zurück 
25.10.2011

Eva und Sokrates Saroglu

Das Ehepaar Saroglu beschließt 1967 Istanbul zu verlassen. Beide wollen zunächst nur ein paar Jahre bleiben; heute sagen sie, dass sie nichts mehr nach Istanbul zurückzieht.

Familie Saroglu


Eva und Sokrates Saroglu lebten als griechische Istanbuler in einer griechischen Welt – inmitten der Türkei. Doch am 6.9.1955 kam es zu Ausschreitungen in der Türkei gegenüber der griechischen Bevölkerung, ab 1964 begann die türkische Regierung mit der Ausweisung griechischer Staatsbürger aus Istanbul, 1966 mussten nahezu alle Griechen die Stadt verlassen.

1967 beschloss das Ehepaar ihre Heimatstadt zu verlassen. Doch Sokrates Saraoglu bekam zunächst kein Ticket von der Deutschen Verbindungsstelle des Arbeitsamtes in Istanbul – nur Eva durfte ausreisen. Sie musste ihren Mann und ihre dreijährige Tochter zurücklassen und arbeitete ab Juni 1967 in Berlin beim Elektronikunternehmen Telefunken. Nach dem Bau der Mauer fehlten vielen Berliner Unternehmen die billigen Arbeitskräfte aus der DDR. Nach einem Jahr bekam auch ihr Mann eine Anstellung bei der Schokoladenfabrik Sarotti in Berlin. Dass sie in Berlin bleiben werden, steht für die beiden fest. Nach Istanbul zieht das Ehepaar, dessen Tochter als Künstlerin am Chiemsee lebt und dessen Sohn sich als Rapper in Berlin durchschlägt, bis heute nichts zurück. Lesen Sie weiter Auf Zeit. Für immer.
Quelle:
Jeannette Goddar/Dorte Huneke (Hrsg.): Auf Zeit. Für immer. Zuwanderer aus der Türkei erinnern sich
Ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung und des KulturForums TürkeiDeutschland e. V.
Schriftenreihe Band 1183, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2011.
Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln