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23.7.2021

Zur Geschichte der Charité im 20. Jahrhundert

Die Charité ist mit über 290 Professorinnen und Professoren sowie über 8.000 Studierenden nicht nur das größte Universitätsklinikum Europas, sondern in Berlin auch einer der größten Arbeitgeber, bei dem in 17 Charité-Centren an vier Standorten mit über 3.000 Betten mehr als 16.000 Personen beschäftigt sind.[1]

Die Geschichte der Charité ist eng mit der Geschichte der Stadt Berlin als Residenz- und Hauptstadt Preußens (seit 1710) und dem preußischen Militärwesen sowie mit der Berliner Bildungslandschaft verbunden. Darüber hinaus spiegelt sich in ihr die Professionalisierung und Akademisierung der Medizin. So wurden in Berlin, wo es noch keine Universität gab, 1713 das Anatomische Theater und 1724 das Collegium medico-chirurgicum gegründet, in denen "Ärzte und Chirurgen für die Armee" theoretisch ausgebildet werden sollten.[2] Als ein 1710 gegründetes, außerhalb der Stadt liegendes Pesthaus nicht mehr für nötig erachtet wurde, da sich eine grassierende Pest-Epidemie nicht bis in die sich entwickelnde Garnisonsstadt Berlin auszubreiten schien, wurde diese Einrichtung 1727 in ein Garnisons- und Bürgerlazarett umgewandelt, in dem sowohl Soldaten und Zivilpersonen versorgt als auch angehende Militärärzte (Chirurgen) praktisch ausgebildet und in dem gleichzeitig Mittellose wie in einem Armen- und Arbeitshaus (Hospital) untergebracht werden sollten. Der Schwerpunkt lag jedoch, wie von ihrem Gründer, Friedrich Wilhelm I., dem "Soldatenkönig", festgelegt, auf der praktisch-klinischen Ausbildung für angehende Militärärzte. Diese Einrichtung mit ihren drei Funktionen von medizinischer Versorgung, militär-medizinischer Ausbildung sowie Asylierung wurde "Charité" genannt. Auch wenn sie ab 1737 auf Stadtgebiet lag, stand sie in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu Berlin.[3] Bis 1817 unterstand sie allein der königlichen Armendirektion, die ihrerseits dem Polizeipräsidium, das wiederum dem Ministerium des Innern unterstand. So konnte sich die Charité ihre Patienten nicht aussuchen, sie wurden von der Armendirektion eingewiesen, und das Polizeipräsidium nahm sie für sanitätspolizeiliche Aufgaben, die der Verhinderung der Verbreitung ansteckender Krankheiten dienen sollten, in Anspruch.[4]

Dem steigenden Bedarf an der Ausbildung von Militärärzten unter anderem im Zusammenhang mit den Napoléonischen Kriegen (1792–1807) wurde begegnet mit der Gründung der Pépinière 1795 als einer ausschließlich militärmedizinischen Ausbildungseinrichtung, der Verlegung der im Hospital der Charité untergebrachten Personen in andere Einrichtungen nach außerhalb ab 1798 und der vorwiegenden Aufnahme von Patienten mit solchen Erkrankungen, die für eine praktische militärärztliche Ausbildung relevant schienen.[5] Für die Charité bedeutete dies eine noch stärkere Integration in die Militärmedizin, den Verlust ihres karitativen Charakters sowie den "Übergang zu einem modernen Krankenhaus", indem medizinische Versorgung mit medizinischer Ausbildung verbunden wurde.[6] Auch wenn das Militärmedizinalwesen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges "einen wesentlichen Einfluß auf die Charité" behielt, wurde sie seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts "unter Vernachlässigung traditioneller militärischer Strukturen (…) den Anforderungen einer zunehmend vernetzten modernen Forschungslandschaft in Berlin und im Deutschen Reich angepasst".[7]

Im Nationalsozialismus

Durch Politik und Gesellschaft des Kaiserreichs geprägt, war ein Großteil der Ordinarien an der Charité deutschnational-republikfeindlich eingestellt, ein Großteil von ihnen begrüßte den Ersten Weltkrieg, und etwa 28 Prozent des Lehrkörpers nahm aktiv am Krieg teil.[8] Institute der Charité waren in die "Kriegsarbeit" eingebunden, wie der damalige Direktor des pathologischen Instituts der Charité, Otto Lubarsch, berichtete, der auch "beratender Pathologe des stellvertretenden Gardekorps" war und in seinem Institut die Auswirkung von Kampfgasen im Tierversuch "selbst ständig beaufsichtigt(e)".[9] Ergänzend zur Ausbildung und Forschung war die Charité weiterhin für die Krankenversorgung zuständig, wobei über ein Drittel der Betten für die medizinische Versorgung verwundeter Soldaten zur Verfügung gestellt wurde.[10]

Der Ausgang des Ersten Weltkrieges hatte gravierende Auswirkungen auf die Charité. Einsparungen in Forschung und Lehre sowie Gehaltseinbußen verstärkten bei wissenschaftlichem Personal und Professoren die Vorbehalte gegenüber der Weimarer Republik.[11] Die Militärärztliche Kaiser-Wilhelm-Akademie musste geschlossen werden.

Allgemein blieben die seit dem Kaiserreich geschaffenen Strukturen erhalten. Zwar waren die Medizinalangelegenheiten 1910 vom preußischen Kultusministerium an das preußische Innenministerium abgegeben worden, sodass die Charité-Kliniken einerseits und die Universitätsinstitute und -kliniken andererseits jeweils unterschiedlichen Verwaltungen unterstellt waren. Diese traten in Hinblick auf gesundheits- wie auch hochschulpolitische Entscheidungen aber gemeinsam auf. Die Mitglieder der Medizinischen Fakultät der Berliner Universität stellten die übergroße Mehrheit der verantwortlichen Ärzte und Wissenschaftler an der Charité. Lediglich eine geringe Anzahl von weniger bedeutenden Abteilungen der Charité wurde nicht von Mitgliedern der Medizinischen Fakultät geleitet.[12]

Die Universitätsmedizin war die zweitgrößte Fakultät der Berliner Universität und die größte und renommierteste im Deutschen Reich – ein Status, den sie bis 1944 behielt.[13] 1932/33 studierten hier fast ein Viertel aller Medizinstudierenden der Universitäten des Reiches. Der Lehrkörper der Medizinischen Fakultät war seit den 1920er Jahren zunehmend offen antisemitisch eingestellt. Die zahlreichen Eintritte in die NSDAP von Angehörigen der medizinischen Fakultät noch vor Verhängung der Aufnahmesperre im Mai 1933 wie auch das von dem Professor für Chirurgie an der Charité und Leiter der Chirurgischen Universitätsklinik, Ferdinand Sauerbruch, mitunterzeichnete "Bekenntnis der Professoren (…) zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat" verdeutlichen die Unterstützung für die NSDAP und für die mit ihr verbundene politische Neuausrichtung des Staates.[14] Vor dem Hintergrund der rassen-, gesundheits- und bevölkerungspolitischen Orientierung der Medizin war den Hochschulvertretern eine Wertschätzung vonseiten der neuen Machthaber gewiss.[15] Das Kooperationsverhältnis zwischen Hochschulmedizin und politisch Verantwortlichen im nationalsozialistischen Staat definierte sich auf der Basis beiderseitiger Interessen. Die tradierten Strukturelemente von Autonomie, Selbstverwaltung sowie die Rekrutierungsmechanismen des akademischen Nachwuchses wurden nicht angetastet. Bestehende Strukturen wurden nun allerdings nach dem Modell des "Führerprinzips" buchstabiert und die "Arisierung" rücksichtslos durchgesetzt. So nahmen die Hochschulangehörigen die "Gleichschaltung" selbst in Angriff.[16]

Deutliche Spuren hinterließ dieses Vorgehen spätestens in der 1933 einsetzenden Personalpolitik, mit der Universitätsangehörige, die dem neuen Regime kritisch gegenüberstanden oder die nach nationalsozialistischer Definition als "jüdisch" bezeichnet wurden, aus der Charité entfernt wurden. Aber schon bevor mit dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7. April 1933 hierfür ein passgenaues Instrumentarium zur Verfügung stand, hatte die Berliner Hochschulmedizin aus eigenem Antrieb und eigener Überzeugung mit Kündigungen, verweigerten Vertragsverlängerungen sowie Beurlaubungen zahlreiche Hochschullehrer ausgeschlossen. Aus dem amtierenden Lehrkörper wurden so ab Anfang 1933 141 von 331 Personen entfernt. Schließlich wurde auf diese Weise 42,6 Prozent des Personals aus ihren Stellen vertrieben.[17] Diese Entlassungen boten die Möglichkeit, Stellen mit Personen neu zu besetzen, die politische Konformität versprachen und in das neue politische wie wissenschaftliche Profil passten. Es kann jedoch nur bei einer verschwindend geringen Anzahl an Ausnahmen von ausschließlich politisch begründeten Karrieren oder Besetzungen gegen die dezidierten Interessen der Ordinarien der Berliner Hochschulmedizin gesprochen werden.

Der Organisationsgrad in der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen war unter den Medizinern insbesondere in der Gruppe der sich noch etablierenden jüngeren Generation besonders hoch. So waren im Wintersemester 1944/45 46 Prozent der Berliner Hochschullehrer Mitglied der NSDAP. Mitglieder der Charité trugen unter ihren Kitteln am Arbeitsplatz Uniformen. Von einer politischen Übernahme der Berliner Hochschulmedizin von außen kann jedoch nicht gesprochen werden, da ungebrochen "Qualifikationskriterien, Reputationsstandards und Milieus" die Voraussetzungen für Karrieren im Medizinbetrieb blieben.[18] Es muss davon ausgegangen werden, dass nach dem politischen Umbruch von 1933 die wesentlichen Strukturelemente der Berliner Hochschulmedizin nicht verändert wurden. Auf die Kontinuität in der Universitätsmedizin verweisen die sie prägenden zwölf Ordinarien, von denen elf vor 1933 berufen worden waren und ihre Tätigkeit nach 1945 fortsetzen. Die in den zwölf Jahren des nationalsozialistischen Regimes vom Wissenschaftsministerium durchgesetzten fünf Berufungen hatten keine nachhaltige Auswirkung auf die Hochschulmedizin. Der Personalbestand war selbst unter den Bedingungen des Krieges im Umfang fast unverändert.

Die medizinische Fakultät konnte mit der Ausweitung bestehender Forschungsrichtungen wie der Krebsforschung und der Öffnung für neue Forschungsrichtungen wie Naturheilkunde, "Geomedizin" oder "Rassenhygiene" sowie mit Kooperationen mit verschiedenen Kaiser-Wilhelm-Instituten, der 1934 wiedereröffneten Militärärztlichen Akademie oder staatlichen Institutionen und Repräsentanten im neuen politischen Gefüge an Bedeutung gewinnen. Die enge Verbindung von Wissenschaft, Politik und Berliner Hochschulmedizin zeigt sich am deutlichsten in der Vergabe von Extraordinariaten, Honorarprofessuren und Lehraufträgen an prominente Vertreter von wissenschaftlichen wie staatlichen und militärischen Institutionen. Personen und Projekte der Berliner Universitätsmedizin waren in Planung und Umsetzung der nationalsozialistischen Gesundheits- und Wissenschaftspolitik eingebunden. Mitglieder der Charité verfügten über direkte Kontakte zu Regierungsmitgliedern bis hin zum Reichskanzler, waren selbst Funktionsträger in diesem Apparat oder Mitglieder einflussreicher Wissenschaftsagenturen, wie des Reichsforschungsrates oder der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Wissenschaftler der Charité legitimierten mit ihrer hochschulmedizinischen Expertise nicht nur die dem gesundheitspolitischen Handeln zugrundeliegenden Selektionsmechanismen, sondern nutzten auch den "Freiraum", den ihnen das politische System des Nationalsozialismus zur Verfügung stellte. Beispielsweise missbrauchte etwa der Anatom Hermann Stieve Leichname von hingerichteten Frauen des politischen Widerstands für seine Forschungen mit weiblichen Fortpflanzungsorganen; der Pädiater Georg Bessau betrieb Impfversuche an Kindern, die in der "Euthanasie"-Aktion ermordet werden sollten; der "Rassenhygieniker" Fritz Lenz entwickelte Methodik und Legitimation von "Rassenhygiene" und Bevölkerungspolitik; der Hygieniker Heinz Zeiss formulierte mit dem Konzept der "Geomedizin" Kriterien für Seuchen- und Bevölkerungspolitik in Osteuropa.

Vertreter von Psychiatrie, Gynäkologie und Innerer Klinik fungierten in Zusammenhang mit der Zwangssterilisation auch als sachverständige Beisitzer in den entscheidenden Erbgesundheits- und Erbgesundheitsobergerichten. In den beiden Chirurgischen Kliniken wie auch den Universitätsfrauenkliniken wurden Sterilisierungen sowie "rassenhygienisch" indizierte Abtreibungen durchgeführt. Darüber hinaus waren Hochschulmediziner als beratende Fachärzte, Generalärzte, Leiter von militärischen Medizinalämtern, Mitglieder von militärischen Planungsabteilungen oder wissenschaftlichen Senaten im Militär aktiv.[19] Dabei nahmen sie an "Arbeitstagungen" der Militärärztlichen Akademie teil, auf denen über die Unterkühlungsexperimente im Konzentrationslager Dachau, bei denen "Versuchspersonen rücksichtslos bis zum Tode" extremer Kälte ausgesetzt worden waren, oder über die von ihrem Kollegen Karl Gebhardt im Konzentrationslager Ravensbrück vorgenommenen "Versuche über Sulfonamideinwirkung" berichtet wurde.[20]

Es gab einzelne Professoren an der Berliner Hochschulmedizin, die sich exponiert hatten, die wissenschaftspolitisch besonders aktiv waren und so Kollegen, die insbesondere zu der Gruppe der außerordentlichen Professoren und Privatdozenten gehörten, Möglichkeiten eröffnet hatten, die diese bis nach 1945 nutzen konnten. Einzelne von ihnen mussten sich dafür im Nürnberger Ärzteprozess 1946/47, in dem 7 der 20 Angeklagten Mitglieder der Charité waren, verantworten. Rückblickend und in Reaktion auf den Prozess wurden ehedem wissenschaftliche Praxis, durchgeführt in Konzentrationslagern und diskutiert unter Kollegen, nun zu "Pseudowissenschaft" umdeklariert, Selbstmobilisierung und Kollaboration geleugnet oder verheimlicht und eine Dichotomie von Wissenschaft und Politik postuliert.[21] Die Mitgliedschaft in der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen oder im Militär lässt jedoch keine direkten Rückschlüsse auf die Qualität der Ergebnisse der Forschung zu, waren diese auch nach 1945 noch von Bedeutung und konnten entsprechende Karrieren erfolgreich fortgesetzt werden.

In SBZ und DDR

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lagen Charité und Medizinische Fakultät der Universität in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und unterstanden der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD), die großes Interesse an der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der Charité, der Entnazifizierung des Personals sowie der Eliminierung nationalsozialistischer Gesundheitsgesetzgebung und damit verbundener Strukturen hatte. Über 60 Prozent der Gebäude der Charité waren völlig zerstört, 20 Prozent von Trümmern bedeckt und nur ein geringer Teil unversehrt, sodass nicht einmal die Hälfte der ursprünglichen Zahl an Betten für die Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stand. Gleichzeitig hatte sich die gesundheitliche Situation der Bevölkerung infolge des Krieges verschlechtert, sodass der Bedarf an klinischen Einrichtungen von 1945 bis 1951 massiv anstieg. Aber erst in den 1960er Jahren waren Institute wieder rekonstruiert (Anatomisches Institut und Chirurgische Klinik) beziehungsweise Neubauten (Geschwulst-, Frauen-, Haut- und Kinderklinik, Institut für Physiologische Chemie) errichtet worden.[22]

Neben Gebäuden und Material fehlte es der Charité an Personal. Zwar waren elf Ordinarien, Instituts- und Klinikdirektoren seit der Weimarer Republik dort weiterhin tätig. In der Breite jedoch gab es einen akuten Personalnotstand, der auch durch eine Abwanderung von Medizinern in die Westzonen verschärft wurde.[23] Migration des medizinischen und wissenschaftlichen Personals war ohnehin eines der bedeutendsten Probleme, mit dem sich die zentrale Hochschulverwaltung auch in den folgenden Jahren insbesondere nach Gründung einer Universität im Westteil der Stadt, der Freien Universität 1948, konfrontiert sah.[24]

Angesichts dieser Situation konnte die im Alliierten Kontrollrat einhellig vereinbarte Personalpolitik der Zurückweisung von politisch Belasteten (Entnazifizierung) nur im Ansatz umgesetzt werden. So wurden Hochschullehrer trotz ihrer ehemaligen Mitgliedschaft in der NSDAP im Forschungs- und Lehrbetrieb sowie in der Krankenversorgung belassen oder wieder in diese eingestellt, wenn sie den Nachweis erbringen konnten, dass sie "sich fern jeder politisch-ideologischen Tendenz ausschließlich in den Dienst der Wissenschaft gestellt" hätten. So konnten etliche hochqualifizierte Dozenten, denen 1945/46 die Lehrbefugnis entzogen worden war, wieder in ihre alten Positionen zurückkehren und sich bis hin zur Erlangung einer Professur auch weiter qualifizieren. Bis 1952 lag der Anteil der in den medizinischen Fakultäten der DDR tätigen ehemaligen NSDAP-Mitglieder bei 42,9 Prozent.[25] Die personelle "Säuberung" in der unmittelbaren Nachkriegszeit stellte für diese Hochschullehrer daher weniger einen Bruch als eine "zeitweilig Unterbrechung" in ihrer Karriere dar.

Die Zuständigkeit für die Charité mit ihren Aufgabenbereichen Forschung, Lehre und Krankenversorgung lag nach Kriegsende kurzfristig beim Hochschulausschuss des Berliner Magistrats. Nachdem 1945 auf Befehl der SMAD die Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung (DVV) eingerichtet war, die bei Gründung der DDR 1949 in das Ministerium für Volksbildung einging, wurde die Charité als Bildungseinrichtung dieser zugeordnet. Der medizinische Bereich wurde, anders als die anderen Krankenhäuser in der Stadt, nicht dem Landesgesundheitsamt Berlin, sondern direkt der Deutschen Zentralverwaltung für Gesundheitswesen (DZVG), der Vorgängerinstitution des Ministerium für Gesundheitswesen unterstellt, was ihre Sonderstellung in Berlin verdeutlicht. Die Aufsicht über den klinischen Bereich hatte ein ärztlicher Direktor, Forschung und Lehre unterstanden dem Rektor der Humboldt-Universität.[26] 1951 wurden alle Einrichtungen der Medizinischen Fakultät und der Charité unter dem Namen "Medizinische Fakultät (Charité) der Humboldt-Universität" fusioniert.[27] Im Zuge der Hochschulreform zur Zentralisierung des Hochschulwesens im selben Jahr wurde die Charité dem Staatssekretariat für Hochschulwesen, dem späteren Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen, unterstellt.

Als Reaktion auf die "rassenhygienische" und bevölkerungspolitische Ausrichtung des NS-Staates, dessen Gesetzgebung in der Sowjetischen Besatzungszone in Gänze als Unrechtsgesetze annulliert wurde, sollte unter Bezugnahme auf Entwicklungen in der Weimarer Republik und auf Erfahrungen, die Remigranten aus den Ländern ihres Exils mitbrachten,[28] ein staatlich verantwortetes "demokratisches" Gesundheitswesen aufgebaut werden. Dieses sah einen unentgeltlichen Zugang zu Prävention, zu medizinischer Betreuung und Rehabilitation, eine einheitliche Sozialversicherung, eine flächendeckende Etablierung poliklinischer Einrichtungen und Ambulatorien sowie ein Betriebsgesundheitswesen und vorrangig den in Gesundheitseinrichtungen angestellten Arzt vor. An diesem Aufbau zentraler gesundheits- und wissenschaftspolitischer Strukturen, der Etablierung eines prophylaktisch orientierten Gesundheitswesens sowie an der Reform medizinischer Ausbildung waren auch Mitglieder der Charité beteiligt. So war Theodor Brugsch nicht nur Leiter der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Charité 1945 sowie Dekan der Medizinischen Fakultät (1949–1956), sondern auch Leiter der Abteilung Wissenschaft und Forschung in der DVV sowie deren Zweiter Vizepräsident (1946–1949). Die Vizepräsidenten der DZVG, Alfred Beyer und Maxim Zetkin waren zeitgleich Professoren der Charité, letzterer ab 1949 in der Funktion des ärztlichen Direktors. Und der Präsident der DZVG, der Dermatologe Karl Linser (1947–1949), wechselte 1950 an die Charité. Angehörige der Charité waren auch in der Folgezeit in unterschiedlichsten zentralen staatlichen Gremien zu finden.[29]

Die Garantie für die Umsetzung der neuen Programmatik und der damit formulierten veränderten Tätigkeitsfelder (von kurativer zu präventiver Perspektive) des Arztes sollten Funktionsträger der SED übernehmen. So wurde 1951 in der Medizinischen Fakultät eine Fakultätsparteiorganisation gebildet, 1960 in Grundorganisation Medizin umbenannt, der 1953 lediglich etwa 7 Prozent und 1989 etwa 14 Prozent der Mitglieder der Charité angehörten.[30] Versuche der Partei, die in bildungsbürgerlichen Traditionen verankerten Vorstellungen medizinischen Handelns zu beeinflussen, blieben ohne spektakulären Erfolg. So stießen neue Zulassungsregelungen zum Medizinstudium, die Bewerberinnen und Bewerbern aus bildungsfernen Lebenssituationen vermehrt Zugang zur Universität ermöglichen sollten, aber auch Reformen des Curriculums der Medizinischen Ausbildung "nicht selten auf Unverständnis".[31] Die Mehrheit der Mediziner "blieb im traditionellen akademischen Milieu fest verankert" und nahm, trotz Privilegien, die 43 Prozent aller Professoren und Dozenten bis 1961 in detaillierten Einzelverträgen ausgehandelt hatten, eine kritische Haltung gegenüber der DDR ein.[32]

Einfluss auf die Entwicklung der Charité nahmen auch der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund, der als Träger der Sozialversicherung fungierte und dem 1982 etwa 95 Prozent der Mitarbeiter der Charité inklusive Professorinnen und Professoren angehörten, sowie das Ministerium für Staatssicherheit, das die Überwachung des Gesundheitswesens und der Humboldt-Universität, die Überprüfung von Personalangelegenheiten sowie "Reisekadern", von Kontakten in die Bundesrepublik und nach West-Berlin sowie die Zurückdrängung von Ausreisegesuchen und Verhinderung von "Republikfluchten" zur Aufgabe hatte.[33]

In den 1950er Jahren war die Charité zu einem integralen Bestandteil der medizinischen Versorgung in Ost-Berlin geworden und stellte mit ihren 17 Kliniken etwa 15 Prozent der Betten der Berliner Krankenhäuser.[34] Seit 1962 konnte sie Fachabteilungen in Einrichtungen des Städtischen Gesundheitswesens für die medizinische Ausbildung nutzen und sollten Patienten mit spezifischen Krankheiten für Forschungszwecke sowie für die Lehre direkt in die Charité eingewiesen werden. 1982 wurde das Chirurgisch-Orientierte Zentrum (COZ) in einem Hochhausneubau in Betrieb genommen. Nach Ansicht von Mitarbeitern der Charité entsprach es "baulich, funktionell (…) modernsten Ansprüchen" und war "personell und materiell (…) gut ausgestattet." "Der Zugriff auf die internationale wissenschaftliche Literatur war nicht behindert. (…) Auch die importierte Medizintechnik (z.B. MRT) fand bevorzugt in der Charité Eingang".[35] So war die Charité nicht nur "personell und technisch besser ausgestattet (…) als die anderen Universitätsklinika", sondern nach Auskunft des Dekans der Charité, Harald Mau (1990–1995), habe es auch "mehr Handlungsfreiheit in Forschung und Versorgung" gegeben.[36]

Nach der Wiedervereinigung

Mit dem Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen Bundesrepublik und DDR 1990 übernahm die DDR das bundesdeutsche Gesundheitssystem, und mit dem Einigungsvertrag wurden die Strukturen der Bundesrepublik "annähernd modifikationslos" auf die DDR übertragen.[37] Die Hoheit in Fragen von Gesundheit und Bildung ging von der gesamtstaatlichen Ebene auf die kommunale Ebene an die wieder gegründeten Länder. So wurden auch die Krankenhäuser im ehemaligen Staatsgebiet der DDR nach der Wiedervereinigung einer "zunehmenden Ökonomisierung und wettbewerblichen Ausrichtung" unterworfen.[38] Der für zahlreiche Krankenhäuser apostrophierte Investitionsbedarf traf auf die Charité jedoch nur bedingt zu.

Die Diskussion um die Zukunft der Charité geschah im Zusammenhang mit einer Debatte über Umfang, Zuschnitt wie Ausrichtung der Berliner Hochschullandschaft im Allgemeinen und ihrer Hochschulmedizin im Besonderen. Die Charité sollte in Kooperation mit den im westlichen Teil der Stadt gelegenen Kliniken der Freien Universität erhalten und zu einer in Forschung und Lehre nach internationalen Standards konkurrenzfähigen Einrichtung weiterentwickelt werden.[39] Diesem Vorschlag des Wissenschaftsrats 1991 stimmte der Berliner Senat unter ökonomischen und strukturellen Auflagen zu. Durch die Fusionen der medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität mit dem Virchow-Klinikum 1997/98 zum Universitätsklinikum Charité, Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin sowie mit dem Universitätsklinikum Benjamin Franklin (2003), die beide zur Freien Universität gehörten, zur Charité – Universitätsmedizin Berlin wurde die Charité schließlich eine der größten Kliniken Europas.
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Fußnoten

1.
Siehe http://www.charite.de/die_charite/profil/zahlen_fakten«, Stand: 2.7.2021.
2.
Arleen Marcia Tuchman, Ein verwirrendes Dreieck: Universität, Charité, Pépinière, in: Eric J. Engstrom/Volker Hess (Hrsg.), Zwischen Wissens- und Verwaltungsökonomie. Zur Geschichte des Berliner Charité-Krankenhauses, Stuttgart 2000, S. 36–48, hier S. 39.
3.
Vgl. Georg Harig/Hans-Uwe Lammel, Zur Geschichte der Beziehungen zwischen der Charité und Berlin, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität Berlin. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Reihe 36/1987, S. 14–21, hier S. 16.
4.
Vgl. Eric Hilf, Zur Geschichte der Charitédirektion im 19. Jahrhundert: Aufbau, Struktur und Personen der Charitéverwaltung zwischen 1820 und 1870, in: Engstrom/Hess (Anm. 2), S. 49–68, hier S. 50.
5.
Vgl. Peter Kolmsee, Unter dem Zeichen des Äskulap, Bonn 1997, S. 63f.
6.
Rolf Winau, Medizin in Berlin, Berlin–New York 1987, S. 100–106, hier S. 95; Detlef Rüster, Über die Anfänge des klinischen Unterrichts an der Berliner Charité, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Reihe 36/1987, S. 33–39.
7.
Hilf (Anm. 4), S. 55; Gerhard Baader/Thomas Beddies/Marion Hulverscheidt, Chirurgie und naturwissenschaftliche Medizin (1850–1890), in: Johanna Bleker/Volker Hess (Hrsg.), Die Charité. Geschichte(n) eines Krankenhauses, Berlin 2010, S. 99–125, hier S. 71.
8.
Vgl. Michael Grüttner, Der Lehrkörper 1918–1932, in: ders. (Hrsg.), Geschichte der Universität Unter den Linden 1810–2010, Bd. 2, Berlin 2012, S. 135–185, hier S. 151; Charles E. McClelland, Die disziplinär organisierte Forschungsuniversität, 1860–1918, in: Heinz-Elmar Tenorth/Charles E. McClelland (Hrsg.), Geschichte der Universität Unter den Linden 1810–2010, Bd. 1, Berlin 2012, S. 425–654, hier S. 630f.; Otto Lubarsch, Ein bewegtes Gelehrtenleben, Berlin 1931, S. 325.
9.
Lubarsch (Anm. 8), S. 325.
10.
Vgl. Heinz David, "… es soll das Haus die Charité heißen …". Kontinuitäten, Brüche und Abbrüche sowie Neuanfänge in der 300jährigen Geschichte der medizinischen Fakultät (Charité) der Berliner Universität, Bd. 1, Hamburg 2004, S. 71.
11.
Vgl. Lubarsch (Anm. 8), S. 345; Grüttner (Anm. 8), S. 137.
12.
Vgl. Jens Thiel, Der Lehrkörper der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität im Nationalsozialismus, in: Grüttner (Anm. 8), S. 465–538, hier S. 467.
13.
Vgl. ebd., S. 468f.
14.
Vgl. Christoph Jahr, Die nationalsozialistische Machtübernahme und ihre Folgen, in: Grüttner (Anm. 8), S. 295–324, hier S. 311, S. 318.
15.
Die folgenden Ausführungen sind eine Zusammenfassung der Darstellungen in: Udo Schagen/Sabine Schleiermacher, Unter dem Hakenkreuz (1933–1945), in: Bleker/Hess (Anm. 7), S. 169–194, hier S. 180f.; dies., Die Charité im Gefüge des "Dritten Reichs". Personen und Netzwerke in nationalsozialistischer Forschungs- und Gesundheitspolitik, in: Jalid Sehouli/Matthias David (Hrsg.), Schuld, Tradition, Verantwortung. Die universitäre Frauenheilkunde in Berlin während des Nationalsozialismus, Berlin–Brandenburg 2021, S. 15–35.
16.
Vgl. Johannes Vossen, Willfährige Wissenschaft: Die Medizinische Fakultät der Berliner Universität und der Nationalsozialismus, in: Sabine Schleiermacher/Udo Schagen (Hrsg.), Die Charité im Dritten Reich. Zur Dienstbarkeit medizinischer Wissenschaft im Nationalsozialismus, Paderborn u.a. 2008, S. 23–36, hier S. 27f. (die zweite, überarbeitete Auflage von 2018 findet sich unter https://charite.zeit-archiv.de«); ders., Der politische Systemwechsel von 1933 und seine Auswirkungen auf die Hochschulpolitik, in: Sabine Schleiermacher/Udo Schagen (Hrsg.), Wissenschaft macht Politik. Hochschule in den politischen Systembrüchen 1933 und 1945, Stuttgart 2009, S. 19–27.
17.
Vgl. hierzu die Angaben in: Udo Schagen, Wer wurde vertrieben? Wie wenig wissen wir? Die Vertreibungen aus der Berliner Medizinischen Fakultät 1933. Ein Überblick, in: Schleiermacher/Schagen (Anm. 16), S. 51–66; sowie die überarbeitete Fassung, 6.9.2018, https://gedenkort.charite.de/menschen«; Sven Kinas, Akademischer Exodus. Die Vertreibung von Hochschullehrern aus den Universitäten Berlin, Frankfurt am Main, Greifswald und Halle 1933–1945, Heidelberg 2018, S. 416–424.
18.
Ralph Jessen, Akademische Elite und kommunistische Diktatur. Die ostdeutsche Hochschullehrerschaft in der Ulbricht-Ära, Göttingen 1999, S. 33ff.
19.
Vgl. Thiel (Anm. 12), S. 518f.
20.
Vgl. Alexander Mitscherlich/Fred Mielke (Hrsg.), Medizin ohne Menschlichkeit. Dokumente des Nürnberger Ärzteprozesses, Frankfurt/M. 1978, S. 57; Jürgen Peter, Der Nürnberger Ärzteprozeß im Spiegel seiner Aufarbeitung anhand der drei Dokumentensammlungen von Alexander Mitscherlich und Fred Mielke, Münster–Hamburg 1994, S. 183.
21.
Sabine Schleiermacher/Udo Schagen, Medizinische Forschung als Pseudowissenschaft. Selbstreinigungsrituale der Medizin nach dem Nürnberger Ärzteprozess, in: Dirk Rupnow et al. (Hrsg.), Pseudowissenschaft. Konzeptionen von Nichtwissenschaftlichkeit in der Wissensgeschichte, Frankfurt/M. 2008, S. 251–278.
22.
Vgl. David (Anm. 10), S. 451, S. 485f.
23.
Vgl. Andreas Malycha, Der Umgang mit politisch belasteten Hochschulprofessoren an der Medizinischen Fakultät der Universität Berlin in den Jahren 1945 bis 1949, in: Rüdiger vom Bruch/Uta Gerhard/Aleksandra Pawliczek (Hrsg.), Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 2006, S. 93–110, hier S. 101.
24.
Vgl. zum Folgenden Sabine Schleiermacher/Udo Schagen, Rekonstruktion und Innovation (1949–1961), in: Bleker/Hess (Anm. 7), S. 204–242.
25.
Vgl. Malycha (Anm. 23), S. 95f., S. 109; ders., Institutionelle und individuelle Strategien im Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit an der Medizinischen Fakultät der Berliner Universität 1945 bis 1949, in: Sigrid Oehler-Klein/Volker Roelcke (Hrsg.), Vergangenheitspolitik in der universitären Medizin nach 1945, Stuttgart 2007, S. 147–168, hier S. 167.
26.
Schleiermacher/Schagen (Anm. 24), S. 210.
27.
Vgl. Cornelius Frömmel, Die Grundlagenwissenschaften der Medizin. Forschung und Lehre in der Charité nach 1945, in: Heinz-Elmar Tenorth (Hrsg.), Geschichte der Universität Unter den Linden 1810–2010, Bd. 6, Berlin 2010, S. 701–742, hier S. 709, S. 711.
28.
Vgl. Sabine Schleiermacher, Rückkehr der Emigranten. Ihr Einfluss auf die Gestaltung des Gesundheitswesens in der SBZ/DDR, in: dies./Norman Pohl (Hrsg.), Medizin, Wissenschaft und Technik in der SBZ und DDR. Organisationsformen, Inhalte, Realitäten und der Naturwissenschaften, Husum 2009, S. 79–94.
29.
Vgl. Schleiermacher/Schagen (Anm. 24), S. 210f.
30.
Vgl. Andreas Malycha, Die Struktur der SED an der Berliner Charité 1945 bis 1989, in: Bleker/Hess (Anm. 7), S. 220–223.
31.
Schleiermacher/Schagen (Anm. 24), S. 232.
32.
Malycha (Anm. 30), S. 223. Vgl. Schleiermacher/Schagen (Anm. 24), S. 238.
33.
Vgl. Jutta Begenau, Betriebliche Gewerkschaftsarbeit in der Charité, in: Bleker/Hess (Anm. 7), S. 226–229; dies., Staatssicherheit an der Charité. Der IM "Harald Schmidt" und die "Sicherheitspolitik von Partei und Regierung" an der Charité 1972 bis 1987, Berlin 2017.
34.
Vgl. Erika Uslar, Von beiden Seiten gesehen. Dr. med. Rolf Stäps über das Problem der Zusammenarbeit zwischen Charité und Städtischem Gesundheitswesen, in: Berliner Medizinische Rundschau 2/1962, S. 4f.
35.
Oberarzt Dr. med. Wolfgang Kaufhold, in: Rainer Herrn/Laura Hottenrott (Hrsg.), Die Charité zwischen Ost und West 1945–1992. Zeitzeugen erinnern sich, Berlin–Brandenburg 2010, S. 298–311, hier S. 305f.
36.
Die Charité soll leben! Das Auf und Ab der letzten 50 von 300 Jahren. Interview mit dem Nach-Wende-Dekan Professor Harald Mau, in: Berliner Ärzte 10/2010, S. 22–25, hier S. 22.
37.
Vgl. Sabine Schleiermacher, Die Transformation des DDR-Gesundheitswesens: historische Voraussetzungen, Akteure und Interessen, in: Ilko-Sascha Kowalczuk/Frank Ebert/Holger Kulick (Hrsg.), (Ost)Deutschlands Weg. 45 Studien & Essays zur Lage des Landes. Teil I – 1989 bis heute, Berlin–Bonn 2021, S. 477–506.
38.
Harald Clade, Modernisierung im Kraftakt, in: Deutsches Ärzteblatt 24/2010, S. A1204-1206.
39.
Vgl. Die Charité bleibt, in: Deutsches Ärzteblatt 42/1991, S. A3469; Rosemarie Stein, Universitätskliniken Berlin, Kooperation statt Konkurrenz, in: Deutsches Ärzteblatt 3/1992, S. A89.

Sabine Schleiermacher

Zur Person

Sabine Schleiermacher

ist Professorin für Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin und leitet den Forschungsschwerpunkt Zeitgeschichte an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. sabine.schleiermacher@charite.de


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