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1.9.2008

Carl Schröter (CDU)

Im Parlamentarischen Rat

Foto: Haus der Geschichte / Bestand Erna Wagner-Hehmke

Im Sommer 1948 wird Carl Schröter vom Schleswig-Holsteinischen Landtag in den Parlamentarischen Rat gewählt. Er betätigt sich hauptsächlich im Ausschuss für Wahlrechtsfragen. Zudem ist er Mitglied im Ausschuss für Organisation des Bunds sowie Verfassungs-
gerichtshof und Rechtspflege und nach dessen Teilung im Ausschuss für Verfassungsgerichtshof und Rechtspflege.

Neben dem CSU-Abgeordneten Gerhard Kroll zählt er innerhalb seiner Fraktion zu den Hauptverfechtern eines einfachen Mehrheitswahlrechts. Allerdings zeigt sich Schröter durchaus kompromissbereit und sucht vor allem eine Verständigung mit den Freien Demokraten und deren Wahlrechtsexperten Max Becker. Über gute persönliche Kontakte verfügt er auch zu Rudolf Katz (SPD), Justizminister von Schleswig-Holstein und ebenfalls Mitglied im Parlamentarischen Rat. Katz teilt mit Schröter dessen Ablehnung gegen ein reines Verhältniswahlsystem.

Indessen tritt Schröters Einfluss in Wahlrechtsfragen mit dem Fortgang der Beratungen im Parlamentarischen Rat zurück. Denn es setzt sich die Tendenz durch, die Frage des Wahlsystems zum Bestandteil eines allgemeinen Verfassungskompromisses zu machen, in den es zahlreiche weitere strittige Fragen einzubeziehen gilt.

Biografie

Geboren am 29. Mai 1887 in Neustadt (Holstein), gestorben am 25. Februar 1952 in Kiel, evangelisch-lutherisch.

1907-1912 Studium der klassischen Philologie und Geschichte an den Universitäten Kiel und Halle-Wittenberg. Nach der Referendarzeit 1918 Eintritt in den gymnasialen Schuldienst in Kiel, ab 1922 als Studienrat an der Höheren Marinefachschule für Verwaltung und Wirtschaft in Kiel-Wik tätig. 1918 Beitritt zur Deutschen Volkspartei (DVP). 1924-1928 Abgeordneter des Preußischen Landtags.

1933 Beurlaubung von der bisherigen beruflichen Tätigkeit, später Versetzung in den Ruhestand. In der Folgezeit Privatlehrer für Fremdsprachen.

Carl Schröter zählt nach dem Zweiten Weltkrieg in Schleswig-Holstein zu den treibenden Kräften einer antisozialistischen bürgerlichen Sammlungsbewegung. Anfang 1946 Gründer und Erster Vorsitzender der Demokratischen Union, die wenig später in der CDU Schleswig-Holstein aufgeht. Er übernimmt auch hier den Landesvorsitz, den er im Juni 1951 niederlegt. 1947-1950 Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags und Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. 1947-1948 Mitglied des Zonenbeirats.

1949-1952 Mitglied des Deutschen Bundestags, seit Anfang 1950 einer von drei Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. 1950 in Schleswig-Holstein maßgeblich am Zustandekommen des Deutschen Wahlblocks aus CDU, FDP und DP beteiligt, der zusammen mit dem Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) im Sommer 1950 die SPD-Landesregierung ablöst.

Nachlass: Nicht bekannt.

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Prof. Dr. Erhard H.M. Lange

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