zurück 
2.7.2015

Contra Sterbehilfe – Es gibt kein unwürdiges Leben, sondern nur lebensunwürdige Umstände

Dr. phil. Michael Wunder am 28.07.2015

Ein Gesetz, das organisierte und auf Wiederholung angelegte Suizidbeihilfe erlaubt, kann und darf es niemals geben, meint Michael Wunder, Diplom-Psychologe, Mitglied des Deutschen Ethikrats sowie Autor zahlreicher Beiträge zur Medizin im Nationalsozialismus, Behindertenhilfe und Bioethik. Er fordert ein Verbot – mit wenigen Ausnahmen in Notfällen.

Laut Michael Wunder darf es ein Gesetz, das organisierte Suizidbeihilfe erlaubt, niemals geben.


Im April 1984 stellte Julius Hackethal seiner krebskranken Patientin Hermine E. Zyankali zur Verfügung, um sich zu töten. 1990 setzte der US-amerikanische Pathologe Jack Kevorkian zum ersten Mal seine Selbsttötungsapparatur ein, bei der sich eine tödliche Injektion auf Knopfdruck seiner Patientin Janet A., einer 54 Jahren alten Frau mit Alzheimer, auslöste. Heute sind es der Ex-Justizsenator Roger Kusch in Hamburg, der die Apparatur von Kevorkian wieder entdeckt hat und damit Schlagzeilen macht, und der Berliner Arzt Uwe-Christian Arnold, der sich rühmt, bei etwa 200 Patienten in ganz Deutschland Suizidassistenz geleistet zu haben.

Damals wie heute verlassen die Akteure ihre Klienten nach der selbst ausgelösten Spritze oder der Medikamenteneinnahme. Also gerade dann, wenn diese wirklich Begleitung bräuchten. Dies tun sie, um nicht mit dem Strafgesetz in Konflikt zu kommen. Denn das erlaubt zwar die Beihilfe des Besorgens und Bereitstellens tödlicher Medikamente, schreibt aber die Hilfeverpflichtung bei Lebensgefahr vor. Die Musterberufsordnung der Ärzte sieht das restriktiver: danach ist dem Arzt auch die Beihilfe untersagt. Nicht alle Landesärztekammern haben das in dieser Form übernommen. Die aktuell diskutierte Gesetzesregelung soll nun die Beihilfe zur Selbsttötung explizit erlauben, um so die Menschenwürde, Freiheit und Selbstbestimmung “Sterbewilliger“, wie die Befürworter sagen, zu wahren. Es gibt kein unwürdiges Leben, sondern nur unwürdige Lebensumstände.

Zunächst zur Würde: Dem ehemaligen MDR Intendanten Udo Reiter, der Suizidbeihilfe für sich gefordert hatte, weil er es unwürdig fand, als Pflegefall zu enden, der „gewaschen, frisiert und abgeputzt“ werden müsse, antwortete Franz Müntefering: „Die Würde des Menschen hat nichts zu tun damit, ob er sich selbst den Hintern abputzen kann.“ Und er setzte hinzu: "Es gibt Menschen, die können das nie – leben diese ohne Würde?“

Eine alte Pflegeweisheit sagt: es gibt kein unwürdiges Leben, sondern nur unwürdige Lebensumstände. Und es ist jeweils an uns anderen, diese besser zu gestalten. Natürlich kann sich ein Mensch, insbesondere unter den Bedingungen von Krankheit und Alter, elend fühlen und Suizidwünsche haben, insbesondere wenn Schmerzen, Einsamkeit und Isolation drohen. Deshalb aber den Suizid zu befürworten ist zynisch. Oder wie Müntefering sagte: „Hier soll aus der Angst vor dem unsicheren Leben ein sicheres Ende gesucht und der präventive Tod zur Mode der angeblich Lebensklügsten gemacht werden“. Ein Wort zur Freiheit: aus der Suizidforschung wissen wir, dass die überwiegende Zahl der Suizidversuche Folge von psychischer und sozialer Not sind. Es geht fast immer um Verzweiflungsreaktionen auf ein schwerwiegendes Ereignis oder eine soziale Notsituation, der eine Einengung des Denkens und des Handelns folgt. Der Wunsch aus dem Leben zu scheiden heißt nicht, ich will sterben, sondern ich will so nicht mehr leben. Hieraus begründen sich ethisch alle Versuche und Handlungen, Suizidenten zu helfen, einen anderen Weg als den der Selbsttötung zu finden. Die klassische Aufteilung in sogenannte Appell-Suizide oder Suizidversuche in Überlastungs- und Schocksituationen oder psychischen Krisen und sogenannten Bilanz-Suiziden aufgrund einer überlegten, quasi vernünftigen Lebensbilanz wird in der Fachdebatte immer mehr in Frage gestellt. Jede Selbsttötung, auch die in größter seelischer Not, hat einen Anteil von Bilanzierung, und keiner der noch so vernünftig erscheinenden Bilanzsuizide ist wirklich frei.

Wer bestimmt über „Selbstbestimmung“?

Die Befürworter der Suizidassistenz möchten uns dagegen glauben machen, dass der Suizid Ausdruck von Freiheit und Selbstbestimmung ist. Wie bitte soll aber vor dem Hintergrund der Erkenntnislage der Suizidforschung zwischen Appell und Bilanz, zwischen Notruf, Einengung und Freiheit unterschieden werden? Wer kann das entscheiden und wer will das entscheiden und dann auch entsprechend handeln? Müssen wir dann nicht einen Kriterienkatalog einführen, der erklärt wie man einen „vernünftigen“ und „unvernünftigen“ Suizid erkennt? Das hat nichts damit zu tun, dass es in absoluten Ausnahmefällen Situationen gibt, in denen ein Suizid überlegt oder zumindest unvermeidbar erscheinen kann und alle Versuche der Ermutigung und des Zurückfindens in das Leben gescheitert sind. Wenn ein Arzt in solchen Fällen – weniger als Arzt, sondern eher als Freund eines Menschen, den er lange kennt – dann unter Umständen Suizidbeihilfe ausübt, ist dies meiner Ansicht nach nicht in jedem Falle moralisch zu verurteilen.

Die Befürworter betonen immer wieder, dass viele Ärzte oder auch Pflegende schon nach Suizidbeihilfe in bestimmten Fällen gefragt worden sind. Stimmt. Das heißt aber nur, dass Suizidwünsche bei schwererkrankten und auch bei alten Menschen durchaus nicht ungewöhnlich sind. Alle, die aber jemals so etwas gefragt worden sind, können auch bezeugen, welche Gewissensfragen damit ausgelöst werden. Es ist nämlich keinesfalls so wie die Suizidbefürworter uns glauben machen wollen, dass der Assistent sich allein aufgrund des selbstbestimmten Wunsches des Suizidenten von seiner eigenen Verantwortung frei machen könnte. Er ist es, der entscheidet ob der Wunsch ernsthaft ist, wie die Situation des Suizids gestaltet wird, welches Mittel wie dosiert wird und ob auch wirklich vorher alle anderen alternativen Wege abgefragt oder versucht worden sind. Dies kann und darf niemals ärztliche Aufgabe sein.

Ein Gesetz, das organisierte Suizidbeihilfe erlaubt, kann und darf es niemals geben

Diese rote Linie steht mit Recht in den Grundsätzen der Deutschen Ärztekammer. Eine gesetzliche Regelung, die Suizidbeihilfe zur wählbaren ärztlichen Leistung neben Heilung (Kuration) und Linderung (Palliation) macht, wie es die Befürworter fordern, womöglich von den Krankenkassen finanziert, qualitätsgesichert und evidenzbasiert, kann und darf es niemals geben. Die Formulierung der Musterberufsordnung der Ärzte „ein Arzt darf an der Selbsttötung eines Patienten nicht mitwirken“ muss dagegen kritisch gesehen werden, weil damit nicht nur Fragen der Kontrollen und Sanktionierungen verbunden sind, sondern auch der oben skizzierte Notfall negiert und unter ein berufsrechtliches Verbot fallen würde.

Strategisch denkende Sterbehelfer räumen ein, dass die jetzige Diskussion um die Suizidbeihilfe nur ein Zwischenglied ist, weil die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe, der Tötung auf Verlangen, in Deutschland zumindest derzeit nicht durchsetzbar sei. Das sollte zu denken geben. Als es um die Patientenverfügung ging, argumentierten diejenigen, die keine Bindung des Abbruchs oder Unterlassung lebenserhaltender Maßnahmen an die Unumkehrbarkeit einer fortschreitenden Erkrankung wollten, damit, man müsse den Sterbehelfern etwas entgegenkommen. Heute haben wir die beständigen Ausweitungen im Bereich des Abbruchs oder der Unterlassung lebenserhaltender Maßnahmen auch bei nicht tödlich erkrankten Patienten durch Patientenverfügungen. Dennoch erleben wir jetzt eine Welle von Forderungen nach Suizidassistenz, der dann, wenn auch hier nachgegeben würde, sicherlich die Forderung der Legalisierung der Tötung auf Verlangen, also der aktiven Sterbehilfe folgen wird. Ein Argument wird sein, dass es Patienten gibt, die die Suizidhandlung nicht ausführen können, denen die Tötung aber aus Gleichbehandlungsgründen nicht verweigert werden könnte. Sehen wir die Dinge also in ihrem Zusammenhang: unter der Fahne der Selbstbestimmung und der Freiheit soll die Medizin ihre Mentalität ändern und neben dem Heilen auch das Töten etablieren.

In diesem Sinne wäre es ein großer Fortschritt, wenn der Bundestag tatsächlich den Weg geht, die organisierte und auf Wiederholung angelegte Suizidbeihilfe unter Strafe zu stellen. Ansonsten sollte er aber die jetzige Gesetzeslage so belassen und die nicht organisierte ärztliche Suizidbeihilfe weder bestrafen noch vollkommen freisprechen und damit Gewissensentscheidungen des Arztes in Notfällen – aber nur dann – weiterhin zu tolerieren.


Gegenposition - Das Recht auf Selbstbestimmung gilt auch für das eigene Sterben


Ingrid Matthäus-Maier (© Ingrid Matthäus-Maier)


Die Aussicht auf Sterbehilfe hat eine suizidpräventive Wirkung, meint Ingrid Matthäus-Maier, ehemalige Verwaltungsrichterin und im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung. Sie fordert mehr Vertrauen in die Urteilskraft erwachsener Menschen und glaubt nicht, dass die Sterbehilfe einen "Dammbruch" verursacht.

Zum Pro-Beitrag
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-SA 3.0 DE - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland" veröffentlicht.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

Ihr Kommentar:

(*) Diese Felder sind Pflichtfelder

Ihr Kommentar wird von der Redaktion geprüft und dann freigeschaltet


Captcha


7 Kommentare anderer Nutzer

Michael Schmidt-Salomon | 07.08.2015 um 18:28
Irreführende Argumentation

Die mangelhafte Qualität der Ausführungen von Michael Wunder erkennt man schon im ersten Absatz: So behauptet Wunder, der Berliner Arzt Uwe-Christian Arnold würde seine Patienten nach der Medikamentengabe verlassen. Tatsächlich aber bleibt Arnold bis zum Schluss bei seinen Patienten, wie dies in Arnolds Buch "Letzte Hilfe" Rowohlt Verlag 2014 auch ausführlich beschrieben wird.
Fazit: Entweder lügt Michael Wunder oder aber er hat keine Ahnung von der Materie, über die er schreibt. Beides qualifiziert ihn nicht unbedingt für den Deutschen Ethikrat.


Antworten
Michael Wunder | 12.08.2015 um 13:36
"Re: Irreführende Argumentation"

Mag sein, dass Arnold in einigen Fällen der Suizidbeihilfe nach Einnahme der Medikamente bei dem Suizidenten blieb. Aber sicher längst nicht bei allen. Seine Angaben in dem Buch von ihm und Herrn Schmidt-Salomon sind nicht eindeutig „Wenig später schlief sie ein“, „Er starb ruhig und gelassen im Kreis seiner Familie“. In anderen Fällen, wie bei „Frau C.“, „Dr. S.“, „Dr. T.“, „Herrn B.“, wird nur von einem Abschied gesprochen, nicht, dass jemand dabei blieb. Auf Seite 81 des Buches schreibt Arnold sogar, dass er früher keine andere Wahl hatte, als sich „rechtzeitig vom Ort des Geschehens zu entfernen“, was sich erst mit einigen neueren Gerichtsentscheidungen, die die Garantenpflicht nicht mehr so eng auslegten, geändert habe.
 
Juristisch ist das Bleiben der Helfer nach der Medikamenteneinnahme aber trotz allem sicherlich umstritten, so dass von den „Sterbehelfern“ selbst  das Verlassen des Sterbenden nach der Medikamenteneinnahme empfohlen wird. Ich zitiere einen Artikel der ZEIT „ Vaters letzter Wille“, in dem die Suizidassistenz Arnolds im Falle des 90jährigen Helmut Schnell  und der Begleitung durch den Sohn geschildert wird – ein Artikel übrigens, der eindeutig für die „Sterbehelfer“ Partei ergreift. Darin heißt es:  
 
„Als sein Vater eintrifft, hält sich Schnell an den Ratgeber, den Arnold ihm dagelassen hat. Darin empfiehlt er unter anderem, die Wohnung zu verlassen, sobald der Vater den Brei und den Saft eingenommen hat. Denn die sogenannte gesetzliche Garantenpflicht schreibt vor, dass Menschen in lebensbedrohlichen Situationen beizustehen ist.“ Die ZEIT vom 30.7.2015, Nr. 31, 6
 
Also: es scheint in Arnolds eigenem Ratgeber zu stehen.
 
Das Verlassen des Patienten kann auch noch andere Gründe haben. Was ist, wenn die tödlichen Medikamente erbrochen werden? „Sterbehilfe Deutschland“ geht von einem Risiko von 1,4% dafür  aus Der Ausklang – Leitfaden für Selbstbestimmung am Lebensende, Ed. 2015, 11. Was soll der Sterbehelfer, der nicht weggegangen ist, in einer solchen Situation machen? Nachhelfen oder den Notarzt rufen?
 
So einfach sind die Dinge also nicht. Und mit der Bezichtigung der Lüge sind die Probleme auch nicht zu lösen. Besser wäre es in der Diskussion auf strikte Sachlichkeit zu achten. Denn wir sind uns doch hoffentlich in einem Punkt einig: Wir wollen doch eine gute Lösung im Sinne der Patienten finden!

"Michael Schmidt-Salomon schrieb:
Die mangelhafte Qualität der Ausführungen von Michael
Wunder erkennt man schon im ersten Absatz: So behauptet
Wunder, der Berliner Arzt Uwe-Christian Arnold würde seine
Patienten nach der Medikamentengabe verlassen. Tatsächlich
aber bleibt Arnold bis zum Schluss bei seinen Patienten, wie
dies in Arnolds Buch "Letzte Hilfe" Rowohlt Verlag 2014 auch
ausführlich beschrieben wird.
Fazit: Entweder lügt Michael Wunder oder aber er hat keine
Ahnung von der Materie, über die er schreibt. Beides
qualifiziert ihn nicht unbedingt für den Deutschen
Ethikrat.
"


Antworten
Wolfgang Klosterhalfen | 10.08.2015 um 18:38
Von einem Mitglied des Ethikrats hätte ich mehr erwartet

Wegen des leider immer noch starken Einflusses der Kirchen auf die Bundesregierung und den Bundestag, wird es wohl im November zur Verabschiedung des von Michael Brand CDU, Kerstin Griese SPD et al. vorgeschlagenen Suizidhilfeverbotsgesetzes kommen. Michael Schmidt-Salomon hat den geplanten §217 StGB als „zutiefst undemokratisch, juristisch absurd und ethisch unverantwortlich“ kritisiert, s. http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/sterbehilfe-foerdern . Ich schließe mich dieser Einschätzung an.

Sprüche wie „Es gibt kein unwürdiges Leben, sondern nur lebensunwürdige Umstände“ oder „Die Würde des Menschen hat nichts zu tun damit, ob er sich selbst den Hintern abputzen kann“ klingen erst mal gut, helfen aber bei der ethisch und juristisch schwierigen Suizidhilfedebatte wenig weiter.

Ich will auch nur auf den ersten Abschnitt der Polemik von Michael Wunder eingehen der Rest bringt auch nicht viel für die politische Bildung. Cyclophosphamid verursacht durch Lyse der roten Blutkörperchen einen Erstickungstod, der mit fürchterlichen Krämpfen einhergeht. Auch der hoch querschnittgelähmte Ramon Sampedro erlitt diesen Tod, nachdem er 30 Jahre lang vergeblich im katholischen Spanien um Suizidhilfe gebeten hatte: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Meer_in_mir .

Da Tötung auf Verlangen hierzulande verboten ist, wird anscheinend in seltenen Fällen eine Infusionspumpe verwendet, die in noch selteneren Fällen vom Patienten durch Augenbewegungen gesteuert werden könnte. Interessant für die Medien, aber für die politische Debatte von geringer Bedeutung. Da Natrium-Pentobarbital in Deutschland leider nur an Tierärzte ausgeliefert werden darf, verwendet Uwe-Christian Arnold notgedrungen ein extrem bitter schmeckendes Medikament in Kombination mit zwei Sorten vermutlich ebenfalls bitterer, rezeptpflichtiger Tabletten. Insgesamt an die 200 ! Tabletten, die zermahlen und mit Apfelmus oder Fruchtsaft vermischt werden. Dass er sich seiner Suizidassistenz „rühmt“, ist mir weder in seinem Buch noch in Talkshows wie dieser hier aufgefallen: https://www.youtube.com/watch?v=22jSKfvEE7E .


Antworten
Stelzer,Michael | 13.08.2015 um 00:02
Sterbehilfe

Die Herangehensweise an das Thema Sterbehilfe ist völlig falsch
organisiert und strukturiert - Die Führung des Themas liegt nicht in den richtigen Händen !

-----------------------------------------------------------------------------------------------
Sterbehilfe ist ein komplizierter Themenkomplex und muß von fachkompetenten Menschen geführt,diskutiert und entschieden werden.

Fachkompetente Menschen sind :
- Betroffene / Schwerkranke
- Pfegende,die es verstehen,mit Sterbenden umzugehen
- Ärzte,die es verstehen,mit Sterbenden umzugehen.
Beratend können Vertreter aus den Bereichen:
- Kirche
- Ethik
- Rechtswissenschaft
- Soziologie und
- Psychologie
hinzugezogen werden !
Im Moment wird diese Thematik im Wesentlichen von Vertretern
diskutiert und geführt,die vom Sterben wenig verstehen !
z.B.besitzt der Gesundheitsminister keine Fachkompetenz zu diesem Thema.

Dies erlaubt sich festzustellen :
- Michael Stelzer
- Krankenpfleger
- Dipl.Med.Päd.
- Darmkrebspatient,demzufolge
Befürworter der Sterbebetreuung / Sterbehilfe


Antworten
Helge Klawitter | 19.10.2015 um 21:31
Recht auf Sterbehilfe

Herr Dr. Wunder argumentiert bewusst falsch, ja fast hinterhältig - oder er kennt sich in der Materie, über die er urteilt, nicht aus.
KEIN "Sterbehelfer" rühmt sich, dass er Patienten beim Sterben geholfen hat. Schon gar nicht Dr. Arnold, den ich persönlich kenne und sehr schätze.
Er geht auch nicht aus dem Zimmer, denn die Sterbewilligen können den "Helfer" von der sog. Garantenpflicht entbinden. Auch das sollte eigentlich ein Mitglied des Ethikrates wissen.
Wenn er Münterfering zitiert, dass es Menschen gebe, die es als würdig erleben, wenn sie hilflos und unselbständig zu leben gezwungen sind, dann ist das doch nur die selbstverständlich zulässige Ansicht von Herrn Müntefering, die ihm auch niemand streitig machen will.
Aber wenn andere Menschen dies als unwürdig erleben und als extreme Belastung, dann sollte auch Herr Dr. Wunder dies akzeptieren. Es geht ja gerade um das Recht, dass dies JEDER Mensch für sich selbst entscheiden kann. Herr Dr. Wunder nennt keinen akzeptablen Grund, warum 1 Menschen diese Selbstbestimmung verwehrt werden sollte.
Niemand hindert auch Herrn Dr. Wunder aktiv daran zu arbeiten, dass es die unwürdigen Lebensumstände nicht mehr gibt. Aber er möge sich doch erst einmal die Realität in deutschen Altenheimen anschauen. Sie ist noch Jahrzehnte von würdigen Lebensumständen entfernt.


Antworten
Ulla Bernitt | 20.10.2015 um 17:07
Sterbehilfe - Wunder

Auf Moralapostel ála Wunder oder Müntefering können wir gern verzichten!
Jeder Mensch muss doch selbst entscheiden können, ob die Lebensumstände für sie/ihn unwürdig sind. Fakt ist jedenfalls, dass die Lebensumstände in sehr sehr vielen Heimen trostlos und unwürdig sind. Ich weiß, wovon ich spreche, nachdem ich meine Mutter 3 Jahre lang bis zu ihrem Tod zu Hause gepflegt und meine Schwiegermutter im „vornehm-teueren“ Augustinum bis zum Tod begleitet habe.
Wenn Müntefering, Wunder und Co die Lebensumstände für alle würdig gestaltet haben, dann können sie wieder öffentlich gegen Sterbehilfe auftreten. Bis dahin sollen sie sich zurückhalten!


Antworten
Helmut Röbelt | 04.06.2018 um 23:11
Sterbehilfeverbot

Wieso maßt sich ein sogenannter Diplom-Psychologe Herr Michael Wunder hoffentlich nicht ein Opfer seines Namens an, freien Menschen, aus welchen Gründen auch immer, ihren Freitod zu verwehren? Das muss selbstverständlich auch mit Hilfe eines Arztes möglich sein. Vor allem schon deswegen, um einen vielleicht fürchterlichen Todeskampf unmöglich zu machen!

Dies dann auch mit Zeiten des Nationalsozialismus e.t.c. zu vergleichen, halte ich für ganz besonders intelligent. Ein starkes Stück! Genau so gut dürften keine alte Volkslieder mehr gesungen werden oder sonstige jahrtausendealten Bräuche ausgeübt werden. Natürlich kann man alles in einer Diktatur missbrauchen. Eigentlich gilt das sogar für das Hakenkreuz, welches schon im Altsanskrit und auch bei ein paar indischen Volksgruppen auch heute noch Symbol ist. Aber vielleicht waren diese indoeuropäischen alten Kulturen auch schon Nazis?

Natürlich bin ich auch ein Gegner dieser neuen primitiven Nazihorden in Verbindung mit ihren falsch interpretierten Symbolen und Totschlägern, welche viel zu wenig bekämpft werden. Aber es kommt doch immer auf die Zusammenhänge an und darf nicht alles in einem Topf zusammen gerührt werden!

Ich halte diese alten, verkrusteten Organisationen wie Ethikrat und dergleichen auch bei den von Menschen erfundenen Religionen hört es für mich dann gänzlich auf, so wie sie jetzt sind, aus einer nicht mehr bestehenden Zeit und auch nicht mehr Bestandteil unseres heutige Geschehens!

Helmut Röbelt


Antworten

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln