Editorial: Zukunft der Arbeit


Für viele bedeutet die Zukunft der Arbeit vor allem eins: Automatisierung. Werden wir bald alle von Robotern ersetzt? Lizenz: cc by-nd/2.0/de (dpa)


Das Internet verändert unsere Arbeitswelt, macht uns flexibler und mobiler. Wir können uns Arbeitszeit- und Ort zunehmend freier einteilen und wählen. Ganz neue Arbeits- und Lebensmodelle entstehen: Selbsternannte Digital-Nomaden leben die vollständige Unabhängigkeit. Klassische Dienstleister/-innen finden zunehmend ihren Weg ins Netz: Putzhilfen, Handwerker/-innen, private Taxifahrer/-innen, aber auch Werbetexter/-innen, Designer/-innen oder Programmierer/-innen konkurrieren auf Plattformen wie Amazons Mechanical Turks oder crowdworker.de um Aufträge. Share-Economy, Crowdwork und Cloudwork: Begriffe, die nach Zukunft klingen, sind in vielen Bereichen längst Realität geworden.

Im neuen Schwerpunkt nimmt Netzdebatte drei sehr unterschiedliche Lebensentwürfe in den Blick, die exemplarisch für die Umbrüche in der Arbeitswelt stehen:



Nicht alles Gold, was glänzt

Viele dieser Trends haben natürlich auch eine Kehrseite: Flexible Arbeitszeiten sind schön, feste Arbeitsverträge aber auch. Zeit- und Leiharbeit, Honorarverträge und befristete Stellen werden immer mehr zur Normalität, eine Festanstellung ist eher die Ausnahme als die Regel. Je mehr Flexibilität möglich ist, desto mehr wird sie auch gefordert. Die zunehmende Vermittlung von Dienstleistungen über das Netz befördert zudem eine teils globale Konkurrenz um Arbeitsaufträge - oft zu fraglichen Konditionen: Stundenlöhne weit unter dem Mindestlohn, Arbeitszeiten weit über der 40-Stunden-Woche. Arbeitsmodelle, die nicht in unsere bisherigen Sozial- und Absicherungssysteme passen.



Umbrüche

Auch unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen: Der demografische Wandel führt dazu, dass in Zukunft zunehmend mehr alte Menschen von immer weniger jungen Arbeitnehmer/-innen versorgt werden müssen. Der Fachkräftemangel nimmt zu, es fehlen Pflegekräfte, Betreuer/-innen, Ingenieure. Auf der anderen Seite kommen fast täglich eine Vielzahl Menschen in unserem Land an. Die Integration dieser Arbeitskräfte ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit.



Beim Blick auf die „Zukunft der Arbeit“ geht es also um viel mehr als Fragen des wie, wo, oder wie lange wir in Zukunft arbeiten werden. Es geht um die aktive Gestaltung von Gesellschaft, um Solidarität, Integration. Genauso ist das Thema aber auch ein ganz persönliches: Was macht für uns ein gutes Leben aus? Wollen wir unseren Beruf zunehmend als Berufung verstehen, oder im Gegenteil, mehr Freiräume schaffen? In drei Reportagen nähert sich Netzdebatte dem Thema ‚Zukunft der Arbeit‘ und sucht dabei nach Antworten auf die oben gestellten Fragen. Wir sprechen mit Expert/-innen, stellen verschiedene Lebensentwürfe vor und hinterfragen die Veränderungen, die gerade in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt stattfinden.






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