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29.8.2013

Darf man die NSA mit der Stasi vergleichen?

Redaktion Netzdebatte am 11.09.2013

Eins zu 875 Millionen: Das ist da Verhältnis der Akten, die die NSA im Vergleich zur Stasi angehäuft hat. Ist die NSA also viel gefährlicher als es die Stasi war? Ein Vergleich, den Roland Jahn zurückweist. Im Netzdebatte-Interview erklärt der Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, dass man zwar alles vergleichen könne, es aber im Kern um den prinzipiellen Unterschied von Demokratie und Diktatur ginge.

40 Jahre bespitzelte die Stasi ihre eigene Bevölkerung, verwanzte Wohnungen, ließ Freunde einander aushorchen und füllte damit 48.000 Aktenschränke. Darf man das mit der NSA vergleichen?

Die Datenjournalist_innen von Open-Data-City haben es zumindest getan. Ausgehend von einem Bericht des amerikanischen National-Public-Radio wird das Datenzentrum der NSA in Utah 5 Zettabytes speichern können: Eine Zahl mit 15 Nullen. Unter der Annahme, dass ein Aktenschrank 0,4 m² Platz benötigt und 60 Aktenordner (= 30'000 Seiten Papier), also etwa 120 MB Daten fassen kann, würde das Utah-Rechenzentrum ausgedruckt etwa 17 Mio. Quadratkilometer Platz verbrauchen. Damit kann die NSA 875 millionenmal mehr Daten erfassen als die Stasi es konnte. Die Infografik soll dieses Verhältnis verdeutlichen.

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Gehe zu Stasi versus NSA. Realisiert von OpenDataCity (CC-BY 3.0)

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Roland Jahn

Roland Jahn, 1953 in Jena geboren, kennt die Stasi gut. Zu DDR-Zeiten gehörte er als SED-Gegner und Bürgerrechtler der Opposition an. Nachdem er nach der Wende als Journalist arbeitete, leitet er seit 2011 die Stasi-Unterlagenbehörde. 
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3 Kommentare anderer Nutzer

OpenDataCity | 12.09.2013 um 12:16
Visualisierung

Anlass der Visualisierung war, dass Bundespräsident Gauck sich recht oberflächlich zu dieser Frage geäußert hatte. Und wir haben uns mit der Frage, "ob man das darf" unter der Überschrift "Datenpopulismus" dazu Gedanken gemacht:

"...Uns war klar, dass der Vergleich zwischen Stasi und NSA durchaus heikel ist. Und dass die Zettabyte-Menge an Daten, die die NSA vermeintlich in ihrem neuen Datencenter in Utah speichern oder verarbeiten kann, technisch durchaus Zweifel wegen ihrer Plausibilität hervorrufen wir bekamen einige Mails deswegen.

Wir haben bewusst die Verkürzung in Kauf genommen. Weil uns wichtig war zu erklären, dass mit den neuen Technologien Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die so wahnwitzig enorm sind, dass sie mit Altbekannten eigentlich nicht mehr zu vergleichen sind. Höchstens eben durch etwas sehr Plakatives. ...

http://datenjournalist.de/datenpopulismus


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Niklas Schöning | 11.11.2013 um 16:31
Falsche Zahlenangabe

Guten Tag Herr Stegemann,

ich schreibe momentan meine Facharbeit über dieses Thema und habe einen kleinen Fehler in ihrem Text gefunden. Zettabyte ist eine Zahl mit 21 Nullen, dementsprechend wäre das 5*1021 auf ihr beispiel bezogen. Eine Zahl mit 15 Nullen wäre Petabyte, also 5*1015 auf ihr beispiel bezogen.

Mit freundlichen Grüßen,
Niklas Schöning


Antworten
Patrick Stegemann | 12.11.2013 um 12:39
"Re: Falsche Zahlenangabe"

Lieber Niklas,

vielen Dank für die Richtigstellung. Das ist natürlich richtig: Ein Zettabyte hat 21 Nullen. Mein Fehler - als Journalist hat man gewöhnlich mit eher kleineren Dimensionen zu tun. Umso mehr: Danke für den Hinweis!


"Niklas Schöning schrieb:
Guten Tag Herr Stegemann,

ich schreibe momentan meine Facharbeit über dieses Thema
und habe einen kleinen Fehler in ihrem Text gefunden.
Zettabyte ist eine Zahl mit 21 Nullen, dementsprechend wäre
das 5*1021 auf ihr beispiel bezogen. Eine Zahl mit 15 Nullen
wäre Petabyte, also 5*1015 auf ihr beispiel bezogen.

Mit freundlichen Grüßen,
Niklas Schöning
"


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