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6.12.2019

Episode 4 - Revolution

"Der Bolschewik". (Als Koloss über der Stadt Moskau, im Hintergrund die Lenin-Bibliothek). Gemälde, 1920, von Boris M. Kustodijew (1878–1927). (© picture-alliance, picture alliance/CPA Media)


Moskau ist ein Sehnsuchtsort für alle, die von einer kommunistischen Gesellschaft träumen. Intellektuelle und Freiheitskämpfer aus ganz Europa pilgern hierher. Doch wird das Gesellschaftsexperiment vor allem mit Gewalt vorangetrieben. Deutschlands Wirtschaft liegt am Boden, der Staat ist pleite. Frankreich besetzt 1923 wegen ausbleibender Reparationszahlungen das Ruhrgebiet. Um den Verpflichtungen nachzukommen, wirft Deutschland die Notenpressen an: Eine Hyperinflation ist die Folge.

 Rebecka Hemse als Elise Ottesen (links) und Julia Högberg als Karin (rechts) Solène Rigot als May Picqueray Solène Rigot als May Picqueray (links) und Robin Barde als Lucien Chevalier (rechts) Natalia Witmer als Marina Yurlova Natalia Witmer als Marina Yurlova (links) und Anton Yakovlev als Nikolai (rechts) Alexandre Nguyen als Nguyen Ai Quoc Joel Basman als Rudolf Höß


Elise Ottesen, Schwedens bekannteste Journalistin, wird von Bergarbeiterfrauen eingeladen. Sie ist schockiert vom Elend der Frauen, die von zahllosen Schwangerschaften ausgelaugt sind – wie ihre Mutter, die 18 Kinder zur Welt gebracht hatte. Elise beschließt, den Frauen mit einer Kampagne zur Sexualaufklärung und Verhütung zu helfen.

Nguyen Ai Quoc schließt sich in Moskau der Kommunistischen Internationale an, die Berufsrevolutionäre ausbildet. Er fordert, die Kolonialvölker stärker in den Kampf um die Weltrevolution einzubinden und gerät damit zwischen die Fronten des Machtkampfs, der nach Lenins Tod zwischen Trotzki und Stalin entbrennt.

Marie-Jeanne Picqueray arbeitet in Moskau als Dolmetscherin für eine Delegation französischer Gewerkschafter. Als sie öffentlich Leo Trotzki und das brutale Vorgehen gegen die Bevölkerung kritisiert, wird sie unter Hausarrest gestellt. Nur mit Glück kann sie die Sowjetunion verlassen.

Marina Yurlova hat San Francisco erreicht. Die Amerikaner wollen keine Einwanderer und machen ihr das Leben schwer. Nach Jahren als Soldatin leidet sie unter körperlichen und psychischen Schwierigkeiten. Dennoch will sie Tänzerin werden. In der Tanzschule Sergejew beginnt sie ihre Ausbildung.

Nach der Auflösung der Freikorps wird Rudolf Höß Landarbeiter in Mecklenburg. Hier bereitet er sich auf weitere Einsätze vor. Für seine Beteiligung an einem Lynchmord, dem "Parchimer Fememord" kommt er ins Zuchthaus, wo ihn die Aufseher schikanieren.[1] Er setzt alle Hoffnung auf Adolf Hitler, den Führer der NSDAP.

Dauer: 52 Minuten

Fußnoten

1.
Die Darstellung des "Parchimer Fememords" in der Serie entspricht weder der Darstellung der Ereignisse in Höß' eigener Biographie noch der in den Prozessakten. Siehe hierzu u.a.: https://www.gedenkstaettenforum.de/nc/gedenkstaettenrundbrief/rundbrief/news/zwei_wege_nach_auschwitz
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