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15.4.2005

"Splitternackt und ausgemergelt – zitternd vor Hunger und Angst."

Georgia wird in Südbulgarien geboren. 1929 emigriert sie mit ihrer Mutter nach Warschau. Doch bei einem Bombenangriff 1939 wird die Mutter getötet. Mit 18 Jahren wird Georgia nach München überstellt und muss Zwangsarbeit leisten. Im Herbst 1941 wird sie nach Auschwitz gebracht – im Jahr darauf nach Ravensbrück.

Georgia Peet-Taneva (© privat)

Georgia Peet-Taneva


Geboren am 1. August 1923, in Malko Trnovo (Bulgarien)


Verstorben am 1. Juli 2012



Am 1. August 1923 wird Georgia in Malko Trnovo in Südbulgarien geboren. 1924 emigriert die Familie, da der Vater an der bulgarischen Revolution teilnahm. Im September 1929 emigriert Georgia mit der Mutter nach Polen und besucht in Warschau eine jüdische Schule. 1939 wird ihre Mutter während eines Bombenangriffs auf Warschau getötet. Im Januar 1941 wird Georgia verhaftet und nimmt den Namen "Nadja Smirnowa" an. Sie wird zu Zwangsarbeit verurteilt und muss in den Münchener "Metzler Werken" arbeiten, bei der Herstellung von Gummireifen.

Im März 1941 wird sie erneut verhaftet, flieht aber über Wien nach Sofia. Ende April 1941 wird sie nach einem Besuch der sowjetischen Botschaft, die ihr kein Asyl gewährt, durch Gestapo-Beamte enttarnt und verhaftet. Im Herbst wird sie nach Auschwitz transportiert – ohne Verurteilung.

Georgia Peet-Taneva (© privat)

Im Frühsommer 1942 wird sie in das Frauen-KZ Ravensbrück überstellt. Sie kommt erst in den Block 3, später Block 2. Sie erfährt die Fürsorge älterer Häftlingsfrauen, darunter die Rotarmistin Jewgenia Klemm. Von 1942 bis 1944 arbeitet Georgia im Krankenrevier sowie bei Siemens im Schalterbau und im Büro. 1945 erkrankt sie an Typhus und wird ins Krankenrevier eingewiesen. Im April 1945 wird Georgia zusammen mit sowjetischen Kriegsgefangenen auf den "Todesmarsch" getrieben. In Wesenburg wird sie befreit.

Im Sommer 1945 arbeitet sie als Dolmetscherin in der sowjetischen Kommandantur in Neustrelitz, dann als Übersetzerin bei der "Täglichen Rundschau" in Berlin. Sie tritt in die KPD ein. Von 1948 bis 1949 arbeitet sie als Theaterreferentin im "Haus der Sowjetkultur" und bei den Verlagen "Kultur und Fortschritt" sowie "Neues Deutschland". 1951 wird sie nach Parteiüberprüfung aus der SED gestrichen, da sie staatenlos ist. 1952 heiratet sie den britischen Journalisten John Peet und erwirbt 1957 die britische Staatsangehörigkeit. 1956 wird ihre Tochter geboren, ihr Sohn 1959. Bis heute betreut Georgia Peet-Taneva in- und ausländische Frauengruppen.

Quelle: Ravensbrückerinnen, Hrsg.: Sigrid Jacobeit in Zusammenarbeit mit Elisabeth Brümann-Güdter, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Edition Hentrich, 1995
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