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9.8.2019

Robert

Robert (© bpb)


Robert ist 18 Jahre alt (*1971) und kommt aus einer evangelischen Familie. Nach der Schule (POS – mittlere Reife) hat er eine Ausbildung zum Elektrofacharbeiter gemacht, mit der er gerade fertig geworden ist. Er ist der neue Freund von Sandra und kommt regelmäßig ins Wohnheim. Normalerweise müsste er jetzt erstmal für 18 Monate zur NVA, der Nationalen Volksarmee. Dort muss jeder Mann zwischen 18 und 26 Jahren seinen Grundwehrdienst leisten. Richtig Lust hat Robert nicht darauf. Der Pfarrer in seiner evangelischen Kirchengemeinde in Leipzig hat ihm erzählt, dass er den Wehrdienst aus religiösen Gründen verweigern kann, was er auch tun möchte. Vermutlich muss er dann als sogenannter Bausoldat seinen Dienst ableisten.

In der evangelischen Kirche trifft Robert auch eine Reihe von anderen jungen Menschen, die ziemlich politisch unterwegs sind. Sie gehören 1989 zu einer kleinen jugendoppositionellen Gruppe, die im Lokalen kleinere und größere Protestaktionen gegen die DDR-Regierung organisiert. Robert beginnt im Laufe des Jahres, sich immer stärker in der Gruppe zu engagieren und ist spätestens ab August richtig aktiv bei den Aktionen dabei. Er nimmt regelmäßig an den Friedensgebeten in der Nikolaikirche in Leipzig teil und ruft auch zu der Demonstration am 4. September auf. Einige Male wäre er beinahe schon beim Verteilen von Flugblättern erwischt worden. Über die evangelische Kirche engagiert er sich in der Arbeitsgruppe Umweltschutz und baut Kontakte zu anderen oppositionellen Gruppen auf, wie der in der Umweltbibliothek in Berlin.
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