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26.10.2015

Ein bisschen Streik muss sein - oder?

Redaktion Netzdebatte am 23.11.2015

Die Kita zu, der Briefkasten leer, die Bahn steht: Streik. Wir beschäftigen uns mit Geschichte und Gegenwart des Arbeitskampfs. Ist das Streikrecht noch zeitgemäß? Braucht es strengere Regeln? Oder muss der Streik unantastbar bleiben? Diese und weitere Fragen stellen wir in unserem Schwerpunkt.

In Amsterdam legten 2010 Angestellte der Müllabfuhr ihre Arbeit nieder. Die Amsterdamer hatten dir Folgen des Streiks direkt vor und in der Nase. Lizenz: cc by/2.0/de


Ab wann ist Streik politisch?

Die Ziele von Menschen, die kollektiv ihre Arbeit niederlegen, können sehr unterschiedlich sein. Meist sollen Arbeitgeber/-innen dazu bewegt werden, den Forderungen einer Gewerkschaft nachzukommen und einen Tarifvertrag abzuschließen – das hat vor allem ökonomische Gründe. Menschen fordern Lohnerhöhungen, bessere Arbeitsverhältnisse oder Gleichberechtigung. Politische Streiks hingegen sind in Deutschland unzulässig. Doch ist ein Streik, in dem es um Tarife und damit um Arbeiter/-innenrechte geht, nicht immer auch politisch?

Was sagt die Streikkultur über den Zustand einer Gesellschaft aus?

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer legte erst vor wenigen Monaten innerhalb kurzer Zeit zum neunten Mal kollektiv die Arbeit nieder und ist damit derzeit wohl das prominenteste Beispiel für Streik in Deutschland. Doch nicht nur Lokführer/-innen, sondern auch Erzieher/-innen, Briefträger/-innen, Ärzt/-innen und Pilot/-innen streiken immer wieder. Was sagt die Streikkultur über den Zustand einer Gesellschaft aus? Welchen Stellenwert hat Arbeitskampf heute und wie hat er sich im Laufe des 20 Jahrhunderts verändert? Wie wird er sich weiter verändern?

Braucht der Streik mehr Regeln?

Das Streikrecht ist in Deutschland ein Grundrecht der Arbeitnehmer/-innen. Es ist unantastbar und die Einschätzung der Verhältnismäßigkeit eines Streiks obliegt einzig den Arbeitsgerichten, nicht den Arbeitgebern. Wie lange ein Streik also dauert und welche Maßnahmen ergriffen werden, ist vor allem Sache der Gewerkschaften und Verbände.

Manche sind der Meinung, das Streikrecht müsse strenger reguliert werden. Unsere Gesellschaft habe sich verändert, das Streikrecht müsse dem Rechnung tragen. Auf keinen Fall, sagen andere. Das Streikrecht müsse unantastbar bleiben!

Tarifeinheit und Medienwirbel

Die großen Streiks im Dienstleistungssektor sind regelmäßig prominent in den Medien vertreten. Die Form der Berichterstattung spielt dabei eine wichtige Rolle für unsere Wahrnehmung von Streiks. Ähnliches gilt für die Debatte über das im Sommer 2015 verabschiedete Tarinfeinheitsgesetz. Wie beeinflusst die mediale Darstellung unser Verständnis vom Arbeitskampf? Was tun die Betroffenen (Gewerkschaften, Verbände) selbst, um ihre Präsenz in den Medien zu beeinflussen?
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4 Kommentare anderer Nutzer

MaxH | 30.11.2015 um 12:01
texte franzen und rödl

Hallo, wie komme ich an die Texte von Rödl und Franzen heran?

Grüße


Antworten
bpb-iconAndré Nagel | 30.11.2015 um 15:12
"Re: texte franzen und rödl"

Hallo MaxH,

beide Beiträge erscheinen voraussichtlich in der kommenden Woche.

Viele Grüße
Die Redaktion


Antworten
Hildegard Gerlach | 02.12.2015 um 15:09
Streik Netzdebatte

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie komme ich an die Texte bzw. Dateien? Ich würde Sie gerne im Unterricht verwenden!

Herzlichen Dank für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen

Hildegard Gerlach


Antworten
bpb-iconRedaktion | 02.12.2015 um 15:47
"Re: Streik Netzdebatte"

Liebe Frau Gerlach,

die meisten der o.g. Texte erscheinen im Laufe der kommenden zwei Wochen.

Mit vielen Grüßen
Die Redaktion


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