigen sucht, und erlaubt sich, an Donquichotterien teilzuhaben, die immer auch die Sprache zu einem jeweils passenden Notbehelf umformen. Sogar das Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen" aus dem für Heine hoch politischen Jahr 1844 gibt für die Kunst passender Verquickung von Inhalt und Form die aufregendsten Beispiele. Hier kommen seine "Nachtgedanken" an ein realistisches Ende, das dennoch immer mit bedeutungsvollen Träumen zu tun hat. Trotz aller Bitternis angesichts der herrschenden duckmäuserischen Verhältnisse bleibt die Liebe zur Heimat das Hauptmotiv und ist die deutsche Sprache, sind die herzlichen Eigenschaften der Deutschen ein Versprechen einer besseren Zukunft. Deutschland hat ihn zwar um den Schlaf gebracht, die Tränen fließen, doch die Sehnsucht gilt der Mutter in Hamburg, und die Beruhigung erfolgt durch die französische Frau an seiner Seite im Morgenlichte eines bereits besseren Lebens. Thema und Motiv dieses Zeitgedichts möchten einem als Übertreibung von Nebensachen vorkommen. Beides, Heimatliebe und Sehnsucht nach der Mutter, jedoch auf zitierfähige Weise ausgedrückt zu haben, macht das Gedicht zum Stachel im Fleisch der deutschen Erinnerung an eben nicht die hellsten Seiten des Biedermeiers.

Heine hat dem Volk in so vielem aufs Maul geschaut, dass er dessen Ton traf, auch wenn er nicht nach dessen Mund redete. Stellvertretend hat er die soziale Not und Ungerechtigkeit auf eine Weise dargestellt, die ihresgleichen sucht. Ein herausragendes Beispiel bildet das Gedicht "Die schlesischen Weber", dessen scharfe Anklage gegen Gott, König und Vaterland per Flugblatt Verbreitung fand, während zur selben Zeit der mündliche Vortrag mit Gefängnis bestraft wurde. Vor allem hat Heine die Sprache dann erst recht gegen den Strich gebürstet in seinen späten Gedichten, die von Krankheit und Sterben handeln und eigene Räume entwerfen, denen auch durch die raffinierte Alltagssprache und manche exotischen Einsprengsel jede weihevolle Atmosphäre fehlt. Hier ist er ganz bei sich selber und gerade auch in solchen Texten dem Leser von heute und dessen Lebensumständen nahe. Wie heißt es im postum erschienenen Fragment seines Versepos "Bimini" über das "Zauberschiff" und "Narrenschiff" der Poesie, dem die Magie der Dichtkunst zugute kommen soll? Aus Trochäen wie Eichen seien Kiel und Planken gezimmert, Phantasie sitze am Steuer, gute Laune blähe die Segel, Schiffsjunge sei der flinke Witz - ob Verstand an Bord, daran zweifelt der Verfasser jedoch. Das ist der Dichter Heine, wie er leibt und lebt, selbst wenn er nach eigenem Ermessen längst lebendig begraben ist und Gespenster im Schädel des Dichters ihren Umzug halten. Wie hatte er am Ende des Gedichtes "Enfant perdu" seine Lebensleistung in literarisch-militärischer Weise beschrieben? Seine Waffen seien ungebrochen: "Nur mein Herze brach".

Trotz solch, alles in allem, positiven Befundes darf nicht vergessen werden, dass Heine in Bezug auf Wirkung und Kritik einen schwierigeren Weg zu beschreiten hatte als viele Altersgenossen. Was wir als Leistungen von Publikumsnähe und sprachlichem Mehrwert beschrieben haben, wurde durchaus auch negativ in arrogant verletzenden Klischees und ständig wiederkehrenden Stereotypen ausgedrückt und nach den Ritualen von Ablehnung und Verdammung ins Wort gebracht. Nicht nur, dass Heine ein Vierteljahrhundert lang von Paris aus als Emigrant das deutsche Leben begleitet hatte, was man ihm oft genug als Vaterlandsverrat auslegen wollte. Seine sprachlichen Glanzstücke wurden als Eskapaden betrachtet, die obendrein auch in einem anderen Sinne von außen kamen und damit dem deutschen Publikum nicht ohne Weiteres schmeckten und deshalb als fremd verteufelt wurden: Heine war Jude und blieb es für die Wirkung über seinen Tod hinaus. Er hatte selbst in seinen das Werk begleitenden Notizen bemerkt, dass die Taufe das Entreebillet in die europäische Kultur darstelle. Aber selbst die Akzeptanz der damals geltenden Bedingungen war nicht dazu angetan, die Aufnahme in die Gesellschaft wirklich zu garantieren. Zur selben Zeit wurde ihm daher auch bewusst, wie schwer die Anerkennung zu erreichen war, und dass äußere Zeichen wie seine mit dem Abschluss des Studiums erfolgte Aufnahme in die evangelische Kirche noch keineswegs eine Integration in die deutsche Literatur zur Folge hatten. Die Erfahrung, ständig von außen die Dinge betrachten zu müssen, obwohl man sich durchaus mitten darin befindet, ist vielleicht eine der tragischsten Verbindungslinien zur Gegenwart, die aufgrund ihrer veränderten Bedingungen für einen solchen Dichter nach so vielen bitteren Erfahrungen endlich das rechte Gespür erworben hat.

Textmixturen: Lyrik und Prosa

Heine erfindet nicht alles neu, sondern fügt sich in überlieferte Traditionen ein. In der Verskunst lernt er von August Wilhelm Schlegel und blickt auf Goethe. Seine Prosa bildet er an den Romantikern und nimmt Stilelemente der europäischen Literatur auf. Dennoch ist seine Publikationsstrategie vor allem davon geprägt, verschiedene Ausdrucksformen und damit auch die unterschiedlichsten Themen und Bereiche miteinander zu verknüpfen und zusammen erscheinen zu lassen. Abwechslung gehört zu seinem Programm. Dadurch will er das Interesse wach halten und gleichzeitig die Verschiedenartigkeit der uns umgebenden Welt durch das Medium der Literatur vereinigen. Solche Wechselbäder von Begabung und Darstellungsform hat ihm das Publikum stets gedankt, zumal die Bücher jeweils die Probleme und Interessen der Zeit trafen und in geradezu nervöser Aktualität dem Puls der Zeit gerecht wurden. Der allerdings, das stellt die Heine-Lektüre immer wieder unter Beweis, schlägt im Heine'schen Takt so, als wären wir gewissermaßen als prüfende Beobachter damals wie heute dabei.

Wollte man es skeptisch ausdrücken, war Heines literarische Überlebensübung, einmal abgesehen von seiner Lyrik, die zweifellos ohne größere Schwierigkeiten mit ihren unzähligen Kompositionen in sämtlichen Konzertsälen der Welt lebt, ihrer schmalen Bandbreite nach ziemlich anspruchsvoll. Denn auf der Bühne ist er trotz zweier Tragödien und zweier Ballettszenarios nicht präsent, auch wenn das Ballett "Giselle" bis heute unbedingt mit seinem Namen verknüpft bleibt. Diese Abstinenz in der Bühnenbeachtung seiner theatralischen Werke sollte sich unbedingt ändern. Jedenfalls eignen sich die Dramen und Ballettentwürfe, wenn sie schon zu selten praktische Umsetzungen erfahren, für die Lektüre, damit nicht nur das Wort aus dem "Almansor" über die Bücherverbrennung (Heine spricht vom Koran zur Zeit der spanischen Wiedereroberung Granadas), die der Verbrennung von Menschen vorausgehe, das einzige geflügelte Wort aus diesem Komplex des Heine'schen Schaffens bleibt.

Die Kombinationen von Vers und Prosa in den "Reisebildern", den "Salon"-Bänden und den "Vermischten Schriften" kommen auch dem heutigen Leser entgegen. Dadurch wird die Vielfalt in der Einheit abgebildet, wird das poetische Arrangement zur Botschaft mit unterschiedlichsten Ansatzpunkten. Was in den Versen klingt, ist auch im Rhythmus der Prosaarbeiten spürbar. Heine ist ein Meister der Sprache, der allerdings aus dem klassischen Repertoire der Textarten nur bedingte Anleihen macht und sich von vornherein mit sämtlichen Schriften dem Markt stellt. Damit bedient er zuerst das damals reichhaltige Zeitschriftenwesen, bevor seine Texte zu Büchern komponiert werden. Diese Aufgeschlossenheit für die Medien mit seinem Mangel an hermetischer Struktur macht den Autor als Kommentator gerade auch heutiger Umstände interessant. Wer mit seinen lyrischen und prosaischen Werken sich derart in die laufenden Diskussionen einzumischen verstand, war ein Seismograf ohne zeitliches Verfallsdatum.

Die Antworten Heines auf die Bewegung seiner Zeit erhielten obendrein oft ein fragmentarisches Erscheinungsbild, was man für eine Folge der Romantik halten könnte, was gleichzeitig aber auch die Unmöglichkeit thematisiert, in Umbruchszeiten das harmonische Ganze darstellen und somit ein heiles Gesamtkunstwerk schaffen zu können. Erinnert sei an sein erzählerisches Potenzial, das sich jeweils dem romantischen Fragment auf individuelle Weise beugt. Sein "Rabbi von Bacherach" verläuft aus der jüdischen Rheinromantik ins grotesk anmutende mittelalterliche Frankfurter Ghetto; seine "Memoiren des Herren von Schnabelewopski" lassen sich als pfiffig-tragischer Bildungsroman lesen, und die "Florentinischen Nächte" verbreiten den Zauber der anspruchsvollsten Erotik.

Heines Gesamtkunstwerk bestand in der Mischung, im Wechsel, in der Andeutung eines zufälligen Beginns und eines unvorhergesehenen Endes. Insofern nehmen viele Texte wie ein Drehbuch zum Zeitgeschehen filmische Sequenzen vorweg. Aber auch hier gilt: Die Beschreibungen in Vers und Prosa bilden jeweils Modelle der Weltbetrachtung, die sich darüber hinaus weit über die eigenen Verhältnisse erheben können. Gerade dem kranken Heine ist die ganze Geschichte ein Fundus für die Darstellung. Als geistvoller Teilnehmer am Weltgetriebe hat er gar die Kunst der Agonie zu einer Höhe geführt, die ihresgleichen sucht. Der Augenblick und die sich daraus zusammensetzende, oft genug quälende Zeit sind in der Tat nur aus den großen Zusammenhängen zu erklären. Hier trifft sich Heine mit der Schiller'schen Antrittsvorlesung von 1789.

Mixturen aus Absicht und Engagement

Mischungen bestimmen nicht nur die Erscheinungsform seiner Schriften, sondern auch deren Inhalte. Heine ist bei der Konfrontation gegensätzlichster Gegenstände nicht kleinlich. Er zielt auf die Öffentlichkeit. Die soll ohne didaktischen Zeigefinger jeweils eines Besseren belehrt werden, dem der Dichter seinerseits bereits ebenso neugierig wie nachdenklich auf die Spur gekommen ist. Seine Absicht richtet sich immer auf den Dienst im Befreiungskrieg der Menschheit, wie er seine literarischen Bemühungen im hehren Ton zu nennen pflegte. Die vielen großen Fragen, die er erkannte und zum Ausdruck brachte, betreffen das religiöse Feld genauso wie das der sozialen Gerechtigkeit bis hin zur Frauenemanzipation, die er im Unterschied zu anderen Zeitgenossen wenigstens benannte. Ist es angesichts dieser Modernität ein Wunder, dass er im Laufe des Jahres 2005 die Riege der fünfzig wichtigsten deutschen Autoren sogar angeführt hat?[4]

Journalismus

Heine gehört zu den ersten freien Schriftstellern, die aus dem Schreiben ihren Hauptberuf gemacht haben. Zugleich war seine Nähe zu den Zeitschriften und Zeitungen ein bestimmendes Moment seiner literarischen Lebensführung. Seine Leistung bestand darin, aus dem Tagesschriftsteller, der er stets sein musste, doch auch den Dichter für die Ewigkeit hervorgehen zu lassen. Besonders gelang ihm das durch das journalistische Vermögen der Vermittlung zwischen europäischen Ländern und Menschen. Was fern schien, wurde ihm zur geradezu systematisch erschlossenen Nähe, auch wenn seine Darstellungen einem assoziativen Prinzip folgten. Der Sinn für das Naheliegende verband sich mit seinem Engagement für Freiheit und Gerechtigkeit. Er hat sehr früh bereits über Polen berichtet und den notwendigen europäischen Aufbruch mit der Kraft slawischer Innovation begründet. Die Niederlande und England boten ihm Stoff zur Beschreibung, wobei besonders die "Englischen Fragmente" den gewieften Beobachter und Journalisten unter Beweis stellten. Die italienischen "Reisebilder" belegen ebenfalls das breite Interessengebiet. Landschaft, Geschichte und Religion, Volkssitten und Gebräuche, Stereotype und Einzelfälle bilden ein Konglomerat aus Nähe und Ferne, das dem Leser bis heute das Gefühl vermittelt, dabei gewesen zu sein und durch Neugierde und Unbekümmertheit sich die Welt als Teil seiner selbst aneignen zu können.

Der Wechsel nach Paris im Jahre 1831 fördert die Begabung zur europäischen und kosmopolitischen Perspektive um ein Vielfaches. Heine will zwischen den beiden konkurrierenden Nachbarstaaten vermitteln. Deutsche Kultur möchte er den Franzosen näher bringen, französisches Leben seinen deutschen Landsleuten verständlich machen. Das gelang nur durch das von ihm in allen Feinheiten beherrschte Feuilleton. Privates und Öffentliches, Nebensächliches und Wichtiges, Dinge und Menschen werden in der Darstellung von Kunst, Musik, Literatur, Philosophie, Religion, Mythologie, Theater, Politik und Volksleben beider Länder in einen unverwechselbaren Strudel des Heine'schen Stils gezogen und kommen als poetisierte Wirklichkeit der deutschen oder französischen Geschichte, Traditionen und Tagesverhältnisse wieder zum Vorschein. Die beiden Bände der "Lutetia" von 1854 leben vom Vermögen Heines, Zeitzeuge zu sein und seine Beobachtungen der 1840er Jahre einige Zeit später zu immer noch sprechenden Dokumenten zu feilen. Insofern liefert Heine literarische Quellenwerke, die den Vergleich mit heutigen Zuständen immer wieder nahe legen. Die Lektüre lohnt nicht nur aus historischen Gründen, sondern eben auch aus solchen der Assoziation, Transparenz und Analogie.

Thematisches Leitmotiv: Individuum und Geschichte

Napoleons Tod auf St. Helena und der Verlust einer nachhaltigen Jugendliebe im Jahre 1821, die Februarrevolution von 1848 und die eigene unheilbare Krankheit - Heine hat sein persönliches Schicksal in öffentlichen Chiffren abgebildet gesehen. Sein Grabspruch auf dem Pariser Montmartre-Friedhof vom Wandermüden, der unter dem Mausoleum des Nachthimmels den einzigartigen Ort von Andenken und Erinnerung erworben hat, macht darauf aufmerksam, dass wir unser Leben nicht als blindes kleines Geflecht individueller Ansprüche und Enttäuschungen zu ertragen haben, sondern dass es Teil im großen Ganzen ist. Wo der "Wandermüde" ans Ziel kommt, ob unter Linden am Rhein oder Palmen im Süden, in Sand- oder Wasserwüste, immer umgibt den Einzelnen das monumentale Mausoleum des bestirnten Himmels. Die grandiose Einsamkeit ist zugleich eine Überhöhung der individuellen Bedeutung, ohne uns selber findet die Erfahrung von Welt und Geschichte nicht statt.

"Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte", heißt es im XXX. Kapitel der "Reise von München nach Genua". Dies ist das Resümee seiner Betrachtung über die Schlachten seines großen Helden Napoleon. Ist der Einzelne weniger wert als das Ganze? Heine nimmt die Ansprüche der Revolution ernst. Nicht die Vertröstung auf einen hübsch geschilderten Himmel, sondern die Bedingungen der Realität sind der Maßstab für das Glück des je einzelnen Menschen. Trotz der Krankheitserfahrung hat Heine der Versuchung nach Verzweiflung und Depression nicht stattgegeben. Seine Melancholie war eine aus Weisheit und Optimismus, auch noch die Rückschläge im Leben nutzte er produktiv und ließ den Mut nicht sinken. Die Lust am Leben und die unumwunden ausgesprochenen Überzeugungen führen häufig genug zu persönlichen Auseinandersetzungen. Auch Personalsatiren und Streitschriften sind Meilensteine auf dem Weg der Historie in eine bessere Zukunft. Heines Motto lautete darum noch in den miserabelsten Zeiten, wie er seinem in St. Petersburg tätigen Arztbruder Maximilian am 12. September 1848 schrieb: "Und ich liebe doch das Leben mit so inbrünstiger Leidenschaft." Gerade die Brüche, Höhen und Tiefen machen Heines Leben, Werk und Wirkung spannend.[5] Glück, das Recht auf Leben und Leidenschaft für die Ansprüche des Menschen, sind die wichtigen Motive für Heines Verständnis von Geschichte und Individuum.

Prophetie und Prognostik, Frömmigkeit und Kritik

Heines Verhältnis zur jüdischen Herkunft bestimmt in vielen Einzelheiten auch sein literarisches Schaffen. Diese Tradition und die Erfahrungen mit einer im Prinzip abweisenden Umwelt war ihm unter die Haut gegangen. Seine Anspielungen auf dieses Wissen liegen ebenfalls häufiger, als man bei einer Betrachtung der Oberfläche seines Werkes meinen möchte, unter den Schichten seines Schreibprozesses verborgen. Zweifellos weiß er sich von der Idee ergriffen, vom Geist begeistert und insofern in der Tradition der Propheten. Seine Prophezeiungen enthalten freilich weniger utopische als prognostische Seiten. Wie der Kritiker aus der Literatur die Zukunft eines Volkes herauszulesen versteht, wie es in der "Romantischen Schule" heißt, so ist der Schriftsteller Verkünder von Wahrheiten, die er dem alltäglichen Zusammenleben entnimmt und die in der Zukunft ihre schrecklichen oder schönen Eigenschaften entfalten werden.

Für diese Schreibart und Begabung für die Charakteristik der Gegenwart als Blick in die Zukunft gibt es manche Belege. Eine Stelle ist zu Recht immer wieder herangezogen worden, der Schluss seiner Schrift "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland" aus dem 2. "Salon"-Band von 1835. Dort scheint der Furor des Nationalsozialismus in sprachliche Bilder gefasst zu sein, deren Kraft bis heute erschüttert: "Der Gedanke geht der Tat voraus, wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig, und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn Ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wisst: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in der fernsten Wüste Afrikas werden die Schwänze einkneifen, und sich in ihren königlichen Höhlen verkriechen. Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte."

So religionskritisch Heine sich stets verhalten hat, so sehr hat seine so genannte Bekehrung in der Spätzeit die Gemüter bewegt. Auch hier beschreitet Heine seinen eigenen Weg der Akzeptanz von Tradition und Geschichte und gleichzeitiger ebenso individueller wie origineller Aneignung. Die Bibel hatte sein Schreiben ständig begleitet, aber erst in den letzten Jahren der Krankheit und des physischen Untergangs gewann sie die Rolle eines existenziellen Korsetts ohne ideologische Enge. Die Figuration des Lazarus hat es Heine angetan, des armen Lazarus aus der Beispielerzählung Jesu, sowohl wie des von Jesus auferweckten Freundes aus Bethanien bei Jerusalem, der christlichen Überlieferung nach der erste Bischof von Marseille. Damit wurde die Gestalt Hiobs verknüpft, sodass die großen Menschheitsfragen vom kranken Dichter mit leiblicher und geistiger Präsenz ausgefüllt wurden.

Auch wenn die Fragen nicht zu beantworten waren, zu stellen, zu ertragen, zu wiederholen blieben sie vom Autor immer wieder. Das war sein Beruf. Er tat es stellvertretend, aber offensichtlich in der Hoffnung, dass sich seine Leser anschließen würden und somit ihre eigene Position finden könnten: die des freien, selbstbewussten, aufgeklärten Menschen, denen dennoch keine Geheimnisse fremd sind, auch nicht die von Gebet und Verzweiflung, Fluch und Demut, Humor und Wachsamkeit.

Vor allem diese späten Überlebensstrategien Heines machen ihn zum vorweggenommenen Beispiel des modernen Menschen, wie Heinrich Mann das bei seinem Aufruf für ein Heine-Denkmal in Düsseldorf vor 1933 ausgedrückt hat: "Er war sachlich bei aller seiner Phantasie, scharf zugleich und zärtlich, ein Zweifler, doch tapfer."[6] Die literarischen Arbeiten Heines aus allen Phasen seines Schaffens sind der Beweis für die Unabhängigkeit, die uns Not tut, und für die ironische Akzeptanz von Grenzen, ohne die unser Leben doch nicht denkbar ist.

Fußnoten

1.
Solche Überlegungen zur Kultur und Literatur haben den Verfasser bereits in seiner Studie über "Die Überlieferung literarisch-kulturhistorischer Quellen. Goethe, Schiller und Heine als Bildner von Literaturarchiven" im Heine-Jahrbuch 17 (1978), S. 186 - 210, geleitet. Dort finden sich auch die genauen Hinweise auf die hier bemühten Autoren.
2.
Vgl. Eberhard Galley/Alfred Estermann (Hrsg.), Heinrich Heines Werk im Urteil seiner Zeitgenossen, Bd. 1, Hamburg 1981, S. 8. Die umfangreiche Sammlung wurde zur Hälfte von E. Galley und A. Estermann betreut, anschließend (Stuttgart und Weimar) von Christoph auf der Horst und Sikander Singh; sie ist auf 12 Bände angelegt, deren beide letzten im Erscheinen begriffen sind; 2006 wird ein (13.) Abschlussband von S. Singh das Material würdigen.
3.
Vgl. Joseph A. Kruse, Heinrich Heine. Leben und Werk in Daten und Bildern, Frankfurt/M. 1983, S. 11.
4.
Konrad Lischka/Christian Blohm, Der erste echte Kanon. Dies sind die 50 wichtigsten deutschen Autoren!, in: Bücher, (2005) 5, S. 24 - 28.
5.
Diese Einsicht bestimmte auch Titel und Aufbau des vom Verfasser im Heine-Jahr 1997 zum 200. Geburtstag betreuten Bandes: Heinrich Heine, "Ich liebe doch das Leben". Ein Lesebuch, Frankfurt/M.-Leipzig.
6.
J. A. Kruse (Anm. 3), S. 10.

Joseph Anton Kruse

Zur Person

Joseph Anton Kruse

Dr. phil, geb. 1944; Direktor des Heinrich-Heine-Instituts der Landeshauptstadt Düsseldorf und Honorarprofessor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Kaiserswerther Straße 70, 40477 Düsseldorf.
E-Mail: joseph.kruse@stadt-duesseldorf.de


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