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28.4.2005

Überlebende erzählen – Visuelle Interpretation

In den Jahren 2000 bis 2004 sind Audio-Interviews mit 16 Überlebenden des Frauen-KZ Ravensbrück und des Jugend-KZ Uckermark entstanden. Diese Berichte waren Anlass und sind Basis für eine visuelle Interpretation der grausamen Erinnerungen an die Qualen und das Morden in Ravensbrück.

Hier gelangen Sie zum Flash-Film.

Ravensbrück - Überlebende erzählen: Flash-Film.

Ende April jährt sich die Befreiung des KZ Ravensbrück zum 61. Mal. An der zentralen Gedenkfeier werden auch Überlebende des Lagers teilnehmen. Frauen und Männer aus verschiedenen Nationen. Das ehemalige Lagergelände Ravensbrück ist ein Ort, dessen Brutalität und Grausamkeit vor allem durch die Berichte der Überlebenden deutlich wird. Diese Erinnerungen sind ein wichtiges Zeitdokument, um die Unmenschlichkeit des Lagerlebens deutlich und vorstellbar zu machen – auch für nachfolgende Generationen.

Im Rahmen des Dossiers erzählen 16 Überlebende des Frauen-KZs Ravensbrück und des Jugend-KZs Uckermark ihre Geschichte: Sie berichten von dem entwürdigenden Lageralltag, von den täglichen Zählappellen und den "Existenzbedingungen" im Lager, von der Zwangsarbeit, vom Zellenbau und von ihren Todesängsten. Aber auch von der gegenseitigen Solidarität unter den Häftlingsfrauen. Es sind 16 persönliche Erinnerungen dieser Überlebenden.

In den Jahren 2000 bis 2004 sind die Audio-Interviews mit den Überlebenden entstanden. Sie wurden fast alle von Ebba Rohweder geführt. Rohweder besuchte die Frauen zu Hause oder traf sie auf dem ehemaligen Lagergelände Ravensbrück. Fast 60 Jahre nach der Befreiung geben die Interviews die Erlebnisse von Frauen wieder, die in jungen Jahren nach Ravensbrück deportiert wurden. Die meisten von ihnen kamen in der Spätphase des Lagers ab 1943 in das Frauen-KZ. Aus einem Großteil der Interviews entstand zunächst eine CD, die als Audio-Guide die Besucherinnen und Besucher auf ihrem Rundgang über die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück begleiten soll. Im Jahr 2004 führte Ebba Rohweder weitere Interviews, die das Erzählte vertieften und erweiterten. Dabei berichteten die Frauen über weitere Orte und Zeitabschnitte sowie nicht zuletzt über das Jugend-KZ Uckermark.

Eine visuelle Interpretation



Die Berichte der 16 Überlebenden sind Anlass und Basis des audiovisuellen Projektes in Form eines Flash-Films. Diese "visuelle Erinnerung" erhebt keinen dokumentarischen Anspruch, sondern verdichtet das Erzählte auf eine emotional-assoziative Weise. Dabei geht es einerseits um die Spurensuche an einem Ort, der nicht mehr viel über die furchtbaren Geschehnisse verrät. Andererseits löst sich die visuelle Interpretation von dem konkreten Ort, um die eigene Kraft der Frauenstimmen zu betonen. Damit werden die Erzählungen zu Dokumenten der grausamen Geschehnisse und des Sterbens in Ravensbrück. Zugleich aber auch Ausdruck für die Brutalität und Grausamkeit des NS-Regimes, die ortsungebunden waren, und für die perfide Idee des Systems von Konzentrations- und Vernichtungslagern als elementares Terror- und Herrschaftsinstrument. Aus diesem Grund wurde die visuelle Interpretation der Erinnerungen der 16 Frauen mit aktuellen und historischen Aufnahmen von Ravensbrück umgesetzt, aber auch bewusst mit assoziativem Bildmaterial bestehend aus historischem und abstraktem Fotomaterial gearbeitet.

Ohne den Willen und den Mut der 16 Überlebenden, von ihrem Leid und ihren Qualen während der Inhaftierung im Frauen-KZ Ravensbrück öffentlich zu erzählen und damit ein so wichtiges Zeitdokument abzulegen, wäre dieses Projekt nie zu Stande gekommen. Die 16 Überlebenden sprechen dabei auch im Namen der Frauen, die nicht mehr sprechen können.

Hier gelangen Sie zum Flash-Film.
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